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Sozialarbeit in Familien mit psychisch krankem Elternteil

Title: Sozialarbeit in Familien mit psychisch krankem Elternteil

Diploma Thesis , 2003 , 86 Pages , Grade: 1.0

Autor:in: Birgit Lesker (Author)

Social Work
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Summary Excerpt Details

[...] In dieser Arbeit soll die
Anwendung des Case Management Konzeptes von Neuffer dargestellt
werden. Er richtet sein Konzept ganz speziell auf die fallorientierte
soziale Arbeit mit dem Einzelnen und mit Familien (Neuffer, 2002). Im ersten Schritt meiner Arbeit ist es zunächst erforderlich darzustellen,
was es für das Familiensystem bedeutet, wenn ein Elternteil psychisch
erkrankt. Dabei lege ich für den Begriff der ,Familie’ die Definition des
siebten Jugendberichts, des Bundesministeriums für Jugend, Familie,
Frauen und Gesundheit aus dem Jahr 1986 zugrunde. Da ist mit Familie
die „auf persönlichen Beziehungen gegründete Gemeinschaft gemeint, in
der Erwachsene und junge Menschen auf Dauer angelegt miteinander
leben, dabei aufeinander Einfluss nehmen und füreinander
Verantwortung tragen“ (zitiert n. Schewe, 2000, S. 277). Diese
Definition umfasst alle mögliche Formen von Familienbeziehungen, wie
die klassische Familie, Mutter, Vater, Kinder, die Ein-Eltern-Familie,
Stieffamilien usw. Es ist zunächst danach zu fragen, welche Funktionen die Familie hat und
welche Funktionsverluste die psychische Erkrankung eines Elternteils
nach sich zieht. Was konkret die psychische Erkrankung eines Elternteils
in bezug auf die Situation der einzelnen Familienmitglieder innerhalb des
Familiensystems bewirkt, soll hier thematisiert werden.
Im dritten Teil der Arbeit werde ich der Frage nachgehen, welche
Unterstützungsangebote die Erwachsenenpsychiatrie und die Jugendhilfe, als die beiden wichtigen Institution im Umgang mit
psychisch kranken Menschen und bei familiären Problemen für diese
Familien anbieten. Dabei zeige ich auf, welche Hilfsangebote die beiden
Institutionen anbieten, was sie voneinander unterscheidet, wo ihre
Grenzen und Möglichkeiten liegen und was dies für die praktische Arbeit
mit den Familien bedeutet. Ich beschreibe anschließend die Konflikte
und Spannungsfelder, welche in der praktischen Zusammenarbeit durch
die unterschiedlichen Handlungsaufträge der beiden Institutionen
auftreten, Anschließend stelle ich Ansätze dar, wie die
Kommunikationsstruktur und Zusammenarbeit der Fachkräfte der beiden
Institutionen verbessern werden könnte. Im anschließenden Kapitel soll
dann untersucht werden, welches spezifisches Lösungspotenzial Case
Management hat. Wo dieses Konzept institutionell unter welchen
Bedingungen verortet werden soll, stelle ich im letzten Abschnitt vor. Im
Ressüme werde ich die Ergebnisse der Arbeit zusammenfassend
darlegen.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. EINLEITUNG

