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Wer trägt Schuld am Kalten Krieg?

Analyse der traditionalistischen und revisionistischen Theorien zur Entstehung der Kontroverse

Titel: Wer trägt Schuld am Kalten Krieg?

Hausarbeit (Hauptseminar) , 2005 , 32 Seiten , Note: 2,0

Autor:in: Dr. Michael Knoll (Autor:in)

Politik - Geschichte der politischen Systeme
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Im Einleitungszitat beschreibt der spätere erste Kanzler der Bundesrepublik Deutschland, Konrad Adenauer, bereits im Oktober 1945 die Entwicklung zur Teilung Europas und Deutschlands. Diese Spaltung entstand aus wirtschaftlichen und politischen Differenzen der Siegermächte und führte zu einem militärischen Wettrüsten, das die Welt an den Rand der potenziellen Vernichtung brachte. Der Höhepunkt dieses globalen Konflikts zwischen Ost und West war der Kalte Krieg.
Dies ist eine von drei Hausarbeiten, die sich in der letzten Sitzung des Hauptseminars „Mächteallianzen und Großmachtpolitik zwischen 1941 und 1949“ mit den Forschungsbefunden und Kontroversen zur Entstehung des Kalten Krieges beschäftigen. Dabei geht es nicht um eine Zusammenfassung der Ergebnisse der vorangegangenen Arbeiten, sondern um die bereits im Titel angeführte Schuldfrage am Kalten Krieg entsprechend traditionalistischer und revisionistischer Betrachtungsweisen.
Allerdings möchte ich bereits zu Beginn darauf hinweisen, dass es sich hierbei um die beiden ältesten Annahmen zur Entstehung des Kalten Krieges aus den späten 1940er bis in die 1960er Jahre handelt. In der Zeit danach wurden bis heute noch zahlreiche weitere Theorien mit verschiedenen Lösungsansätzen entwickelt. Postrevisionistische und Neorealistische zum Beispiel werden in einer zweiten Hausarbeit zur letzten Sitzung des Seminars vertieft. In meiner Analyse beschränke ich mich dagegen auf die beiden klassischen Ansätze und lasse alle späteren außen vor.
Um die Frage nach der Schuld am Kalten Krieg klären zu können, ist zu Beginn eine Definition des Begriffs unerlässlich. Im ersten Teil der Arbeit wird daher die Problematik der Charakterisierung des Kalten beschrieben, ohne auf die Komplexität des Ost-West-Konflikts einzugehen. Mit diesem Thema beschäftigt sich die dritte Seminararbeit der Abschlusssitzung.
Danach werden die beiden Theorien einzeln vorgestellt, um sie anschließend anhand einiger markanter Ereignisse näher beschreiben und vergleichen zu können. Als Grundlage dienen dafür die Themen der Referate des Hauptseminars, in dessen Verlauf sich diese Arbeit entwickelt hat. Eine Übersicht über die einzelnen Themen befindet sich im Anhang. Die Bezüge zum Seminar werden an mehreren Stellen hergestellt, da mein Beitrag neben Standard- und vertiefender Literatur auch sehr stark auf den anderen Seminararbeiten und den anschließenden Diskussionen aufbaut.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

Einleitungssatz

Einleitende Überlegungen

Definition des Kalten Krieges

Theorien zur Entstehung des Kalten Krieges

Die traditionelle Auffassung

Die revisionistische Auffassung

Ausgewählte Chronologie des Kalten Krieges

Die Konferenz von Teheran: Kooperation in Kriegszeiten

Die Konferenz von Jalta: Strategien der Siegermächte

Die Konferenz von Potsdam: Entscheidung für die deutsche Spaltung?

Truman-Doktrin und Marshall-Plan: Weichenstellung zur Blockbildung?

Auftakt zum Kalten Krieg: Die Berlin-Krise

Resümee

Epilog: Wie kam es zur Popularität der Theorien?

Die traditionelle Ansicht

Die revisionistische Interpretation

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit analysiert die Schuldfrage am Kalten Krieg, indem sie die traditionalistischen und revisionistischen Theorien zur Entstehung dieses globalen Konflikts gegenüberstellt und an ausgewählten historischen Ereignissen vergleicht.

