Carl Barks. Wie die Enten die Welt eroberten


Hausarbeit, 2012

21 Seiten, Note: 1,5


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Einleitung

Das Leben des Carl Barks

Wie die Comics nach Deutschland kamen

Figuren , Motive und deren Bedeutung
Donald Duck
Tick, Trick und Track
Dagobert Duck
Kultur, Politik und Kurioses in den Entencomics

Fazit

Literaturverzeichnis

Einleitung

George Lucas sagte über die Comics von Carls Barks einmal:

„My greatest source of enjoyment in Carls Barks‘ Comics is the imagination of his stories. They’re so full of crazy ideas – unique an special …“[1]

Und so wie ihm ging es wohl auch vielen anderen. Barks hat es vor allem in Deutschland zu einem unglaublichen Bekanntheitsgrad gebracht. Warum dies so war, wird ein Teil dieser Arbeit näher beleuchten. Barks hat vor allem mit der Entenfamilie um Donald Duck gearbeitet und diese wie kein anderer geprägt und neu erfunden. Auch seine Art zu zeichnen war besonders und machte ihn neben Disney und seinen Werken zu einer bekannten Größe in der Comicszene. Sein autodidaktisch erworbener Zeichenstil hat bestimmt einen großen Beitrag zum Erfolg seiner Comics beigetragen und wird daher auch in vielen Werken bewundert und diskutiert. In dieser Arbeit würde es aber den Rahmen sprengen, wenn man auch den technischen Details des Comic-Zeichnens oder Betrachtungen der Ausgewogenheit zwischen Dialog und Zeichnung einen Schwerpunkt einräumen würde. Also soll vielmehr die Geschichte, die Besonderheit und Wirkung der Barkschen Comics herausarbeitet werden.

Zunächst werden ein paar biographische Daten von Carl Barks den Zugang zu den Comics und deren Figuren erleichtern. Man muss den Zeichner Barks in seinem Umfeld sehen und die Comics in ihre Zeit einordnen, da diese begreiflicherweise Einfluss auf die stories, Figuren und einzelnen Zeichnungen hatte. Danach wird zunächst auf die Geschichte der Comics allgemein eingegangen und beschrieben wie sie ihren Einzug in Deutschland hielten und mit welchen Schwierigkeiten diese Form von Literatur anfangs zu kämpfen hatte. Natürlich werden in diesem Abschnitt auch speziell die Comics von Barks und deren deutsche Erfolgsgeschichte ins Blickfeld rücken. Am Schluss soll dann näher auf die Geschichten und Figuren der Comics eingegangen werden und ein Überblick über die vielschichtige, von Barks erschaffene und heute so beliebte Welt der Enten gegeben werden.

Das Leben des Carl Barks

Carls Barks wird am 27. März 1901 im US-Bundesstaat Oregon geboren. Sein Vater ist als Weizenfarmer und im Viefuttergeschäft tätig, Barks verbringt seine ersten Lebensjahre also auf einer Ranch inmitten waschechter Cowboys. Seine Mutter stirbt, als er erst 15 Jahre alt ist und Barks beendet daraufhin seine Schulausbildung bereits nach dem achten Schuljahr. Warum er nicht weiter die Schule besucht, begründet er folgendermaßen:

„Ich hätte es toll gefunden, auf eine High School zu gehen, aber die nächste war fünf Meilen entfernt. Außerdem verschlechterte sich mein Gehör. So war es für mich schwierig, dem Unterricht in der Klasse zu folgen. Ich half meinem Vater ein Jahr lang auf der Ranch – etwas länger als ein Jahr.“[2]

Er verdient sich also etwas dazu, indem er bei seinem Vater und auch bei Farmern in der Umgebung arbeitet. Sein Interesse für das Zeichnen von Cartoons ist aber zu dieser Zeit bereits sehr ausgeprägt. Noch zu Schulzeiten bewundert er Mitschüler, die mit einem besonderen Zeichentalent auffallen, und studiert immer die kleinen Cartoons, die in Zeitungen veröffentlicht wurden. Früh beginnt er erste eigene Zeitungen anzufertigen. Der Beginn seiner Zeichenkarriere verläuft anfangs aber noch stockend. Barks meint über diese Zeit:

„Ich glaube ich war gerade sechzehn, als ich meinen Vater davon überzeugte, mich in die London School of Cartooning einzuschreiben. Ich verließ den Londoner Zeichenkurs jedoch nach wenigen Stunden. Der Reiz, viel Geld auf den Farmen zu verdienen, war stärker.“[3]

Sein Bedürfnis Geld zu verdienen und sich selbst ernähren zu können ist bei Barks sehr ausgeprägt und setzt sich auch in späteren Zeiten immer wieder für kurze Zeit durch und droht die Oberhand zu gewinnen. Zum Glück bleibt sein Interesse am Zeichnen ungebrochen und er zieht 1918 nach San Franzisco, wo er sich zunächst mit verschiedenen Jobs wie Botenjunge einer Druckerei, Holzfäller, oder Eisenbahnangestellter über Wasser hält. Verschiedene Versuche sich als Zeichner bei einer Zeitschrift oder bei Werbefirmen zu verdingen scheitern immer wieder, weswegen er weiter darauf angewiesen ist sich mit harter, meist auch körperlich anstrengender Arbeit sein Geld zu verdienen. Die Hoffnung irgendwann doch noch Cartoonist zu werden gibt er aber nie auf. Schließlich beginnt er 1928 beim Satiremagazin Calgary Eye Opener, einem Männermagazin, das seinen Sitz in Minneapolis hat, gelegentlich witzige Cartoons zu veröffentlichen. Einige Jahre später verliert er seinen Job bei einer Verpackungsfirma, da seine Stelle wegen der schlechten Wirtschaftslage zu dieser Zeit gestrichen wird. Der Beginn der Weltwirtschaftskrise bedeutet einen Einschnitt in Barks Leben, er wird nun endlich ein hauptberuflicher Cartoonist. Der Eye-Opener stellt ihn fest an und schnell ist er unverzichtbar für das Magazin. Barks beschreibt sich selbst als Arbeitstier und sagt über seine Arbeit beim Magazin:

