Grin logo
de en es fr
Shop
GRIN Website
Texte veröffentlichen, Rundum-Service genießen
Zur Shop-Startseite › Philosophie - Epochenübergreifende Abhandlungen

Gott als Ursache von Erdbeben

Das Einwirken Gottes und die Veränderung des Gottesbildes, betrachtet anhand von Erdbebentheorien vor und nach dem Erdbeben von Lissabon 1755

Titel: Gott als Ursache von Erdbeben

Hausarbeit , 2012 , 18 Seiten , Note: 2,3

Autor:in: Julius Schüler (Autor:in)

Philosophie - Epochenübergreifende Abhandlungen
Leseprobe & Details   Blick ins Buch
Zusammenfassung Leseprobe Details

Theorien über die Entstehung von Erdbeben existierten bereits vor dem Erdbeben von Lissabon. An diesen Theorien könnte man jedoch Entwicklungen ausfindig machen, ob und wie Gott nach menschlicher Vorstellung für die Entstehung selbst verantwortlich ist. Diese Arbeit soll Theorien vor und nach dem Erdbeben von Lissabon vergleichen und dabei speziell auf das Eingreifen Gottes achten. War Gott nach dem Erdbeben von Lissabon naturwissenschaftlich widerlegt und zähmbar, gab es ihn überhaupt vorher in den Theorien und war Lissabon somit wirklich ein einschneidendes Ereignis für die Beweisbarkeit der göttlichen Existenz?

Ziel dieser Hausarbeit soll es nicht sein, unterschiedliche philosophische Strömungen zu verdeutlichen oder deren Veränderung beispielsweise durch das Erdbeben von Lissabon zu markieren. Es sollen lediglich die Theorien, welche einzelne Philosophen über die Entstehung von Erdbeben aufgestellt haben auf ihren göttlichen Gehalt geprüft werden. Hierbei soll (wenn soweit möglich und die Theorie somit nicht gestört wird) auch nicht auf die Religiösität der Autoren Rücksicht genommen werden, welche sie in anderen Werken darlegen.

Um herauszufinden ob und wie innerhalb der Erdbebentheorien im Laufe der Zeit ein Wandel in Bezug auf die Fragestellung stattgefunden hat, sollen zuerst zwei Theorien vor und anschließend die Kant'sche Theorie direkt nach dem Erdbeben von Lissabon untersucht werden. Als Beispiele für die Zeit vor dem Erdbeben von Lissabon dienen hierbei Aristoteles Theorie, welche die erste nennenswerte Erdbebentheorie überhaupt ist, und Thomas von Aquin, welcher diese Theorie erweiterte und kommentierte. Um Kants Theorie nach dem Erdbeben von Lissabon untersuchen zu können, soll in einem Zwischenkapitel kurz das Erdbeben in seinem kulturhistorischen Rahmen dargestellt werden und zudem kurz Rousseaus und Voltaires Schlüsse daraus erläutert werden. Mittels diesen soll ein Übergang im religiösen Denken anhand der Erdbebentheorien deutlich werden, sollte dieser vorhanden sein.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Erdbebentheorien vor dem Erdbeben von Lissabon

2.1 Aristoteles

2.2 Thomas von Aquin

3 Erdbebentheorien nach dem Erdbeben von Lissabon

3.1 Die Bedeutung des Erdbebens

3.2 Rousseau & Voltaire

3.3 Kant

4 Fazit

5 Quellen und Literatur

5.1 Quellen

5.2 Literatur

5.3 Internetlinks

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht den Wandel im Verständnis von Erdbeben im Kontext der Theodizee, indem sie Theorien vor und nach dem verheerenden Erdbeben von Lissabon 1755 vergleicht. Dabei wird analysiert, ob und wie Gott als ursächliche Kraft in naturwissenschaftlichen Erklärungsmodellen der jeweiligen Epoche wahrgenommen und in die Argumentation integriert wurde.

  • Vergleich antiker und mittelalterlicher Erdbebentheorien (Aristoteles, Thomas von Aquin).
  • Analyse der kulturellen und philosophischen Auswirkungen des Erdbebens von Lissabon 1755.
  • Untersuchung der philosophischen Debatte bei Rousseau, Voltaire und Kant.
  • Hinterfragung der göttlichen Kausalität in naturwissenschaftlich geprägten Erklärungsmodellen.
  • Bewertung der Frage, ob das Ereignis von Lissabon zu einer Säkularisierung des Erdbebenverständnisses führte.

Auszug aus dem Buch

3.1 Die Bedeutung des Erdbebens

„Alles ist gut. Die Erben der Toten werden ihr Vermögen vermehren. Die Maurer werden beim Wiederaufbau der Häuser Geld verdienen. Die Tiere werden in den unter den Trümmern begrabenen Leichen Nahrung finden. Es ist die notwendige Wirkung notwendiger Ursachen. Euer einzelnes Übel bedeutet nichts, denn ihr tragt zum allgemeinen Wohl bei.“.

Diese Zeilen von Voltaire beziehen sich direkt auf das Erdbeben von Lissabon und sollen im darauffolgenden Kapitel noch näher thematisiert werden. Es liefert jedoch einen ersten Vorgeschmack, welch tiefgreifenden Wirkung diese Katastrophe ausüben sollte.

