Medienkonvergenz im digitalen Zeitalter

Welche Risiken und Potenziale bieten sich dem TV-Markt?


Diplomarbeit, 2012
88 Seiten, Note: 1,3

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Abbildungsverzeichnis

Abkürzungsverzeichnis

1 Über diese Arbeit
1.1 Einleitung
1.2 Zielsetzung
1.3 Aufbau und Methodik im Detail

2 Thematische Grundlagen
2.1 Der klassische TV-Markt in Deutschland
2.1.1 Entwicklung zum Massenmedium
2.1.2 Struktur des TV-Marktes
2.1.3 Marktabgrenzung nach Finanzierung
2.1.4 Gesellschaftliche und wirtschaftliche Gesichtspunkte
2.1.5 Rechtliche Aspekte
2.1.6 Technische Aspekte
2.2 Zum Begriff der Medienkonvergenz
2.2.1 Begriffsherkunft
2.2.2 Terminologie und Typen von Medienkonvergenz
2.3 Entwicklung der Mediennutzung in Deutschland
2.3.1 Mediennutzung in zeitlicher Hinsicht
2.3.2 Nutzungsmotive von Fernsehen und Internet

3 Medienkonvergenz im TV-Markt
3.1 Entwicklungen durch die Konvergenzeinwirkung im TV-Markt
3.1.1 Einflussfaktoren bei der Entwicklung
3.1.2 Status quo der Konvergenz im TV-Markt
3.2 Technik
3.2.1 Aus analog wird Digital
3.2.2 Hybrid Broadcast Broadband Television (HbbTV) oder auch Smart-TV
3.2.3 Internet Protocol Television (IPTV)
3.2.4 Web-TV
3.3 Auswirkungen auf den TV-Markt
3.3.1 Individualisierung
3.3.2 Interaktivität
3.3.3 Regulierungen im Rahmen der Konvergenz

4 Herausforderungen für den TV-Markt
4.1 Potenziale für TV-Verantstalter
4.1.1 Zuschauerbindung
4.1.2 Effektivere Werbung
4.1.3 Neue Erlösformen
4.1.4 Spezialisierung und Feedback
4.2 Risiken für TV-Verantstalter
4.2.1 Wettbewerb aus anderen Medienbereichen
4.2.2 Negative Auswirkungen bezüglich des Rezipienten
4.2.3 Entwicklung der Werbepreise
4.2.4 Diskriminierung der TV-Veranstalter

5 SWOT-Analyse
5.1 Aggregation und Analyse nach dem SWOT-Prinzip
5.2 Folgerung

6 Fazit und Ausblick

Literaturverzeichnis

Abbildungsverzeichnis

Abb. 1: Aufbau der Arbeit

Abb. 2: TV-Anbietermarkt - Bruttowerbeumsätze 2011 in Mio. Euro (gerundet)

Abb. 3: Mediennutzung im Vergleich: Die Entwicklung der unterschiedlichen Medien in den Zielgruppensegmenten ab 14 Jahre und 14-29 Jahre in Minuten pro Tag

Abb. 4: Personalisierungspyramide

Abb. 5: Entstehung eines multimedialen Marktes mit zunehmendem Wettbewerb von zuvor unabhängiger Beteiligten (vereinfachte Darstellung)

Abb. 6: Sammlung der Faktoren für die SWOT-Analyse

Abb. 7: SWOT-Analyse des TV-Marktes im digitalen Zeitalter

Abkürzungsverzeichnis

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

1 Über diese Arbeit

Zu Beginn dieser Arbeit wird im ersten Kapitel ein Überblick über die gesamte Ausarbeitung gegeben. Um den vollständigen Aufbau nachvollziehbar zu gestalten, werden in der Einleitung besonders die thematischen Gegebenheiten geklärt. Es wird darauf eingegangen, welche Inhalte bearbeitet werden und welche Problemstellung untersucht werden. Nach diesen grundlegenden Aspekten wird auf die Zielsetzung eingegangen. Dieser Teil bezieht sich auf die Intention und mögliche Adressaten dieser Arbeit. Letztendlich wird dann die verwendete Methodik erörtert. Hier stehen der Ablauf der Abhandlung und die SWOT-Analyse als ein verwendetes wissenschaftliches Modell im Fokus.

1.1 Einleitung

Digital-TV, Smart-TV, HbbTV, Web-TV, IPTV, DVB-T/C/S – eine Unmenge an Abkürzungen kursieren rund um das klassische Fernsehen in vielen Berichten. Für die überwiegende Anzahl der Zuschauer ist es praktisch unmöglich, diese Abkürzungen zu verstehen. Selbst in vielen Fachartikeln werden die Begriffe oft nicht korrekt verwendet. Dennoch werden sie aber für jeden Fernsehzuschauer immer relevanter. Einige von ihnen nutzten vielleicht schon verschiedene neue wegweisende Techniken, ohne es zu wissen.

Neben den technischen Errungenschaften im Fernsehen haben sich auch weitere Bereiche gewandelt. Mit der stetigen Ausweitung der Funktionen des Internets wandelten sich auch viele der genutzten Medien und unterliegen fortlaufenden Entwicklungen. Dies kann als kontinuierlicher Angleichungsprozess gesehen werden. Die damit verbundene Annäherung von ursprünglich eigenständigen Medien wird Konvergenz genannt. Die Veränderungen durch die Konvergenz der Medien betrifft Zeitungen, Bücher und im besonderen Maße das Fernsehen.

In dieser Arbeit werden die Veränderungen des TV-Marktes in Deutschland aus Sicht der Anbieter im Rahmen der Konvergenz der Medien analysiert. Es geht dabei besonders um die Risiken und Potenziale, die sich dem TV-Markt bieten. Bei den Veränderungen nehmen oben genannte Begriffe eine wichtige Funktion ein, da sie für den Wandel des klassischen Fernsehens stehen.

Die zentrale Frage ist hierbei, ob das Fernsehen in seiner bekannten Form trotz des medialen Wandels weiter ein Leitmedium mit Massenwirkung bleibt und wie es sich konkret verändert. Eine zum heutigen Zeitpunkt weit in die Zukunft reichende Antwort ist natürlich nicht möglich. Daher stehen wesentliche Aspekte, die sich bis dato analysieren lassen, besonders im Fokus. Aktuelle Entwicklungen und Tendenzen werden zur Beurteilung herangezogen. Alle Teile der Ausarbeitung zielen letztlich auf eine SWOT-Analyse ab, die eine endgültige Einschätzung stützen wird.

Die Ausarbeitung beschränkt sich auf das stationäre Fernsehen in Privathaushalten. Mobiles-TV wird dementsprechend nicht tiefer gehend behandelt.

Die Untersuchung beginnt mit grundlegenden thematischen Einordnungen. Im Anschluss an dieses erste einleitende Kapitel werden alle nötigen thematischen Voraussetzungen rund um die Problemstellung dargelegt. Hier werden der deutsche TV-Markt, der Begriff Konvergenz im Allgemeinen und die Entwicklung der Mediennutzung in Deutschland erörtert.