2. AUSWIRKUNGEN DER PSYCHISCHEN ERKRANKUNG EINES ELTERNTEILS AUF DIE FAMILIE

2.1. Funktionen der Familie und Funktionsverluste der Familie durch die psychische Erkrankung eines Elternteils

2.2. Die Auswirkungen der psychischen Erkrankung auf die einzelnen Mitglieder der Familie

2.2.1. Der psychoseerkrankte Elternteil

2.2.1.1. Die Folgen einer akuten psychotischen Erkrankung

2.2.1.2. Die chronisch psychische Erkrankung und ihre Bedeutung für die Familie

2.3.1. Die Folgen für die Kinder

2.3.1.1. Unmittelbare Reaktionen der Kinder auf den veränderten erkrankten Elternteil

2.3.1.2. Folgeprobleme für die Kinder

2.4.1. Auswirkungen auf den Partner

2.4.1.1. Die Belastungen für den Partner in der psychotischen Krise

2.4.1.2. Auswirkung auf den Beziehungsalltag des Paares

3. AUFGABEN, ANGEBOTE UND ZUSAMMENARBEIT DER ERWACHSENEN-PSYCHIATRIE UND JUGENDHILFE IN DER FAMILIENARBEIT

3.1. Aufgaben und Angebote einer gemeindenahen psychiatrischen Versorgung

3.1.1. Aufgaben einer gemeindenahen psychiatrischen Versorgung

3.1.2. Angebote einer gemeindenahen psychiatrischen Versorgung

3.1.2.1. Stationäre Angebote

3.1.2.2. Komplementäre Angebote

3.1.2.3. Ambulante Angebote

3.2. Aufgaben und Leistungen der Jugendhilfe

3.2.1. Aufgaben der Jugendhilfe

3.2.2. Leistungen der Jugendhilfe

3.2.2.1. Hilfen zur Förderung der Erziehung in der Familie

3.2.2.2. Hilfen zur Erziehung

3.2.3. Zwischenergebnis

3.3. Zusammenarbeit der beiden Handlungssysteme Erwachsenenpsychiatrie und Jugendhilfe in der Praxis

3.3.1. Spannungsfelder der beiden Handlungssysteme

3.3.1.1. Parteilichkeit der beiden Institutionen

3.3.1.2. Selbstbestimmung des Erkrankten kontra mögliche Gefährdung des Kindes

3.3.1.3. Unterschiedliche Bearbeitungszeiten der Institutionen

3.3.1.4. Unterschiedliche zeitliche Maßstäbe in der Betreuung von Eltern und Kindern

3.3.2. Möglichkeiten einer gelingenden Kooperation

4. CASE MANAGEMENT IN DER SOZIALEN ARBEIT

4.1. Die Entwicklung der Sozialen Einzelfallhilfe (Case Work) und ihre Verbindungslinien zum Case Management

4.2. Das Konzept des Case Management nach Neuffer

4.2.1. Leitlinien einer fallorientierten Sozialen Arbeit

4.2.2. Ablauf und Phasen des Case Management

5. EINSATZMÖGLICHKEITEN FÜR DAS CASE MANAGEMENT KONZEPT NACH NEUFFER IN DER SOZIALEN ARBEIT IM ARBEITSFELD PSYCHIATRIE

5.1. Parallelen des personenzentrierte Ansatzes zum Case Management-Konzept

5.2. Case Management im Sozialpsychiatrischen Dienst

6. RESÜMEE

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht, inwieweit das Case Management nach Neuffer eine geeignete Arbeitsform in der Sozialen Arbeit darstellt, um Familien mit einem psychisch erkrankten Elternteil effektiv zu unterstützen und die Zusammenarbeit zwischen der Erwachsenenpsychiatrie und der Jugendhilfe zu verbessern.

  • Auswirkungen psychischer Erkrankungen auf die familiäre Dynamik
  • Leistungsangebote der Erwachsenenpsychiatrie und Jugendhilfe
  • Konfliktlinien und Kooperationsmöglichkeiten beider Handlungssysteme
  • Konzept des Case Management und seine Anwendbarkeit in der Sozialpsychiatrie

Auszug aus dem Buch

2.2.1. Der psychoseerkrankte Elternteil

Eine psychische Erkrankung kann verschiedene Formen annehmen, wie z. B. Neurosen, Borderline, Persönlichkeitsstörungen usw. Ich beschränke mich jedoch auf Menschen, die an einer schizophrenen und affektiven Störung erkrankt sind. Dabei verwende ich den Begriff „Psychose“, auch wenn dieser im überarbeiteten ICD-10 (International Classification of Diseases der WHO) nicht mehr verwendet wird, da er neutraler, unbelasteter ist, als z. B. Schizophrenie oder schizophrene Störung. Psychosen sind schwerwiegende seelische Erkrankungen, die sich durch eine tiefgreifende Veränderung des Denkens, der Wahrnehmung und der Affektivität auszeichnet. Bei den schizophrenen Psychosen, zum Teil auch bei den affektiven Psychosen, können noch akzessorische Symptome wie Wahnideen und Halluzinationen (akustische, optische und taktile) dazukommen (s. Finzen, 2003, S. 39ff.).

Um verstehen zu können, wie Patienten eine Psychose erleben, haben in den 60er bzw. 70er Jahren die Psychiater Huber und Gross und die Psychologin Süllwold das Basisstörungs-Konzept entwickelt. Demnach sind bei einer Psychose bei den Erkrankten grundsätzliche Störungen im Bereich des Denkens, der Sprache, der Wahrnehmung, der Gefühle und der Bewegung vorhanden (s. Tab.1, in Wienberg, 1995, S. 35). Die Betroffenen nehmen diese vor und nach einer akuten psychotischen Krise, oder auch in symptomfreien Zeiten bei sich wahr. Durchgehend im Erleben der Störungen ist die Erfahrung innerer Verwirrung und Desorientierung. Der Versuch mit diesen Störungen umzugehen, verlangt von den Betroffenen eine erhöhte Anstrengung und hat oft zur Folge, dass sie sich von der Umwelt zurückziehen müssen. Bestimmte Arten von Basisstörungen können schließlich in spezifische psychotische Symptome übergehen.