Lissabon war im Jahr 1755 eine der schönsten und bedeutendsten Handelsmetropolen Europas, als am 1. November, zu Allerheiligen, gegen 9:30 Uhr ein Beben der Stärke 9,0 die Stadt erschütterte und große Teile zerstörte. Etliche Kirchen stürzten ein und begruben die zum kirchlichen Feiertag versammelten Menschen unter sich. Einsetzende Feuer und anschließende Tsunamiwellen richteten zusätzliche Zerstörung an. Insgesamt nennen die zeitgenössischen Quellen Todeszahlen von bis zu 60.000 Menschen.

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung: Die Einleitung führt in die Thematik der Erdbeben als göttliches Instrument ein und skizziert die Fragestellung nach der Veränderung des Gottesbildes im Kontext von Erdbebentheorien vor und nach 1755.

2 Erdbebentheorien vor dem Erdbeben von Lissabon: Dieses Kapitel analysiert die Theorien von Aristoteles und Thomas von Aquin, wobei der Fokus auf dem Spannungsfeld zwischen naturwissenschaftlicher Erklärung und göttlicher Kausalität liegt.

3 Erdbebentheorien nach dem Erdbeben von Lissabon: Der Hauptteil untersucht die Reaktionen auf die Katastrophe von 1755, wobei besonders die philosophischen Positionen von Voltaire, Rousseau und Kant hinsichtlich des göttlichen Wirkens beleuchtet werden.

4 Fazit: Das Fazit stellt fest, dass sich auch nach dem Erdbeben von Lissabon kein fundamentaler Bruch im Verständnis göttlicher Kausalität vollzog, da Gott weiterhin als letzter Urheber naturwissenschaftlicher Abläufe fungierte.

5 Quellen und Literatur: Dieses Kapitel listet die verwendeten Primärquellen, die weiterführende Literatur sowie die Internetquellen auf, die der Untersuchung zugrunde liegen.

Schlüsselwörter

Erdbeben von Lissabon, Theodizee, Gottesbild, Aristoteles, Thomas von Aquin, Voltaire, Rousseau, Immanuel Kant, Erdbebentheorien, Naturwissenschaften, Philosophie, göttliche Kausalität, Katastrophendiskurs, Aufklärung, Naturphänomene.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert, wie sich philosophische und naturwissenschaftliche Erklärungen für Erdbeben im Kontext des göttlichen Eingreifens vor und nach dem Lissabonner Erdbeben von 1755 verändert haben.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Zentrale Themen sind die Geschichte der Erdbebentheorien, das Spannungsverhältnis zwischen Religion und Wissenschaft sowie die philosophische Auseinandersetzung mit dem Bösen (Theodizee).

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Ziel ist es zu klären, ob das Erdbeben von Lissabon als Zäsur fungierte, die zu einer naturwissenschaftlichen Widerlegung göttlichen Wirkens bei Naturkatastrophen führte.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es wird eine vergleichende Analyse von Primärquellen der Philosophiegeschichte sowie zeitgenössischer wissenschaftshistorischer Literatur durchgeführt.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Untersuchung antiker und mittelalterlicher Theorien sowie die detaillierte Betrachtung der intellektuellen Reaktionen von Philosophen wie Voltaire, Rousseau und Kant auf die Katastrophe von 1755.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die wichtigsten Schlagworte sind Theodizee, Lissabonner Erdbeben, Kants Erdbebentheorie, Aristoteles, Gottesbild und Wissenschaftsgeschichte.

Welche Rolle spielt die Theorie des Aristoteles in der Arbeit?

Die aristotelische Lehre dient als maßgebliches Fundament, an dem Thomas von Aquin seine mittelalterliche Synthese zwischen Naturwissenschaft und Glaube ausrichtet.

Warum spielt Kant eine zentrale Rolle in der Untersuchung?

Kant wird analysiert, weil er als Philosoph sowohl die naturwissenschaftliche Erforschung der Erdbebenursachen vorantrieb als auch eine differenzierte Position zur Rolle Gottes als "erstem Auslöser" beibehielt.

Ende der Leseprobe aus 18 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Gott als Ursache von Erdbeben
Untertitel
Das Einwirken Gottes und die Veränderung des Gottesbildes, betrachtet anhand von Erdbebentheorien vor und nach dem Erdbeben von Lissabon 1755
Hochschule
Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg  (Philosophie)
Veranstaltung
Gottesbeweise
Note
2,3
Autor
Julius Schüler (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2012
Seiten
18
Katalognummer
V265257
ISBN (eBook)
9783656550020
ISBN (Buch)
9783656547761
Sprache
Deutsch
Schlagworte
gott ursache erdbeben einwirken gottes veränderung gottesbildes erdbebentheorien lissabon
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Julius Schüler (Autor:in), 2012, Gott als Ursache von Erdbeben, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/265257
Blick ins Buch
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
Leseprobe aus  18  Seiten
Grin logo
  • Grin.com
  • Versand
  • Kontakt
  • Datenschutz
  • AGB
  • Impressum