Diese Masterarbeit befasst sich mit der Piratenpartei Deutschland und der Frage, ob sie sich in einem Prozess des Untergangs oder des politischen Aufstiegs im politischen System Deutschlands befasst. Sie tauchte relativ plötzlich 2009 in der politischen Landschaft auf und machte mit öffentlichen Aktionen wie Nacktdemonstrationen gegen Nacktscanner auf sich aufmerksam.
Doch die mediale Berichterstattung über die Partei stagnierte in den letzten Monaten, was zu der Frage führt, ob dies ein Zeichen dafür sein könnte, dass die Piraten kläglich kentern. Durch die verschiedenen Aspekte wie bspw. die innerparteiliche Organisation und Demokratie oder die Mitgliederstruktur, soll diese Frage beleuchtet werden.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Das Mutterschiff ist gestrandet?! – Entstehung und Entwicklung der Piratenpartei in Schweden
3. Klarmachen zum Ändern?! – Entstehung und Entwicklung der Piratenpartei in Deutschland
4. Piraten segeln in allen Weltmeeren?! – Pirate Party International und internationale Piratenparteien im Vergleich
5. Die Mannschaft mischt die Schifffahrt auf?! – Die Anhängerschaft der Piratenpartei
5.1 Mitgliedschaft
5.2 Mitgliederstruktur
5.3 Mitgliederentwicklung
5.4 Frauen bei den Piraten
5.5 Wähler und Sympathisanten
6. Neue Segel segeln besser?! – Die innerparteiliche Organisation und Partizipation der Piratenpartei
6.1 Organisationsstruktur
6.2 Finanzen
6.3 Organisation gleich Kommunikation
6.3.1 Die Homepage
6.3.2 Das Piratenwiki
6.3.3 Das Forum
6.3.4 Das Piratenpad
6.3.5 Soziale Netzwerke
6.3.6 Twitter
6.3.7 weitere Internet- und Kommunikationsmöglichkeiten
7. Politik kann eigentlich jeder?! – Die innerparteiliche Demokratie der Piratenpartei
7.1 Die innere Demokratieordnung
7.2 Liquid Democracy
7.2.1 Liquid Feedback
8. Neue Routen im politischen Kurs?! – Das Programm der Piraten
8.1 Wahlprogramm zur Bundestagswahl 2009
8.2 Wahlprogramm zur Bundestagswahl 2013
9. Der Schiffbruch naht?! – Wahlanalysen und -prognosen von 2008-2013
9.1 Wahlen 2008
9.2 Wahlen 2009
9.3 Wahlen 2010
9.4 Wahlen 2011
9.5 Wahlen 2012
9.6 Wahlen 2013
10. Der Fortschritt ist orange?! – Das Erfolgsrezept der Piraten
11. Das Ende der Fahnenstange?! – Mögliche Gründe für die schwindende Popularität der Piraten
12. Schlussbetrachtung
12.1 Fazit
12.2 Ausblick
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Masterarbeit analysiert den Aufstieg und den potenziellen Abstieg der Piratenpartei innerhalb des deutschen politischen Systems. Untersucht wird dabei, ob die Partei mit ihren spezifischen politischen und ideologischen Ansätzen in eine existenzielle Krise geraten ist oder ob sie sich in einem Transformationsprozess befindet.
- Entwicklung und Gründungsgeschichte der schwedischen und deutschen Piratenpartei
- Struktur, Kommunikation, Partizipationsmodelle und innerparteiliche Demokratie
- Analyse der Anhängerschaft, Mitgliederstruktur und Wählerverhalten
- Vergleich der Wahlprogramme und Wahlergebnisse von 2008 bis 2013
- Identifikation der Ursachen für die schwindende Popularität und die Zukunftsaussichten
Auszug aus dem Buch
1. Einleitung
2009 tauchten die Piraten erstmals im politischen System Deutschlands auf. Ein Medienhype entwickelte sich um sie, bei dem monatelang fast täglich Neuigkeiten zu lesen waren. Plötzlich waren in der politischen Arena junge, unerfahrene, vorwiegend männliche Protagonisten zugange, die sich vorgenommen hatten, die politische Welt zu verändern und eine echte Alternative für junge Menschen und Nichtwähler zu sein. Dies schrieben sie sich auch auf ihre politischen Fahnen. „Klarmachen zum Ändern“ war nicht nur auf ihrer Homepage zu lesen. Doch was ist aus diesem Bestreben geworden?