Die Untersuchung der Entwicklung und der durch die Konvergenz bedingte aktuelle Stand, sowie die technischen Aspekte der rechtlichen Rahmenbedingungen und deren Bedeutung werden erörtert.

Das vierte Kapitel analysiert die Potenziale und Risiken der durch die Konvergenz bedingten Entwicklungen. Im Anschluss daran erfolgt im Kapitel Nummer fünf die Zusammenfassung der bis dahin ausgearbeiteten Faktoren und deren Zusammenführung samt Auswertung in der SWOT-Analyse.

Im sechsten Kapitel wird das Fazit gezogen. Es wird auf die Problemstellung der Arbeit eingegangen und eine auf der Ausarbeitung basierenden Antwort auf die Frage der zukünftigen Aussichten für das Massenmedium Fernsehen gegeben.

1.2 Zielsetzung

Diese Ausarbeitung verfolgt das Ziel der Einschätzung des veränderten TV-Marktes im Rahmen der Konvergenz von Fernsehen und Internet. Die Veränderung des Medienmarktes ist ein Phänomen, das die gesamte Gesellschaft betrifft. Es zeigt sich im Verlauf der Arbeit, dass mit dem Fernsehen das bedeutsamste Massenmedium vor gravierenden Veränderungen steht. In den letzten 20 Jahren hatte kein Medium eine höhere Tagesreichweite als das Fernsehen.[1]

Langfristig könnte das Internet dem Fernsehen aber diese enorme Relevanz streitig machen. In vielen Prognosen ist von einer drohenden Bedeutungslosigkeit des klassischen Fernsehens die Rede.[2] Demzufolge würde ein neues Medium, welches alle bisherigen Medienformen vereint, die Hoheit gewinnen. Ein personalisiertes Portfolio könnte auf Basis des Internets für jede Lebenslage zusammengestellt werden.

In der wissenschaftlichen Debatte sind sich diesbezüglich die Experten uneinig. Manche sprechen von einer Koexistenz des klassischen Fernsehens, wie es auch bei anderen älteren Medien bis lang der Fall ist. Die Tageszeitung beispielsweise existiert trotz steigendem Druck digitaler Medien noch weiter. Andere meinen, dass das Ende des klassischen Fernsehens bereits eingeläutet sei.

Seriöse Studien zeigen verschiedene Szenarien auf, die ein breiteres Spektrum an möglichen Entwicklungen abbilden. Die Frage, wie sich das Fernsehen entwickelt, ist ebenso reizvoll wie schwer zu beantworten. Ziel dieser Arbeit ist es daher, möglichst viele relevante Faktoren und Entwicklungen zu analysieren und aufgrund dieser Zusammenstellung eine nachvollziehbare Einschätzung zur Entwicklung des Fernsehens zu geben.

Die Veränderung des Fernsehens oder wie es im Titel dieser Arbeit heißt des TV-Marktes, bezieht sich im Wesentlichen auf den deutschen TV-Markt. Um Unterschiede herauszustellen, sind internationale Vergleiche möglich. Mit dem TV-Markt sind primär die Anbieter, also die TV-Veranstalter gemeint. Zuschauer, Zulieferer und Werbungtreibende, die auch am TV-Markt beteiligt sind, werden nur sekundär betrachtet.

1.3 Aufbau und Methodik im Detail

Wie bei allen Themen, die sich mit dem Massenmedium Fernsehen befassen, existiert auch bei den Konvergenzentwicklungen im Fernsehen ein sehr breit aufgestellter Diskurs. Es gibt sehr viele periodische Publikationen von Organisationen und Institutionen, die sich mit der Entwicklung des Fernsehens beschäftigen. Mit der Schriftenreihe Media Perspektiven und den Arbeitspapieren des Kölner Instituts für Rundfunkökonomie der Universität zu Köln seien nur zwei genannt. Weltweit gibt es eine Vielzahl von Experten, die sich wissenschaftlich mit der Forschung rund um das Medium Fernsehen und dem konvergierenden Medium - dem Internet - auseinandersetzten. Hier seien mit Prof. Dr. Insa Sjurts, Dr. Bernd Beckert, Prof. Dr. Herbert Kubicek, Prof. Dr. Thomas Hess und Prof. Dr. Klaus Goldhammer nur eine kleine Auswahl deutscher Fachleute erwähnt.

Damit die Fragestellung der Arbeit fundiert beantwortet werden kann, müssen zunächst eine Reihe thematischer Grundlagen erörtert werden. Die damit geschaffte Basis ermöglicht eine Analyse der Bedeutung, die die Konvergenz für das Fernsehen hat und welche Auswirkungen sich bis dato identifizieren lassen.

Nachdem diesem Part, der zum größten Teil aus faktischen Aspekten erarbeitet ist, werden im nächsten Teil die Potenziale und die Risiken der Konvergenz diagnostiziert und erörtert. Die Potenziale beinhalten vor allem strategische Ansätze der Fernsehveranstalter, die sich aus dem veränderten Markt ergeben könnten. Hier werden Strategien behandelt, die einerseits schon praktiziert werden und andererseits ebenfalls solche, die aussichtsreich erscheinen.

Die Analyse der Risiken besteht analog zu den Potenzialen aus Aspekten, die sich bereits eindeutig abzeichnen und solchen, die mit großer Wahrscheinlichkeit mittel- bis langfristig auftreten werden.

Nach diesen Ausführungen werden alle Gesichtspunkte der Arbeit in einer SWOT-Analyse systematisch dargestellt und dienen damit als Grundlage für die Schlussfolgerung, mit der das Fazit verbunden ist. In Abb. 1 wird der Aufbau und somit der Ablauf der Analyse grafisch verdeutlicht.

Die Arbeit sammelt und strukturiert in weiten Teilen die wissenschaftliche Meinung zu dem behandelten Themenkomplex der Konvergenz von Fernsehen und Internet. Diese Teile sind deskriptiv aufgebaut und münden in den analytischen Teil. Hier wird im Wesentlichen mittels einer erweiterten SWOT-Analyse die Beantwortung der Forschungsfrage hergeleitet.

Die sogenannte SWOT-Analyse[3] bündelt alle wesentlichen Informationen einer Unternehmung oder wie hier eines Marktsegmentes. Auch die Rahmenbedingungen, die auf das Untersuchungsobjekt einwirken, werden berücksichtigt. Hierfür werden eine interne und eine externe Analyse vorgenommen. Im vorliegenden Fall werden bei der internen Analyse die TV-Veranstalter mit deren Stärken und Schwächen untersucht. Bei der externen Analyse werden alle veränderten Rahmenbedingungen erörtert und in Chancen und Risiken eingeordnet.

Diese systematische Aufarbeitung ermöglicht eine Positionsbestimmung und damit die Herleitung verschiedener Handlungsempfehlungen. Ein besonderer Fokus liegt auf den möglichen Zukunftsperspektiven. Mit der SWOT-Analyse kann auch erarbeitet werden, in wie weit Defizite durch Potenziale ausgeglichen werden können.[4]

Dieses Modell wurde zur Beantwortung der Fragestellung gewählt, da die SWOT-Analyse eine Gegenüberstellung der Stärken und Schwächen ermöglicht und daraus strategische Folgerungen gezogen werden können.

