Ziel dieser Thesis ist es, eine einfache „Einführung in Ethno–Marketing“ zu geben. Dem Leser wird theoretisches Fachwissen aus den Bereichen „Kultur und Marketing“ vermittelt, um ihm ein Gespür für die Sensibilität der türkischen ethnischen Minderheit zu verschaffen. Darauf folgen die marketingrelevanten Angaben, welche die Bedeutung sowie Charakteristika der Menschen mit türkischer Herkunft aufzeigen sollen.
Die Befragung bezieht sich auf die Kulturelemente „Symbole.“ Mesut Özil spielt bei den türkischen Migranten eine bedeutende Rolle. Er hat Kritiker und Sympathisanten, untersucht wurde jedoch, wie viele türkische Migranten das deutsche Nationaltrikot von Mesut Özil kaufen würden.
Seit ein paar Jahren ist Globalisierung das Zauberwort für viele Unternehmen. Der tägliche Konkurrenzkampf zwischen den Unternehmen ermöglicht neue Absatzwege. Unternehmen drängen auf den Weltmarkt und versuchen, ihre Produkte in möglichst vielen Ländern an den Konsumenten zu bringen. Internationales Marketing und interkulturelle Kommunikation gehören zu den Marketingstrategien der Unternehmen. Der Ehrgeiz, mit der Globalisierung Schritt zu halten, hatte teilweise zur Folge, dass die Tatsache, dass im eigenen Land eine große Anzahl von Menschen aus anderen Kulturen leben, vernachlässigt wurde. Jedoch entwickelte sich Deutschland bekanntlich zum Einwanderungsland und die ethnischen Gruppen weckten, wenn auch schleppend, das Interesse der Unternehmen in Deutschland. Die Zahl der deutschen Unternehmen steigt, welche ihre Marketingstrategien immer mehr an die türkische Zielgruppe ausrichten und deren kulturspezifische Bedürfnisse und Anforderungen ernsthaft wahrnehmen. Volkswagen, Daimler-Chrysler, Deutsche Bank, etc sind nur einige dieser Unternehmen, die den Mut zeigten, an diese Zielgruppe heranzutreten. Die türkischen Migranten stellen die absolute Mehrheit unter den ethnischen Gruppen in Deutschland, aus diesem Grund wird in der vorliegenden Thesis ausschließlich auf die türkischen Migranten eingegangen.
Inhaltsverzeichnis
1.Einleitung
2.Herkunft des Terminus Ethno–Marketing
3.Kultur
4.Ethno–Marketing in Deutschland
5.Analyse der türkischen Zielgruppe
6.Befragung der türkischen Migranten
7.Fazit und Ausblick
Zielsetzung und Themen
Die Arbeit untersucht das Potenzial und die Relevanz von Ethno-Marketing speziell für die in Deutschland lebende türkische Bevölkerung. Ziel ist es, ein Verständnis für die kulturellen Hintergründe dieser Zielgruppe zu vermitteln und die Bedeutung von marketingrelevanten Kulturelementen für den wirtschaftlichen Erfolg aufzuzeigen.
- Grundlagen des Ethno-Marketings und der kulturellen Identität.
- Analyse der sozioökonomischen Struktur der türkischen Zielgruppe.
- Bedeutung kultureller Symbole und Rituale bei Kaufentscheidungen.
- Integration ethnischer Marketingstrategien in die Unternehmenspolitik.
- Empirische Untersuchung des Einflusses von Symbolen anhand eines Fallbeispiels.
Auszug aus dem Buch
5.4.1. Symbole
Symbole bestehen aus Zeichen, die erst durch die jeweilige Kultur zu einem spezifischen Symbol werden, die nur von der bestimmten Kultur als Symbol registriert werden. Symbole können aus Wörtern, Gesten, Bildern oder Objekten bestehen. Die allgemein bekannte Eigenschaft eines Symbols können wir mit der Redewendung definieren: „Ein Bild sagt mehr als 1000 Worte.“
Es ist eine sehr große Herausforderung für Marketingexperten und bedarf eines immensen Verständnisses und einer differenzierten Auseinandersetzung mit der Kultur, um das optimale Symbol zu definieren. Manchmal ist es schwer, gewisse Darstellungen mit Begriffen zu erklären, dazu eignen sich jedoch Symbole, die wie geschaffen sind, um Gefühle bei den türkischen Migranten zu wecken.
