In der heutigen Zeit leben wir in einer Gesellschaft, die uns jeglichen Komfort bietet. Gerade Deutschland ist dafür bekannt, dass es eine gute Marktwirtschaft sowie ein weltweit anerkanntes Gesundheits- und Bildungssystem hat. Finanziell gesehen sind Arbeitslosigkeit oder andere Faktoren keine wirkliche Bedrohung für unser Überleben, da unser Staat so gebaut ist, dass jeder vom System aufgefangen wird. Auch im Bereich des technischen Fortschritts sind wir bereits weit entwickelt. Ein Großteil der schweren Arbeit wird uns von Maschinen und anderen technischen Entwicklungen abgenommen, sodass wir auch im gesundheitlichen Bereich nichts zu befürchten hätten. Schließlich gibt es klare Strukturen und Gesetze, die dafür sorgen, dass niemand, wie beispielsweise heute noch in den chinesischen Foxconn-Betrieben, mehr als 12 Stunden am Tag arbeiten muss, um zu überleben . Und auch sonst gewinnen wir immer mehr Zeit durch die Technik, fast nirgends muss man noch zu Fuß hingehen, wichtige Termine können auch per Handy im Gehen besprochen werden und Essen kann man an jeder Straßenecke schnell auf die Hand mitnehmen. Also müsste der Mensch von Heute doch massig Zeit haben und gesundheitlich auf einem Hochpunkt sein, oder nicht?!
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Gesellschaftliche Normen
2.1 „Zeit ist Geld“-Veränderungen in der Arbeitswelt
2.2 Familiäre Strukturänderungen
2.3 Kombination von Arbeit und Privatleben
3. Die neue Beziehung zum Selbst
3.1 Der kollektive Wachsamkeitsprozess
3.2 Die Autorität der Medien
4. Folgen
4.1 Psychosomatische Symptome
4.2 Somatisierung
4.3 Selbstüberforderung – Ergebnis: Burnout, Depressionen, Suizid und Süchte
5. Zusammenfassung und Ausblick
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht die Faktoren, die trotz technischen Fortschritts und materiellen Wohlstands zu einem Anstieg psychischer Erkrankungen in der modernen Gesellschaft führen, und analysiert die Auswirkungen dieser gesellschaftlichen Veränderungen auf das menschliche Seelenleben.
- Veränderungen der Arbeitswelt und gesellschaftlicher Normen
- Einfluss der Medien auf Selbstbild und psychische Gesundheit
- Phänomene der Somatisierung und psychosomatische Symptome
- Anstieg von Burnout, Depressionen und Suchterkrankungen
Auszug aus dem Buch
3.1 Der kollektive Wachsamkeitsprozess
Seit einigen Jahren kann man aber auch beobachten, dass die Menschen immer aufmerksamer gegenüber ihrem Körper und dessen Signalen werden. Das Bewusstsein für den eigenen Körper hat im 21. Jahrhundert extrem zugenommen. Viele Krankheitsbilder sind neu hinzugekommen, es werden zum Beispiel extreme Gewichtsschwankungen als Leiden anerkannt und behandelt. Die anerkannten psychischen Störungen, die im DSM aufgeführt werden, haben immer weiter zugenommen. Seit der ersten Ausgabe 1952 hat sich die Anzahl der Störungen bis zur aktuellen 5. Ausgabe um 180 Prozent gesteigert (siehe Anhang S.__ „Inflation der Geisteskrankheiten“). Die neuesten Diagnosen sind, um einige anzuführen, die Arbeitsplatzphobie (starke, anhaltende Angst sich dem Arbeitsplatz zu nähern), die „skin picking“-Störung (wiederholtes Zupfen an der Haut mit den Händen, oder etwa Pinzette) oder die „bing eating“-Störung (in kurzen Zeiträumen große Mengen Nahrung zu essen)7. Auch international geht der Trend zu psychischen Störungen immer weiter, mehr als ein Drittel der EU-Bürger erkranken im Jahr mindestens an einer seelischen Erkrankung8 und auch in Deutschland sind psychische Erkrankungen mittlerweile der häufigste Grund für Erwerbsminderungsrenten9. Immer mehr von diesen Leiden werden auch mit Psychopharmaka behandelt. Der „Arzneimittelreport 2012“ beweist sogar, dass immer höhere Dosierungen verwendet werden10. Allein die Tagesdosen von Antidepressiva sind von 2000 bis 2011 um 296 Prozent gestiegen, wie in der folgenden Grafik sichtbar wird.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Einleitung beleuchtet den Kontrast zwischen hohem gesellschaftlichem Komfort und dem gleichzeitigen Anstieg psychischer Erkrankungen sowie die Relevanz des Themas in der heutigen Zeit.
2. Gesellschaftliche Normen: Dieses Kapitel analysiert, wie sich veränderte Arbeitsbedingungen, familiäre Strukturen sowie die Herausforderungen bei der Kombination von Beruf und Privatleben negativ auf die Psyche auswirken.
3. Die neue Beziehung zum Selbst: Hier wird der gesteigerte Fokus auf den eigenen Körper und dessen Signale sowie die prägende Rolle der modernen Medien auf das Selbstbild untersucht.
4. Folgen: Dieser Abschnitt beschreibt die psychischen und körperlichen Konsequenzen wie Somatisierung, Burnout, Depressionen, Suchtverhalten und Suizidalität.
5. Zusammenfassung und Ausblick: Das Kapitel fasst die zentralen Erkenntnisse über den gefährdeten Zustand der menschlichen Psyche zusammen.
Schlüsselwörter
Psychische Erkrankungen, Burnout, Depressionen, Arbeitswelt, Zeitdruck, Somatisierung, Medien, Selbstbild, Wachsamkeitsprozess, Suchterkrankungen, Leistungsdruck, Entgrenzung der Arbeit, Stress, Psyche, Psychopharmaka.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit analysiert die Ursachen für den Anstieg psychischer Erkrankungen in einer modernen, technisierten Gesellschaft.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die Schwerpunkte liegen auf veränderten Arbeits- und Lebensbedingungen, der Rolle der Medien sowie den resultierenden psychischen und körperlichen Folgen.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das Ziel ist es, die Faktoren zu identifizieren, die trotz technischem Fortschritt die psychische Gesundheit des Einzelnen zunehmend gefährden.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer fundierten Literaturanalyse, der Auswertung von Statistiken und dem Einbezug aktueller Berichte und Studien.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Untersuchung gesellschaftlicher Normen, die veränderte Selbstwahrnehmung und die detaillierte Darstellung spezifischer psychischer Störungsbilder.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wesentliche Begriffe sind unter anderem Burnout, Depression, Somatisierung, Leistungsgesellschaft und der kollektive Wachsamkeitsprozess.
Warum ist das Thema Burnout heute so präsent?
Das Thema ist aufgrund ständiger Erreichbarkeit, Leistungsdruck und der Verschmelzung von Privat- und Arbeitsleben in allen sozialen Schichten relevant geworden.
Welchen Einfluss haben Medien auf die Selbstdiagnose?
Medien vermitteln psychologisches Wissen, das bei Laien oft zu einer intensiven Selbstbeobachtung und dem Wunsch nach einer eigenen Diagnose führt.
- Arbeit zitieren
- Saskia Bruning (Autor:in), 2012, Psychische Krankheiten im Wandel der Zeit, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/264562