Kloster Ettal. Verbindung zum Heiligen Gral


Seminararbeit, 2012

18 Seiten, Note: 1,3


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Ludwiga der Bayer und die Grundung zu Ettal
2.1 Ludwig der Bayer und der Mythos
2.2 Mogliche Grundungsziele

3. Die Klosterkirche und der Gralstempel - Eine Verbindung?
3.1 Baubeschreibung der gotischen Kirche
3.2 Vergleich mit dem Gralstempel
3.3 Das Marienbildnis als Heiliger Gral?
3.4 Das Ettaler Ritterstift

4. Fazit

Literaturverzeichnis

Bildverzeichnis

Kloster Ettal

Die Verbindung zum Heiligen Gral

1. Einleitung

Am 28. April 1330 gründete Ludwig der Bayer das Kloster Ettal. Doch was bewegte ihn zu der Gründung eines Klosters, das von einem Zeitgenossen als „ein Kloster von neuer und bisher unerhörter Art“1 bezeichnet wurde. War er doch vom Papst gebannt und hatte sogar einen Gegenpapst aufgestellt. Am interessantesten ist aber die Frage nach der Gründungsidee und die Ausführung des Klosters, warum wollte es der Kaiser in dieser Gestalt und was wollte er mit dem Zusammenschluss von Kloster und Ritterkonvent bezwecken. Sollte es eine Nachbildung des Gralstempels aus dem Jüngeren Titurel von Albrecht von Scharfenberg darstellen?

Von welcher Seite wir auch das Kloster beleuchten, im Mittelpunkt stehen drei Aspekte die es für diese Zeit und Gegend so einzigartig machen. Zuerst sei die zum Mythos gewordene Gründung des Klosters gestellt.

Zurück von seiner unglücklich ausgegangen Italienreise gründete Kaiser Ludwig der Bayer ein Kloster in einem abgelegen Winkel, er selbst mit dem Kirchenbann auferlegt sieht sich als Stellvertreter Maria, der Mutter Gottes. Versuchte er damit sein Gewissen zu beruhigen, da er trotzdem noch gläubig war? Wollte er seinen Ruf im Volk wahren? Oder wollte er für die glückliche Heimkehr aus Italien danken. Fest steht, dass er einen würdigen Platz für die mitgebrachte Madonnenstatue bauen wollte, wenn auch keinen herkömmlichen Wallfahrtsort. Doch auch dies erklärt nicht den ungewohnten polygonen Aufbau der Kirche. Die Bauform, der zweite Punkt, ein Zwölfeck mit Mittelsäule war bis dahin im deutschen und vor allem im bayrischen Raum gänzlich unbekannt, auch wenn es ähnliche Formen bereits gab. Der dritte Punkt, welcher stark von der Norm abweicht, ist das mitbegründete Ritterstift. Es waren zwölf Ritter mit ihren Ehefrauen, die unter ihrem Meister mit den Mönchen zusammen lebten. Ob sie einen besonderen Zweck hatten oder nur das bis dahin von Räubern so gefährliche Tal schützen sollten und somit auch den Herrschaftsbereich der Wittelsbacher ausdehnen sollten, ist bis heute nicht näher belegt. Jedoch gründete Kaiser Ludwig der Bayer das Kloster Ettal in einem wilden und abgelegen Tal, stellte zum Schutz zwölf Ritter unter einem Meister und Mönche um die Gottesmutter zu huldigen. Dazu betrachtet noch den seltsamen Aufbau des Kirchengebäudes kommt man nicht daran vorbei, das Kloster Ettal in die mittelalterlichen Gralssagen um Arthus, Parzival und den Titurel einzuordnen. Auch wenn die eindeutige Gründungsidee bisher nicht gefunden oder entdeckt wurde kommt sie doch den Sagen um den Heiligen Gral sehr nahe.

2. Ludwig der Bayer und die Gründung zu Ettal

2.1 Ludwig der Bayer und der Mythos

Um zu Verstehen warum Kaiser Ludwig Ettal in dieser Zeit gründete muss man einen Blick auf sein Leben und seinen Charakter werfen. Er war vielschichtig, denn er war Krieger und ein Freund der Poesie. Seinem Wesen nach soll er eindeutig ein Sanguiniker gewesen sein, temperamentvoll, leicht erregbar gemischt mit viel Fantasie und weichem Gemüt. Aber auch er sündigte, er führte viele Kriege, brandschatze und plünderte. Doch von einem Klostergründer erwartet man, dass er Kirchenfreundlich gesinnt sei, Ludwig sei zwar religiös gewesen aber setzte kurz vor Ettals Gründung einen Gegenpapst ein. Der amtierende Papst hatte seinen Sitz in Avignon und war somit im Herrschaftsgebiet des französischen Königs, deswegen musste er dessen Interessen dienlich sein. Ludwig war jedoch „fromm in der herkömmlichen Art und genoss die normale Erziehung eines Mannes seines Rangs, die in ihm allem Anschein nach keine intellektuell ausgerichteten Interessen weckte, außer eine Begeisterung für die deutsche Poesie.“2

