Das Buch soll dazu beitragen, das Gefühl von Heimat wach zu halten, es zu bewahren und zu stärken. Wenn wir uns darum bemühen, die bäuerliche Kulturlandschaft genauer kennenzulernen, werden wir sie auch schätzen und erhalten wollen.
Inhaltsverzeichnis
I. Höher gehen – Welt im Hinterpasseier
II. Die frühen historischen Aufzeichnungen von Saltnuss im Spätmittelalter
III. Saltnuss – Heimat der Familie Gufler
1. Christoph Gufler 1627 – 1654
2. Hanns und Paul Gufler 1654 – 1688/89
3. Jakob und Nikolaus Gufler 1689 – 1714
4. Thomas Gufler 1728 – 1738
5. Ursula Gufler 1738 – 1751
6. Maria Gufler 1752 – 1765
IV. Übergang des Saltnuss Hofs auf die Familie Lanthaler in der 2. Hälfte des 18. Jhs.
1. Johann Lanthaler 1772 – 1810
2. Joseph Lanthaler 1810 – 1839
3. Joseph Lanthaler 1839 – 1868
4. Josef Lanthaler 1872 – 1913
5. Michael Lanthaler 1913 – 1942
V. Übernahme des Saltnuss Hofs durch die Familie Gufler / Auer in der Mitte des 20. Jhs.
1. Josef Gufler 1943 – 1967
2. Maria Anna Gufler 1967 – 1998
3. Martin Auer ab 1998
VI. Anhang
1. Der Pachtvertrag von 1716
2. Vormundschaftsrechnung von 1870/71
3. Das Essgut
4. Die Weiderechte der Saltnusser Bauern
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit dokumentiert die 400-jährige Hof- und Familiengeschichte des Saltnusser Hofes im hinteren Passeiertal. Ziel ist es, die Entwicklung dieses Bergbauernhofes über verschiedene Generationen und Familienzweige hinweg nachzuzeichnen, das Bewusstsein für die eigene Geschichte zu stärken und ein Zeichen gegen das Vergessen der bäuerlichen Kulturlandschaft zu setzen.
- Detaillierte genealogische Aufarbeitung der Familien Gufler, Lanthaler und Auer
- Analyse der Hoftrennungen und Übertragungen sowie deren wirtschaftliche Rahmenbedingungen
- Darstellung der geographischen und lokalhistorischen Besonderheiten des Hinterpasseiers
- Kulturhistorische Einblicke durch die Auswertung von Urkunden, Pachtverträgen und Wirtschaftsrechnungen
- Dokumentation von Alltag und Schicksalsschlägen der Bergbauernfamilien
Auszug aus dem Buch
I. Höher gehen – Welt im Hinterpasseier
Kraft – Verbundenheit. In den Seebertal-Erinnerungen des Josef Ennemoser erwacht das tragende und erhebende Gemüt der Berglandschaft im hintersten Passeiertal. „... die in allen Linien durchziehenden Steige und Wege, die in den Talmündungen einschlängenden Bäche, von hohen Ufern des Urgebirges eingedämmt, von dem sie hier in den weiten Becken, dort durch enge Felsenschluchten in tiefe Abgründe herabströmen, um dann wieder im langsamen Lauf still weiter zu fließen, nachdem sie mit schäumendem Gezische und brausendem Toben sich vereinigt haben; hier der blumenreiche mit aromatischen Düften geschwängerte Vordergrund eines grünen Wiesenteppichs, der hier plötzlich zu einer Einsamkeit von Wald oder Felsenwänden, dort auf die Höhe anmutiger Hügel führt, ...“.
Das menschlich Wenige von Rabenstein, Saltnuss, Hütt, Illmach, Bichl und Schönau rückt hier dichter aneinander und entlässt das Einzelne blitzblank und stolz, aber fast menschenscheu und geduckt. Das steile Bergrelief und die Schwerkraft lassen die Hänge mächtig in die Tiefe wandern und das viele Wasser der Haupt- und Nebentäler kerbt sich kräftige V-Täler in die Landschaft. Allgegenwärtige, kniende und wandernde Schatten, Lawinenstriche, die dünne Luft, die zufälligen Hangverflachungen, Steinbuckel wie rastende Höckerschwäne und die mit Hangschutt verfüllten Felsenstufen formen die Höfe- und Häusergemeinschaften des Talschlusses. Wäre nicht der Motorenlärm am Serpentinenasphalt der Timmelsjochstraße, würde meist die breite Ruhe und die Gelassenheit des Hochgebirges das Raumergreifende sein.
Zusammenfassung der Kapitel
I. Höher gehen – Welt im Hinterpasseier: Das Kapitel führt in die geographische und naturhistorische Welt des hinteren Passeiertals ein und beleuchtet die Geschichte der umgebenden Orte sowie Persönlichkeiten wie Joseph Ennemoser.