2 Thematische Grundlagen

In diesem Kapitel werden alle erforderlichen Grundlagen der vorliegenden Arbeit gelegt. Für den weiteren Verlauf sind diese theoretischen Aspekte existenziell. So wird immer wieder auf einzelne hier erörterte Aspekte eingegangen. Besonders im Rahmen der späteren SWOT-Analyse werden die hier erörterten Punkte relevant sein. Betrachtet wird der klassische deutschen TV-Markt, die Terminologie Medienkonvergenz und die Entwicklung der Mediennutzung in Deutschland.

2.1 Der klassische TV-Markt in Deutschland

Das deutsche Fernsehen blickt auf eine Geschichte von fast 80 Jahren zurück. In den Anfangsjahren war der Empfang von Bewegtbildern auf dem Fernsehgerät noch nicht sehr weit verbreitet. Ein geregelter Programmbetrieb startete im März 1935[5]. Zu dieser Zeit war der Fernsehkonsum auf einen Gemeinschaftsempfang in sogenannten Fernsehstuben ausgelegt. Erst sukzessive entwickelte sich das Fernsehen zu einem Medium mit großer Reichweite und somit zu einem wirklich relevanten Massenmedium.

Der deutsche TV-Markt spielt in der vorliegenden Arbeit eine bedeutende Rolle und wird aus diesem Grund im Folgenden umrissen. Dabei werden der historische Hintergrund des Fernsehsystems, die Marktstrukturen und die wichtigsten Akteure des TV-Marktes erläutert. Die Entwicklung und der Istzustand stehen hierbei besonders im Fokus, damit in den folgenden Kapiteln die etwaigen Veränderungen durch den Einfluss der Konvergenz im Medienbereich verglichen werden können.

2.1.1 Entwicklung zum Massenmedium

Die Rundfunklandschaft in Deutschland wurde, wie die gesamte Medienlandschaft, ganz entscheidend durch die Besatzungsmächte nach dem Zweiten Weltkrieg beeinflusst. Die Alliierten führten einen neuen, stark reglementierten Rundfunk- und Verlegermarkt ein. Journalisten, die im Dritten Reich aktiv waren, sollten sich nicht an der zukünftigen gesellschaftlichen Meinungsbildung beteiligen können. Zulassungsbedingungen für Medienschaffende und Lizenzen für Sender oder Verleger regelten in den Nachkriegsjahren die Tätigkeiten im Mediensektor. In den Folgejahren formierten sich sechs Landesrundfunkanstalten.[6]

15 Jahre nach Gründung der Bundesrepublik Deutschland wurde das erste deutschlandweite Fernsehprogramm von der Arbeitsgemeinschaft der öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten der Bundesrepublik Deutschland (ARD) ausgestrahlt. Zu dieser Zeit war das Sendespektrum mit wenigen Stunden pro Tag noch sehr überschaubar.

Mit der Einführung des Farbfernsehens im Jahre 1967 wurde das neue Medium immer beliebter. Gab es 1952 gerade einmal 300 Teilnehmer, steigerte sich die Zahl der Empfänger über das Jahr 1957 (1 Mio.) bis 1964 auf 7 Mio.[7] Der Siegeszug des Bewegtbildes im Wohnzimmer stellte sich zu der Zeit weltweit ein. Die stetig steigende Teilnehmerzahl bis hin zu aktuell ca. 40 Mio.[8] Fernsehhaushalten in Deutschland unterstreicht die Eigenschaft des Fernsehens als Massenmedium.

Solche sogenannte Massenmedien sind räumlich unabhängig, können also so gut wie überall empfangen werden und erreichen somit ein großes Publikum. Durch die unproblematische Empfangbarkeit sind sie Teil der öffentlichen Kommunikation und durch die Übermittlung von Informationen aller Art ein wichtiger Bestandteil der Gesellschaft.[9] Die Grundeigenschaft des großen Empfängerkreises und der umfangreichen Programmerstellung erfordert eine entsprechende Markt- und Netzstruktur. Diese Strukturen spielen bei vielen Betrachtungen dieser Arbeit eine bedeutende Rolle und werden daher in den nächsten Absätzen in den wesentlichen Bestandteilen kurz erläutert.

2.1.2 Struktur des TV-Marktes

Die Struktur der TV-Märkte ist in großen Teilen von der Organisationsform abhängig. Diese lässt sich besonders durch die Art der Finanzierung differenzieren. Weltweit existieren drei koexistente Formen, die zu einem späteren Zeitpunkt noch genauer erläutert werden, nämlich:

-staatlich
-öffentlich-rechtlich und
-privat-kommerziell.

Das staatliche Fernsehen wird mit Mitteln des Staatshaushalts betrieben, das öffentlich-rechtliche aus gemeinschaftlich aufgebrachten Gebühren der Rezipienten und das privat-kommerzielle muss sich durch das Erwirtschaften von Erlösen refinanzieren.[10] Die erwähnte Koexistenz, hier in Form einer Kombination von öffentlich-rechtlich und privat-kommerziell, beschreibt die derzeitige Organisationsform in Deutschland. Diese Konstellation wird mehrheitlich „Duales System“ genannt.[11]

Wie im historischen Abriss zum heutigen Massenmedium Fernsehen oben angedeutet wurde, beschränkte sich der Fernsehmarkt zunächst auf ein kleines, öffentlich-rechtliches Angebot. Mit der Gründung des Zweiten Deutschen Fernsehens (ZDF) im Jahr 1963 existierten fortan zwei überregionale öffentlich-rechtliche Sender.

Zum Dualen System wurde der deutsche TV-Markt erst 1984 mit verbesserten technischen Rahmenbedingungen hinsichtlich der Sendemöglichkeiten. Sie machten es möglich, dass dem Ruf nach einer facettenreicheren Berichterstattung nachgegeben werden konnte. Schon 1981 forderte das Bundesverfassungsgericht im sogenannten FRAG-Urteil die Öffnung und somit eine Diversifizierung des TV-Marktes zugunsten privater Anbieter.[12] Das Urteil stützte sich vor allem auf die in Art. 5 Abs. 1 des Grundgesetzes zugesicherte Freiheit des Rundfunks. Mit dem Sendestart von Radio Television Luxemburg (RTL) und Sat.1 im Jahr 1984 bzw. 1985 wurde der deutsche Fernsehmarkt dann auch für den Rezipienten dual.[13]

Heute gibt es eine Vielfalt verschiedener Fernsehsender, die sich in Voll-, Sparten- und Lokalprogramme aufteilen. Die Programme unterscheiden sich durch die Zusammenstellung der Inhalte und die angestrebte Zielgruppe. Vollprogramme bieten beispielsweise der öffentlich-rechtlichen Sender ARD oder der privat-kommerzielle Sender RTL. Hier wird eine breite Zielgruppe angesprochen und demzufolge ein vielfältiges Programm angeboten. Für die Zusammenstellung eines Vollprogramms sind explizite Regelungen im Rundfunkstaatsvertrag festgelegt.[14] Wie schon bei der Grundsatzentscheidung zur Öffnung des Fernsehmarkts (s. o.) sollten mit diesen Regelungen den Ansprüchen auf eine ausgewogene Berichterstattung genüge getan werden. Beispiele für Spartensender sind ARD, RTL und Pro7.

