Theoretische Ansätze zur Entstehung von Non-Profit-Organisationen

Institutionenökonomik der Kooperation


Seminararbeit, 2013

17 Seiten, Note: 1,7


Leseprobe

Inhalt

1. Einleitung

2. Nachfrageseitige Theorie
2.1 The Public Good Theor
2.2 Consumer Control Theory
2.3 Contract Failure Theor.

3. Angebotsseitige Theorie
3.1 Die „Entrepreneurship“ – Theorie von Youn
3.2 Die Theorie von Jame
3.3 Die Theorie von Weisbro.

4. Neuere Theorie.

5. Fazit

Literaturverzeichni.

Abbildungsverzeichnis

Abbildung 1: Marktversagen - Three Failure Theory

Tabellenverzeichnis

Tabelle 1: Güterklassifikation im Non-Profit-Sektor

1. Einleitung

Die Entstehung von Non-Profit-Organisationen scheint auf den ersten Blick Rätsel aufzugeben. Traditionelle ökonomische Theorien wirken zunächst so, als könnten sie keine Antwort auf die Frage zu geben, warum Menschen ein Unternehmen gründen sollten, welches nicht auf Profit ausgerichtet ist. Ausgehend vom Homo Oeconomicus, dem nutzenmaximierenden und rationalen Menschen,[1] scheint es keine Anreize dafür zu geben. Doch dieser Eindruck täuscht.

Die Entstehung von Non-Profit-Organisationen kann von zwei großen Theorieströmungen erklärt werden. Das sind zum einen die nachfrageseitigen Theorien, die die Gründung dieser Organisationen auf das Marktversagen zurückführen. Zum anderen finden sich die angebotsseitigen Theorien, die besonders die individuellen Motivationen einen Menschen zur Gründung einer Non-Profit-Organisation beleuchten.[2] Beide Theorierichtungen identifizieren die Anreize und individuellen Nutzen, den jeder Firmengründer auch außerhalb von Umsatz und Profit aus einem Non-Profit-Unternehmen ziehen kann.

Diese Arbeit beschäftigt sich mit den wichtigsten Ansätzen zur Erklärung und Entstehung von Non-Profit-Organisationen. An erster Stelle wird die Nachfrageseite durch die public goods theory von Burton Weisbrod, die Consumer Control Theory von Avner Ben-Ner sowie die Contract Failure Theory von Henry Hansmann näher beleuchtet. Anschließend werden die wichtigsten Theorien auf der Angebotsseite dargestellt. Hier zeigen sich besonders die individuellen Motivationen außerhalb von Profitmaximierung. Es wird verdeutlicht, dass unter anderem auch Altruismus, soziales Engagement, das Bedürfnis zu helfen aber auch Prestige oder Stolz ein Grund für die Gründung von Non-Profit-Organisationen sein können.

Bevor am Ende dieser Abhandlung ein abschließendes Fazit gezogen wird, soll anhand von zwei Beispielen aufgezeigt werden, dass die dargestellten Theorien als Grundlage für andere, teilweise modernere Ansätze dienen.

2. Nachfrageseitige Theorien

Die nachfrageseitigen Theorien zur Entstehung von Non-Profit-Organisationen können auch als Theorie des Marktversagens verstanden werden. Marktversagen liegt allgemein vor, wenn eine optimale Allokation von Gütern und Ressourcen nicht mehr gewährleistet ist.[3] Marktversagen kann aber auch bedeuten, dass das Verfolgen der privaten Interessen nicht im Sinne der allgemeinen Interessen der Öffentlichkeit steht. Es gibt insgesamt drei Arten von Marktversagen: die Unterversorgung mit öffentlichen Gütern, der Überausschluss vom Konsum öffentlicher Güter und das Vertragsversagen. Steinberg bezeichnet dies als Three Failure Theory.[4]

