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Zur Shop-Startseite › Politik - Thema: Europäische Union

Die Regulierung des europäischen Fußball-Transfermarktes

Von Bosman zu Financial Fair Play

Titel: Die Regulierung des europäischen Fußball-Transfermarktes

Bachelorarbeit , 2013 , 30 Seiten , Note: 2,0

Autor:in: Carsten Müller (Autor:in)

Politik - Thema: Europäische Union
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Die „Spezifität des Sports“ (Infantino 2007) beschreibt die Stellung des Sports in der Schnittstelle zwischen Gesellschaft, Politik und Wirtschaft, was diesen Bereich zu einem einzigartigen Untersuchungsgegenstand macht. Aufgrund dieser Stellung galt für den Sport traditionell eine Form der Selbstregulierung, die es ihm möglich machte, unabhängig Regeln zu setzen. Von Seiten der Europäischen Union entstand ein Regulierungsbedarf durch die fortschreitende Kommerzialisierung des Sports, die wesentliche Veränderungen des Industriesektors und der inneren Struktur zur Folge hatte. Der europäische Regulierungsansatz in Bezug auf Sport richtet sich nach den marktorientierten Aspekt des Sports und die Monopolstellung der Verbände. Dabei wird dem europäischen Ansatz vorgeworfen, dass er die „Spezifität des Sports“ und das bestehende System der Selbstregulierung vernachlässigt (Meier 2009). Zu Beginn des Aufeinandertreffens von Sport und der Europäischen Union stand der Konflikt zwischen der Europäischen Kommission und der UEFA (United Federation of Football Associations), über den Einklang des europäischen Fußball- Transfersystems mit den Prinzipien der Freizügigkeit und des Wettbewerbsrecht, im Vordergrund. Mit dem „Bosman- Urteil“ des Europäischen Gerichtshofs kam das Thema auch auf die Agenda des Europäischen Rates und des Europäischen Parlaments. Schließlich wurde der Bereich Sport mit dem am 01.12.2009 in Kraft getretenen Vertrag von Lissabon in den EU- Verträgen verankert. Die Art. 6. und 145. des Lissaboner Vertrages heben die besondere Rolle des Sports für Europa hervor, die Europäische Union nimmt jedoch nur eine unterstützende und fördernde Rolle ein und besitzt keine rechtlichen Kompetenzen im Bereich Sport (Sportministerium 2013).
Diese Arbeit beschäftigt sich mit der europäischen Integration von Sport und geht der Forschungsfrage nach, welche Prozesse und Akteure dafür verantwortlich waren, dass der Bereich Sport in die Struktur der Europäischen Union integriert werden konnte. Aus theoretischer Sicht ist diese Frage in den Diskurs der klassischen Integrationstheorien einzuordnen. Während der Intergouvernementalismus die Frage, ob es sich bei der Integration um einen eigendynamischen, transformativen Prozess handelt, verneint und die entscheidende Rolle der Mitgliedsstaaten hervorhebt, so betont der Supranationalismus die autonome Rolle der supranationalen Organe der EU und identifiziert eine Eigendynamik, die sich der Kontrolle der Mitg

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. EINLEITUNG

2. THEORIEN UND KONZEPTE

2.1. Traditionelle Ansätze

2.2. Politik im Mehrebenensystem

3. FALLBEISPIEL: DER EUROPÄISCHE FUßBALL- TRANSFERMARKT

3.1. Phase der Konfrontation

3.2. Phase der Kooperation

4. ANALYSE

5. SCHLUSSFOLGERUNGEN

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht die europäische Integration des Sports, insbesondere die Prozesse und Akteure, die zur Verankerung dieses Bereichs in der Struktur der Europäischen Union geführt haben. Im Fokus steht dabei die Forschungsfrage, wie Sport trotz seiner ursprünglich autonomen Selbstregulierung in das EU-System integriert werden konnte.

  • Analyse der klassischen Integrationstheorien im Kontext des Sports
  • Anwendung des Mehrebenensystems auf die Sportpolitik
  • Verlaufsanalyse (Process-tracing) am Fallbeispiel des europäischen Fußball-Transfermarktes
  • Untersuchung des Wandels von der Konfrontation (Bosman-Urteil) zur Kooperation
  • Evaluation der Bedeutung des "Financial Fair Play" und der Vertragsänderungen von Lissabon

Auszug aus dem Buch

3.1. Phase der Konfrontation

Der europäische Fußball- Transfermarkt ist durch die bereits angesprochene Selbstregulierung der nationalen Verbände und des europäischen Dachverbandes, der UEFA, geprägt. Als Kernelement des Transfermarkts sind die zwei Normen, das Transfersystem und die nationalen Quoten, zu nennen. Um für einen Verein auflaufen zu dürfen, müssen Spieler bei den Verbänden registriert sein und akzeptieren damit das Transfersystem, welches festlegt, unter welchen Bedingungen ein Spieler den Verein wechseln kann. Abgesehen von seiner vertraglich festgelegten Bindung an den Verein, ist ein Spieler durch nationale Quoten in den Fußballligen eingeschränkt. Diese Quoten legen fest, wie viele Spieler aus einem anderen Land eingesetzt werden dürfen und sind dafür vorgesehen, die Nationalmannschaften durch Schutz des Nachwuchses zu fördern. Zudem erhofft man sich eine Identifikation mit dem Fan (García 2007a).

