Das Ziel der Studienarbeit ist es, die Bedeutung, Auswirkungen sowie die Einflüsse von Traceability im Rahmen der Qualitätssicherung in der industriellen Fertigung herauszuarbeiten und dabei auf die Einsatzmöglichkeiten näher einzugehen.
Durch eine eindeutige Identifizierung der Fehlerquelle können gezielt die Produkte
zurückgerufen werden, die Mängel aufweisen. Dazu sind eine eindeutige Kennzeichnung aller Einzelteile, eine umfassende Datenquelle (z. B. Datenbanken) sowie ein standardisierter Zugriff erforderlich. Nur dadurch ist es möglich, den Fehler entlang der gesamten Liefer- und Wertschöpfungskette bis zu seinem Entstehungsort
zurück zu verfolgen und diesen entsprechend zu beheben.
Zunächst werden die rechtlichen Rahmenbedingungen (z. B. Produkthaftung) und
unternehmensinterne Ziele, die zum Betreiben von Traceability führen, systematisch
dargelegt. Technische Lösungen (z. B. Barcode, RFID, Indoor-GPS) sowie die
jeweils benötigte technische Infrastruktur zur Realisierung von Traceability werden im
folgenden Kapitel ausführlich beschrieben und einem detaillierten Vergleich
unterzogen. Anhand zweier Beispiele aus der Automobilwirtschaft und der
Elektronikfertigung werden im darauffolgenden Kapitel mögliche
Realisierungsszenarien ausgeführt. Im letzten Kapitel wird die Einführung von
Traceability einer Kosten-Nutzen-Betrachtung unterzogen, um die Wirtschaftlichkeit
dieser Methode zu beleuchten.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
1.1 Bedeutung von Traceability
1.2 Ausführliche Darstellung einer Rückrufaktion
1.2.1 Entwicklung der Anzahl der Rückrufaktionen in Deutschland
1.2.2 Darstellung der aktuellen Rückrufaktionen von Toyota
1.2.3 Finanzielle Auswirkungen der Rückrufaktionen von Toyota
2 Traceability – Qualitätssicherung durch Rückverfolgbarkeit
2.1 Definitionen und Begriffsabgrenzung
2.1.1 Traceability
2.1.2 Tracking (Verfolgbarkeit)
2.1.3 Tracing (Rückverfolgbarkeit)
2.1.4 Traceability im Rahmen der Liefer- und Wertschöpfungskette
2.1.5 Qualitätssicherung
2.2 Kernelemente von Traceability-Systemen
2.2.1 Identifikation wesentlicher Einheiten
2.2.2 Automatische Datenerfassung und -aufzeichnung
2.2.3 Verknüpfung der Traceability-Daten
2.2.4 Durchgehende Kommunikation
2.3 Gründe für die Einführung von Traceability
2.3.1 Gesetzliche Vorgaben
2.3.2 Nutzenaspekte und Druck zur Optimierung
2.3.3 Anforderungen der Kunden
2.3.4 Technologische Entwicklungen
2.4 Nutzen der Traceability für die Qualitätssicherung
2.5 Bestehende Technologien zur Realisierung von Traceability
2.5.1 Barcode-Systeme
2.5.1.1 Klassifizierung
2.5.1.2 Charakterisierung und Anwendungsgebiete
2.5.1.3 Darstellung ausgewählter Barcodearten
2.5.2 RFID-Systeme
2.5.2.1 Abgrenzung und Anwendungsgebiete
2.5.2.2 Geschichtliche Entwicklung und Standardisierung
2.5.2.3 Bestandteile und Funktionsweise
2.5.2.4 Komponenten eines RFID-Schreib-/Lesegerätes
2.5.2.5 Komponenten eines Transponders
2.5.2.6 Frequenzbänder und deren Eigenschaften
2.5.3 Indoor-GPS
2.5.3.1 Überblick über Positionierungssysteme und Abgrenzung
2.5.3.2 Funktionsweise und Systembeschreibung
2.6 Vergleich der Barcode- und RFID-Technologien
2.7 Beschreibung möglicher Realisierungsszenarien
2.7.1 Beispiel aus der Automobilbranche
2.7.2 Beispiel aus der Elektronikfertigung
2.8 Kosten-Nutzen-Betrachtungen
2.8.1 Kostenaspekte
2.8.2 Kosten-Nutzen-Analyse
3 Zusammenfassung und Ausblick
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit untersucht die Bedeutung, Auswirkungen und Einflussmöglichkeiten von Traceability (Rückverfolgbarkeit) als zentrales Instrument der Qualitätssicherung in der industriellen Fertigung. Die zentrale Forschungsfrage adressiert, wie durch den Einsatz von Traceability-Systemen Rückrufaktionen effektiver gesteuert, Fehlerquellen frühzeitig identifiziert und die Wirtschaftlichkeit durch technologische Implementierungen optimiert werden können.
- Grundlagen und Definitionen von Tracking & Tracing.
- Analyse der gesetzlichen und unternehmerischen Beweggründe für Rückverfolgbarkeit.
- Vergleich gängiger Technologien zur Realisierung (Barcode, RFID, Indoor-GPS).
- Fallbeispiele aus der Automobilbranche und der Elektronikfertigung.
- Methoden der Kosten-Nutzen-Analyse und Bewertung mittels FMEA und Kapitalwertrechnung.
