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Alfred Müller-Armack: Geistiger Vater der Sozialen Marktwirtschaft?

Title: Alfred Müller-Armack: Geistiger Vater der Sozialen Marktwirtschaft?

Term Paper (Advanced seminar) , 2010 , 22 Pages , Grade: 3,0

Autor:in: Dr. Michael Knoll (Author)

History - Miscellaneous
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Der Begriff „Soziale Marktwirtschaft“ erscheint in den Schriften Müller-Armacks erstmals während des Zweiten Weltkriegs auf und wurde 1946 in seiner Schrift „Wirtschaftslenkung und Marktwirtschaft“ öffentlich bekannt. Müller-Armack ging es dabei nicht allein um den Wiederaufbau der deutschen Wirtschaft nach dem Krieg sondern vielmehr um eine Wirtschafts- und Gesellschaftsordnung nach humanen und christlichen Wertmaßstäben. Er suchte eine neue wirtschaftliche Konzeption zwischen Kapitalismus und Sozialismus, die einen friedensstiftenden Ausgleich zwischen wirtschaftlicher Freiheit und sozialer Verantwortung schaffen sollte. Grundsätzlich entspricht dies dem Konzept, das Bundeswirtschaftsminister Ludwig Erhard nach der Währungsreform Schritt für Schritt umzusetzen begann.
Diese Hausarbeit soll keine Zusammenfassung der zahllosen Bücher über die Soziale Marktwirtschaft und den Ordoliberalismus sein. Vielmehr soll anhand ausgewählter Texte aus der Hand Müller-Armacks seine persönliche Sicht auf die Soziale Marktwirtschaft im Laufe der Jahre analysiert werden. Diese Untersuchung bildet die Grundlage, um die Eingangsfrage „Geistiger Vater der Sozialen Marktwirtschaft?“ zu beantworten. Dabei werden einzelne Texte Müller-Armacks von der Entwicklung des Konzepts in den 1940er Jahren über seine Zeit im Bundeswirtschaftsministerium in den 1950er Jahren bis hin zu seinem Ausscheiden aus der Politik Anfang der 1960er Jahre und seiner anschließenden Zeit in Köln betrachtet.
Nach einer Biographie Alfred Müller-Armacks folgt eine Zusammenfassung der wichtigsten Aspekte der Sozialen Marktwirtschaft als Ausgangspunkt für die anschließende Zusammenfassung der Texte Müller-Armacks aus den einzelnen Epochen. Nach der Analyse dieser Schriften beantwortet der Schluss auf Grundlage der vorherigen Ausführungen die Eingangsfrage nach dem Geistigen Vater der Sozialen Marktwirtschaft.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Biographie

1.1. 1901 – 1919: Familie

1.2. 1919 – 1933: Ausbildung

1.3. 1934 – 1945: Professor in der NS-Zeit

1.4. 1945 – 1957: Politischer Berater in der Nachkriegszeit

1.5. 1959 – 1963: Staatssekretär im Bundeswirtschaftsministerium

1.6. 1964 – 1978: Zurück zur wissenschaftlichen Arbeit

2. Die Soziale Marktwirtschaft: Engagement des Staates für die Erhaltung von Wettbewerbsmärkten bei sozialer Sicherung

2.1. Ordoliberalismus - Ökonomische Grundlage der Sozialen Marktwirtschaft

2.2. Soziale Irenik - Gesellschaftliche Grundlage der Sozialen Marktwirtschaft

3. Alfred Müller-Armack und die Soziale Marktwirtschaft

3.1. Die 1940er Jahre – Die Idee einer sozialen Marktwirtschaft entsteht

3.2. Die 1950er Jahre – Umsetzung der Theorie in die Praxis

3.3. Anfang der 1960er Jahre – Erste Reformen

3.4. Ende der 1960er Jahre – Rückblick eines Professors und Staatssekretärs

4. Analyse

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht die historische Rolle von Alfred Müller-Armack und hinterfragt, inwieweit er als „geistiger Vater“ der Sozialen Marktwirtschaft bezeichnet werden kann, indem sie seine persönlichen Sichtweisen und Schriften über mehrere Jahrzehnte analysiert.