Doch Marktversagen alleine erklärt nicht das Entstehen von Non-Profit-Organisationen. Das Problem kann durch gewinnorientierte Organisationen ebenso gelöst werden, wie durch Non-Profit-Organisationen.[5] Der Unterschied zwischen Beiden liegt in ihren Adressaten. Gewinnorientierte Organisationen halten sich an die Regeln des Marktes und können so zur Auflösung von behebbaren Fehlern beitragen. Es gibt aber auch Formen des Marktversagens, die Institutionen brauchen, die sich außerhalb des üblichen Marktaustausches bewegen und das Versagen durch wirtschaftliche Unabhängigkeit überwinden. So ermöglichen diese Institutionen die Befriedigung von Konsumwünschen durch ihr selbstständiges Handeln und nicht durch den Austausch über den Markt.[6]

Wie auch in Abbildung 1 erkennbar, kann die öffentliche Hand neben den gewinnorientierten Firmen auf Marktversagen reagieren. Dies erfolgt meistens durch direkte Versorgung oder Verträge bei der Unterversorgung, durch Subventionen beim Überausschluss und regulierendes Eingreifen bzw. Informationsbereitstellung beim Vertragsversagen. Jedoch kann es auch dabei zum Marktversagen kommen, etwa durch hohe Inanspruchnahme. Versagt auch die öffentliche Hand, entstehen Non-Profit-Organisationen, die ebenfalls regulierend eingreifen können. Sie können mit ihrer Arbeit den Markt stabilisieren. An dieser Stelle soll auf eine tiefere Analyse der Grafik verzichtet werden, da in Kapiteln 2.1 bis 2.3 auf die einzelnen Formen des Marktversagens und die daraus resultierenden Gründe für die Entstehung von Non-Profit-Organisationen genauer eingegangen wird.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 1: Marktversagen - Three Failure Theory [7]

Im Folgenden sollen drei wichtige nachfrageseitige Theorien vorgestellt werden. Die governmental failure theory oder auch public goods theory von Burton Weisbrod, die Consumer Control Theory von Avner Ben-Ner und die Contract Failure Theory von Henry Hansmann.

2.1 The Public Good Theory

Burton Weisbrod hat sich in seinem Werk Toward a theory of the voluntary non-profit sector von 1975 mit der Frage beschäftigt, wie öffentliche Güter bereitgestellt werden und warum es dabei zu einem Marktversagen kommt, was letztlich zur Entstehung von Non-Profit-Organisationen führt.

Um sich der Theorie zu nähern, ist es zunächst wichtig, die Entscheidung hinter der Bereitstellung von öffentlichen Gütern durch die öffentliche Hand zu verstehen. Im Falle einer Unterversorgung kann der Staat ein Gut direkt bereitstellen.[8] Eine Regierung wird dies tun, wenn die Mehrheit nach diesen Gütern verlangt. Demnach steht hinter dem Angebot solcher Güter ein politischer Wahlprozess. So setzt die Theorie von Weisbrod ebenfalls am Marktversagen an. Jedoch ist hier das Marktversagen mit dem Versagen des Staates gleichzusetzen.[9] Ein weiterer Grund liegt auch in den Eigenschaften des Gutes.

[...]


[1] Vgl. Gabler (2003; S. 184).

[2] Vgl. Valentinov (2008; S. 745).

[3] Vgl. Gabler (2003; S. 273).

[4] Vgl. Steinberg (2006; S. 119ff).

[5] Vgl. Valentinov (2008; S. 753).

[6] Vgl. Valentinov (2008; S. 754). Wird hier als self-sufficiency beschrieben.

[7] Quelle: Eigene Darstellung in Anlehnung an Steinberg (2006; S. 120).

[8] Vgl. Steinberg (2006; S. 119f).

[9] Vgl. Valentinov (2008; S. 756).

Ende der Leseprobe aus 17 Seiten

Details

Titel
Theoretische Ansätze zur Entstehung von Non-Profit-Organisationen
Untertitel
Institutionenökonomik der Kooperation
Hochschule
Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg
Note
1,7
Autor
Jahr
2013
Seiten
17
Katalognummer
V265097
ISBN (eBook)
9783656545101
ISBN (Buch)
9783656545330
Dateigröße
720 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
theoretische, ansätze, entstehung, non-profit-organisationen, institutionenökonomik, kooperation, NPO, NGO
Arbeit zitieren
B.Sc. Sebastian Rhein (Autor), 2013, Theoretische Ansätze zur Entstehung von Non-Profit-Organisationen, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/265097

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