„Am Schluss schrieb ich das Magazin fast allein. Wir kauften zusätzliche Gags für ein oder zwei Dollar pro Stück. Allerdings nur wenige. Ich verdiente hundert Dollar pro Monat.“[4]

Irgendwann muss er aber erkennen, dass sich solch eine kleine Zeitschrift in einer Zeit der wirtschaftlichen Rezession nicht ewig halten kann. Daher beginnt er sich nach anderen Möglichkeiten umzusehen. Schließlich bewirbt er sich bei Disney und beginnt 1935 in den Walt-Disney- Zeichentrick-Studios, wo er sich schnell als Trickfilm-Zeichner und Gag-Spezialist etablierte. Er beginnt dort als in-betweener, also als Zwischenphasenzeichner. Seine Aufgabe ist es die einzelnen Bewegungs-abläufe für einen Trickfilm auszufüllen. Barks muss 24 Einzelbilder pro Filmsekunde zeichnen und empfindet diese Arbeit eher als langweilig und unkreativ. Er kann hier einfach nicht sein natürliches Gespür für Gags und die Führung einer Geschichte ausleben. Also beginnt er als Nebenerwerb kleine Scripts und Gags in der Story-Abteilung der Studios einzureichen. Diese kommen so gut an, dass Walt Disney beschließt ihn in diese Abteilung zu versetzen. Nun arbeitet er an vielen Disney-Trickfilmen mit, unter anderem eben auch an kleinen Filmen mit Donald Duck, die Figur, die ihn später so berühmt machen sollte. Die Figur Donald Duck war bereits 1934, also in einer Zeit vor der Anstellung Barks, zum ersten Mal in einem Trickfilm von Disney erschienen. Allerdings war der Charakter des Enterichs bei Disney eher auf die eines aufbrausenden kleinen Schnatterers festgelegt. Erst bei Barks bekommt Donald seinen ausgeprägten, lustigen Charakter, und auch sein Aussehen ist durch Barks erheblich geprägt worden.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten5 6

Einerseits prägt ihn die Arbeit bei Disney entscheidend für seinen weiteren Weg, andererseits verläuft seine Arbeit in den Studios auch nicht ohne Probleme. Seine berufliche Zukunft bei Disney ist begrenzt, was zum Einen an seiner mangelnden Trickfilmerfahrung zu tun hat und zum Anderen mit dem, was er als eigene Unfähigkeit bezeichnet, die Geschichte in seinem Kopf bereits so vor Augen zu haben, als ob man sie schon fertig gezeichnet habe. Barks gesteht: „Diese Männer, die Bewegungen visualisieren konnten, waren einfach viel besser als ich.[7] Ihm liegt es nicht jeden Gag in vielen einzelnen Zeichnungen sorgfältig ausarbeiten zu müssen, sondern er verpackt den Witz viel lieber in eine einzige ausdruckstarke Zeichnung. Später kommt zu diesen Problemen noch der Einfluss des Zweiten Weltkriegs auf die Arbeit in den Disney-Studios dazu. Barks beklagt sich:

„Wir arbeiteten an einem medizinischen Film, der zeigen sollte, wie Bakterien in den Körper einfallen. Es sollte ein Kriegsfilm werden. Ich konnte es nicht ertragen in so etwas verwickelt zu werden. Der Krieg war für mich ein verhaßtes Thema. Ich hatte bereits eine Generation junger Männer in den Ersten Weltkrieg ziehen sehen und ich war blöd genug gewesen, auch in den Krieg ziehen zu wollen. Aber ich war damals etwas zu jung. Dann kam der Zweite Weltkrieg. Wenn ich mir überlege, wie wenig wir mit dem Ersten Weltkrieg erreicht haben. Warum zum Teufel muss eine ganze Generation junger Männer umgebracht werden, um wieder nichts zu erreichen?“[8]

[...]


[1] Helnwein: Wer ist Carl Barks. S. 238. (Übersetzung: Meine größte Quelle der Freude in Comics von Carls Barks ist die Phantasie seiner Geschichten. Sie sind so voller verrückter Ideen - einzigartig und besonders ...)

[2] Barrier: Carl Barks. Die Biographie. S. 30.

[3] ebd.

[4] Barrier: Carl Barks. Die Biographie. S. 31.

[5] Abb.: Helnwein: Wer ist Carl Barks. S. 22.

[6] Abb.: ebd. S.30.

[7] Barrier: Carl Barks. Die Biographie. S. 36.

[8] ebd. S. 37.

Ende der Leseprobe aus 21 Seiten

Details

Titel
Carl Barks. Wie die Enten die Welt eroberten
Hochschule
Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg  (Institut für Bildungswissenschaft)
Veranstaltung
Neuere Kinder - und Jugendliteratur
Note
1,5
Autor
Jahr
2012
Seiten
21
Katalognummer
V265026
ISBN (eBook)
9783656545873
ISBN (Buch)
9783656545859
Dateigröße
1185 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
carl, barks, enten, welt
Arbeit zitieren
Stefanie Bucher (Autor), 2012, Carl Barks. Wie die Enten die Welt eroberten, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/265026

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