Die Ettaler Gründungsgeschichte besagt, dass Ludwig auf seiner Romreise in seelischer und vor allem finanzieller Bedrängnis war. So gab er das Versprechen, ein Kloster zu errichten wenn er sein Heimatland erreichen werde. „Eyn grawer Munich“3, wahrscheinlich ein deutscher Zisterzinser aus einer lombardischen Abtei kam im Auftrag von Azzo Visconti zum Kaiser. Dieser überreichte Ludwig, der Sage nach, die Madonnenstatue und sagte ihm eine glückliche Heimkehr voraus. Azzo Visconti war der nötige Geldgeber für des Kaisers Vorhaben, im Tausch für einige kaiserliche Rechte. Das Marienbild aus weißem Marmor spendete dem betenden Kaiser Kraft und das nötige Vertrauen auf göttliche Hilfe. Wahrscheinlicher ist, dass der dortige Prior ihm, die aus Pisa stammenden Statuette als Geschenk überlassen hat.

Diese Rettung und das daraus resultierende Gelöbnis „da sould er prawen ein Closter in ere gots und unser frawen“4 führte einerseits zur Gründung Ettals und andererseits zu einer bis heute anhaltenden Sage, dass ein Engel oder St. Benedikt persönlich ihm beigegestanden und die Statue übergeben hätte. Da er nun im Bunde mit den Heiligen des Himmels war und Stellvertreter der Muttergottes auf Erden, kam es zu einem Ausgleich zum Kirchenbann und der Exkommunikation.

2.2 Mögliche Gründungsziele

Um die südlichen Teile des Reiches zu sichern, benötigte man einen zuverlässigen Weg nach Norditalien und den wichtigsten Städten. Der beste Weg, den auch Ludwig schon einige Male benutzt hatte, war der Brenner. Unweit von der Vereinigung zweier alter Straßen gründete Ludwig sein Kloster zu Ettal. Auch schon vor Ludwigs Zeit war die Straße die wichtigste Handelsroute von Augsburg nach Verona und andere norditalienische Städte. Im Einzugsbereich des Klosters waren das Ammertal, welches eigentlich den Welfen gehörte und die Eschenloher Burg. So gehörte der Verwaltungsbezirk Ammergau dem Kaiser. Aber nicht nur die strategische Sicherung im Süden waren wichtig sondern auch die wirtschaftlichen Belange, indem er den Bauern im Ammergau einige Steuern erließ, sicherte er sich die Treue seiner Untertanen. Doch das Ampfranger Tal war vor Ettals Gründung nicht nur ein dichter Wald, denn „da phlagen sich dy morder inne zu behaltene und tate darauz groszen schaden. den wald lies er (Ludwig) ausrewten vnd ving da daz closter an zu pawen“5. Selbst in den ältesten Chroniken wird berichtet wie Räuber und Wegelagerer im Wald lebten und Kaufleute überfielen und töteten. Somit war auch die Sicherung des Umlandes ein wichtiger Punkt den Ludwig der Bayer in seiner strategischen Wahl für den Gründungsort traf. Das Ritterkonvent, welches mit den Mönchen zusammen das Kloster bildete, sicherten somit die Route der Kaufleute und das Kloster baute sich mehr und mehr zum Verwaltungsmittelpunkt aus.

Nicht auszuschließen ist auch eine Art Spital, nach Vorbild der Johanniter oder auch Hospitaliter genannt. Die Verbindung von Mönch und Ritter ist auch hier gegeben, wenn auch nicht in einer Person und auch wenn die Ettaler Ritter ein Ehegelöbnis eingingen. Der Gründungsurkunde nach wohnten auch sechs Witwen, von ehrenvollen in Ludwigs Diensten stehenden Rittern, im Kloster. Hatte doch Ludwig auch andere Spitäler gegründet, ein Jahr zuvor das Amberger Spital und war Gönner des Münchner und Igolstädter Heiliggeistspitals. Im Jahre 1318, vor dem Konflikt mit dem Papst reichte er bei Johannes XXII ein Bittgesuch in Avignon ein, er bat um die Erlaubnis Spitäler gründen zu dürfen. Als Benediktiner Kloster war das ‚hospitalitas’ die christliche Pflicht der Ettaler Mönche und Ludwig erwarb sich den Ruf des fürsorglichen und gutmütigen Landesvaters.

[...]


1 Iohannis Abbatis Victoriensis Liber Certarum Historiarum II Vgl. Pater Pius Fischer, Die Gründungsidee, Ettaler Mandl 49.50 1970.71

2 The Cambridge Medieval History VII, Cambridge 1958, 114;

3 A.F. Oeffele, Rerum Boicarum scriptores I, Auguste Vind. 1763, 354

4 Codex Latinus Monacensis

5 A. M. Salberg, Vor Ettals Gründung

Ende der Leseprobe aus 18 Seiten

Details

Titel
Kloster Ettal. Verbindung zum Heiligen Gral
Hochschule
Ludwig-Maximilians-Universität München
Note
1,3
Autor
Jahr
2012
Seiten
18
Katalognummer
V264779
ISBN (eBook)
9783656546627
ISBN (Buch)
9783656547242
Dateigröße
2354 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
kloster, ettal, verbindung, heiligen, gral
Arbeit zitieren
Magda Jehle (Autor), 2012, Kloster Ettal. Verbindung zum Heiligen Gral, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/264779

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