Das Pendant zum Vollprogramm, also das Spartenprogramm, ist weniger ausgewogen. Diese Sender gehen auf eine speziellere Zielgruppe ein und sind programmlich voll auf die Wünsche und Bedürfnisse eben dieser ausgelegt. Musterbeispiele für diese Art von Sendern sind z. B. der Kindersender Super RTL und der Sportsender Sport 1.[15]

2.1.3 Marktabgrenzung nach Finanzierung

Im Anschluss an die Differenzierung hinsichtlich der Organisationsform im vorherigen Teil wird jetzt noch einmal die Finanzierung angesprochen. Dabei unterteilt sich die Riege der privat-kommerziellen Anbieter noch einmal in:

-Free-TV-,
-Pay-TV- und
-Teleshopping- bzw. Call-in-Anbieter.[16]

Teleshopping und Call-in-Sender nehmen eine Sonderform unter den Fernsehsendern ein. Beim Teleshopping stehen nicht die Medieninhalte für die Finanzierung im Vordergrund, sondern die Erlöse aus dem Produktabsatz in Form von Waren oder Dienstleistungen.[17] Reine Call-in-Anbieter stellen nur einen sehr kleinen Teil des TV-Marktes dar. Call-in Programme werden auch Transaktionsfernsehen genannt. Sie finanzieren sich bevorzugt durch Telefonmehrwertdienste. Der Rezipient wird motiviert, durch Aufrufe in Form von Gewinnspielen o. ä. sogenannte Transaktionen auszulösen.[18] Beide kurz umrissenen Formen werden aus Gründen geringer Relevanz nicht tiefergehend erörtert.

Als Grundlage für die folgenden Kapitel und zur Erläuterung der wesentlichen Interessensgruppen im TV-Markt werden die beiden anderen Formen genauer untersucht. Free-TV-Anbieter zeichnen sich dadurch aus, dass sie zur Refinanzierung des Senders von drei Märkten abhängig sind.

Das Modell der Interdependenzstruktur von Medienmärkten nach Weber[19] wird hier zumindest vereinfacht herangezogen werden, um die beteiligten Märkte und deren gegenseitige Abhängigkeit zu verdeutlichen. Zur Bereitstellung eines TV-Programms für den Rezipientenmarkt müssen entsprechende Inhalte produziert bzw. eingekauft werden. Dafür wird der Inhalte- und Beschaffungsmarkt genutzt.

Zur Finanzierung dieser Investitionen des TV-Anbieters müssen auf dem dritten beteiligten Markt, dem Werbemarkt, entsprechende Einnahmen durch den Verkauf von Werbung erzielt werden. Die Werbungtreibenden investieren ihrerseits aber nur in Werbeschaltungen, wenn eine entsprechende Zielgruppe und nachgewiesene Reichweite vorhanden ist.

Diese Reichweite wird im TV-Markt Quote genannt[20] und ist von der Menge der Zuschauer abhängig. Wie viele Zuschauer sich einem Programm widmen, hängt wiederum von der Befriedigung ihrer Anforderung an das Programm ab. Interessante Inhalte (aus Sicht der Rezipienten) honoriert er dem TV-Anbieter mit Aufmerksamkeit, die sich wiederum in der schon erwähnten Einschaltquote widerspiegelt. Somit kann der Werbepreis steigen und damit auch die Erlöse. Bei diesem nur grob umrissenen wechselseitig bedingten Phänomen handelt es sich um die sogenannte Anzeigen-Auflagen-Spirale.[21] Der Free-TV-Markt ist mit den genannten Interessengruppen die aufwendigste Finanzierungsform.

Letztlich bleibt noch die Beschreibung von Pay-TV-Anbietern. Die Finanzierung der TV-Angebote dieser Anbieter nimmt unter den verschiedenen Finanzierungsarten eine besondere Rolle ein. Die bereits genannten Formen setzten alle auf ein Free-to-Air Prinzip. Das bedeutet, dass der Empfang unverschlüsselt ist und somit jedem Rezipienten mit einer entsprechenden Empfangseinheit möglich ist. Die Inhalte dieser Programme werden als öffentliches Gut bezeichnet. Bei Pay-TV-Programmen handelt es sich um Clubgüter.[22] Hier kann der Rezipient durch eine Verschlüsselung ausgeschlossen werden. Zugang zu den somit exklusiven Inhalten bekommen nur Kunden, die eine Nutzungsgebühr entrichten.[23] Die Angebote werden aufgrund des direkten Erlöses durch den Rezipienten weitestgehend werbefrei gehalten. Eine Abhängigkeit von dem Werbemarkt besteht somit nicht.

Die Beschreibung der Erlösformen ist, wie eingangs schon erwähnt, zum besseren Verständnis der Rahmenbedingungen im TV-Mark gedacht und um die Entwicklungen im Zuge der Konvergenz im digitalen Zeitalter besser verdeutlichen zu können. Die Schilderungen begrenzen sich auf die wesentlichsten Aspekte. Aufgrund der Modellhaftigkeit wurde nicht darauf eingegangen, dass Free-TV- und Pay-TV-Anbieter auch noch andere Erlösquellen wie z. B. Sponsoring oder solche aus verwandten Geschäftsfeldern haben. Auch öffentlich-rechtliche Sender, die oben als Gebühren finanziert dargestellt wurden dürfen, wenn auch stark reglementiert, Werbeerlöse verbuchen.

Festzuhalten bleibt, dass es mit dem Rezipienten-, Inhalte- bzw. Beschaffungs- und dem Werbemarkt drei Interessengruppen rund um den TV-Anbieter gibt. Die unterschiedlichen Erlösmodelle bringen jeweils eigene Abhängigkeiten und wechselseitige Interdependenzen mit sich.

2.1.4 Gesellschaftliche und wirtschaftliche Gesichtspunkte

TV-Märkte und deren Veranstalter haben nicht nur in Deutschland einen wesentlichen Einfluss auf die gesellschaftliche Meinungsbildung. Aus diesem Grund wird in diesem Teil erläutert, auf welche wirtschaftlichen Einheiten diese Meinungsmacht beruht. Hierzu wird die Differenzierung nach öffentlich-rechtlichen und privat-kommerziellen Anbietern von oben aufgegriffen. Bei dieser Betrachtung wird auch die Stellung des TV-Marktes am gesamten Medienmarkt dargestellt. Ein weiteres Augenmerk wird dann noch kurz auf die wirtschaftliche Bedeutung des TV-Marktes in Deutschland gelegt.

