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Wassermangel im Israelisch-palästinensischen Grenzgebiet als soziales Problem

Betrachtung des Problems nach Blumer

Titel: Wassermangel im Israelisch-palästinensischen Grenzgebiet als soziales Problem

Hausarbeit , 2013 , 13 Seiten , Note: 2,0

Autor:in: Christian Preiss (Autor:in)

Soziologie - Soziales System und Sozialstruktur
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Zusammenfassung Leseprobe Details

„Der Schutz des Wassers und der Gewässer erstreckt sich auf die Reinheit des Trinkwassers, die Verschmutzung von Flüssen und Seen, die Verunreinigung der Weltmeere, bis hin zur (drohenden) Wasserknappheit in zahlreichen Regionen der Welt" (Preisendörfer/Diekmann, Handbuch sozialer Probleme, S.1202). Wasser ist ein Menschenrecht. Dennoch haben weltweit über 900 Mio. Menschen keinen Zugang zu ausreichend Wasser, 2,6 Mrd. verfügen über keinen Zugang zu sanitären Einrichtungen und alle 20 Sekunden stirbt ein Mensch aufgrund verunreinigtem oder nicht vorhandenem Wasser. Die verfügbare Menge an Süßwasser pro Einwohner geht zurück. Gründe dafür sind das Bevölkerungswachstum, schlechtes Wassermanagement, erhebliche Verluste durch undichte Rohrleitungen und künftig durch den Klimawandel. In dieser Arbeit möchte ich erörtern, dass die Wasserknappheit in bestimmten Regionen der Welt ein soziales Problem darstellt. Dies möchte ich am Beispiel des israelisch-palästinensischen Grenzgebietes verdeutlichen. Der Nahe Osten ist als Konfliktherd bekannt und in einer der wasserärmsten Regionen der Welt wird die Lage dort durch den Wassermangel immer weiter aufgeheizt. Der permanente Wassermangel wird durch eine immer zunehmendere Bevölkerung verschärft und führte bereits in der Vergangenheit zu militärischen Konflikten wie beispielsweise dem 6-Tage-Krieg im Jahre 1967. Im Nahen Osten werden 2025 schätzungsweise rund 1,8 Mrd. Menschen leben. Wenn keine sinnvollen und ausgeglichenen Maßnahmen ergriffen werden, wird das heute zur Verfügung stehende Wasser nicht mehr vorhanden sein. Eine Gefahr für alle Menschen in der Region, ganz abgesehen von den Ökosystemen. Das Ausmaß, der Ursache und der Konsequenzen ist durch die regionale Problematik bedingt. Das Problem der Wasserknappheit wird sowohl von den Israelis als auch von den Palästinensern wahrgenommen, jedoch unterscheiden sich die Blickwinkel, im Bezug auf die Auswirkungen grundlegend. In Israel wird das Problem sicherlich nicht als Bedrohung angesehen, in den ländlichen Regionen des Westjordanlandes ohne Wasseranschluss allerdings schon. Das Groteske an diesem Umstand ist, das der konkrete Umgang mit den Wasserressourcen ein erhebliches Friedenspotential in sich trägt, welches jedoch bis auf weiteres verkannt wird.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

0 Einleitung

1 Hintergrund der regionalen Wasserknappheit

2 Betrachtung des Problems nach Blumer

2.1 Das Auftauchen des sozialen Problems

2.2 Die Legitimation des sozialen Problems

2.3 Handlungsmobilisierung

2.4 Entwicklung eines offiziellen Handlungsplans

2.5 Implementierung des Handlungsplans

3. Eigene Stellungnahme

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht, inwiefern der Wassermangel im israelisch-palästinensischen Grenzgebiet als soziales Problem im Sinne der Theorie von Herbert Blumer zu klassifizieren ist und welche politischen Implikationen dieser Konflikt birgt.

  • Analyse der Wasserknappheit als soziales Problem
  • Anwendung des fünfstufigen Modells sozialer Probleme nach Blumer
  • Untersuchung des israelisch-palästinensischen Machtgefälles in der Wasserverteilung
  • Bewertung von Lösungsansätzen und politischen Szenarien

Auszug aus dem Buch

2.1 Das Auftauchen des sozialen Problems

Das Problem der Wasserknappheit betrifft die gesamte Region des Nahen Ostens und ist eine geografische Gegebenheit und wird durch immer wieder kehrende Dürreperioden zunehmend verschlechtert. Die Tatsache das rund 40 Prozent der Dörfer und Gemeinden im Westjordanland, was ungefähr 20 Prozent der palästinensischen Bevölkerung ausmacht, keinen Zugang zu regelmäßigem Wasser haben ist ein lebensbedrohliches Problem für die dort ansässigen Menschen, die auf Regenwasserzisternen, Quellen und Tankwagen angewiesen sind. Mit gerade mal 60 Liter ist der pro Kopf Wasserverbrauch der Palästinensischen Bevölkerung einer der niedrigsten Weltweit. (vgl. Informationen zur politischen Bildung, Heft278, 2008, S4) In einigen ländlichen Gegenden müssen Familien mit 20 Litern und auch weniger pro Tag auskommen, was dem täglichen Minimalbedarf an Wasser in Notfallsituationen entspricht und weit entfernt ist von der empfohlenen Menge, die bei 100 Litern pro Tag liegt, laut der Weltgesundheitsorganisation (WHO).