  • Biographische Entwicklung und Werdegang von Alfred Müller-Armack
  • Grundlagen der Sozialen Marktwirtschaft: Ordoliberalismus und Soziale Irenik
  • Entwicklung des Konzepts der Sozialen Marktwirtschaft in den 1940er bis 1960er Jahren
  • Verhältnis zwischen theoretischer Konzeption und praktischer politischer Umsetzung
  • Die Synthese von wirtschaftlicher Freiheit und sozialer Verantwortung

Auszug aus dem Buch

3.1. Die 1940er Jahre – Die Idee einer sozialen Marktwirtschaft entsteht

In einer Situationsanalyse stellt Müller-Armack im Februar 1947 zunächst fest, dass die Folgen der Weltwirtschaftskrise und der Lenkungswirtschaft im Dritten Reich nicht durch alte Vorstellungen und Konzepte beseitigt werden können. Die Wissenschaft sei sich einig, dass es eine Wirtschaftstheorie mit einer Markt- und einer Preistheorie sowie einer Geldtheorie geben müsse, die ein langfristiges Funktionieren einer Wirtschaft sichern könne. Mit Blick auf Deutschland weist er darauf hin, dass sich die Neuordnung der deutschen Wirtschaftsordnung nicht nur an der gegenwärtigen Situation nach dem Zweiten Weltkrieg orientieren dürfe. Zunächst stehe zwar der Wiederaufbau im Vordergrund, die langfristige Sicherung der deutschen Wirtschaft dürfe aber nicht aus den Augen gelassen werden.

Nachdem Wirtschaftshemmnisse wie die Kriegszerstörungen, die Einteilung in Besatzungszonen, das zusammengebrochene Verkehrswesen und die Produktionsausfälle überwunden seien, müsse die Wirtschaftsordnung neu konzipiert werden. Dabei erfuhr Deutschland nur eine „besondere krisenhafte Zuspitzung,“ die gegenwärtige Krise beträfe aber alle europäischen Staaten und müsse daher auch in einem größeren Kontext gelöst werden. Grundsätzlich sei die derzeitige Krise nicht als Folge des Krieges sondern als Niedergang der gegenwärtigen Wirtschaftsordnung zu begreifen. Im Allgemeinen macht er den Marktzerfall durch staatliche Lenkung als Hauptursache dafür aus. Für Deutschland präzisiert er, dass „eine zerstörte Marktwirtschaft und eine durch sich selbst zugrunde gerichtete Wirtschaftslenkung“ eine funktionierende Wirtschaftsordnung abgeschafft hätten. Er beklagt, dass die Besatzungsmächte in ihren Zonen die gescheiterte Lenkungspolitik der Nationalsozialisten fortsetzten anstatt die freie westliche Marktwirtschaft einzuführen.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Biographie: Dieses Kapitel zeichnet den Lebensweg Müller-Armacks nach, von seiner Kindheit und Ausbildung bis zu seiner Tätigkeit als Professor und politischer Berater.

2. Die Soziale Marktwirtschaft: Engagement des Staates für die Erhaltung von Wettbewerbsmärkten bei sozialer Sicherung: Es werden die zentralen theoretischen Säulen, der Ordoliberalismus und die von Müller-Armack geprägte Soziale Irenik, als Grundlagen der Sozialen Marktwirtschaft definiert.

3. Alfred Müller-Armack und die Soziale Marktwirtschaft: Dieses Kapitel analysiert anhand chronologischer Abschnitte die Entwicklung und Anpassung des Konzepts der Sozialen Marktwirtschaft durch Müller-Armack von den 1940er bis zu den späten 1960er Jahren.