Zusammenfassung der Kapitel

1. EINLEITUNG: Darstellung der Problematik von Familien mit psychisch erkrankten Elternteilen und Einführung in die Fragestellung der Arbeit.

2. AUSWIRKUNGEN DER PSYCHISCHEN ERKRANKUNG EINES ELTERNTEILS AUF DIE FAMILIE: Analyse der Funktionsverluste innerhalb des Familiensystems sowie der Auswirkungen auf Kinder und Partner.

3. AUFGABEN, ANGEBOTE UND ZUSAMMENARBEIT DER ERWACHSENEN-PSYCHIATRIE UND JUGENDHILFE IN DER FAMILIENARBEIT: Untersuchung der institutionellen Strukturen, der Hilfsangebote sowie der Herausforderungen in der Kooperation beider Systeme.

4. CASE MANAGEMENT IN DER SOZIALEN ARBEIT: Theoretische Einführung in das Case Management und dessen Entwicklung aus der sozialen Einzelfallhilfe.

5. EINSATZMÖGLICHKEITEN FÜR DAS CASE MANAGEMENT KONZEPT NACH NEUFFER IN DER SOZIALEN ARBEIT IM ARBEITSFELD PSYCHIATRIE: Erläuterung der Anwendungsmöglichkeiten und Anpassung des Konzepts an die Arbeit im Sozialpsychiatrischen Dienst.

6. RESÜMEE: Zusammenfassende Darstellung der Ergebnisse und Reflexion über die Eignung des Case Management für die behandelten Zielgruppen.

Schlüsselwörter

Case Management, Sozialarbeit, Psychische Erkrankung, Elternschaft, Familie, Jugendhilfe, Erwachsenenpsychiatrie, Kooperation, Sozialpsychiatrischer Dienst, Ressourcenorientierung, Hilfeplanung, Systemische Beratung, Kindeswohl, Netzwerkarbeit, Fallorientierung

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Diplomarbeit befasst sich mit der Situation von Familien, in denen ein Elternteil an einer psychischen Erkrankung leidet, und prüft Möglichkeiten der Unterstützung durch soziale Institutionen.

Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?

Zentrale Themen sind die Auswirkungen der Krankheit auf Familienmitglieder, die bestehenden Hilfsangebote der Jugendhilfe und Psychiatrie sowie die Kooperation dieser Institutionen.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Das Ziel ist es, den Nutzen des Case Management Konzepts nach Neuffer als effektive Arbeitsform für diese Familien zu untersuchen und institutionelle Lösungsansätze aufzuzeigen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Autorin nutzt eine Literaturanalyse zu bestehenden Ansätzen und Modellen sowie eine Auswertung von Daten zur Angebotsstruktur der Jugendhilfe, um die Anwendbarkeit des Case Management zu begründen.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Im Hauptteil werden die Folgen der Erkrankung auf Familie und Kinder analysiert, die Leistungen von Jugendhilfe und Psychiatrie gegenübergestellt und das Case Management Konzept theoretisch hergeleitet.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Zu den Schlüsselwörtern gehören unter anderem Case Management, Sozialarbeit, psychische Erkrankung, Familie, Jugendhilfe und Kooperation.

Wie unterscheidet sich die Sichtweise von Jugendhilfe und Psychiatrie?

Während die Psychiatrie primär den erkrankten Elternteil und seine Gesundung fokussiert, stellt die Jugendhilfe das Kindeswohl und die Erziehungsverantwortung in den Mittelpunkt, was häufig zu Konflikten in der Praxis führt.

Warum wird der Sozialpsychiatrische Dienst in Bochum als Fallbeispiel angeführt?

Er dient als Beispiel für eine institutionelle Struktur, die durch ihre multiprofessionelle Zusammensetzung und aufsuchende Arbeit die notwendigen Voraussetzungen für die Implementierung des Case Management Modells bietet.

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Details

Title
Sozialarbeit in Familien mit psychisch krankem Elternteil
College
Protestant University of Applied Sciences Rheinland-Westfalen-Lippe
Grade
1.0
Author
Birgit Lesker (Author)
Publication Year
2003
Pages
86
Catalog Number
V26483
ISBN (eBook)
9783638288026
Language
German
Tags
Sozialarbeit Familien Elternteil
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Birgit Lesker (Author), 2003, Sozialarbeit in Familien mit psychisch krankem Elternteil, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/26483
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