Schnelligkeit im Fussball


Referat (Ausarbeitung), 2000

14 Seiten, Note: 2,0


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Definition

2. Stellenwert im Fußball

3. Trainingsmethoden
3.1 Schulung der Reaktionsschnelligkeit
3.2 Schulung der Aktionsschnelligkeit
3.3 Schulung der Schnelligkeitsausdauer

4. Schnelligkeitstests
4.1 Test der Reaktions- und Antrittsschnelligkeit
4.2 Test der Grundschnelligkeit
4.3 Test der Schnelligkeitsausdauer

5. Übungen
5.1 Ohne Partner, ohne Ball
5.2 Mit Partner(n), ohne Ball
5.3 Mit Partner, mit Ball

6. Literaturverzeichnis

1. Definition

Definition: Schnelligkeit bezeichnet die Fähigkeit, auf einen Reiz in kürzester Zeit zu reagieren (Reaktionsschnelligkeit) und zyklische Bewegungen (Grundschnelligkeit) bzw. azyklische Bewegungen (Bewegungsschnelligkeit) bei niedrigen Widerständen mit höchster Geschwindigkeit auszuführen.

Die Reaktionsschnelligkeit hängt von der Fähigkeit ab, in rascher Abfolge Reize wahrzunehmen, zu verarbeiten und adäquate Handlungen auszulösen. Die Art des Reizes ( optisch, akustisch, taktil ) und der Komplexitätsgrad der erforderlichen Handlung sind mitbestimmend für die Reaktionsgeschwindigkeit.

2. Stellenwert im Fußball

„Die Schnelligkeit des Fußballspielers ist eine recht vielseitige Fähigkeit. Dazu gehören nicht nur das schnelle Reagieren und Handeln, der schnelle Start und Lauf, die Schnelligkeit der Ballbehandlung, das Sprinten und Abstoppen, sondern auch das schnelle Erkennen und Ausnutzen der jeweils gegebenen Situation.“ (Benedek / Palfai, 1980)

Die Schnelligkeit spielt demnach eine leistungsbestimmende Rolle unter den konditionellen Voraussetzungen des Fußballspielers und ist unter anderem ein entscheidendes Kriterium der Zweikampfstärke.

Schnelligkeit hat komplexe Ursachen, eine Komponente ist die Fähigkeit, eine hohe Kraftbildungsgeschwindigkeit in der Muskulatur zu entwickeln. Darüber hinaus ist sie abhängig von der intramuskulären Koordination (neuronale Fähigkeit über die motorischen Einheiten abgestuft verfügen zu können) und der intermuskulären Koordination (Zusammenspiel aller an einer Bewegung beteiligten Muskeln).

Die Bewegungsschnelligkeit ist bedeutend u.a. beim Schuß, Kopfball, Tackling etc.

Spurts beim Freilaufen und Überholen des Gegners, Dribblings, Antritte beim Doppelpaß und zahlreiche Abwehraktionen erfordern eine ausgebildete Grundschnelligkeit.

Reaktionsschnelligkeit in Verbindung mit Antizipationsfähigkeit zeichnen nicht nur einen guten Torwart aus, sondern ist auch für die Feldspieler von Bedeutung beim Erfassen von Spielsituationen und im Zweikampfverhalten.

Hohe Anforderungen werden im Fußballspiel an die Wahrnehmungs- und Entscheidungsfähigkeit der Spieler gestellt, da das Aktionsfeld sehr komplex ist (Ball, Mitspieler, Gegner u.a.) innerhalb dessen einzelne Aktionen sehr schnell wechseln. Dadurch müssen Handlungsziele der Gegner gedanklich vorweggenommen und entsprechende Verhaltensstrategien rasch entwickelt werden.

Aus den Schnelligkeitsanforderungen im Fußballspiel lassen sich die entscheidenden Teileigenschaften nach Weineck wie folgt definieren:

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

(vgl. WEINECK, 1992)

Aus dieser Übersicht wird deutlich, daß im Zusammenhang mit fußballspezifischen Schnelligkeitsanforderungen sowohl gedankliche als auch koordinative und konditionelle Schnelligkeitsleistungen gefordert sind. Daraus ergibt sich die Forderung nach einer effektiven Schulung aller Schnelligkeitskomponenten im Trainingsprogramm.

3. Trainingsmethoden

Im folgenden möchten wir auf die unterschiedlichen Möglichkeiten eingehen, wie man die Schnelligkeit durch gezieltes Training verbessern kann. Zunächst erläutern wir die theoretischen Grundlagen.

Was bei allen Schulungsmethoden wichtig ist, ist zu wissen, daß ein Schnelligkeitstraining eine intensive und umfassende Aufwärm- und Dehnungsphase voraussetzt. Das heißt, daß die Muskulatur vorher stets gut aufgewärmt, gedehnt und gelockert werden muß. Außerdem sollte das Schnelligkeitstraining am Anfang einer Trainingseinheit stehen, da es aufgrund der ermüdeten Muskulatur nach starken Belastungen unwirksam ist.

3.1 Schulung der Reaktionsschnelligkeit

Die Reaktionsschnelligkeit läßt sich nicht direkt verbessern, sondern nur indirekt über eine Steigerung der Konzentrationsfähigkeit und eine Förderung der Koordinationsfähigkeit.

Es gibt hier mehrere häufig angewandte Methoden.

