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Methodische Fehlerquellen bei Kooperationsexperimenten im Labor

Title: Methodische Fehlerquellen bei Kooperationsexperimenten im Labor

Term Paper , 2013 , 14 Pages

Autor:in: Verena Betz (Author)

Sociology - Basics and General
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Ziel dieser Arbeit ist es, einen Einblick in die methodischen Schwächen von Laborexperimenten
zu geben. Im Zuge dessen wird, anhand ausgewählter Quellen möglicher systematischer
Verzerrungen, ein Diskussionsüberblick in der Literatur vermittelt. Schließlich sollen
mögliche Herangehensweisen zur Problemlösung aufgezeigt werden.
Zunächst wird in aller Kürze eine Aufstellung der Vorteile laborexperimenteller Untersuchungen
gegeben. Im folgenden Kapitel, welches den Kern der Arbeit bildet, wird diese
Aufstellung um mögliche Fehlerquellen künstlicher Settings ergänzt, welche in Form verzerrender
Faktoren in Erscheinung treten. Diese Auflistung von möglichen Fehlerquellen
beansprucht keine Vollständigkeit, es handelt sich lediglich um ausgewählte Beispiele. Abschließend
werden die Ergebnisse und mögliche Lösungsansätze diskutiert.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Vorteile des Laborexperiments

3. Methodische Fehlerquellen des Laborexperiments

3.1 Selbstselektion

3.2. Hawthorne-Effekt & Reaktivität

3.2.1 Beobachtung durch den Experimentator

3.2.2 Beobachtung durch andere Versuchsteilnehmer

3.3 Entscheidungskontext

3.3.1 Monetärer Einsatz im Spiel

3.3.2 Windfall Profits

3.4 Generalisierbarkeit

4. Diskussion

Zielsetzung & Themen

Diese Arbeit untersucht die methodischen Schwächen von Laborexperimenten in den Sozialwissenschaften, insbesondere im Hinblick auf spieltheoretische Untersuchungen. Ziel ist es, systematische Verzerrungsfaktoren aufzuzeigen, die die Generalisierbarkeit der im Labor gewonnenen Ergebnisse auf reale Situationen einschränken, und Lösungsansätze zu diskutieren.

  • Methodische Herausforderungen wie Selbstselektion und Stichprobenhomogenität
  • Einfluss des Hawthorne-Effekts und soziale Reaktivität
  • Bedeutung des Entscheidungskontexts und monetärer Anreize
  • Die Rolle von "Windfall Profits" bei ökonomischen Entscheidungen
  • Diskussion der externen Validität laborexperimenteller Daten

Auszug aus dem Buch

3.2. Hawthorne-Effekt & Reaktivität

Wie die vielfach replizierten Untersuchungen in den Hawthorne-Werken der Western Electricity Company zeigten, kann alleine das Bewusstsein darüber, Gegenstand einer wissenschaftlichen Untersuchung zu sein, bei den Probanden zu Einstellungs- und Verhaltensänderungen führen. Weil diese sich – berechtigterweise – beobachtet fühlen, erhöht sich deren Kooperationsbereitschaft. Das dieser Effekt eine Rolle bei Laborexperimenten spielt, kann man daran festmachen, dass in Diktator- und Ultimatumspielen eine gesteigerte Tendenz zur Kooperation zu finden ist. Wider spieltheoretischer Erwartungen neigen Probanden dazu, überdurchschnittlich viel des ihnen zur Verfügung gestellten Geldes an ihre Mitspieler auszuhändigen. Abseits des Labors ist dieses Verhalten eher unwahrscheinlich. Um es mit Levitts und Lists Worten zu sagen, bekommt man in der realen Welt selten Umschläge voller Geld von Fremden geschenkt (2007, S. 20).

