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Zur finanzwirtschaftlichen Beurteilung von Factoringverträge

Title: Zur finanzwirtschaftlichen Beurteilung von Factoringverträge

Seminar Paper , 2003 , 21 Pages , Grade: 2,0

Autor:in: Michael Leeske (Author)

Business economics - Investment and Finance
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Summary Excerpt Details

[...] Zahlen die Kunden nicht fristgerecht, kann
ein Unternehmen ebenfalls seinen Verbindlichkeiten nicht nachkommen und bringt somit
andere Unternehmen in die gleiche Bedrängnis. „Denn die Liquidität eines Unternehmens ist
zu verstehen als seine Fähigkeit, die Fristigkeit der Mittelanlagen mit der Mittelverwendung
deckungsgleich zu bringen und noch etwas Reserve zugunsten der kurzfristig zu
regulierenden Verpflichtung übrig zu behalten.“1.
Heutzutage ist der Liquiditätsbedarf der Unternehmen höher denn je. Die Gründe hierfür
liegen vor allem in den verspäteten Zahlungseingängen auf offene Forderungen mit einem
Zahlungsziel von 20 Tagen, die jedoch erst nach durchschnittlich 44 Tagen beglichen
werden. Zwar besteht die Möglichkeit der kurzfristigen Finanzmittelbeschaffung auf dem
Kapitalmarkt, was jedoch die weiteren Kosten erhöhen, die Bilanzstruktur verlängern und
zudem für einen höheren Verschuldungsgrad der Unternehmung sorgen würde. Diese sich
immer weiter drehende Spirale würde dann zwangsläufig zu einer Herabsetzung des Rating
der Unternehmung führen, wodurch sich die Aussicht auf künftige Investitionen
verschlechtern würde, da die einst erworbene Kreditwürdigkeit nicht mehr vorhanden wäre.
Aufgrund eines zu hohen Verschuldungsgrades haben viele Kreditinstitute ohnehin ihre
Vergabe von Krediten in den letzten Jahren begrenzt. Die enorm angestiegene Anzahl an
Insolve nzen, über 40.000 im Jahr 2003, konnte daneben die Haltung der Banken natürlich
nicht verbessern. 2
Um nicht in diesen abwärts treibenden Strudel hineingesogen zu werden, bestehen für die
Unternehmen Alternativen der kurzfristigen Finanzmittelbeschaffung. Diese
Finanzierungsinstrumente zeichnen sich dadurch aus, dass sie dem Unternehmen einerseits
kurzfristig Liquidität verschaffen, so dass ein ggf. angebotener Skonto gesichert werden kann
und andererseits nicht zu einer Bilanzverlängerung führen. D.h. das Unternehmen kann ohne
eine Erhöhung des Verschuldungsgrades die anstehenden Verbindlichkeiten begleichen. Zu
diesen Finanzierungsinstrumenten zählen das Leasing, das Factoring und die Forfaitierung. In der folgenden Arbeit sollen nun nicht die Finanzierungssurrogate Leasing und
Forfaitierung erläutert werden. Diese Arbeit beschäftigt sich ausschließlich mit einer
finanzwirtschaftlichen Beurteilung des Factoring als kurzfristiges Finanzierungsinstrument.

1 Zitiert nach Schmitt, R. (1968), S. 9.
2 Vgl. Larek, E., Steins, U. (1999).S. 82.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

1.1 Problemstellung

1.2 Abgrenzung des Themas

1.3 Gang der Untersuchung

2. Wesen und Art des Factoring

2.1 Die Geschichte des Factoring

2.2 Der Factoring-Begriff

2.3 Ablauf des Factoring

2.4 Die Factoring-Bank

2.5 Rechtliche Stellung des Factoring

2.6 Funktionen des Factoring

2.6.1 Dienstleistungsfunktion

2.6.2 Delkrederefunktion

2.6.3 Finanzierungsfunktion

2.7 Arten des Factoring

2.7.1 Echtes Factoring

2.7.2 Unechtes Factoring

2.7.3 Offenes/ Stilles Factoring

2.7.4 Export-Factoring/ Import-Factoring

2.8 Grenzen des Factoring

3. Beurteilung des Factoring

3.1 Vorteile des Factoring

3.2 Nachteile des Factoring

4. Zusammenfassung

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit verfolgt das Ziel, Factoring als Instrument der kurzfristigen Finanzmittelbeschaffung finanzwirtschaftlich zu beurteilen und dessen Vor- und Nachteile kritisch zu analysieren.