Momentan ist es still geworden um die einstigen Revoluzzer. Machten sie doch bspw. nackt bei Flashmobs gegen den Nacktscanner mobil, spielten Killerschach mit Theaterblut und echten Menschen in Berlin, um auf das Verbot von Killerspielen aufmerksam zu machen oder traten in Talkshows mit Latzhose und Kopftuch auf, in denen sie eher unvorbereitet wirkten und noch völlig überrascht von ihrem Erfolg saßen und versuchten die Partei in der Medienlandschaft zu vertreten. Sie „flauschten“ sich gegenseitig, fielen in „Shitstorms“ übereinander her, wenn die Meinungen zu stark voneinander abwichen und tauchten in Ballbädern ab, wenn sie auf Parteitagen eine Auszeit brauchten. Daher sind die Piraten „zunächst einmal als ein Phänomen des »Aufbruchs« zu verstehen, das etwas Neu- und Andersartiges in die Politik hineinträgt“.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Einleitung beleuchtet den rasanten Aufstieg der Piratenpartei, ihren anfänglichen Medienhype und die darauf folgende Stille, was die zentrale Forschungsfrage nach dem möglichen Scheitern der Partei motiviert.
2. Das Mutterschiff ist gestrandet?! – Entstehung und Entwicklung der Piratenpartei in Schweden: Dieses Kapitel erläutert die Ursprünge der schwedischen Piratpartiet im Kontext der Urheberrechtsdebatte und zeigt deren Entwicklung bis zur Gründung von The Pirate Bay auf.
3. Klarmachen zum Ändern?! – Entstehung und Entwicklung der Piratenpartei in Deutschland: Es wird die Gründung der deutschen Piratenpartei im Jahr 2006 in Berlin beschrieben sowie die für den Bekanntheitsgrad ausschlaggebenden Ereignisse, wie die Debatte um das Zugangserschwerungsgesetz.
4. Piraten segeln in allen Weltmeeren?! – Pirate Party International und internationale Piratenparteien im Vergleich: Ein Exkurs zur internationalen Vernetzung und zur Gründung des Dachverbandes Pirate Party International sowie ein Vergleich einzelner internationaler Piratenparteien.
5. Die Mannschaft mischt die Schifffahrt auf?! – Die Anhängerschaft der Piratenpartei: Kapitel fünf analysiert die Voraussetzungen für die Mitgliedschaft, die Mitgliederstruktur, deren Entwicklung, das Geschlechterverhältnis sowie das Profil von Wählern und Sympathisanten.
6. Neue Segel segeln besser?! – Die innerparteiliche Organisation und Partizipation der Piratenpartei: Hier wird die Organisationsstruktur, die Finanzierung der Partei sowie die vielfältigen Kommunikations- und Partizipationswerkzeuge wie Wiki, Forum und soziale Netzwerke detailliert vorgestellt.
7. Politik kann eigentlich jeder?! – Die innerparteiliche Demokratie der Piratenpartei: Dieses Kapitel behandelt die innere Demokratieordnung und das neuartige Demokratiekonzept Liquid Democracy inklusive der Software Liquid Feedback.
8. Neue Routen im politischen Kurs?! – Das Programm der Piraten: Ein Vergleich der Wahlprogramme der Jahre 2009 und 2013 verdeutlicht die thematische Ausweitung der Piraten hin zu einem potenziellen Vollprogramm.