4. Analyse: Die Ergebnisse der Schriftenanalyse werden hier zusammengeführt, um die Rolle Müller-Armacks im Kontext der Väter der Sozialen Marktwirtschaft kritisch zu würdigen.

Schlüsselwörter

Alfred Müller-Armack, Soziale Marktwirtschaft, Ordoliberalismus, Soziale Irenik, Wirtschaftspolitik, Nachkriegszeit, Wirtschaftsordnung, Markt, Staat, Wettbewerb, Sozialer Ausgleich, Ludwig Erhard, Konjunkturpolitik, Wirtschaftsgeschichte, Gesellschaftsbild.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit?

Die Arbeit analysiert das Wirken und die Schriften von Alfred Müller-Armack, um seinen Beitrag und seine Rolle bei der Entstehung und Entwicklung der Sozialen Marktwirtschaft in Deutschland zu bewerten.

Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?

Die zentralen Themen umfassen die biographischen Stationen Müller-Armacks, die ökonomischen Grundlagen des Ordoliberalismus, sein Konzept der sozialen Irenik sowie die praktische politische Umsetzung des Modells über mehrere Jahrzehnte hinweg.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Hauptziel ist die Beantwortung der Frage, ob Alfred Müller-Armack als „geistiger Vater“ der Sozialen Marktwirtschaft betrachtet werden kann, oder ob dieses Attribut eine differenziertere Betrachtung erfordert.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um eine historische und analytische Arbeit, die auf der Auswertung und Interpretation ausgewählter Primärquellen (Denkschriften und Artikel von Müller-Armack) sowie relevanter Sekundärliteratur basiert.

Was steht im Hauptteil im Fokus?

Der Hauptteil gliedert sich in eine biographische Einführung, die Darlegung der theoretischen Grundlagen (Ordoliberalismus/Irenik) und eine chronologische Analyse von Müller-Armacks Texten von den 1940er bis in die 1960er Jahre.

Welche Schlagworte charakterisieren diese Arbeit?

Die Arbeit lässt sich am besten mit Begriffen wie Soziale Marktwirtschaft, Ordoliberalismus, Müller-Armack, Wirtschaftsordnung und politisches Wirken beschreiben.

Wie unterscheidet sich Müller-Armacks Konzept von rein ordoliberalen Ansätzen?

Müller-Armack erweiterte den ordoliberalen Rahmen um die „soziale Irenik“, die gesellschaftspolitische Aspekte und einen Ausgleich zwischen unterschiedlichen Weltanschauungen in das Wirtschaftsmodell integriert.

Welche Rolle spielt Ludwig Erhard in der Arbeit?

Ludwig Erhard wird als entscheidender politischer Partner identifiziert, der das theoretische Konzept Müller-Armacks durch seine politische Macht in die Praxis umzusetzen half.

Zu welcher Schlussfolgerung kommt der Verfasser bezüglich der Vaterschaft des Konzepts?

Der Autor schlussfolgert, dass die Bezeichnung als „geistiger Vater“ zu kurz greift. Er schlägt vor, drei Väter zu sehen: Eucken für den ökonomischen Teil, Erhard für die politische Umsetzung und Müller-Armack für den sozialökonomischen Teil.

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Details

Title
Alfred Müller-Armack: Geistiger Vater der Sozialen Marktwirtschaft?
College
University of Mannheim
Course
Wirtschaftsgeschichte
Grade
3,0
Author
Dr. Michael Knoll (Author)
Publication Year
2010
Pages
22
Catalog Number
V264913
ISBN (eBook)
9783656544173
ISBN (Book)
9783656545088
Language
German
Tags
alfred müller-armack geistiger vater sozialen marktwirtschaft
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Dr. Michael Knoll (Author), 2010, Alfred Müller-Armack: Geistiger Vater der Sozialen Marktwirtschaft?, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/264913
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