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Kinder die anders sind - Psychische Störungen

Title: Kinder die anders sind - Psychische Störungen

Term Paper (Advanced seminar) , 2002 , 18 Pages , Grade: 1,3

Autor:in: Gwendolyn Schrott (Author)

Pedagogy - Pedagogic Psychology
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In der Einleitung möchte ich vorab auf die im Titel gewählten Begriffe eingehen um so das Thema dieser Arbeit zu verdeutlichen. Anschließend werde ich mich in Punkt 2 mit der Definition der psychischen Störung auseinandersetzen, da diese ein grundlegendes Element darstellt. Denn ohne eine allgemeingültige Definition ist es unmöglich sich dem abstrakten Begriff der psychischen Störung anzunähern. Darauffolgend werde ich mich mit der Ursachenforschung psychischer Störungen beschäftigen sowie mit den vorhandenen Risikofaktoren (also Faktoren, die den Ausbruch einer psychischen Störung begünstigen können) und den Schutzfaktoren (also Faktoren, die den Ausbruch einer psychischer Störung verhindern können). Den Abschluss dieser Arbeit wird eine Schlussbetrachtung, vor allem bezogen auf das Risiko-/Schutzfaktorenmodell, darstellen.

„Kinder die anders sind“, gemeint sind Kinder und Jugendliche mit psychischen Störungen, also Störungen des Erlebens und der Befindlichkeit sowie des Verhaltens. In der Pädagogik wird oft der Begriff der Verhaltensstörung verwendet, da dieser sich aber nur auf das beobachtbare Verhalten beziehen kann und damit die zahlreichen Störungen des Erlebens und der Befindlichkeit ausschließt, ist er als Oberbegriff ungeeignet. Ebenso ungeeignet als Oberbegriff ist die Bezeichnung der Psychosen, weil diese nur für wenige, seltene und schwere Geisteskrankheiten wie die Schizophrenien, bestimmte Unterformen der Depression und die Manie steht. Die einzige angemessene Bezeichnung ist daher die der psychischen Störung. (vergleiche Steinhausen 2000, S. 7-8). Des weiteren ist es sinnvoll eher vom Begriff der „Psychischen Störung“ als von dem Begriff der „Psychischen Krankheit“ auszugehen, da sich im Kinder- und Jugendalter viele seelische Auffälligkeiten nur durch ihren Schweregrad und die Beeinträchtigung vom Normalzustand unterscheiden

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Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Definition psychische Störung

2.1. Normabweichung

2.1.1. Angemessenheit hinsichtlich Alter und Geschlecht

2.1.2. Anhaltende Dauer

2.1.3. Lebensumstände

2.1.4. Gesellschaftliche Bewertung

2.1.4.1. Der Normbegriff

2.1.5. Ausmaß der Störungen

2.1.6. Art des Symptoms

2.1.7. Schweregrad und Häufigkeit der Symptome

2.2. Beeinträchtigung

2.2.1. Leiden

2.2.2. Beeinträchtigung der Entwicklung

2.2.3. Auswirkungen auf andere

2.2.4. Soziale Einengung

3. Ursachen

3.1. Risikofaktoren

3.1.1. biologische/ konstitutionelle Risikofaktoren

3.1.2. Psychosoziale Faktoren

3.1.3. Soziokulturelle Faktoren

3.1.4. situative Risikofaktoren

3.2. Schutzfaktoren

3.2.1. biologische/ konstitutionelle Risikofaktoren

3.2.2. Psychosoziale Faktoren

3.2.3. Soziokulturelle Faktoren

3.2.4. situative Risikofaktoren

3.3. Zusammenfassung

4. Schlussbetrachtung

5. Literaturverzeichnis

Zielsetzung und thematische Schwerpunkte

Die vorliegende Arbeit setzt sich zum Ziel, psychische Störungen bei Kindern und Jugendlichen theoretisch einzuordnen und die zentralen Bedingungen für deren Entstehung sowie Prävention zu beleuchten. Dabei steht die Forschungsfrage im Mittelpunkt, wie das Zusammenspiel von Risiko- und Schutzfaktoren die psychische Entwicklung beeinflusst und welche Rolle dabei individuelle, familiäre sowie soziokulturelle Rahmenbedingungen spielen.

  • Definition psychischer Störungen unter Berücksichtigung von Normabweichung und Beeinträchtigung
  • Analyse biologischer und konstitutioneller Einflussfaktoren
  • Untersuchung psychosozialer und soziokultureller Risikofaktoren
  • Erläuterung des Risiko-/Schutzfaktorenmodells und dessen Relevanz für die Prävention

Auszug aus dem Buch

2.1.4. Gesellschaftliche Bewertung

Die Maßstäbe für das, was wir als normal oder auch als nicht normal empfinden stammen aus unserer Gesellschaft. Aber auch innerhalb einer Gesellschaft sind Bewertungen oft sehr unterschiedlicher Natur. Dies kommt daher, da sich Gesellschaften und somit auch ihre Normen stets verändern und so neue Maßstäbe entstehen. Ein eindrückliches Beispiel stellt hier die Homosexualität von Männern dar.

