Der Italienfeldzug Napoléon Bonapartes 1796/1797 und dessen Auswirkungen in Italien


Facharbeit (Schule), 2010
9 Seiten, Note: 1,7

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

I. Napoleon: Vaterlandsverräter oder französischer Patriot?

II. Kurze Biographie des Napoléon Bonapartes bis zum März 1796

III. Der Italienfeldzug von 1796/1797

IV. Auswirkungen des Italienfeldzuges von 1796-1797

V. Literatur- und Quellenverzeichnis

I. Napoleon: Vaterlandsverräter oder französischer Patriot?

Der berühmteste Franzose aller Zeiten, war in Wirklichkeit gar kein wahrer Franzose. Dies mag paradox klingen, doch Napoléon Bonaparte wurde auf der Mittelmeerinsel Korsika geboren, welche noch ein Jahr vor seiner Geburt zu Italien gehörte. Allerdings wurde Korsika im Jahr 1768 von Frankreich unter der absolutistischen Herrschaft Ludwigs XV. aufgekauft und unter den Besitz der französischen Krone eingeschlossen. Napoléon Bonaparte wurde unter dem Namen Napoleone Buonaparte geboren, welcher ohne großen Zweifel italienischen Ursprunges ist. In seinem Herzen war Napoléon Korse und fühlte sich keineswegs französisch. In seiner Jugend verabscheute er Frankreich sogar. Nicht selten träumte er von einem freien eigenständigen Korsika. Doch dieser Traum sollte einfach nicht wahr werden, trotz all seiner Bemühungen und Putschversuchen gegenüber Frankreich.

All diese Tatsachen lassen es umso unverständlicher erscheinen, dass Napoléon Bonaparte als Kaiser Frankreichs beinahe ganz Europa regierte und trotz seiner italienischen Wurzeln und Herkunft als französischer Patriot gegen sein wahres Vaterland Italien 1796 in den Krieg zog.

II. Biographie des Napoléon Bonapartes bis zum März 1796:

Napoléon Bonaparte wurde am 15. August 1769 im korsischen und zugleich französischen Ajaccio geboren. Die Familie Napoleons gehörte dem korsischen Kleinadel an und war seit dem frühen 16. Jahrhundert auf der Insel Korsika präsent. Als Kind erlebte er die Unterdrückung der Korsen durch den französischen Absolutismus. Seine Muttersprache war italienisch. Aus diesem Grund musste er mit neun Jahren, als sein Vater ihn 1778 aufs Festland nach Frankreich schickte, die französische Sprache erst einigermaßen lernen. 1779 wurde er von der königlichen Militärschule von Brienne aufgenommen, wo er aber nur bis 1784 blieb, da er anschließend auf die École Militaire in Paris wechselte. Unter seinen aristokratischen Mitschülern wurde der mittelose Napoléon Bonaparte aufgrund seiner Herkunft nicht ernst genommen und galt als Außenseiter. Zudem wurde er zu seiner Enttäuschung zunächst nur Secondeleutnant im Artillerieregiment.

Trotz seines Dienstes in der französischen Armee erhoffte sich Napoléon von der französischen Revolution, die im Juni 1789 ausbrach, die Unabhängigkeit seiner Heimat Korsika. Zudem vertrat er sehr republikanische Ansichten und tat sich als Anhänger des Jakobiners Robespierres hervor. Im Laufe der Revolution wurde er sogar am 1. Juni 1791 zum Premierleutnant befördert. Am 10. Juli 1792 wurde er Hauptmann. Napoleon versuchte einen korsischen Aufstand gegen die Herrschaft der Franzosen anzuzetteln, doch es gelang ihm nicht. Nach dem Scheitern seiner korsischen Pläne „mutierte“ er zum französischen Patrioten und änderte seinen italienischen Namen in den französischen Napoléon Bonaparte. Im Mai 1795 ging er nach Paris. Dort schlug er am 5. Oktober 1795 im Auftrag von Paul de Barras, dem Präsidenten des Nationalkonvents, einen royalistischen Aufstand gegen die neue Direktorialsverfassung nieder. Woraufhin er zum Divisionsgeneral und kurze Zeit später zum Oberbefehlshaber der Armee im Inneren ernannt wurde. Napoléon lernte Joséphine kennen, eine Witwe und ehemalige Geliebte von Paul de Barras. Napoleon begriff, dass er in diesem Fall die Liebe mit dem politischen Nutzen verknüpfen konnte, denn Joséphine verfügte über ausgezeichnete Beziehungen zu einflussreichen Leuten. Am 9. März 1796 fand die Ziviltrauung des Paares statt.

Sieben Tage vor der Zeremonie erhielt Napoleon den Oberbefehl der Italienarmee. Am 11. März nur zwei Tage nach seiner Hochzeit reiste er an die Front nach Italien!