Zur Legalität des Transfersystems und der Quoten äußerte sich die UEFA erstmals 1973 in einem internen Report: “It will come a moment in which individuals will start to claim their rights under EC law for free movement and employment. The professional players will then have a tendency to invoke free movement to attack the international structure of football“(UEFA 1973). Sie prophezeite damit, dass Spieler zukünftig ihre durch das EU- Recht gegebenen Freiheiten einklagen werden und dass die internationale Struktur des Fußballs dadurch verändert werden würde. Trotzdem kam die UEFA in demselben Report zu dem Schluss, dass das Transfersystem vor den Einflüssen des EU- Rechts vorerst sicher sei (UEFA 1973). In nur kurzer Zeit zeigte sich wie Recht die UEFA mit ihrer Prophezeiung hatte.

Zusammenfassung der Kapitel

1. EINLEITUNG: Einführung in die „Spezifität des Sports“ und Darstellung des Konflikts zwischen Sportverbänden und EU-Recht sowie die Formulierung der Forschungsfrage.

2. THEORIEN UND KONZEPTE: Theoretische Einordnung durch Intergouvernementalismus, Supranationalismus und das Konzept des Mehrebenensystems zur Analyse politischer Integration.

3. FALLBEISPIEL: DER EUROPÄISCHE FUßBALL- TRANSFERMARKT: Empirische Untersuchung der Integration des Sports durch die Phasen der Konfrontation und Kooperation, insbesondere am Beispiel des Fußball-Transfersystems.

4. ANALYSE: Überprüfung der theoretischen Annahmen anhand der Ergebnisse des Fallbeispiels, um die kausalen Prozesse der Sportintegration zu identifizieren.

5. SCHLUSSFOLGERUNGEN: Zusammenfassende Beantwortung der Forschungsfrage und Ausblick auf die weitere Entwicklung der Sportregulierung in Europa.

Schlüsselwörter

Europäische Integration, Sportpolitik, Fußball-Transfermarkt, Bosman-Urteil, Financial Fair Play, Mehrebenensystem, Intergouvernementalismus, Supranationalismus, Europäische Kommission, UEFA, Vertragsverankerung, politische Steuerung, Verlaufsanalyse, Sportautonomie, Sozialdialog.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?

Die Bachelorarbeit analysiert, wie der Bereich Sport in das politische System der Europäischen Union integriert wurde und welche Akteure diesen Prozess maßgeblich beeinflusst haben.

Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?

Die Schwerpunkte liegen auf dem europäischen Fußball-Transfermarkt, der Entwicklung von EU-Recht im Sportbereich und dem Spannungsfeld zwischen sportlicher Selbstregulierung und supranationalem Wettbewerbsrecht.

Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?

Das Ziel ist es, die Prozesse und Akteure zu identifizieren, die dafür verantwortlich waren, dass der Sport in die Struktur der EU integriert wurde, unter Anwendung klassischer Integrationstheorien.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Der Autor nutzt eine Verlaufsanalyse (Process-tracing) als zentrale Methode, um kausale Prozesse der europäischen Integration anhand eines Fallbeispiels nachzuvollziehen.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Fundierung, die Anwendung der Theorien auf das Fallbeispiel des Fußball-Transfermarktes und die anschließende Analyse der verschiedenen Integrationsphasen.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit ist durch Begriffe wie europäische Integration, Bosman-Urteil, Financial Fair Play, Mehrebenensystem und Sportautonomie charakterisiert.

Welche Rolle spielt das "Bosman-Urteil" in diesem Kontext?

Das Urteil gilt als entscheidender Wendepunkt, der die Anwendbarkeit von EU-Recht auf den Sport rechtlich bestätigte und den Integrationsdruck auf die Verbände massiv erhöhte.

Wie bewertet die Arbeit die aktuelle Situation des "Financial Fair Play"?

Die Arbeit sieht im Financial Fair Play eine Form der "supervised autonomy", bei der sich Verbände in Kooperation mit supranationalen Institutionen selbst regulieren, um finanzielle Stabilität zu gewährleisten.

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Details

Titel
Die Regulierung des europäischen Fußball-Transfermarktes
Untertitel
Von Bosman zu Financial Fair Play
Hochschule
Universität Mannheim
Note
2,0
Autor
Carsten Müller (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2013
Seiten
30
Katalognummer
V265039
ISBN (eBook)
9783656544166
ISBN (Buch)
9783656544814
Sprache
Deutsch
Schlagworte
EU UEFA Financial Fair Play Europäische Integration Fußball
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Carsten Müller (Autor:in), 2013, Die Regulierung des europäischen Fußball-Transfermarktes, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/265039
Blick ins Buch
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Leseprobe aus  30  Seiten
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