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Die Beilegung des Konflikts um das bayerische Herzogtum 1156

Eine Studie zur Bedeutung von Zeremonie und Inszenierung im Mittelalter am Beispiel des Ausgleichs zwischen Heinrich dem Löwen und Heinrich Jasomirgott

Title: Die Beilegung des Konflikts um das bayerische Herzogtum 1156

Term Paper (Advanced seminar) , 2013 , 17 Pages , Grade: 1,0

Autor:in: Michael Belitz (Author)

History of Europe - Middle Ages, Early Modern Age
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In der vorliegenden Arbeit wird die Inszenierung und symbolische Dimension bei der Vergabe des Herzogtum Bayerns an Heinrich den Löwen und der Erhebung der Ostmark zum eigenständigen Herzogtum unter Heinrich Jasomirgott. Die Bedeutung von Zeit, Ort und Handlungen bei Inszenierung für das Mittelalter wird dabei exemplarisch am Ausgleich zwischen Welfen und Babenbergern 1156 untersucht.

Excerpt


1. Einleitung

2. Einbettung in den historischen Kontext

3. Die Vorbereitungen des zeremoniellen Aktes

4. Die Wahl des Ortes

5. Die Wahl des Datums

6. Die Zeremonie

6.1 Der Ablauf der Zeremonie

6.2 Die Rolle der Großen

6.3 Die Bedeutung der öffentlichen Inszenierung

7. Fazit

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die Bedeutung von Zeremonie und Inszenierung im Mittelalter anhand der Beilegung des Konflikts um das bayerische Herzogtum im Jahr 1156. Ziel ist es, aufzuzeigen, wie durch eine akribisch geplante öffentliche Zeremonie politische Lösungen gefunden werden konnten, die das Rang- und Ehrgefühl aller Beteiligten wahrten und somit langfristige Stabilität sicherten.

  • Die Rolle von Zeremoniell als Instrument der Konfliktlösung im Mittelalter.
  • Analyse des Regensburger Hoftags 1156 als exemplarische Fallstudie.
  • Bedeutung von Raum, Zeit und symbolischen Handlungen für die politische Kommunikation.
  • Die Wahrung von Ehre und Rang durch eine sorgfältig geplante Inszenierung.
  • Die Funktion der Öffentlichkeit und der "Großen" als Zeugen und Garanten von Konsens.

Auszug aus dem Buch

6. Die Zeremonie

Über den genauen Ablauf der Zeremonie am 08. September 1156 auf den Wiesen bei Barbingen werden wir durch die Chronik Ottos von Freising unterrichtet. Die wichtigste Passage soll hier noch einmal vorgestellt werden:

„Die wichtigsten Punkte waren, wie ich mich erinnere folgende: Heinrich der Ältere gab die Herzogsgewalt in Bayern durch sieben Fahnen zurück. Sie wurden dem jüngeren Heinrich übergeben, und dieser gab durch zwei Fahnen die Ostmark mit den seit alters dazugehörigen Grafschaften zurück. Dann bildete er aus dieser Mark und den Grafschaften, die man drei nennt, auf Grund eines Beschlusses der Fürsten ein Herzogtum und übertrug es mit zwei Fahnen nicht nur ihm persönlich sondern auch seiner Gemahlin und bestätigte ihm durch Privileg, daß das in Zukunft von keinem seinem Nachfolger geändert oder aufgehoben werden könne.“

Wie bei vielen Werken mittelalterlicher Historiographen stellt sich auch bei dieser Schilderung die Frage nach der Authentizität. Für die nachfolgenden Überlegungen jedoch steht diese Problematik nicht im Vordergrund. Auch wenn die Beschreibung Ottos nicht dem genauen Ablauf widergibt, so zeigt sie doch auf, wie sich die Beteiligten den Ablauf einer Zeremonie vorstellten. Es sollte den Rezipienten des Werkes aufgezeigt werden, wie die friedliche Schlichtung eines Problems, welche das Ehr- und Ranggefühl aller Beteiligten berücksichtigte, inszeniert werden konnte. Die Stellung von Herzog und König war dabei genauso wichtig, wie das Verhalten des Königs gegenüber den Herzögen. Im Folgenden soll anhand der Beschreibung Ottos - unabhängig davon, ob ein idealisierten Akt geschildert wird oder nicht - das Zeremoniell betrachtet werden.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung führt in die Thematik der Bedeutung von Zeremoniellen bei bedeutenden historischen Ereignissen ein und definiert das Untersuchungsziel anhand des Beispiels der Beilegung des bayerischen Konflikts 1156.

2. Einbettung in den historischen Kontext: Dieses Kapitel skizziert den langjährigen Konflikt zwischen den Welfen und Babenbergern um das bayerische Herzogtum und die Versuche Friedrich Barbarossas, eine einvernehmliche Lösung zu finden.

3. Die Vorbereitungen des zeremoniellen Aktes: Hier wird erläutert, dass der zeremonielle Akt keinesfalls spontan erfolgte, sondern durch detaillierte Vorabsprachen zwischen Vermittlern und Beteiligten akribisch geplant wurde, um Ehrverletzungen zu vermeiden.

4. Die Wahl des Ortes: Die Analyse zeigt auf, dass der Ort des Treffens bei Barbingen bewusst gewählt wurde, um dem König eine Bittsteller-Rolle zuzuweisen und den Babenberger nicht öffentlich zu demütigen.