Die Schilderungen des Kapitels „Entwicklung zum Massenmedium“ lassen vermuten, dass sich mittlerweile eine sehr differenzierte TV-Landschaft in Deutschland gebildet hat. Hinsichtlich der Fülle an Voll- und Spartenprogrammen trifft das in jedem Fall zu. Unter Berücksichtigung einer Konzernzugehörigkeit der Sender wird aber deutlich, dass es in Deutschland zwei große Medienkonzerne (RTL-Group und ProSiebenSat.1)[24] sowie die zwei öffentlich-rechtlichen Anbieter ARD und ZDF gibt.

Abb. 2 verdeutlicht die wirtschaftlichen Machtverhältnisse anhand des relevanten Werbemarktes unter Berücksichtigung der Bruttowerbeumsätze der genannten Einheiten. Die Betrachtung des Werbemarktes als relevanten Markt ist naheliegend, da dieser bisher die größte Erlösquelle der TV-Anbieter ausmacht. Es zeigt sich sehr deutlich, dass die RTL-Group und die ProSiebenSat.1 Media AG den Werbemarkt dominieren und ihn sich fast gleichmäßig aufteilen. Die öffentlich-rechtlichen Anbieter spielen aufgrund der weiter oben erwähnten Restriktionen nur eine untergeordnete Rolle.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb. 2: TV-Anbietermarkt - Bruttowerbeumsätze 2011 in Mio. Euro (gerundet)

(Eigene Darstellung in Anlehnung an Dreiskämper [2009], S. 132. Quelle der Daten 2011: Nielsen Media Research [2012] zitiert nach IP Deutschland [2012], S. 2).

Nach dieser erlösorientierten Gewichtung der TV-Anbietergruppen bietet es sich an, auch die Zuschauermarktanteile zu erwähnen. Dieser Größe ist primär nicht wirtschaftlich zu verstehen, sondern bezieht sich auf die kumulierte Reichweite[25] der TV-Anbietergruppen und spiegelt so wider, wie viele Zuschauer mit den Inhalten erreicht und beeinflusst werden können. Der Rundfunkstaatsvertrag (vgl. Kapitel 2.1.5) beinhaltet zu diesem gesellschaftlich wichtigen Thema den Unterpunkt Sicherung der Meinungsvielfalt.[26] Es ist festgelegt, wie hoch die Konzentration der Marktakteure sein darf, um die sogenannte Meinungsvielfalt sicherzustellen. Mit der Kommission zur Ermittlung der Konzentration im Medienbereich[27] (KEK) besteht eine Instanz der Landesmedienanstalten, zur Überwachung eben dieses Bereiches.

Zur Einschätzung der Meinungsmacht der aktiven Veranstaltergruppen des deutschen Fernsehmarktes sollen die Zuschauermarktanteile herangezogen werden. Diese werden kontinuierlich von der Gesellschaft für Konsumforschung (GfK) erhoben. Im vergangenen Jahr (2011) sahen die Anteile wie folgt aus: öffentlich-rechtlicher Rundfunk 41,7 Prozent (ARD 24,9 Prozent und ZDF 16,8 Prozent), RTL-Group 26,5 Prozent und Pro7Sat.1 22,9 Prozent. Die Unterschiede in den letzten Jahren sind sehr gering und werden daher vernachlässigt.[28] Es zeigt sich, dass die Anteile relativ ausgeglichen sind. Laut Rundfunkstaatsvertrag bilden 30 Prozent Zuschauermarktanteil die Grenze, bei der eine marktbeherrschende Stellung vermutet wird.[29] Besonders die RTL-Group hat also keinen großen Spielraum mehr um weitere Marktanteile zu gewinnen. Hinzu kommt noch, dass auch Medien aus anderen Bereichen zugerechnet werden.[30] Die RTL-Group ist durch die komplexe Konzernstruktur mit mehreren privaten Medienverlagen verbunden.[31] Die KEK beobachtet die Entwicklung sehr genau, weil sie einen zu großen publizistischen Einfluss befürchtet.[32]

Diese Schilderungen zur Kontrolle und Messung der Meinungsvielfalt in Deutschland und der Einfluss der jeweiligen TV-Anbieter zeigen, welcher Stellenwert den Medien in Deutschland zugesprochen wird. Die gesellschaftliche Relevanz des Mediensektors ist in einer Demokratie von großer Bedeutung. Meier und Trappel sprechen im Rahmen der Medienkonzentration von einem bedeutenden Problem für die Demokratie. Sie merken an, dass eine politische Einflussnahme von Medienkonzernen nicht zu vermeiden ist.[33]

Zur Gewährleistung einer neutralen und vielfältigen Berichterstattung, die nicht ausschließlich wirtschaftlich orientiert ist, erscheinen die dargelegten Kontrolldimensionen durchaus sinnvoll.

2.1.5 Rechtliche Aspekte

Nachdem im letzten Teil schon einige Kontrollorgane des Rundfunkrechtes angesprochen wurden, werden jetzt noch kurz alle wesentlichen Bestandteile des Rundfunkrechtes dargelegt und erläutert. Dieses Rechtsgebiet steht im Rahmen der Konvergenz im Medienbereich vor einer besonderen Herausforderung. Ursprünglich waren alle Distributionswege der Medien klar voneinander abgrenzbar: Radio, Fernsehen, Telefon und Druckerzeugnisse, alle Medien hatten feste Distributionsnetze bzw. -wege. Heute sind die Grenzen fließend. Aus der vergangenen Zeit stammt auch die heute etwas unmodern klingende Bezeichnung Rundfunkrecht. Später wurde mit dem Telemediengesetz auf die neuen Verbreitungswege des Internets reagiert. Diese Regelungen werden aber erst später im Bereich der Konvergenz im Kapitel 3.3 behandelt.

Der Begriff Rundfunk ist gesetzlich nicht definiert, nach verfassungsrechtlicher Meinung findet er aber Anwendung auf den Hörfunk und das Fernsehen.[34] Die Landesmedienanstalten sind die Aufsichtsbehörde für alle genannten Medien (öffentlich-rechtlich und privat-kommerziell) und sind verantwortlich für den Rundfunkstaatsvertrag.[35] Neben der Erarbeitung von verbindlichen Regelungen vergeben die Landesmedienanstalten auch die nötigen Lizenzen zum Aufbau eines Senders.

Oberstes Ziel aller Handlungen der Landesmedienanstalten ist die Sicherung der Meinungsvielfalt, die schon im Rahmen der gesellschaftlichen Relevanz der Medien angeschnitten wurde. Hierzu überwachen die Landesmedienanstalten das Programm aller distribuierten Medien. Nicht selten entstehen Konflikte zwischen den Aufsicht führenden Organen und den Programmveranstaltern. Mayer macht in diesem Kontext auf die Brisanz potenzieller Entscheidungen aufmerksam und merkt an, dass die zugrunde liegenden Regelungen nicht einfach zu handhaben sind.[36] So liegt eine Schwierigkeit z. B. darin, dass die Programmqualität nicht hinreichend überprüft werden kann.

Die Landesmedienanstalten verwalten sich selbst und haben nur eingeschränkte Rechtssetzungsbefugnisse. Mögliche rechtliche Regelungen sind davon abhängig, in wieweit der Gesetzgeber schon einen Rechtsrahmen geschaffen hat.[37] Nach diesem kurzen Überblick über die Regularien des Rundfunks und die damit verbundenen Organe werden nun zum Abschluss dieser Ausführungen über den deutschen TV-Markt die technischen Aspekte angeschnitten.