Leider kann hier von keiner Notfallsituation gesprochen werden, da dieser Zustand dauerhaft ist. In Israel stehen den Menschen ca. 280 Liter Wasser pro Tag zur Verfügung, also mehr als viermal so viel wie in den palästinensischen Gebieten. Die Wasserknappheit ist die Folge einer langen Reihe politischer Entscheidungen seitens Israels, die das Wassermanagement seit je her als eine Frage der nationalen Sicherheit ansehen. Da Wasser in dieser Region ein sehr knappes Gut ist, ist die Sicherung der Süßwasserquellen zwingend notwendig. Das Problem ist allerding schon länger bekannt. „Da sich Palästina/Israel in einer von Natur aus wasserarmen Region befindet, haben das seit Beginn der zionistischen Besiedlung rapide Bevölkerungswachstum und forcierte Industrialisierung bereits vor einem dreiviertel Jahrhundert die Probleme der Wasserversorgung sichtbar gemacht." (Polkehn, 2001, Das Wasser und die Palästinafrage)

Zusammenfassung der Kapitel

0 Einleitung: Diese Einleitung führt in die globale Bedeutung von Wasser als Menschenrecht ein und stellt die spezifische Problematik der Wasserknappheit im israelisch-palästinensischen Grenzgebiet als soziales Konfliktfeld vor.

1 Hintergrund der regionalen Wasserknappheit: Dieses Kapitel beleuchtet die historischen und politischen Dimensionen der Wasserverteilung in der Region, einschließlich der Auswirkungen des 6-Tage-Krieges und der bestehenden Kontrollstrukturen über Grundwasservorkommen.

2 Betrachtung des Problems nach Blumer: Der theoretische Teil strukturiert das Wassermangel-Problem anhand der fünf Phasen sozialer Probleme nach Blumer, von der Entstehung bis zur (spekulativen) Implementierung.

3. Eigene Stellungnahme: In der abschließenden Reflexion wird das Wassermanagement kritisch bewertet und betont, dass die Wasserknappheit kein rein technisches Problem, sondern ein politisch motivierter Teilkonflikt des Nahostkonflikts ist.

Schlüsselwörter

Wasserknappheit, Israel-Palästina-Konflikt, Soziales Problem, Blumer, Grundwasser, Nahostkonflikt, Wasserrecht, Ressourcenverteilung, Machtgefälle, Wasserversorgung, Westjordanland, Menschenrecht, Politische Stabilität.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht, ob die Wasserknappheit im israelisch-palästinensischen Grenzgebiet ein soziales Problem darstellt und wie dieses durch politische Machtverhältnisse beeinflusst wird.

Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?

Die Schwerpunkte liegen auf der historischen Entwicklung der Wassernutzung, der ungleichen Verteilung der Ressourcen sowie der theoretischen Einordnung nach dem Modell von Herbert Blumer.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Das Ziel ist zu erörtern, ob und inwiefern der Wassermangel im Grenzgebiet als soziales Problem klassifiziert werden kann und in welchem Ausmaß politische Entscheidungen die Wasserversorgung einschränken.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Der Autor nutzt zur Analyse das fünfstufige Modell sozialer Probleme des Soziologen Herbert Blumer als theoretischen Rahmen, um das Phänomen strukturiert zu bewerten.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine historische Hintergrundbetrachtung, die Anwendung der fünf Phasen nach Blumer (Auftauchen, Legitimation, Mobilisierung, Handlungsplan, Implementierung) und eine kritische Auseinandersetzung mit der aktuellen Situation.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren diese Arbeit?

Zentrale Begriffe sind Wasserknappheit, der israelisch-palästinensische Konflikt, Ressourcenmanagement, politische Machtverhältnisse und das soziologische Modell von Blumer.

Warum spielt das Machtgefälle bei der Wasserverteilung eine so entscheidende Rolle?

Das Machtgefälle führt dazu, dass Israel als Besatzungsmacht die Kontrolle über die Wasserquellen behält, was die palästinensische Bevölkerung benachteiligt und Wasser als Druckmittel in Friedensverhandlungen fungieren lässt.

Zu welcher Schlussfolgerung kommt der Autor bezüglich der Anwendbarkeit des Modells von Blumer?

Der Autor schlussfolgert, dass das Modell nur bedingt anwendbar ist, da der Wassermangel in erster Linie politisch motiviert ist und als Teilkonflikt eines umfassenderen, komplexen Nahostkonflikts betrachtet werden muss.

Ende der Leseprobe aus 13 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Wassermangel im Israelisch-palästinensischen Grenzgebiet als soziales Problem
Untertitel
Betrachtung des Problems nach Blumer
Hochschule
Hochschule RheinMain
Note
2,0
Autor
Christian Preiss (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2013
Seiten
13
Katalognummer
V264683
ISBN (eBook)
9783656542247
ISBN (Buch)
9783656542537
Sprache
Deutsch
Schlagworte
wassermangel israelisch-palästinensischen grenzgebiet problem betrachtung problems blumer
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Christian Preiss (Autor:in), 2013, Wassermangel im Israelisch-palästinensischen Grenzgebiet als soziales Problem, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/264683
Blick ins Buch
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Leseprobe aus  13  Seiten
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