9. Der Schiffbruch naht?! – Wahlanalysen und -prognosen von 2008-2013: Eine detaillierte Betrachtung und Analyse aller Wahlergebnisse und Trends der Piraten von 2008 bis 2013 unter Berücksichtigung von Wählerwanderungen und Prognosen.
10. Der Fortschritt ist orange?! – Das Erfolgsrezept der Piraten: Es werden die Erfolgsfaktoren analysiert, die den schnellen Aufstieg der Partei im politischen System ermöglichten.
11. Das Ende der Fahnenstange?! – Mögliche Gründe für die schwindende Popularität der Piraten: Das vorletzte Kapitel untersucht die Ursachen für das nachlassende öffentliche Interesse und die internen sowie externen Probleme der Partei.
12. Schlussbetrachtung: Das Fazit beantwortet die zentrale Fragestellung zur Zukunft der Piraten und gibt einen Ausblick auf die anstehenden Wahlen und die langfristigen Aussichten.
Schlüsselwörter
Piratenpartei, Netzpolitik, Urheberrecht, Liquid Democracy, Liquid Feedback, Mitgliederstruktur, Wahlanalyse, politische Partizipation, Transparenz, Internet, Basisdemokratie, Bundestagswahl, Schweden, Deutschland, Digitalisierung
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Masterarbeit?
Die Arbeit untersucht den Aufstieg, die politische Etablierung und den aktuellen Abwärtstrend der Piratenpartei in Deutschland und zieht Vergleiche zur internationalen Piratenbewegung.
Welche Themenfelder stehen im Zentrum?
Im Fokus stehen die Entstehungsgeschichte, die Organisationsstruktur, die innerparteiliche Kommunikation und Demokratie, die Mitglieder- und Wählerstruktur sowie die inhaltliche Programmatik der Piratenpartei.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Ziel ist es zu ergründen, ob die Piratenpartei in einer existentiellen Krise steckt ("kentert") oder ob die aktuelle Phase als Transformationsprozess in einem neuen politischen Umfeld zu verstehen ist.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit nutzt eine deskriptive und analytische Vorgehensweise, gestützt auf eine umfangreiche Auswertung von Literatur, Parteidokumenten, Wahlanalysen und Statistiken.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Darstellung der Parteigeschichte, die Analyse der innerparteilichen Strukturen und Kommunikationstools, die Betrachtung der demokratischen Prozesse (Liquid Democracy) sowie eine detaillierte Analyse der Wahlprogramme und Wahlergebnisse.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Untersuchung?
Die zentralen Begriffe sind Piratenpartei, Netzpolitik, Liquid Democracy, Transparenz, politische Partizipation und Wahlanalyse.
Was bedeutet das Konzept der "Liquid Democracy" bei den Piraten?
Es ist ein hybrides Modell zwischen direkter und repräsentativer Demokratie, bei dem Mitglieder ihre Stimme zu Sachthemen entweder selbst abgeben oder an qualifizierte Delegierte übertragen können, wobei die Delegation jederzeit widerrufbar bleibt.
Warum wird im Dokument so viel Wert auf die interne Kommunikation gelegt?
Die Piraten definieren sich als "Mitmachpartei", für die Organisation und Kommunikation untrennbar sind; der transparente Austausch über Tools wie das Piratenwiki oder Liquid Feedback ist essenziell für ihre basisdemokratische Arbeitsweise.
Welche Rolle spielt die schwedische Mutterpartei?
Die schwedische Piratpartiet dient als Ursprung und historisches Vorbild für die deutsche Piratenpartei, wobei der direkte Vergleich zeigt, dass die deutsche Partei eine deutlich stärkere nationale Etablierung erreichte.
- Arbeit zitieren
- Bachelor of Education Julia Schmitt (Autor:in), 2013, Entern oder Kentern?! Aufstieg und Fall der Piratenpartei, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/264553