II. Die frühen historischen Aufzeichnungen von Saltnuss im Spätmittelalter: Dieser Abschnitt behandelt die vorrömische Namensgebung und die ersten urkundlichen Erwähnungen des Saltnusser Hofes im 13. und 14. Jahrhundert.
III. Saltnuss – Heimat der Familie Gufler: Es wird die Hofgeschichte von 1600 bis 1765 mit Fokus auf die verschiedenen Generationen der Familie Gufler beschrieben.
IV. Übergang des Saltnuss Hofs auf die Familie Lanthaler in der 2. Hälfte des 18. Jhs.: Dieses Kapitel dokumentiert den Eigentumswechsel und die Bewirtschaftung durch die Familie Lanthaler bis in die Mitte des 20. Jahrhunderts.
V. Übernahme des Saltnuss Hofs durch die Familie Gufler / Auer in der Mitte des 20. Jhs.: Hier wird der Rückgang des Hofes an die Familie Gufler und der Übergang an die Familie Auer bis zur heutigen Zeit geschildert.
VI. Anhang: Dieser Teil beleuchtet spezifische kultur- und wirtschaftsgeschichtliche Aspekte wie Pachtverträge, Wirtschaftsrechnungen, die Bedeutung des Essgutes und die Weiderechte auf der Schneebergalm.
Schlüsselwörter
Saltnuss, Passeiertal, Hofgeschichte, Familiengeschichte, Bergbauernhof, Familie Gufler, Familie Lanthaler, Familie Auer, Schneebergalm, Hinterpasseier, Timmelsjoch, Almwirtschaft, Grundherrschaft, Notariatsimbreviaturen, Bergbau
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Publikation im Kern?
Das Buch dokumentiert die 400-jährige Geschichte des Saltnusser Hofes im hintersten Passeiertal und bettet diese in den größeren Kontext der bäuerlichen Kultur und Familienentwicklung ein.
Welche Familien stehen im Zentrum der Darstellung?
Die Arbeit fokussiert sich primär auf die Familien Gufler, Lanthaler und Auer, die über Jahrhunderte hinweg den Saltnusser Hof bewirtschaftet und geprägt haben.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Ziel ist es, ein Zeichen gegen das Vergessen der eigenen historischen Wurzeln zu setzen und den intergenerationellen Dialog über die bäuerliche Lebensweise in einer alpinen Grenzregion zu fördern.
Welche wissenschaftlichen Methoden nutzt der Autor?
Der Autor stützt sich auf eine tiefgreifende Auswertung historischer Primärquellen, darunter Notariatsimbreviaturen, Verfachbücher, Steuerkataster, Pachtverträge und Chroniken privater Familienarchive.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil ist chronologisch gegliedert und behandelt die Generationenfolgen, Hofübergaben sowie die damit verbundenen rechtlichen und wirtschaftlichen Bedingungen von 1600 bis zur Gegenwart.
Welche Themenfelder definieren die Arbeit?
Die Schwerpunkte liegen auf der Familiengenealogie, der bäuerlichen Wirtschaftsgeschichte, den geographischen Gegebenheiten des Hinterpasseiers und der rechtlichen Entwicklung von Weiderechten.
Welche besondere Bedeutung hat das "Essgut" für den Saltnusser Hof?
Das Essgut stellt eine historische Komponente dar, die seit dem 16. Jahrhundert in den Hof inkorporiert war und deren komplexe Teilungs- und Zusammenführungsgeschichte einen wesentlichen Teil der ökonomischen Dokumentation darstellt.
Wie gingen die Bauern früher mit den alpinen Naturgefahren um?
Das Buch beleuchtet eindrucksvoll den ständigen Kampf der Bergbauern gegen Lawinen, Steinschlag und Muren und dokumentiert die Schutzmaßnahmen, die über Generationen hinweg getroffen wurden.
Welche Rolle spielt Joseph Ennemoser für die regionale Identität?
Joseph Ennemoser, ein aus der Gegend stammender Gelehrter, dient als Symbolfigur für die geistige Verbundenheit mit der Berglandschaft des hintersten Passeiertals.
Was erfährt der Leser über die wirtschaftliche Entwicklung des Hofes?
Durch Transkriptionen von Wirtschaftsrechnungen und Katastern erhält der Leser detaillierte Einblicke in die bäuerliche Subsistenzwirtschaft, die Preisgestaltung und die sozialen Verpflichtungen gegenüber Grundherren und Armen.
- Arbeit zitieren
- Dr. Veit Pamer (Autor:in), 2013, Saltnuss hintern See, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/265332