Grin logo
de en es fr
Shop
GRIN Website
Texte veröffentlichen, Rundum-Service genießen
Zur Shop-Startseite › Geowissenschaften / Geographie - Bevölkerungsgeographie, Stadt- u. Raumplanung

Minderheiten in Ostmitteleuropa im Vergleich

Titel: Minderheiten in Ostmitteleuropa im Vergleich

Hausarbeit , 2013 , 21 Seiten , Note: gut

Autor:in: Maik Kretschmar (Autor:in)

Geowissenschaften / Geographie - Bevölkerungsgeographie, Stadt- u. Raumplanung
Leseprobe & Details   Blick ins Buch
Zusammenfassung Leseprobe Details

„Minderheiten in Europa, ein ewig junges Thema“

Mit diesem Titel einer Tagung der Akademie für Politische Bildung Tutzing lässt sich recht eingängig jenes Problemfeld beschreiben, das auch im Jahr 2013 eines der politisch und medial bestimmendsten blieb.

So wurden jüngst etwa die Urteile im breit rezipierten „Roma-Mordprozess“ in Ungarn gefällt – dabei gab es zwar (echte) lebenslängliche Haftstrafen für die Täter, allerdings nur wegen „Mordes aus niederen Beweggründen“ und nicht etwa aus Gründen des Terrorismus oder wegen Verbrechen gegen die Menschlichkeit, was bei Beobachtern das schreckliche Gefühl verstärkte: „Ein Zigeunerleben“ sei in Ungarn schlicht und ergreifend „nicht so viel wert“.
Am 19. Januar diesen Jahres stürmte indes während der Rede des türkischen Minderheitsführers in Bulgarien, Ahmed Dogan, ein bewaffneter Mann die Bühne und richtete seine Pistole auf den Kopf des Politikers. Dogan schlug dem vermeintlichen Attentäter die Pistole aus der Hand, dieser wurde dann von Sicherheitskräften überwältigt.

Jene Beispiele für medial Aufmerksamkeit erregende Ereignisse im Zusammenhang mit Minderheiten illustrieren stellvertretend, dass auch mitten im demokratischen und rechtstaatlichen Staatenverbund Europa, Themen wie Minderheitenschutz, Minderheitenrechte und die Diskussion über ihre bessere Integration beziehungsweise die Bewahrung von Besonderheiten jener Gruppen, aktuell bleiben keineswegs beendet sind. Zudem ist die Debatte über Minderheiten in den vergangenen Jahren häufig auf einer rein juristischen Ebene geführt worden, die den praktischen Problemen nicht immer gerecht wird.

Daher scheint es nur folgerichtig, dass sich vorliegende Arbeit mit der Position jener zwei Minderheiten, auf die sich die soeben geschilderten Vorfälle beziehen sowie, stellvertretend für eine Deutsche Minderheit im Ausland, die deutsche Bevölkerungsgruppe in Polen konzentriert. Sie nimmt ihren Ursprung dabei auch in einem Referat nebst anregender Diskussion im Seminar „Sozioökonomischer Wandel in Ostmitteleuropa und seine räumlichen Auswirkungen“ während des Sommersemesters 2013 an der Technischen Universität Chemnitz.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

Ostmitteleuropa

Minderheit

2. Exemplarische Minderheiten in Ostmitteleuropa

a) Die deutsche Minderheit in Polen

Siedlungsgebiet und Umfang der Minderheit

Geschichte

Heutige Situation

Aktuelle Probleme/Diskurse

b) Die Roma in Ungarn

Siedlungsgebiet und Umfang der Minderheit

Geschichte

Heutige Situation

Aktuelle Probleme/Diskurse

c) Die türkische Minderheit in Bulgarien

Siedlungsgebiet und Umfang der Minderheit

Geschichte

Heutige Situation

Aktuelle Probleme/Diskurse

3. Schlussbetrachtung

a) Vergleich

b) Fazit

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht die sozioökonomische und politische Lage ausgewählter Minderheiten in Ostmitteleuropa, um durch einen komparativen Ansatz ein tieferes Verständnis für deren gesellschaftliche Partizipation, historische Genese und aktuelle Diskurskontexte zu entwickeln.

  • Vergleichende Analyse der Situation von Minderheiten in Polen, Ungarn und Bulgarien.
  • Untersuchung der historischen Hintergründe und Assimilierungsprozesse.
  • Analyse der politischen Teilhabemöglichkeiten und Hindernisse der jeweiligen Gruppen.
  • Diskussion der Auswirkungen von Mehrheits-Minderheits-Beziehungen auf die soziale Kohäsion.
  • Betrachtung von Problemen im Kontext von Identität, Bildung und rechtlicher Anerkennung.

Auszug aus dem Buch

Die deutsche Minderheit in Polen

Über den Gesamtumfang der deutschen Minderheit in Polen, besteht, auch aufgrund der Anwendung diverser statistischer Verfahren und Auswahlmöglichkeiten, eine gewisse Unklarheit.