2.1.6 Technische Aspekte

Der klassische TV-Empfang in Deutschland ist über drei Wege möglich: terrestrisch, via Satellit und über Kabel.

Diese drei Empfangsmodelle werden als grundlegender technischer Aspekt der TV-Landschaft nun erläutert.

Die drei Übertragungswege unterscheiden sich hinsichtlich des Signalgangs und der notwendigen Empfangsgeräte. Terrestrischer Empfang bedeutet, dass die TV-Signale anderes als bei der Übertragung über Satelliten, ausschließlich erdnah gesendet werden. Das TV-Signal wird vom TV-Veranstalter kabelgebunden in ein Netz aus Sendeanlagen eingespeist und von dort aus flächendeckend über elektromagnetische Wellen gesendet. Zum Empfang ist eine Haus- oder Zimmerantenne notwendig. Seit 2008 ist die gesamte Bewegtbildübertragung über Funkwellen digitalisiert.[38] Daher wird diese Übertragungstechnik auch Digital Video Broadcast - Terrestrisch (DVB-T) genannt.[39] Dieser Empfangsweg erfordert nur geringe einmalige Kosten für die Antennenanlage.

Die satellitengestützte TV-Übertragung funktioniert ähnlich wie die terrestrische. Allerdings werden hier die Funkwellen zur Übertragung der TV-Signale über Satelliten im Weltall geleitet. Der TV-Veranstalter sendet also das Signal gezielt an einen Satelliten, der das Signal dann an alle empfangsbereiten Haushalte verteilt.[40] Dieser Empfangsweg erfordert vom Rezipienten wesentlich höhere Investitionskosten, bringt aber ebenfalls keine Folgekosten mit sich.[41] Im Jahr 2012 wurde auch dieses Übertragungsnetz komplett auf digitale Signale umgestellt. Dieser Übertragungsweg wird Digital Video Broadcast – Sattelite (DVB-S) genannt. Aufgrund hoher Wechselkosten gibt es nur wenig Wettbewerb unter den Satellitenbetreiber. Durch die auftretenden Netzwerkexternalitäten hat sich ein relevanter Anbieter für das deutsche Fernsehen durchgesetzt. Nahezu alle wichtigen deutschen TV-Programme werden über den Betreiber Astra ausgestrahlt.[42]

Beide bisher erörterten Wege zeichnen sich dadurch aus, dass der Rezipient keine wiederkehrenden Kosten für den Free-TV-Empfang hat. Der Empfang von verschlüsselten Pay-TV-Sendern muss natürlich bezahlt werden.

Der dritte Empfangsweg hebt sich bei diesem Punkt von den bereits erörterten ab. Der TV-Empfang über das Kabelnetz ist nur möglich, wenn der Kunde einen Vertrag mit einem örtlichen Kabelnetzbetreiber abschließt. Bei diesem Empfangsweg wird das TV-Signal über ein flächendeckendes Breitbandkabel[43] distribuiert.[44] Ein weiterer Unterschied ist, dass dieser Verbreitungsweg noch nicht komplett digitalisiert ist. Laut Digitalisierungsbericht 2010 sind bisher nur 37,8 Prozent der Kabelhaushalte digital.[45] Der digitale Kabelempfang wird Digital Video Broadcast – Cable (DVB-C) genannt.

Der Markt für Kabelfernsehen in Deutschland ist aufgrund politischer Vorgaben aus den 1980er Jahren sehr differenziert. Die vorherrschende Empfangsart zu dieser Zeit war terrestrisch. Das damals noch analoge Netz hatte nur eine sehr begrenzte Bandbreite und somit Programmplätze. Diese waren zum größten Teil für das öffentlich-rechtliche Programm reserviert. Um den publizistischen Wettbewerb zu verstärken, wurde das übertragungsstarke Kabelnetz gefördert. Dadurch sollten privat-kommerzielle Anbieter Zugang zum Rundfunk bekommen.[46]

Die Verteilung der drei Empfangsarten sah 2010 wie folgt aus: terrestrisch 11,1 Prozent, Satellit 42,8 Prozent und Kabel 51,4 Prozent.[47] In der Statistik wird auch schon eine geringe Zahl von IPTV-Empfängern einbezogen. Diese Empfangsart wird aber im Rahmen dieses Kapitels nicht dem klassischen TV-Markt zugeordnet und daher erst im Kapitel 3.2.3 erläutert.

Mit den technischen Gesichtspunkten, die wesentlich für die Auswirkung der Konvergenz sind, werden die Schilderungen zum klassischen TV-Markt abgeschlossen. Diese Übersicht über die Historie, die Marktstruktur in mehrerlei Hinsicht, gesellschaftliche und wirtschaftliche Aspekte und der rechtliche Rahmen sollen als Grundlage für die Analyse von Veränderungen und der später folgenden SWOT-Analyse fungieren.

2.2 Zum Begriff der Medienkonvergenz

Konvergenz ist ein sehr weitreichender und viel genutzter Begriff. Viele wissenschaftliche Fachrichtungen bedienen sich dieses Terminus. Nicht in allen Bereichen lässt sich trennscharf zuordnen, was gemeint ist, wenn etwas k onvergent ist.

Die Mathematik hält ein anschauliches Beispiel bereit. Das aus dem lateinischen stammende Wort convergere,bedeutet soviel wie annähern bedeutet, erklärt.[48] Die Funktion f(x)=1/x nähert sich bei größer werdendem x immer weiter der x-Achse an. Der Graph konvergiert gegen 0.

Im Rahmen dieser Arbeit spielt die sogenannte Medienkonvergenz eine zentrale Rolle. Die Einleitung lässt vermuten, dass die Erklärung des Begriffs oder gar eine Definition Schwierigkeiten mit sich bringt. In diesem Unterkapitel der Arbeit soll ein Abriss über den Ursprung und die wissenschaftliche Verwendung des Begriffs der Medienkonvergenz gegeben werden. Letztlich wird auch festgelegt, welche Bedeutung für diese Ausarbeitung relevant ist.

2.2.1 Begriffsherkunft

Der Begriff Medienkonvergenz hat seinen Ursprung in Amerika. Die Verbreitung von technischen Geräten und digitalen Prozessen war in Amerika früher auszumachen. Besonderes bei der Entwicklung von Interentdiensten gingen viele Innovationen von den Vereinigten Staaten von Amerika aus.[49] Möglicherweise ist hierdurch der Zeitschriftenbeitrag mit der Überschrift „The convergence of TV and computers...“[50], der schon im Jahre 1993 in einem Computerfachmagazin erschien zu erklären. Baum prognostizierte hier vor fast 20 Jahren, dass Consumerelektronik und Computertechnologie zusammenwachsen werden.