Zu den kulturellen Symbolen zählen Bauwerke, Farben, Sätze oder Tiere. Bauwerke: Einige Bauwerke, die durch ihre Architektur auffallen, wecken bei den türkischen Migranten ein besonders Identifikationsgefühl. Die Moschee mit Minarett appelliert an das Religionsgefühl, die Bosporusbrücke erzeugt ein Heimwehgefühl. Farben: Farben sind ein weiterer wichtiger Faktor. Sie haben in verschiedenen Kulturen unterschiedliche Bedeutungen. Die Farbe „Grün“ ist in islamisch geprägten Ländern wichtig, weil sie den Islam signalisiert. Die meisten Türken bekennen sich zum Islam, aus diesem Grund spielt die Farbe Grün vor allem bei den strenggläubigen türkischen Migranten in Deutschland eine zentrale Rolle.
Zusammenfassung der Kapitel
1.Einleitung: Diese Einleitung führt in die Relevanz der Globalisierung und die wachsende Bedeutung der türkischen Zielgruppe für Unternehmen in Deutschland ein.
2.Herkunft des Terminus Ethno–Marketing: In diesem Kapitel wird der Begriff Ethno-Marketing definiert und historisch sowie prozessual hergeleitet.
3.Kultur: Dieses Kapitel erläutert den Kulturbegriff und dessen Strukturmerkmale als fundamentale Grundlage für erfolgreiches Marketing.
4.Ethno–Marketing in Deutschland: Es werden die Voraussetzungen für Ethno-Marketing in Deutschland analysiert und das Potenzial der türkischen Zielgruppe dargestellt.
5.Analyse der türkischen Zielgruppe: Dieser Teil befasst sich mit der Historie, den Generationenunterschieden, der Integrationsproblematik und den kulturellen Variablen wie Religion und Symbolen der Zielgruppe.
6.Befragung der türkischen Migranten: Das Kapitel beschreibt eine empirische Untersuchung zu Symbolen anhand des Fußballspielers Mesut Özil und dessen Trikot.
7.Fazit und Ausblick: Hier werden die Kernerkenntnisse zusammengefasst und die strategische Bedeutung des Ethno-Marketings für die Zukunft betont.
Schlüsselwörter
Ethno-Marketing, türkische Migranten, Kultur, Zielgruppenanalyse, Kaufverhalten, Symbole, Generationen, Integration, Religion, Markenstrategie, Konsum, Interkulturelle Kommunikation, Mundpropaganda, Deutschland, Unternehmensstrategie.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Bachelor-Thesis befasst sich mit dem Thema Ethno-Marketing und analysiert, wie deutsche Unternehmen die türkische Bevölkerung in Deutschland als umsatzstarke Zielgruppe zielgerichtet ansprechen können.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Themen sind der Kulturbegriff, das Konsumverhalten türkischer Migranten, die Bedeutung von Symbolen, Helden und Ritualen sowie die praktische Anwendung von Ethno-Marketing-Strategien.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Ziel ist es, ein fundiertes Verständnis für die kulturelle Sensibilität der türkischen Minderheit zu schaffen, um Unternehmen die Werkzeuge für eine effektive Marktsegmentierung und Ansprache an die Hand zu geben.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer theoretischen Literaturanalyse sowie einer eigenen empirischen Datenerhebung in Form einer Befragung von 62 türkischen Migranten zum Thema Symbole.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Fundierung zu Kultur und Ethno-Marketing, eine demographische und soziale Analyse der Zielgruppe sowie eine konkrete Untersuchung des Einflusses kultureller Kulturelemente.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Zu den wichtigsten Begriffen gehören Ethno-Marketing, türkische Migranten, kulturelle Identität, Kaufverhalten und die Relevanz von Symbolen für die Werbewirkung.
Welche Rolle spielen Symbole wie Mesut Özil in der Untersuchung?
Mesut Özil dient als prominentes Fallbeispiel für ein Kulturelement. Die Umfrage zeigt, dass seine Wahrnehmung als Symbol für die türkische Identität maßgeblich die Kaufentscheidung für sein Trikot beeinflusst.
Wie hat sich die Einstellung der türkischen Generationen in Deutschland laut der Arbeit verändert?
Während die erste Generation stark traditionsbewusst und sparsam war, zeigt die jüngere Generation ein ausgeprägtes Markenbewusstsein, ist modeorientiert und integrierter, behält aber dennoch ein „Wir-Gefühl“ bei.
- Arbeit zitieren
- Gökhan Coban (Autor:in), 2013, Ethno-Marketing für türkische Migranten in Deutschland. Analyse und Befragung der Zielgruppe, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/264650