Ursächlich für die unerwartet hohe Kooperationsbereitschaft könnte zum einen die übergestellte Rolle des Experimentators sein. Schultz (1969) spricht von einer superior-subordinate Beziehung zwischen Proband und Versuchsleiter. Im laborexperimentellen Setting werden autoritätsgläubiges und normtreues Verhalten aktiviert. Ebenso besteht Angst vor der Sanktionierung normabweichenden Verhaltens durch den Beobachter. Zur Überprüfung dieser Hypothese ist für die Anonymität zwischen Versuchsleiter und Probanden zu sorgen. Letztere r sich während des Experiments unbeobachtet fühlen. Ergebnisse, die diese Art der Reaktivität bestätigen liefern unter anderem die Untersuchungen von Haley und Fessler (2005) die durch die Abbildung eines stilisierten Augenpaares eine signifikant höhere Kooperationsbereitschaft im Diktatorspiel feststellten. So gaben die Diktatoren, die das Augenpaar im Hintergrund ihres PC-Monitors sahen rund 38% des ihnen zur Verfügung gestellten Geldes ihren Mitspieler, während es in der Vergleichsgruppe lediglich rund 25% waren.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung beleuchtet den Aufstieg der Laborexperimente in den Sozialwissenschaften und führt in die Problematik ein, dass menschliches Verhalten in diesen künstlichen Settings oft durch soziale Prozesse statt durch reine Nutzenmaximierung geprägt ist.

2. Vorteile des Laborexperiments: Dieses Kapitel erläutert die methodischen Stärken des Laborexperiments, insbesondere die Kontrolle von Störvariablen, die Erfüllung des Ceteris-paribus-Prinzips sowie die hohe Replizierbarkeit der Ergebnisse.

3. Methodische Fehlerquellen des Laborexperiments: Der Hauptteil analysiert kritische Faktoren, die zu verzerrenden Ergebnissen führen, darunter die selektive Rekrutierung von Probanden, den Hawthorne-Effekt, den Einfluss des experimentellen Rahmens sowie die Problematik von geschenkten Geldbeträgen.

4. Diskussion: Das abschließende Kapitel diskutiert den Nutzen von Laborexperimenten trotz der eingeschränkten externen Validität und zeigt Wege zur methodischen Verifizierung durch Feldexperimente und andere Datenerhebungsformen auf.

Schlüsselwörter

Laborexperiment, Sozialwissenschaften, Spieltheorie, Hawthorne-Effekt, Selbstselektion, Kooperationsverhalten, Reaktivität, externe Validität, Windfall Profits, Behavioral Game Theory, Entscheidungskontext, methodische Verzerrung, soziale Präferenzen, Probandenpool, ökonomische Experimente.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit den methodischen Limitationen von laborexperimentellen Forschungsdesigns in den Sozialwissenschaften, speziell im Kontext der Spieltheorie.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die zentralen Themen sind soziale Reaktivität, Selektionseffekte bei Probanden, der Einfluss von Anonymität und die Auswirkungen des experimentellen Settings auf das Kooperationsverhalten.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Ziel ist es, methodische Schwächen und systematische Fehlerquellen aufzuzeigen, die die Übertragbarkeit von Laborergebnissen auf reale Märkte und soziale Interaktionen erschweren.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit stützt sich auf eine theoretische Literaturanalyse und einen Diskussionsüberblick über existierende experimentelle Studien und spieltheoretische Ansätze.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine Analyse der Teilnehmerrekrutierung (Selbstselektion), der psychologischen Beeinflussung durch den Beobachter (Hawthorne-Effekt) sowie den Einfluss von Kontextfaktoren und monetären Anreizstrukturen.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit am besten?

Typische Schlüsselbegriffe sind Laborexperiment, externe Validität, Hawthorne-Effekt, Windfall Profits und Kooperationsbereitschaft.

Wie beeinflusst die Anonymität das Ergebnis in einem Diktatorspiel?

Die Arbeit verdeutlicht, dass mangelnde Anonymität oder die Wahrnehmung eines Beobachters die Kooperationsbereitschaft deutlich erhöht, während Anonymität eher zu einem Verhalten führt, das spieltheoretischen Nutzenmodellen entspricht.

Was versteht man in diesem Zusammenhang unter "Windfall Profits"?

Windfall Profits bezeichnen Geldbeträge, die Probanden im Experiment geschenkt bekommen, ohne dass sie diese selbst erarbeiten mussten, was das Entscheidungsverhalten im Vergleich zu selbst verdientem Geld messbar verzerrt.

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Details

Title
Methodische Fehlerquellen bei Kooperationsexperimenten im Labor
College
University of Leipzig
Author
Verena Betz (Author)
Publication Year
2013
Pages
14
Catalog Number
V265305
ISBN (eBook)
9783656549741
ISBN (Book)
9783656548256
Language
German
Tags
methodische fehlerquellen kooperationsexperimenten labor
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Verena Betz (Author), 2013, Methodische Fehlerquellen bei Kooperationsexperimenten im Labor, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/265305
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