Rein wissenschaftlich wird sich immer wieder auf verschiedene amerikanische Professoren mit Publikationen aus den 1990er Jahren bezogen, wenn es um die Erklärung des Begriffs Medienkonvergenz geht.[51] In Europa wurde das Thema Konvergenz der Medien erst später u. a. von Medienwissenschaftlern diskutiert. Als Vorreiter ist hier Polon zu nennen. 1995 spekulierte er über die zukünftige Distribution mehrere Unterhaltungs- und Inforationsquellen über ein bidirektionales Netz.[52]

Es zeigt sich, dass die Terminologie Medienkonvergenz schon auf eine lange Zeit zurückblicken kann. Ferner muss man auch feststellen, dass sie - wie eingangs schon angedeutet - schwer zu fokussieren ist. Die genannten Beispiele zeigen, dass schon im frühen Stadium unterschiedliche Schwerpunkte gesetzt wurden. Baum bezog sich auf die technische Komponente (Fernseher und Computer) und Polon richtete seine Gedanken eher in Richtung der Inhalte (Unterhaltung und Informationen). Diese und noch differenziertere Betrachtungsweisen schlagen sich im gesamten wissenschaftlichen Diskurs zum Thema nieder. Daher wird nun im Folgenden ein Überblick über die verschiedenen Denkmuster gegeben.

2.2.2 Terminologie und Typen von Medienkonvergenz

Nach den beiden beispielhaften Konvergenzgedanken aus den 1990er Jahren muss auf das Grünbuch zur Konvergenz der Branchen Telekommunikation, Medien und Informationstechnologie und ihren ordnungspolitischen Auswirkungen[53] hingewiesen werden. 1997 wurde der Begriff Konvergenz in direktem Zusammenhang mit Medien durch die Veröffentlichung des Grünbuchs geprägt. Die absehbare Weiterentwicklung aller bestehenden Medien wurde erkannt und es wurden wesentliche wirtschaftliche und gesellschaftliche Veränderungen diagnostiziert.[54] Das Grünbuch ist ein Arbeitspapier der Europäischen Kommission, welches zur offenen Diskussion einlud. Ein wesentliches Ziel sollte es sein, die Nutzung von Vorteilen, die aus der Konvergenz resultieren zu nutzen und zu fördern.[55]

Nach der kurzen Beschreibung der Debatte, die das Grünbuch angeregt hat, bietet es sich nun an, auf die erste nähere Beschreibung bzw. eine Definition des Begriffs Konvergenz im Medienbereich einzugehen.

Büllinger und Stamm fassen die Umschreibungen aus dem Arbeitspapier wie folgt zusammen: „Konvergenz wurde definiert als ein Vorgang, beliebige Inhalte und Dienste über beliebige Übertragungswege zu übermitteln.“[56] Eine neuere Umschreibung des Begriffs Konvergenz lieferte Ricke im Jahr 2011 unter Berücksichtigung mehrerer wissenschaftlicher Abhandlungen. Er erklärt den Begriff so, dass sich die Abgrenzung einzelner Medien auflöst und unterschiedliche Medieninhalte über denselben Kanal übertragen werden können.[57]

Zu den Anfängen der Konvergenzdebatte durch das Grünbuch bleibt noch zu sagen, dass hier noch keine wesentliche Unterscheidung von Ebenen oder Dimensionen vorgenommen wurde. Erst mit verschiedenen Diskussionsbeiträgen zum Grünbuch wurde eine tiefer gehende Differenzierung des Konvergenzbegriffs forciert.[58]

Aus heutiger Sicht scheint es nachvollziehbar, dass der sich vollziehende Wandel in den vielfältigen Disziplinen der Medien sich durchaus unterscheiden lässt. Bei der Kategorisierung wird aber nach wie vor kontrovers diskutiert. So wird sowohl von drei als auch von fünf Dimensionen oder Ebenen des Konvergenzprozesses gesprochen. Meier greift in seiner Analyse auf Knauth zurück und benennt folgende Dimensionen: technische, unternehmerische, räumliche, rezeptive und regulative Konvergenzprozesse.[59] Die technische Komponente ist dabei die wesentlichste und beinhaltet eine Fülle weiterer Überlegungen zur Spezifikation. Die Frage nach der Veränderung der Medien durch die Digitalisierung steht hier im Mittelpunkt. Weiter wird festgehalten, dass die technische Komponente weiter unterteilt werden kann in Vertriebswege (Netze) und Empfangsgeräte. Die unternehmerische Komponente widmet sich den Anbietern der konvergierenden Medienbereiche und hinterfragt die Qualität des Umgangs mit den verbundenen Herausforderungen. Es wird unterstellt, dass große Medienkonzerne am besten in der Lage sind, neue Potenziale zu nutzen. Der räumliche Aspekt beinhaltet die Überlegung, dass die Konvergenz überregional vonstattengeht und somit ein besonderes Augenmerk auf Produktstrategien gelegt werden muss. Die erreichbare Zielgruppe wird immer größer, gleichzeitig können aber auch viel differenzierter kleine Zielgruppen angesprochen werden. Die rezeptive Komponente befasst sich mit der Betrachtung des Nutzers und der Nutzungsveränderung als Auswirkung auf die Konvergenzprozesse der Medien. Letztlich wird die regulative Komponente mit den Herausforderungen an das regulative Umfeld, also die Gesetzgebung bzw. die Medienaufsicht umschrieben. Die verschwimmenden Grenzen zwischen den ehemals eigenständigen Medien mit jeweils eigenen, unterschiedlich strikten Regelwerken erfordert bis heute Handlungsbedarf.[60] Es wird deutlich, dass der Begriff Medienkonvergenz tatsächlich sehr vielschichtig ist und eine Aufschlüsselung durchaus sinnvoll ist.

Als Alternative zu dem dargelegten Fünf-Dimensionen-Modell soll noch auf ein weiteres Gliederungssystem eingegangen werden. Latzer analysiert die Konvergenz im Medienbereich etwas überschaubarer mit den drei Ebenen: Netze, Dienste und Firmen.[61] Die Beschreibung der Ebenen weist gewisse Analogien zu den schon erörterten Dimensionen auf. Die Netzebene beschreibt auch hier die Tatsache, dass bisher unabhängige Infrastrukturen zusammenwachsen. Die Dienstebene geht auf die Problematik ein, dass vormals separate Dienste zunehmend in Bündeln angeboten werden. Ein klassisches Beispiel sind sogenannte Triple-Play-Angebote.[62]

Bei der Firmenebene wird auf die Anbieter aus dem Mediensektor eingegangen. Eingeschlossen sind z. B. Inhalteanbieter aber auch Hardwarehersteller. Letztere hatten früher keinen besonderen Bezug zu den Inhalteanbietern. Heute nähern sich aber auch diese Bereiche zunehmend an.[63] Auch Stobbe bedient sich dreier Ebenen und nennt diese Infrastruktur, Endgeräte und Dienste. Hier weicht lediglich die letzte Ebene vom zuvor genannten Modell ab.[64] Es wird deutlich, dass es einen wissenschaftlichen Konsens über die Notwendigkeit der Differenzierung des Begriffs Medienkonvergenz besteht.