Die wohl bekannteste Methode ist die schnelle Reaktion eines Sportlers auf ein plötzlich auftretendes Signal. Vor allem bei Anfängern führt die häufige Wiederholung zu Trainingsgewinnen und zur Stabilisierung des Reaktionsvermögens. Es sollte darauf geachtet werden, daß die Reiz- arten variieren (Wechsel zwischen akustischen, optischen und taktilen Reizen durch den Trainer, Aktionen von Mit- und Gegenspielern etc.). Sonst könnte es passieren, daß bei ständig gleicher Signalart irgendwann keine Steigerung mehr möglich ist. Zusätzlich sollte sich der Sportler auf die folgende Bewegung und nicht auf das Signal konzentrieren. Dieses bewirkt ebenfalls eine schnellere Reaktion.

Als nächstes erläutern wir das analytische Training. Hierbei werden erst einmal Bewegungsreaktion und Zielübung getrennt. Einerseits wird also die Bewegungsreaktion mit einfacheren Übungsformen oder mit vereinfachten Zielübungen geschult. Andererseits wird die Bewegungstechnik der Zielübung systematisch vervollkommnet (ohne Startsignale), zum Teil mit langsameren Bewegungsausführungen. Ab und zu darf trotzdem nicht vergessen werden, die Zielübung wieder mit Reaktion auf ein Signal zu üben. Diese Methode hilft, daß die Genauigkeit der Bewegungsausführung, mit der auf ein Signal reagiert werden soll, verbessert wird.

Ebenfalls ausschlaggebend ist die Entscheidungssituation des Sportlers. Je komplexer die Form, desto länger die Reaktionszeit. Der Grund ist denkbar einfach: Bei komplexen Formen bestehen Bewegungsalternativen, aus denen der Sportler auswählen muß (sog. Auswahlreaktion). Allgemein ist das Trainingsziel so formuliert, daß der Athlet sein Bewegungsrepertoire ausweitet, indem er vielfältig und situationsadäquat geschult wird. Hier bietet sich besonders die Wiederholungsmethode an (max. 20 Sek. Belastungsdauer, vollständige Pausen). Die Zahl der Wiederholungen an Schnelligkeitsbelastungen sollte je nach Belastungsverträglichkeit bei maximal etwa 8 Läufen liegen.

3.2 Schulung der Aktionsschnelligkeit

Um die Aktionsschnelligkeit zu schulen, werden bevorzugt die Wiederholungs- und die Tempowechselmethode angewandt. Die Höchstgeschwindigkeit des Athleten soll somit verbessert und möglichst weit an die individuell maximal mögliche Geschwindigkeit herangekommen werden. Bei der Wahl der Streckenlänge muß berücksichtigt werden, daß die Bewegungsschnelligkeit zum Ende der Übung nicht abfällt (Die überwiegende Zahl der Antritte bei Fußballern liegen bei Strecken bis zu 20-30 m. Dieses ist bei der Festsetzung der Streckenlänge zu beachten.), die Bewegungen trotzdem im Maximaltempo erfolgen (Schnelligkeitstraining ist nur mit maximalem Tempo (100%) nutzbringend) und die Bewegungsgeschwindigkeit von Wiederholung zu Wiederholung nicht absinkt (vollständige Pausen zwischen den Wiederholungen). Sobald Ermüdungserscheinungen sichtbar werden, sollte das Training abgebrochen werden, da sonst die anaerobe Ausdauer trainiert würde. Deshalb ist sehr auf das optimale Verhältnis von Belastung und Erholung zu achten. Kurze hochintensive Belastungen über 3 bis 5 Sekunden z.B. erfordern eine (aktive) Erholung von etwa 1 bis 1,5 Minuten. Werden allgemein nur sehr kurze Strecken (20-30 m) gelaufen, dann genügen 1-3 Minuten Pause zur vollen Erholung bzw. Wiederherstellung.

3.3 Schulung der Schnelligkeitsausdauer

Schnelligkeitsausdauer bedeutet, die maximale Geschwindigkeit möglichst lange beizubehalten. Damit Sportlern dies gelingt, müssen sie Übungen trainieren, bei denen ein hohes Bewegungstempo vorliegt und eine relativ hohe Sauerstoffschuld eingegangen wird. Dazu eignet sich vorwiegend die Wiederholungsmethode (meist verbunden mit der Dauer- und Intervallmethode). Unter anderem sind folgende Übungen hilfreich: Tempoläufe über 5-50 m, Tempowechselläufe und Intervallsprints.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Sportler, die nicht entsprechend trainiert sind, zeigen häufig Leistungsabfälle. Und zwar aus den Gründen, daß ihr Nervensystem ermüdet, sie einen zu hohen Energieaufwand pro Zeiteinheit haben und sie übersauern (Laktatanhäufung im Blut).

[...]

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Details

Titel
Schnelligkeit im Fussball
Hochschule
Georg-August-Universität Göttingen  (Institut für Sportwissenschaften)
Veranstaltung
Fussball Einführung
Note
2,0
Autor
Jahr
2000
Seiten
14
Katalognummer
V26464
ISBN (eBook)
9783638287890
Dateigröße
600 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Schnelligkeit, Fussball, Einführung, Training, Definition, Sport
Arbeit zitieren
Magister Artium (M.A.) Silvia Alpers (Autor), 2000, Schnelligkeit im Fussball, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/26464

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