So geht etwa die deutsche Botschaft in Warschau von circa. 300.000 Bürgern deutscher Nationalität in Polen aus, während bei der Volkszählung von 2011 ungefähr 45.000 Personen allein eine deutsche Nationalität angaben. Hinzu kommen dann noch circa 103.000 Personen, die eine gemischte Angabe, meist deutsch und polnisch machten. Eine weitere Erfassungsmöglichkeit bei dieser Befragung war ferner die Angabe der Staatsbürgerschaft, bei der rund 5.000 Personen ausschließlich die deutsche Staatsbürgerschaft und etwa 239.000 Personen eine „doppelte Staatsbürgerschaft“ deutsch-polnisch angaben. Insgesamt liegt der Anteil der Deutschen Minderheit somit bei unter 1%.

Das Siedlungsgebiet der deutschen Minderheit in Polen beschränkt sich hierbei vor allem auf das ehemalige „Oberschlesien“ zwischen den Städten Oppeln und Kattowitz. In diesem Bereich beträgt der Anteil der Minderheit an der Gesamtbevölkerung dabei örtlich sogar zwischen 20 und 50%. Dies betrifft dabei vor allem Gebiete, die in früheren Phasen der Geschichte bereits einmal Teil des Deutschen Reiches waren.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Diese Einleitung führt in die Relevanz des Themas Minderheiten in Ostmitteleuropa ein und definiert die zentralen Begriffe sowie die methodische Vorgehensweise der Arbeit.

2. Exemplarische Minderheiten in Ostmitteleuropa: Dieses Kapitel analysiert detailliert die drei Fallbeispiele – die deutsche Minderheit in Polen, die Roma in Ungarn und die türkische Minderheit in Bulgarien – hinsichtlich ihrer Geschichte, demografischen Situation und aktueller gesellschaftlicher Probleme.

3. Schlussbetrachtung: Das abschließende Kapitel führt die Ergebnisse der Fallbeispiele zusammen, vergleicht die unterschiedlichen Grade der Partizipation und Integration und zieht ein Fazit über die zukünftige Relevanz des Minderheitenthemas in Europa.

Schlüsselwörter

Minderheiten, Ostmitteleuropa, Integration, Partizipation, Minderheitenschutz, Polen, Ungarn, Bulgarien, Deutsche Minderheit, Roma, Türkische Minderheit, Assimilierung, Diskriminierung, Sozioökonomischer Wandel, Menschenrechte.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit der Situation und den Herausforderungen von nationalen und ethnischen Minderheiten in verschiedenen Staaten Ostmitteleuropas im Jahr 2013.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Im Fokus stehen die historische Einordnung der jeweiligen Minderheiten, ihre aktuelle politische und gesellschaftliche Teilhabe sowie das Spannungsfeld zwischen Mehrheitsbevölkerung und Minderheiten.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Das Ziel ist es, die spezifischen Lebensbedingungen von drei Beispielgruppen zu untersuchen und durch einen Vergleich die unterschiedlichen Integrationserfolge und Probleme im heutigen Ostmitteleuropa aufzuzeigen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit nutzt einen interdisziplinären Ansatz, der geografische, historische und politikwissenschaftliche Perspektiven verknüpft, um die Minderheitenkontexte fundiert zu analysieren.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Fallstudien zur deutschen Minderheit in Polen, den Roma in Ungarn und der türkischen Minderheit in Bulgarien, wobei jeweils Siedlungsgebiete, Geschichte und aktuelle Diskurse betrachtet werden.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit wird durch Begriffe wie Integration, Minderheitenrechte, politische Partizipation, ethnische Konflikte und sozioökonomischer Wandel charakterisiert.

Warum spielt das Siedlungsgebiet eine Rolle für die deutsche Minderheit in Polen?

Die räumliche Konzentration in Oberschlesien ermöglicht eine stärkere kulturelle Bewahrung und politische Repräsentation, was im Vergleich zur verstreuten Siedlung anderer Gruppen von Bedeutung ist.

Welche Rolle spielt die innere Spaltung bei der Roma-Minderheit?

Die innere Spaltung in verschiedene Gruppierungen wie die alteingesessenen Roma oder die Beas erschwert die gemeinsame Interessenvertretung und damit die politische Durchsetzungskraft der Minderheit insgesamt.

Warum wird die türkische Minderheit in Bulgarien oft zum Politikum?

Sie wird von Teilen der bulgarischen Gesellschaft mit der osmanischen Vergangenheit assoziiert und sieht sich aufgrund ihrer religiösen Zugehörigkeit sowie nationalistischer Ressentiments ständigen Integrationshürden gegenüber.

Ende der Leseprobe aus 21 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Minderheiten in Ostmitteleuropa im Vergleich
Hochschule
Technische Universität Chemnitz
Note
gut
Autor
Maik Kretschmar (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2013
Seiten
21
Katalognummer
V264719
ISBN (eBook)
9783656539940
ISBN (Buch)
9783668398177
Sprache
Deutsch
Schlagworte
minderheiten ostmitteleuropa vergleich
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Maik Kretschmar (Autor:in), 2013, Minderheiten in Ostmitteleuropa im Vergleich, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/264719
Blick ins Buch
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
Leseprobe aus  21  Seiten
Grin logo
  • Grin.com
  • Versand
  • Kontakt
  • Datenschutz
  • AGB
  • Impressum