In der Geschichte des Abendlandes herrschte im Allgemeinen die Auffassung Homosexualität sei ethisch verwerflich, insbesondere aufgrund der Ethik des Christentums, die der Sexualität nur innerhalb der Ehe Platz einräumt. Lange Zeit wurde die Homosexualität als psychische Störung betrachtet und viele homosexuelle Jugendliche wurden aufgrund dieser „widernatürlichen Neigungen“, wie es damals genannt wurde, in Behandlung geschickt. Erst 1969 wurde die Homosexualität straffrei (Faktum Lexikoninstitut 1995, S.177) und inzwischen, so wäre es zu mindest wünschenswert, stellt diese nichts Anormales mehr dar.

Aber auch andere Beispiele verdeutlichen die Problematik; würde ich einen Vortrag in der Universität halten und träge dabei nur einen Bikini wäre mein Verhalten ebenso als anormal zu bewerten wie das des Auditoriums, würde es sich im Freibad befinden und in voller Montur eine bestimmte Person anstarren und annähernd sämtliche Äußerungen dieser mit Papier und Stift festhalten.

Es lässt sich also festhalten, dass gesellschaftliche Maßstäbe nicht statisch sind, einerseits in Bezug auf die (historische ) Entwicklung einer Gesellschaft, andererseits in Bezug auf den Handlungskontext und den damit verbundenen Interaktionsregeln.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung verdeutlicht die Relevanz der Begriffsbestimmung und führt in das Risikomodell als zentrales Analyseinstrument ein.

2. Definition psychische Störung: Dieses Kapitel erarbeitet eine fundierte Abgrenzung psychischer Störungen durch die Kriterien der Normabweichung und der individuellen Beeinträchtigung.

3. Ursachen: Das Kapitel analysiert das bio-psycho-soziale Wechselspiel, indem es sowohl Risikofaktoren als auch Schutzfaktoren systematisch gegenüberstellt.

4. Schlussbetrachtung: Die Arbeit schließt mit einer kritischen Reflexion des Risiko-/Schutzfaktorenmodells hinsichtlich seiner Praxisanwendung und Erkenntnislücken.

Schlüsselwörter

Psychische Störung, Kinder und Jugendliche, Normabweichung, Beeinträchtigung, Risikofaktoren, Schutzfaktoren, Vulnerabilität, Resilienz, Soziokulturelle Faktoren, Erziehung, Prävention, Entwicklung, Psychosoziale Faktoren.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit beschäftigt sich mit der Definition und Ursachenforschung psychischer Störungen bei Kindern und Jugendlichen unter Anwendung eines bio-psycho-sozialen Modells.

Was sind die zentralen Themenfelder der Publikation?

Die zentralen Felder sind die begriffliche Abgrenzung von psychischer Normalität und Störung sowie die Identifikation von Risiko- und Schutzfaktoren, die den Entwicklungsverlauf beeinflussen.

Welches ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, durch die Analyse von Risiko- und Schutzfaktoren ein tieferes Verständnis dafür zu entwickeln, wie psychische Störungen entstehen und welche Mechanismen zu einer gesunden Entwicklung beitragen können.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit basiert auf einer theoretischen Literaturanalyse und der Anwendung des Mehrebenenmodells nach Steinhausen zur Systematisierung von Einflussfaktoren.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Definition von Störungen anhand verschiedener Normbegriffe sowie die detaillierte Darstellung biologischer, psychosozialer und soziokultureller Einflussfaktoren.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie Resilienz, Vulnerabilität, Normabweichung, Kindesentwicklung und die Wechselwirkung von Umweltfaktoren charakterisiert.

Warum ist der Begriff "Psychische Störung" dem Begriff "Psychische Krankheit" vorzuziehen?

Die Autorin argumentiert, dass im Kinder- und Jugendalter viele Auffälligkeiten fließend sind und sich primär durch ihren Schweregrad vom Normalzustand unterscheiden, weshalb "Störung" präziser als "Krankheit" ist.

Wie beeinflusst die soziale Schicht laut der Arbeit die psychische Entwicklung?

Die Arbeit stellt fest, dass in unteren sozialen Schichten aufgrund belastender Lebensumstände wie beengter Wohnverhältnisse oder unzureichender Beratungsangebote statistisch häufiger psychische Auffälligkeiten auftreten.

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Details

Title
Kinder die anders sind - Psychische Störungen
College
University of Mannheim  (Psychologie)
Course
Hauptseminar
Grade
1,3
Author
Gwendolyn Schrott (Author)
Publication Year
2002
Pages
18
Catalog Number
V26531
ISBN (eBook)
9783638288354
Language
German
Tags
Kinder Psychische Störungen Hauptseminar
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Gwendolyn Schrott (Author), 2002, Kinder die anders sind - Psychische Störungen, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/26531
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