  • Grundlagen, Geschichte und Ablauf des Factoring
  • Rechtliche Rahmenbedingungen und Funktionen
  • Differenzierung der verschiedenen Factoring-Arten
  • Analyse der Vor- und Nachteile für Unternehmen
  • Voraussetzungen und Grenzen des Factoring-Einsatzes

Auszug aus dem Buch

Die Geschichte des Factoring

Historische Untersuchungen zeigen, dass erste Ansätze des Factoring bereits im Altertum bei den Phöniziern, Babyloniern und Römern zu finden sind. Im Mittelalter besaßen die großen deutschen Handelshäuser in Übersee Handelsniederlassungen, die als Faktoreien bezeichnet wurden. Der Faktor hatte die Aufgabe mithilfe seiner Kenntnisse des fremden Marktes bezogen auf die Bonität der dortigen Kunden, der Gesetze und der vor Ort herrschenden Handelsbräuche, die Interessen seines Handelshauses so gut wie möglich zu vertreten. 3

Die Händlereigenschaften der Faktoren wurden im Laufe des 19. Jahrhunderts durch diverse Finanzierungsleistungen erweitert. Die Agenten übernahmen, insbesondere in der englischen und deutschen Textilindustrie, neben der Lagerung und dem Verkauf der Ware auch die Aufgaben der Forderungseintreibung und das Delkredererisiko.4 In diesem Sinne wandelte sich somit auch der Begriff des Factoring weg von einem reinen Warenfactoring hin zu einem Finanzierungsfactoring. Durch diese umfangreicheren Tätigkeiten war es aus dem amerikanischen Wirtschaftsleben nicht mehr wegzudenken. 5

Im Zuge dessen fand das Factoring nach dem Zweiten Weltkrieg auch seinen Weg nach Europa. Gemeinsam mit europäischen Großbanken gründeten amerikanische Banken und Factoring-Organisationen Gesellschaften, die sich ausschließlich auf das Factoring-Geschäft konzentrierten.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Darstellung der Problematik verspäteter Zahlungseingänge und die Einführung von Factoring als Alternative zur kurzfristigen Finanzmittelbeschaffung.

2. Wesen und Art des Factoring: Erläuterung der historischen Entwicklung, Definition des Begriffs, des Ablaufs sowie der rechtlichen Stellung und Funktionen dieses Finanzinstruments.

3. Beurteilung des Factoring: Detaillierte Gegenüberstellung der Vorteile, wie Liquiditätsverbesserung und Bilanzverkürzung, und der Nachteile, insbesondere hinsichtlich der Kostenstruktur und möglicher Imagebeeinträchtigungen.

4. Zusammenfassung: Abschließendes Resümee über die Eignung von Factoring als Instrument für Unternehmen und die Notwendigkeit einer bewussten Entscheidungsfindung.

Schlüsselwörter

Factoring, Finanzierungsinstrument, Liquidität, Delkredererisiko, Debitorenbuchhaltung, Forderungsverkauf, Finanzmittelbeschaffung, Bilanzstruktur, Kreditwürdigkeit, Unternehmen, Finanzwirtschaft, Factoring-Gesellschaft, Bonitätsprüfung.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit der finanzwirtschaftlichen Beurteilung von Factoring-Verträgen als Instrument der kurzfristigen Finanzmittelbeschaffung für Unternehmen.

Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?

Im Fokus stehen das Wesen des Factoring, die rechtlichen Rahmenbedingungen, die verschiedenen Funktionen (Dienstleistung, Delkredere, Finanzierung) sowie die Vor- und Nachteile aus Sicht der anwendenden Unternehmen.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie Factoring zur kurzfristigen Liquiditätsbeschaffung genutzt werden kann und welche Chancen und Risiken dabei für ein Unternehmen bestehen.

Welche wissenschaftliche Methode wurde verwendet?

Es handelt sich um eine theoretische Untersuchung, die auf einer sachlichen Analyse von Fachliteratur und rechtlichen Rahmenbedingungen basiert.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Darstellung der Funktionsweise und Arten des Factoring sowie eine kritische Beurteilung der Vor- und Nachteile, inklusive der Kostenfaktoren.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind Factoring, Liquidität, Finanzierungsinstrument, Delkredererisiko, Forderungsverkauf und Bilanzstruktur.

Was unterscheidet das Echte vom Unechten Factoring?

Beim Echten Factoring übernimmt der Factor das volle Ausfallrisiko (Delkredere), beim Unechten Factoring verbleibt das Risiko beim Kunden, weshalb dieses rechtlich eher als Darlehen gewertet wird.

Warum spielt das Rating bei der Beurteilung eine Rolle?

Durch den Verkauf von Forderungen findet eine Bilanzverkürzung statt, was die Eigenkapitalquote verbessern und somit das Rating bei Banken positiv beeinflussen kann.

Welche Mindestvoraussetzungen stellen Factoring-Gesellschaften an Unternehmen?

Unter anderem werden ein Mindestumsatz von 250.000 Euro, ein breit gefächerter Kundenstamm und wirtschaftliche Solidität sowie eine Laufzeit der Forderungen von maximal 120 Tagen gefordert.

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Details

Title
Zur finanzwirtschaftlichen Beurteilung von Factoringverträge
College
Helmut Schmidt University - University of the Federal Armed Forces Hamburg  (Internationales Finanzmanagement)
Grade
2,0
Author
Michael Leeske (Author)
Publication Year
2003
Pages
21
Catalog Number
V26502
ISBN (eBook)
9783638288132
Language
German
Tags
Beurteilung Factoringverträge
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Michael Leeske (Author), 2003, Zur finanzwirtschaftlichen Beurteilung von Factoringverträge, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/26502
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