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Unterhaltungsangebote als Auslöser sozialer Vergleichsprozesse

Title: Unterhaltungsangebote als Auslöser sozialer Vergleichsprozesse

Term Paper , 2011 , 10 Pages , Grade: 1,0

Autor:in: Elena Horn (Author)

Communications - Miscellaneous
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Seit geraumer Zeit versuchen Forscher die zahlreichen Einflussfaktoren auf Medienauswahlprozesse und ihren Nutzen für den Rezipienten zu entschlüsseln. Was motiviert Menschen, sich einem bestimmten Unterhaltungsangebot zuzuwenden und bei einem anderen wegzuschalten? Erklärungsansätze zeigen sich beispielsweise in Zillmann’s Mood- Mangement-Theorie oder in dem unter Kommunikations- und Medienwissenschaftlern populäre Uses-and-Gratifications-Ansatz (vgl. Rubin, 1994). Diese Ausarbeitung soll sich jedoch mit der Frage nach sozialen Vergleichsprozessen als Nutzungsmotiv beschäftigen. Als theoretische Grundlage dieser Ausarbeitung soll Festingers Theorie sozialer Vergleichsprozesse (1954) dienen, doch er formulierte nie eine konkrete Begriffserklärung. J.V. Wood definiert den Begriff jedoch wie folgt: „Specifically, social comparison is defined as the process of thinking about information about one or more other people in relation to the self.” (1996, S. 521). Festinger zufolge können soziale Vergleiche durch den Wunsch nach einer akkuraten Selbstbewertung, -verbesserung oder Selbstwertdienlichkeit motiviert sein, weswegen die Prozesse in aufwärts- und abwärtsgerichtete sowie Lateralvergleiche aufgegliedert werden.
Da es zum spezifischen Prozess des soziale Vergleichs mit Medienpersonen bis jetzt noch keine genaue Forschung gibt, soll Festingers Theorie auf das Verhältnis zwischen Medienfigur und Rezipient übertragen und sowohl ihre positiven Inspirations- und Einflussmöglichkeiten als auch ihre negativen, weniger erwünschten Komponenten, wie zum Beispiel eskapistische Verhaltenstendenzen, betrachtet werden. Besonders soll auf das Nutzungsmotiv der Stimmungsregulierung durch abwärtsgerichtete soziale Vergleiche eingegangen und ebenso instrumentelles Coping-Verhalten in die Analyse eingeschlossen werden. Beispiele aus dem Bereich des Affekt-TV und den Soap-Operas sollen hierbei als Verdeutlichung dienen. Gegen Ende der Arbeit soll noch einmal der Frage nachgegangen werden, wie gut die Ergebnisse aus der sozialpsychologischen Forschung auf die medienpsychologische Problemstellungen übertragbar sind und welchen Forschungsfragen in Zukunft noch nachgegangen werden muss.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Die Theorie sozialer Vergleichsprozesse

2.1 Der Lateralvergleich

2.2 Der aufwärtsgerichtete Vergleich

2.3 Der abwärtsgerichtete Vergleich

3. Soziale Vergleiche mit Medienpersonen

3.1 Eskapismus als Mediennutzungsmotiv

3.2 Soziale Vergleiche zur Stimmungsregulierung

4. Fazit

Zielsetzung & Themen

Diese Arbeit untersucht, inwieweit die sozialpsychologische Theorie sozialer Vergleichsprozesse von Leon Festinger auf das Nutzungsverhalten von Medieninhalten übertragen werden kann. Das Ziel ist es, zu analysieren, wie Rezipienten Medienpersonen als Vergleichsobjekte für die eigene Lebenssituation, zur Stimmungsregulierung oder zur Selbstverbesserung nutzen.

  • Grundlagen der Theorie sozialer Vergleichsprozesse
  • Differenzierung von Lateral-, Aufwärts- und Abwärtsvergleichen
  • Soziale Vergleichsprozesse im Kontext von Mediennutzung
  • Eskapismus und Stimmungsregulierung als Motive

Auszug aus dem Buch

2. Die Theorie sozialer Vergleichsprozesse

Der von Festinger 1954 formulierten Theorie des sozialen Vergleichs liegt die Annahme zugrunde, dass Menschen fortwährend den Wunsch haben, sich in ihrer sozialen Umwelt richtig zu verhalten. Konformitätsdruck in Gruppensituationen und damit einhergehende Isolationsangst sind zwei Faktoren, welche die Suche nach sozialen Vergleichsinformationen noch weiter intensivieren können (vgl. Asch, 1955). Um geplante Handlungen als rechtmäßig oder falsch einstufen zu können, bedarf es einer korrekten Selbsteinschätzung, welche entweder durch objektive Informationen oder soziale Vergleiche erlangt werden kann. An dieser Stelle soll darauf hingewiesen werden, dass Individuen, auch wenn objektive Vergleichsinformationen in Form von Messergebnissen oder Punktzahlen vorliegen, häufig zusätzlich soziale Vergleiche zur Orientierung heranziehen. Einige Forscher behaupten, dass diese Vergleiche häufig sogar noch von größerer Bedeutung seien (vgl. Frey, Dauenheimer, Parge, Haisch, 2001).