5. Die Wahl des Datums: Das Kapitel begründet die Wahl des 8. Septembers (Geburt Marias) als einen Termin, der dem Treffen kirchliche Würde verlieh, ohne den Rang eines Hochfestes zu besitzen.

6. Die Zeremonie: Dieser Abschnitt analysiert den Ablauf der Investitur und Übergabe der Fahnen als symbolische Akte, die Machtverhältnisse rechtlich und sozial legitimierten.

6.1 Der Ablauf der Zeremonie: Eine detaillierte Untersuchung der Fahnensymbolik als Instrument der Investitur und die Bedeutung der Freiwilligkeit im Handeln der Akteure.

6.2 Die Rolle der Großen: Das Kapitel beleuchtet, wie die Fürsten und Adligen durch ihre Zustimmung und aktive Teilnahme als Zeugen und Garanten für den ausgehandelten Konsens fungierten.

6.3 Die Bedeutung der öffentlichen Inszenierung: Es wird dargelegt, warum die Anwesenheit einer Öffentlichkeit entscheidend war, um die neue Machtordnung sichtbar zu machen und für alle Beteiligten nachvollziehbar zu gestalten.

7. Fazit: Das Fazit fasst zusammen, dass die erfolgreiche Konfliktlösung maßgeblich auf der präzisen Inszenierung basierte, die den Rang und die Ehre aller Beteiligten berücksichtigte.

Schlüsselwörter

Mittelalter, Friedrich Barbarossa, Heinrich der Löwe, Heinrich Jasomirgott, Zeremoniell, Inszenierung, Herzogtum Bayern, Privilegium minus, Regensburger Hoftag, Konfliktlösung, Rangdenken, Otto von Freising, Fahnenlehen, Konsensuale Herrschaft, Adelsfamilien

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert die Bedeutung von mittelalterlichen Zeremonien und Inszenierungen anhand der historischen Beilegung des Konflikts um das bayerische Herzogtum im Jahr 1156 durch Friedrich Barbarossa.

Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?

Zentral sind die politische Konfliktlösung im Mittelalter, die Rolle von Rangdenken und Ehre, die Bedeutung von Symbolik (z.B. Fahnensymbolik) sowie die Funktion öffentlicher Rituale zur Legitimation von Machtansprüchen.

Was ist die zentrale Forschungsfrage?

Die Arbeit untersucht, welche Faktoren bei der Inszenierung des Regensburger Hoftags 1156 eine Rolle spielten, um eine für alle Parteien gesichtswahrende und konfliktfreie Lösung zu ermöglichen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um eine kulturgeschichtliche Analyse, die primär auf der Auswertung der Chronica des Bischofs Otto von Freising sowie auf zeitgenössischer Fachliteratur zu Herrschaftsstrukturen und Ritualen basiert.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Analyse der Vorbereitungen, die strategische Wahl von Ort und Datum, den genauen Ablauf der Zeremonie (einschließlich der Rolle der "Großen") sowie die Bedeutung der öffentlichen Wahrnehmung dieser Inszenierung.

Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind Zeremoniell, Inszenierung, Konfliktbewältigung, Rangdenken, Konsensuale Herrschaft, Herzogtum Bayern, Privilegium minus und Investitur.

Warum war die Wahl des Ortes bei Barbingen so wichtig für den Konflikt?

Indem der König den Babenberger Heinrich Jasomirgott in dessen eigenem Herrschaftsgebiet besuchte, trat er nicht als dominanter Souverän auf, der eine Absetzung erzwang, sondern als Partner, der eine einvernehmliche Lösung suchte, was den Verlust des Herzogtums weniger demütigend gestaltete.

Welche Funktion hatten die "Großen" bei der Zeremonie?

Die anwesenden Fürsten und Adligen fungierten als notwendige Zeugen und Garanten. Ihr "Fürstenspruch" legitimierte die neue Ordnung und bezeugte die breite Akzeptanz des Kompromisses, was für die Stabilität der Regelung essenziell war.

Inwiefern spielte das Rangdenken eine Rolle?

Die Gesellschaft des 12. Jahrhunderts war stark hierarchisch geprägt. Ein Kompromiss, der nur auf politischer Ebene stattfand, hätte für den Babenberger einen Ehrverlust bedeutet, der zu neuen Kriegen geführt hätte; die Zeremonie diente dazu, diesen Statusverlust durch symbolische Gleichrangigkeit zu kompensieren.

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Details

Title
Die Beilegung des Konflikts um das bayerische Herzogtum 1156
Subtitle
Eine Studie zur Bedeutung von Zeremonie und Inszenierung im Mittelalter am Beispiel des Ausgleichs zwischen Heinrich dem Löwen und Heinrich Jasomirgott
College
Otto-von-Guericke-University Magdeburg
Grade
1,0
Author
Michael Belitz (Author)
Publication Year
2013
Pages
17
Catalog Number
V264819
ISBN (eBook)
9783656540854
ISBN (Book)
9783656542490
Language
German
Tags
Heinrich der Löwe Heinrich Jasomirgott Friedrich I. Hoftag Regensburg 1156 Symbolik Inszenierung Ausgleich Herzogtum Bayern Barbing Welfen Babenberger
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Michael Belitz (Author), 2013, Die Beilegung des Konflikts um das bayerische Herzogtum 1156, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/264819
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