Islamischer Religionsunterricht an deutschen Schulen


Essay, 2010
13 Seiten, Note: 2,0

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Einleitung

Rechtliche Voraussetzungen

Islamischer Religionsunterricht in der Praxi
Islamischer Religionsunterricht in Österreic
Modellversuche in Deutschlan
Islamischer Lehrpla

Welche Chancen bietet der islamische Religionsunterrich

Fazit

Literaturverzeichni

Einleitung

Die Deutsche Islamkonferenz konkretisierte am 13. März 2008 in ihrer Plenumssitzung die Forderung der Muslime in Deutschland nach einem islamischen Religionsunterricht auf Grundlage von Art.7 Abs.3 GG.[1]

Islamischen Religionsunterricht als ordentliches Lehrfach einzuführen ist keine neue Idee. Es existiert sogar schon Islamunterricht an deutschen Schulen, allerdings erst als Modellversuche in einigen Bundesländern. Die Ausweitung auf ganz Deutschland scheitert im Moment noch an verschiedenen Problemen, die im Folgenden etwas genauer zur Sprache kommen sollen. Allerdings sollen auch die Chancen, die eine solche Einführung bietet, nicht außer Acht gelassen werden.

Zuerst wird der rechtliche Rahmen geklärt, an den jeder Religionsunterricht in Deutschland gebunden ist. Dazu muss man den oben erwähnten Art.7 Abs.3 des Grundgesetzes genauer betrachten. Danach werden einige besonders bemerkenswerte Modellversuche genauer erläutert. Hier soll der Schwerpunkt auf Baden-Württemberg liegen und im Anschluss auch der Lehrplan, nach dem in diesem Bundesland unterrichtet wird, genauer untersucht werden.

All dies führt dann zu der Frage: Brauchen wir islamischen Religionsunterricht an deutschen Schulen? Gibt es tatsächlich gute Gründe, ein solches Lehrfach einzuführen?

Rechtliche Voraussetzungen

In Deutschland wird Religionsunterricht an öffentlichen Schulen angeboten. Dies ist keine Selbstverständlichkeit, da in unserem Grundgesetz die Trennung von Kirche und Staat festgesetzt ist. In Deutschland ist diese Trennung allerdings anders gestaltet als in anderen Ländern. In Frankreich zum Beispiel wird Religion und Staat strikt getrennt, was konkret bedeutet, dass das Gesetz zwar Gewissensfreiheit und freie Religionsausübung garantiert, aber Religion im öffentlichen Raum, also auch an staatlichen Schulen, nicht zulässt.

In Deutschland ist neben der Religionsfreiheit auch der Religionsunterricht als ordentliches Lehrfach an den öffentlichen Schulen durch das Grundgesetz gesichert. Dort heißt es in Artikel 7: „Der Religionsunterricht ist in den öffentlichen Schulen mit Ausnahme der bekenntnisfreien Schulen ordentliches Lehrfach. Unbeschadet des staatlichen Aufsichtsrechtes wird der Religionsunterricht in Übereinstimmung mit den Grundsätzen der Religionsgemeinschaften erteilt. Kein Lehrer darf gegen seinen Willen verpflichtet werden, Religionsunterricht zu erteilen.[2] Das bedeutet, dass der Religionsunterricht ein versetzungs-relevantes Fach ist, und dass eine staatliche Schule, mit Ausnahme der bekenntnisfreien Schulen, verpflichtet ist, dieses Fach zu lehren.[3] Das Interessante ist, dass die Inhalte des Religionsunterrichts durch die Religionsgemeinschaft festgelegt werden und nicht der Staat den Lehrplan vorgeben kann.[4] Der Staat gibt den Rahmen vor, in dem der Religions-unterricht stattfindet. Er stellt also Unterrichtsräume an den staatlichen Schulen zur Verfügung und lässt Lehrkräfte an staatlichen Hochschulen ausbilden, kann aber keinen inhaltlichen Einfluss auf das Gelehrte nehmen. Den Lehrplan erarbeiten, im Falle des evangelischen Religionsunterrichts, die Landeskirchen und die Theologischen Fakultäten der Hochschulen. Dieser muss dann vom Staat als verfassungsgemäß anerkannt und genehmigt werden, da der Staat nach Artikel 7 Absatz 1 des Grundgesetzes immer noch das Aufsichtsrecht über das Schulwesen, also auch über den Religionsunterricht hat.

Die Religionsgemeinschaft, die das Recht auf diesen Religionsunterricht in Anspruch nimmt, muss allerdings keine christliche sein. Immer öfter besteht in Deutschland der Wunsch muslimischer Kinder und Jugendlicher einen islamischen Religionsunterricht in deutscher Sprache besuchen zu können. Dies setzt aber voraus, dass ein entsprechender Ansprechpartner auf islamischer Seite existiert, der dem Staat als Religionsgemeinschaft gegenüberstehen kann. Dies ist in Deutschland an den meisten Stellen das Problem, wenn es um die Einrichtung eines islamischen Religionsunterrichts geht, da zwar viele Muslime in Deutschland leben und zur Schule gehen, es aber nur verstreute islamische Verbünde gibt, die nur einen Teil der islamischen Bevölkerung vertreten können. Ein Verband, der rechtlich als Religionsgemeinschaft anerkannt werden will, muss bestimmte Bedingungen erfüllen. Sein Schwerpunkt müsste die Erfüllung von religiösen Aufgaben sein, viele muslimische Verbände legen aber auch zentralen Wert auf kulturelle und soziale Schwerpunkte. Außerdem sollte er eine gewisse Beständigkeit garantieren, um auch zukünftig einen Religionsunterricht mittragen zu können.

[...]


[1] Islamischer Religionsunterricht – Ein Thema der DIK. www.deutsche-islam-konferenz.de

[2] Grundgesetz der Bundesrepublik Deutschland. Artikel 7, Absatz 3.

[3] vgl. Hildebrandt: Das Grundrecht auf Religionsunterricht. S.44-47.

[4] vgl. ebd. S.66-67.

Ende der Leseprobe aus 13 Seiten

Details

Titel
Islamischer Religionsunterricht an deutschen Schulen
Hochschule
Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg  (Praktisch-Theologisches Seminar)
Veranstaltung
Einführung in die Religionspädagogik
Note
2,0
Autor
Jahr
2010
Seiten
13
Katalognummer
V265048
ISBN (eBook)
9783656543848
ISBN (Buch)
9783656544418
Dateigröße
496 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
islamischer, religionsunterricht, schulen
Arbeit zitieren
Stefanie Bucher (Autor), 2010, Islamischer Religionsunterricht an deutschen Schulen, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/265048

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