Das Interesse der althistorischen Forschung an der Spätantike ist in letzter Zeit enorm gestiegen, was ein zunehmend differenziertes und vielfach neues Bild der Spätantike gezeichnet hat. Wurde sie von Spezialisten lange Zeit als eine Domäne marginalisiert, so kann sie heute als ein innovatives Forschungsgebiet angesehen werden, welches zahlreiche geisteswissenschaftliche Teildisziplinen vereint. Sie wird zunehmend als eigenständige Phase der (westlichen) Menschheitsgeschichte angesehen, deren Charakter darin besteht, dass sie die vorangegangene Entwicklungen aufnahm, modifizierte und „mit neuen Anregungen zu einer in vielerlei Hinsicht ‚leistungsstarken‘ Welt verdichtete“. Man spricht i.d.R. von zwei Grundaspekten, die in diesem Rahmen entscheidende Veränderungen mit sich zogen: Zum einen die sich seit Mitte des 2. Jahrhunderts ändernde Qualität der außenpolitischen Gegner an Nordwest- und Ostgrenze des Reiches; zum anderen der sich parallel vollziehende Aufstieg des Christentums. Diese beiden „Transformationskräfte“ verleihen der Spätantike, also dem Zeitraum zwischen dem späten 3. und dem 6. Jahrhundert, ihr epochenspezifisches Gesicht und sind bedeutend für die sich fort-schreitende Entwicklung hin zum mittelalterlichen Europa. Bzgl. der Thematik „Erziehung und Bildung“ ist die späte Antike einerseits durch Überlagerung und Synthese von klassischer, griechischer und römischer Bildung gekennzeichnet, andererseits durch das Entstehen eines neuen, christlichen Erziehungsgedankens.
Inhaltsverzeichnis
1) Einleitung
2) Erziehung und Bildung in der Spätantike
2.1) Begrifflichkeiten
2.1.1) Spätantike - hbersicht und Forschungsstand
2.1.2) Erziehung und Bildung
2.2) Familie und Kindheit
2.3) Jugend
2.4) Öffentliches Bildungswesen
3) Schluss
4) Literaturverzeichnis
5) Anhang
Häufig gestellte Fragen zur Bildung in der Spätantike
Was kennzeichnet die Erziehung in der Spätantike?
Die Zeit ist geprägt von einer Synthese aus klassischer griechisch-römischer Bildung und dem Aufkommen neuer christlicher Erziehungsgedanken.
Welche Rolle spielte das Christentum für die Bildung?
Das Christentum fungierte als „Transformationskraft“, die bestehende Bildungstraditionen modifizierte und neue moralische sowie religiöse Schwerpunkte setzte.
Wie war das öffentliche Bildungswesen organisiert?
Trotz politischer Umbrüche blieben viele antike Strukturen des öffentlichen Unterrichts bestehen, wurden aber zunehmend durch kirchliche Einflüsse ergänzt.
Was veränderte sich für Familie und Kindheit?
Die Forschung zeigt ein differenziertes Bild der Kindheit, in der familiäre Erziehung weiterhin zentral blieb, sich aber an den neuen gesellschaftlichen Werten orientierte.
Warum ist die Spätantike als Forschungsgebiet heute so wichtig?
Sie wird als eigenständige, leistungsstarke Epoche gesehen, die den Übergang von der Antike zum mittelalterlichen Europa maßgeblich gestaltete.
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- Elena Eschrich (Author), 2013, Erziehung und Bildung in der Spätantike, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/265150