  • Traditionalistische versus revisionistische Erklärungsansätze zum Kalten Krieg
  • Analyse der US-amerikanischen Außenpolitik nach 1945
  • Die Rolle der sowjetischen Expansionspolitik in Osteuropa
  • Bedeutung der Konferenzen von Teheran, Jalta und Potsdam
  • Einfluss ökonomischer Faktoren auf die Blockbildung

Auszug aus dem Buch

Die revisionistische Auffassung

„Die Sowjetunion [..] kann nicht für die Entstehung des Kalten Krieges verantwortlich gemacht werden; sie war im Zweiten Weltkrieg nur knapp der militärischen Katastrophe entgangen, hatte einen unendlichen Verlust an Menschen und Ressourcen erlitten und stand bei Kriegsende der ökonomisch prosperierenden, traditionell antisowjetisch und nun über das Atomwaffenmonopol verfügenden Weltmacht USA nahezu hilflos gegenüber. [..] Die Ursachen der Konfrontation sind vielmehr in der Struktur des ökonomisch-politischen Systems der Vereinigten Staaten zu finden.“

Wilfried Loth über die Grundidee der revisionistischen Theorie

Im Gegensatz zu den Traditionalisten argumentieren die Revisionisten für die SU. Indem sie feststellen, dass die Sowjets nicht schuld sein können, machen sie die USA zum Hauptverantwortlichen. David Horowitz begründet dies durchgehend mit einer antisowjetischen Politik der USA, spätestens seitdem Harry S. Truman am 12. April 1945 Franklin D. Roosevelt nach dessen Tod als US-Präsident ablöste. Nach dem Machtwechsel besetzte Truman die meisten Regierungsposten neu. Dieser neue Apparat schlug gegenüber den Russen einen bis dahin kaum bekannten unfreundlichen Ton an.

Zusammenfassung der Kapitel

Einleitende Überlegungen: Einführung in die Thematik der Schuldfrage am Kalten Krieg und Abgrenzung zu neueren, postrevisionistischen Theorien.

Definition des Kalten Krieges: Erläuterung der Begrifflichkeit und der zeitlichen Einordnung des globalen Ost-West-Konflikts nach 1945.

Theorien zur Entstehung des Kalten Krieges: Gegenüberstellung der traditionalistischen Sichtweise, die Stalin die Schuld gibt, und der revisionistischen Interpretation, die das US-System als Ursache sieht.

Ausgewählte Chronologie des Kalten Krieges: Untersuchung der Konferenzen von Teheran, Jalta und Potsdam sowie der Truman-Doktrin und der Berlin-Krise als Wendepunkte im Konflikt.

Resümee: Synthese der Ergebnisse mit der Feststellung, dass beide Blöcke zur Eskalation beigetragen haben, jedoch ein gewisses Gleichgewicht erst das Ende der Asymmetrie markierte.

Epilog: Wie kam es zur Popularität der Theorien?: Analyse der zeitgenössischen Resonanz beider Theorien vor dem Hintergrund des politischen Klimas der jeweiligen Ära.

Schlüsselwörter

Kalter Krieg, Traditionalismus, Revisionismus, Sowjetunion, USA, Stalin, Truman, Osteuropa, Containment, Berlin-Krise, Blockbildung, Außenpolitik, Weltmacht, Konferenzen, Schuldfrage

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht die unterschiedlichen wissenschaftlichen Erklärungsansätze (traditionalistisch vs. revisionistisch) zur Schuldfrage am Ausbruch des Kalten Krieges.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Im Zentrum stehen die Mächteallianzen und die Großmachtpolitik zwischen 1941 und 1949 sowie die Analyse diplomatischer und ökonomischer Weichenstellungen.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Das Ziel ist es, die Perspektiven beider Theorien anhand historischer Ereignisse wie der Konferenzen von Teheran, Jalta und Potsdam darzustellen und zu vergleichen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit stützt sich auf eine Analyse klassischer Standardwerke und die Auswertung von Referatsgrundlagen aus einem universitären Hauptseminar.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil analysiert chronologisch die Entwicklung der Konfrontation, von der Kriegskoalition bis hin zur Blockbildung und Berlin-Krise.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Zu den Kernbegriffen gehören Kalter Krieg, Schuldfrage, Traditionalismus, Revisionismus, Containment und die Analyse der US-sowjetischen Beziehungen.

Warum spielt die Atombombe eine zentrale Rolle für die Traditionalisten?

Traditionalisten führen die nukleare Überlegenheit der USA als Machtmittel an, auf das die Sowjetunion durch eine aggressive Expansionspolitik reagieren musste.

Wie bewerten die Revisionisten die ökonomischen Motive der USA?

Revisionisten wie Williams argumentieren, dass die amerikanische Suche nach neuen Märkten zur Vermeidung einer Depression ein treibender Faktor für die Konfrontation war.

Ende der Leseprobe aus 32 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Wer trägt Schuld am Kalten Krieg?
Untertitel
Analyse der traditionalistischen und revisionistischen Theorien zur Entstehung der Kontroverse
Hochschule
Universität Mannheim
Note
2,0
Autor
Dr. Michael Knoll (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2005
Seiten
32
Katalognummer
V264905
ISBN (eBook)
9783656542698
ISBN (Buch)
9783656542902
Sprache
Deutsch
Schlagworte
schuld kalten krieg analyse theorien entstehung kontroverse
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Dr. Michael Knoll (Autor:in), 2005, Wer trägt Schuld am Kalten Krieg?, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/264905
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Leseprobe aus  32  Seiten
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