Auszug aus dem Buch
2.1.1 Traceability
Der Anglizismus „Traceability“ kann mit den Worten „Nachvollziehbarkeit“, „Nachweisbarkeit“ oder „Rückverfolgbarkeit“ ins Deutsche übersetzt werden. Zur genaueren Definition des Begriffs „Rückverfolgbarkeit“ ist es sinnvoll, auf vorhandene Richtlinien und Normen zurückzugreifen.
Die Normenreihe DIN EN ISO 9000:2005ff. beschreibt viele Richtlinien und Begriffsbestimmungen im Bereich des Qualitätsmanagements und ermöglicht so einen ersten Zugang zu dieser Thematik. Die DIN EN ISO 9000:2005 mit dem Titel „Qualitätsmanagementsysteme - Grundlagen und Begriffe“ wurde im Dezember 2005 veröffentlicht und definiert Rückverfolgbarkeit (engl. Traceability) folgendermaßen:
„Rückverfolgbarkeit ist die Möglichkeit den Werdegang, die Verwendung oder den Ort des Betrachteten zu verfolgen.“ [DIN EN ISO 9000:2005: 26]
Dabei kann sich die Rückverfolgbarkeit eines Produkts vor allem auf die folgenden Punkte beziehen:
- die Herkunft von Materialien, (Einzel-)Teilen und Einsatzfaktoren
- die Entstehungs- und Verarbeitungsgeschichte bzw. die Wertschöpfungskette des Produktes
- die Distribution und der Verbleib des Produktes nach dem Verkauf beziehungsweise der Auslieferung
[GEBHARDT 2009] [DIN EN ISO 9000:2005: 26]
Der Arbeitskreis Traceability des ZVEI definiert diesen Begriff in seinem Leitfaden folgendermaßen:
„Traceability ermöglicht die Rückverfolgbarkeit von Materialien und Produkten entlang der gesamten Wertschöpfungskette und beinhaltet die Zustände ‚Tracking‘ und ‚Tracing‘.“ [ZVEI 2009: 7]
Traceability umfasst also sowohl die Verfolgung (Tracking) als auch die Rückverfolgung (Tracing) von Produkten entlang der gesamten Liefer- und Wertschöpfungskette. Die Der Begriff Traceability bezieht sich daher nicht nur auf die Rückverfolgbarkeit sondern auch auf die Verfolgbarkeit. (Bild 2-1)
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Beleuchtet die Bedeutung von Traceability anhand prominenter Rückrufaktionen in der Automobilindustrie und definiert das Ziel der Arbeit.
2 Traceability – Qualitätssicherung durch Rückverfolgbarkeit: Führt in die Begrifflichkeiten ein, analysiert Systemelemente, treibende Gründe für die Implementierung sowie technische Lösungswege und deren Wirtschaftlichkeit.
3 Zusammenfassung und Ausblick: Resümiert die Notwendigkeit lückenloser Rückverfolgbarkeit und gibt einen Ausblick auf die zukünftige technologische Entwicklung.
Schlüsselwörter
Traceability, Qualitätssicherung, Rückverfolgbarkeit, Tracking, Tracing, Barcode, RFID, Indoor-GPS, Lieferkette, Automobilindustrie, Rückrufaktion, FMEA, Kapitalwertmethode, Produktionskontrolle, Identifikation.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Studienarbeit befasst sich mit der Rolle der Rückverfolgbarkeit (Traceability) als wesentlichem Bestandteil der Qualitätssicherung in der modernen industriellen Produktion.
Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?
Zentral sind die theoretischen Grundlagen der Rückverfolgbarkeit, die technologischen Umsetzungsmöglichkeiten (Barcode, RFID, iGPS) sowie die wirtschaftliche Bewertung mittels Kosten-Nutzen-Betrachtungen.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das Ziel ist die Herausarbeitung der Bedeutung und Auswirkungen von Traceability-Systemen sowie die detaillierte Analyse der Einflussmöglichkeiten auf die Qualitätssicherung in der industriellen Fertigung.
Welche wissenschaftlichen Methoden werden verwendet?
Die Arbeit nutzt eine systematische Literaturanalyse, Fallstudien aus der Automobil- und Elektronikbranche sowie Methoden der betriebswirtschaftlichen Investitionsrechnung wie die Kapitalwertmethode und die Fehlermöglichkeits- und Einflussanalyse (FMEA).
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in Definitionen, die Analyse der Kernelemente, die Erörterung der Einführungsgründe, eine ausführliche Gegenüberstellung technologischer Lösungen sowie eine fundierte Kosten-Nutzen-Analyse inklusive praktischer Rechenbeispiele.
Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?
Kernbegriffe sind insbesondere Traceability, Qualitätssicherung, RFID-Technologie, Barcode-Systeme und die Prozessoptimierung entlang der gesamten Lieferkette.
Warum ist die Rückverfolgbarkeit gerade bei Toyota ein prominentes Fallbeispiel?
Der Fall Toyota dient als Paradebeispiel für die negativen Auswirkungen mangelnder Rückverfolgbarkeit, insbesondere hinsichtlich Imageverlust, enormer Kosten durch Rückrufaktionen und Problemen im Zuliefermanagement.
Was unterscheidet Tracking von Tracing laut dieser Arbeit?
Während Tracking die Vorwärtsverfolgung von Produkten entlang der logistischen Kette vom Lieferanten zum Kunden beschreibt, konzentriert sich Tracing auf die Rückwärtsverfolgung vom Endprodukt bis hin zu den einzelnen Elementen und deren Ursprung.
- Quote paper
- Dipl.-Wirtsch.-Ing. Thomas Luft (Author), 2010, Traceability – Qualitätssicherung durch Rückverfolgbarkeit, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/265003