Bei der Differenzierung sollte bedacht werden, dass sich die unterschiedlichen Ebenen oder Dimensionen nicht zwingend synchron entwickeln bzw. entwickelt haben.[65] Zur Verdeutlichung sollen zwei Beispiele skizziert werden.

a) Infrastruktur: Die schon im Kapitel „Technische Aspekte“ genannten Netze sind weitestgehend verschmolzen. So können über das Kabelnetz auch Kommunikationsdienste angeboten werden und über das Telefonnetz ist auch der Empfang von Videoangeboten möglich.
b) Dienste: Durch die sehr weit fortgeschrittene Konvergenz der Netze stände auch einer tief gehenden Konvergenz der Dienste nichts im Wege. Tatsächlich verdeutlicht aber das Fernsehen, dass längst nicht alle Dienste aus dem Internet in das konvergente Medium Fernsehen transformiert sind.

Folglich ist auch die Geschwindigkeit der Annäherung verschiedener Segmente letztlich als dynamischer Prozess zu verstehen und keineswegs als statischer Zustand.[66]

[...]


[1] Vgl. ARD/ZDF [2010], zitiert nach Reitze [2011], S. 237 f.

[2] Vgl. Michel et al.[2010], S. 50.

[3] Akronym für: Strengths, Weaknesses, Opportunities, Threats.

[4] Vgl. Erichsen [2011], S. 380/Meffert et al.[2008], S. 237.

[5] Vgl. Schwarzkopf [2001], S. 1539.

[6] Vgl. Beck [2011], S. 134.

[7] Vgl. Wiesinger [1994], S. 278.

[8] Vgl. Statista [2012a], o. S.

[9] Vgl. Burkart [2002], S. 169 ff.

[10] Vgl. Postel [2001], S. 11.

[11] Vgl. Held [2006], S. 301 ff.

[12] FRAG steht für Freie Rundfunk AG in Gründung. Vgl. Beck [2011], S. 144.

[13] Vgl. Faulstich [1998], S. 22.

[14] Vgl. § 2 Abs. 2 Nr. 3 RStV.

[15] Vgl. Sjurts et al.[2010], S. 135.

[16] Vgl. Wirtz [2011], S. 401 ff.

[17] Vgl. Hasebrink [2006], S. 342.

[18] Vgl. Berger [2008], S. 33.

[19] Vgl. Wirtz [2011], S. 24 f.

[20] Vgl. Meier [2007], S. 95 f.

[21] Vgl. Kiefer [2001], S. 318.

[22] Vgl. Engelkamp/Sell [2011], S. 466.

[23] Vgl. Sjurts [2006], S. 162.

[24] Vgl. Berger [2008], S. 90 f.

[25] Die Reichweite beschreibt quantitativ zum einen die theoretisch (rein technisch) erreichbaren Haushalte und zum anderen die tatsächlichen Haushalte, die ein TV-Programm verfolgen.

[26] Vgl. RStV, S. 3. Unterabschnitt ff.

[27] Vgl. Reneck-Laufke [2000], S. 369 f.

[28] Vgl. KEK [2012], S. 1.

[29] Vgl. RStV, S. § 26 (2) ff.

[30] Vgl. ebd.

[31] Vgl. Sjurts et al.[2010], S. 135.

[32] Vgl. Krei [2012a], o. S.

[33] Vgl. Meier/Trappel [2006], S. 229.

[34] Vgl. Dörr/Schwartmann [2012], S. 56 f.

[35] Vgl. Tonnemacher [2003], S. 188.

[36] Vgl. Mayer [1997], S. 152.

[37] Vgl. Chuang [1999], S. 96/Wagner [1990], S. 103.

[38] Auf die technischen Veränderungen im Rahmen der Digitalisierung soll im Rahmen des Kapitels 3.2.1 eingegangen werden.

[39] Vgl. Webers [2011], S. 554.

[40] Vgl. ebd., S. 560.

[41] Neue Bezahlmodelle von Satellitenbetreibern wie z. B. HD+ bleiben außen vor.

[42] Vgl. Heinrich [2008], S. 226 f.

[43] Man unterscheidet schmalbandige (ursprünglich nur für Telekommunikation mit geringen Übertragungsraten geplant) und breitbandige (für bandbreitenintensives Bewegtbild vorgesehen) Kabelnetze. Vgl. Seitz et al.[2007], S. 183.

[44] Vgl. Bismark [1982], S. 202.

[45] Vgl. Langheinrich/Hege [2010], S. 51.

[46] Vgl. Walter/Heng [2008], S. 44.

[47] Vgl. Langheinrich/Hege [2010], S. 50.

[48] Vgl. Computerworld [2007], S. 202.

[49] Vgl. Richter [2010], S. 156.

[50] Baum [1993], o. S.

[51] Vgl. Walter [2010], S. 40.

[52] Vgl. Polon [1995], S. 491.

[53] Vgl. Europäische Kommission [1997], S. 2.

[54] Vgl. Pichinot [2005], S. 5.

[55] Vgl. Europäische Kommission [1997], S. 5.

[56] Büllinger/Stamm [2000], S. 106.

[57] Vgl. Ricke [2011], S. 35.

[58] Vgl. z. B.: Direktorenkonferenz der Landesmedienanstalten [1998], S. 1 ff.

[59] Vgl. Meier [1999], S. 33/Knauth [1998], S. 4 ff.

[60] Vgl. Donges [2001], S. 2/Meier [1999], S. 33 f.

[61] Vgl. Latzer [1997], S. 75 ff.

[62] Triple-Play bedeutet, dass Fernsehen, Telefondienste und Internet in einem Angebotsbündel von einem Anbieter vermarktet werden.

[63] Vgl. Hofer [2000], S. 50/Latzer [1997], S. 75 ff.

[64] Vgl. Stobbe et al.[2006], S. 8.

[65] Vgl. Donges [2001], S. 2.

[66] Vgl. Undorf [2012], S. 20/Keuper [2003], S. 9 f.

Ende der Leseprobe aus 88 Seiten

Details

Titel
Medienkonvergenz im digitalen Zeitalter
Untertitel
Welche Risiken und Potenziale bieten sich dem TV-Markt?
Hochschule
Hochschule Fresenius; Köln  (Wirtschaft und Medien)
Note
1,3
Autor
Jahr
2012
Seiten
88
Katalognummer
V265077
ISBN (eBook)
9783656544364
ISBN (Buch)
9783656545408
Dateigröße
927 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Medienmarkt, SWOT, Fernsehen, Rundfunk, TV-Markt, Medienkonvergenz, Konvergenz, Mediennutzung, Potenziale, Erlösformen, Wettbewerb, Risiken, Analyse, Werbeumsätze, Zielgruppensegmente, digitales Zeitalter, DVBT, EPG, FRAG, GfK, gfu, HD-TV, IP-TV, iTV, User generated Content UGC, Telemediengesetz, WDR, ZAW, Zukunft TV, Personalisierung, General Interest, Me Channel, Personalisierungspyramide, Wettbwerb
Arbeit zitieren
Tobias Regesch (Autor), 2012, Medienkonvergenz im digitalen Zeitalter, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/265077

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