III. Der Italienfeldzug des Generals Napoléon Bonaparte in den Jahren 1796-1797

Der Italienfeldzug Napoleons fand in den Jahren 1796 und 1797 innerhalb des ersten Koalitionskrieges statt. Am 2. März erhielt General Napoleon vom französischen Direktorium den Oberbefehl über die Italienarmee. Die Italienarmee umfasste eine Truppenstärke von ca. 41.000 Soldaten. Nach seiner Hochzeit mit Josephine reiste er an die Front nach Italien und begann umgehend mit den Kriegsvorbereitungen gegen die österreichische Italienarmee und seinen Verbündeten aus dem Königreich Sardinien-Piemont. Napoleons Armee war sowohl an Truppenstärke, an Ausrüstung als auch an Erfahrung den Österreichern unterlegen. Doch um den Nachteil hinsichtlich der Truppenstärke zunichte zu machen, entwarf er den Plan, die beiden verbündeten Heere voneinander zu trennen, um jedes einzeln anzugreifen. Am 12.April 1796 kam es zur ersten Schlacht bei Montenotte zwischen den Franzosen und Österreichern. Napoleons Plan ging auf. Er trennte beide Truppen von einander durch geschickte Manöver seiner Armee und kämpfte so gegen jedes Heer einzeln. Nun ging alles sehr schnell, denn Napoleon gewann zuerst gegen das österreichische Heer und anschließend am 13. und 14.April 1796 gegen das sardisch-piemontsche Heer bei Millesimo. Noch am selben Tag siegte Napoleon bei Dego erneut gegen ein sardisch-piemontsches Heer und zwang dadurch das Königreich Sardinien-Piemont zur Niederlage. Am 24. April schloss er mit jenem Königreich einen Waffenstillstand, welchem am 18.Mai 1796 der Friede von Turin folgte. Da Napoleon nun den Hauptverbündeten Österreichs in Italien ausgeschaltet hatte konnte er sich gegen die österreichische Armee wenden. Binnen weniger Tage rückte er in der Lombardei bis kurz vor Mailand vor, wo er am 10.Mai 1796 in der Schlacht bei Lodi die Österreicher besiegte. Woraufhin sich die Österreicher in die norditalienische Festung Mantua zurückzogen. Jetzt war der Weg nach Mailand, der Hauptstadt der Lombardei, geöffnet. Doch die Österreicher wollten jene Stadt nicht ohne erneuten Widerstand an die Franzosen abtreten und stellten schon kurz darauf ein neues Heer unter dem Befehl von General Wurmser auf. Allerdings dauerte es bis dieses Heer nach Italien vorrücken konnte, da die benötigten Kräfte erst von der Oberrheinfront sowie aus dem Inneren Österreichs mobilisiert werden mussten. Napoleon hatte nicht mehr viel Zeit zu handeln. Doch sein Ziel war es, noch vor dem Eintreffen der Österreicher, den Kirchenstaat davon abzuhalten, sich mit den Österreichern zu verbünden. Im Sommer besiegte er nach einigen kleinen Gefechten nahezu die gesamte Armee des Kirchenstaates, eroberte unter anderen die Stadt Florenz. Aus diesen Gründen zögerte der Kirchenstaat nicht lange sich einen Waffenstillstand mit viel Geld und immensen Mengen an Kunstschätzen zu erkaufen. Inzwischen dauerte es nicht mehr lange, bis General Wurmser mit seinem Heer in Norditalien eintraf. Somit marschierte Napoleon in Richtung der österreichischen Festung Mantua und belagerte diese. Ende Juni allerdings traf General Wurmser bei Mantua ein und drängte die Franzosen zurück. Ihm gelang es sogar die Franzosen aus Mailand zu vertreiben und Mailand einzunehmen. Doch Wurmsers Glück hielt nicht lange, denn nach vielen unglücklichen Niederlagen musste auch er sich in die Festung Mantua zurückziehen. Nach sechsmonatiger französischer Belagerung und der Schlacht am 16. Januar 1797 fiel die Festung und wurde von Napoleon eingenommen. Österreich war in Italien von Napoleon geschlagen worden und besaß nicht mehr die Macht, ein neues Heer gegen Italien und Napoleon marschieren zu lassen, da jene Truppen an der Rheinfront benötigt wurden. Die italienische Nordfront war somit gesichert. Woraufhin Napoleon sich wieder in Richtung Süden zum Kirchenstaat bewegte. Der Kirchenstaat galt neben dem Heiligen Römischen Reich Deutscher Nation* als Zufluchtsort für Gegner der französischen Revolution.

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Details

Titel
Der Italienfeldzug Napoléon Bonapartes 1796/1797 und dessen Auswirkungen in Italien
Note
1,7
Autor
Jahr
2010
Seiten
9
Katalognummer
V265203
ISBN (eBook)
9783656550259
ISBN (Buch)
9783656548072
Dateigröße
368 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
italienfeldzug, napoléon, bonapartes, auswirkungen, italien
Arbeit zitieren
Sten Hoffmann (Autor), 2010, Der Italienfeldzug Napoléon Bonapartes 1796/1797 und dessen Auswirkungen in Italien, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/265203

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