Soziale Vergleiche gelten als automatische Prozesse und benötigen keine besonderen kognitiven Kapazitäten (vgl. Gilbert, Giesler, Morris, 1995). Es ist jedoch auch möglich, dass sie erst durch bestimmte Motive ausgelöst werden, wie zum Beispiel durch das Bedürfnis nach einer akkuraten Selbstbewertung oder einer Selbstwertverbesserung. Man unterscheidet zwischen sozialen Vergleichen mit gleichrangigen, überlegenen oder unterlegenen Personen.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Hier wird die Forschungsfrage eingeführt, das Ziel der Arbeit dargelegt und die Relevanz der Übertragung sozialpsychologischer Theorien auf die Medienpsychologie begründet.

2. Die Theorie sozialer Vergleichsprozesse: Dieses Kapitel erläutert die theoretischen Grundlagen nach Festinger und definiert die drei Vergleichsrichtungen: Lateral-, Aufwärts- und Abwärtsvergleich.

3. Soziale Vergleiche mit Medienpersonen: Hier erfolgt die Anwendung der Theorie auf mediale Kontexte, wobei insbesondere die Motive Eskapismus und Stimmungsregulierung analysiert werden.

4. Fazit: Die Arbeit resümiert, dass soziale Vergleichsprozesse auch bei der Medienrezeption eine Rolle spielen, weist jedoch auf bestehende Forschungslücken und zukünftige Forschungsfragen hin.

Schlüsselwörter

Soziale Vergleichsprozesse, Medienpsychologie, Festinger, Mediennutzung, Stimmungsregulierung, Eskapismus, Aufwärtsvergleich, Abwärtsvergleich, Lateralvergleich, Rezipient, Selbstwert, Medienwirkung, Sozialpsychologie, Medienperson, Coping.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht die Anwendung der sozialpsychologischen Theorie sozialer Vergleichsprozesse auf das Mediennutzungsverhalten und die Interaktion zwischen Rezipienten und Medienfiguren.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die zentralen Themen sind die theoretischen Grundlagen des sozialen Vergleichs, die verschiedenen Richtungen des Vergleichs (lateral, aufwärts, abwärts) sowie deren Funktion als Motiv für die Mediennutzung.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Das Ziel ist es zu analysieren, wie Menschen Medienangebote und darin vorkommende Personen für den sozialen Vergleich nutzen und welche psychologischen Effekte – wie Selbstverbesserung oder Stimmungsaufhellung – daraus resultieren.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um eine theoretische Ausarbeitung, die bestehende sozialpsychologische und medienpsychologische Studien sowie Theorien literaturbasiert zusammenführt und auf neue Fragestellungen überträgt.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Darstellung der Grundlagentheorie und deren Anwendung auf mediale Inhalte, inklusive spezifischer Motive wie Eskapismus und der Nutzung von Medien zur Stimmungsregulierung.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die wichtigsten Begriffe sind soziale Vergleichsprozesse, Mediennutzungsmotive, Stimmungsregulierung, Eskapismus, Selbstwert und Medienwirkung.

Wie unterscheidet sich ein aufwärtsgerichteter von einem abwärtsgerichteten Vergleich im Medienkontext?

Während der aufwärtsgerichtete Vergleich an überlegenen Personen zur Inspiration und Selbstverbesserung dient, zielt der abwärtsgerichtete Vergleich auf eine positive Selbstabgrenzung ab, um den eigenen Selbstwert zu stabilisieren.

Welche Rolle spielt die Stimmungsregulierung bei sozialen Vergleichen mit Medienpersonen?

Durch den Vergleich mit Medienpersonen, denen es in einer bestimmten Situation schlechter geht als dem Rezipienten, kann die eigene Stimmung kurzfristig verbessert werden, was als kompensatorisches Coping-Verhalten fungiert.

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Details

Title
Unterhaltungsangebote als Auslöser sozialer Vergleichsprozesse
College
University of Cologne  (Psychologisches Institut)
Course
Medienrezeption und -wirkung
Grade
1,0
Author
Elena Horn (Author)
Publication Year
2011
Pages
10
Catalog Number
V265128
ISBN (eBook)
9783656547396
Language
German
Tags
soziale vergleichsprozesse lateralvergleich mediennutzungsmotiv eskapismus stimmungsregulierung medien medienpsychologie medienrezeption medienwirkungsforschung
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Elena Horn (Author), 2011, Unterhaltungsangebote als Auslöser sozialer Vergleichsprozesse, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/265128
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