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Das International Committee for the History of Technology (ICOHTEC). Wissenschaftliche Entwicklung und Politik 1968 bis 1989

Titel: Das International Committee for the History of Technology (ICOHTEC). Wissenschaftliche Entwicklung und Politik 1968 bis 1989

Magisterarbeit , 2010 , 163 Seiten , Note: 1,3

Autor:in: Holger Skorupa (Autor:in)

Geschichte Deutschlands - Nachkriegszeit, Kalter Krieg
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Ausgerechnet in der politisch unsicheren und nicht selten ideologisch unterwanderten Phase des Kalten Krieges im Jahre 1968 fand die Gründung eines internationalen technikhistorischen Komitees statt: das International Committee for the History of Technology (ICOHTEC). Doch welche Art von wissenschaftlicher Gesellschaft ist das ICOHTEC? Welchen Zweck hat eine solche wissenschaftliche Vereinigung?

Die Ausarbeitung versucht anhand einer Darstellung der Charakteristika der Technikgeschichte als junger Spezialdisziplin der Geschichtswissenschaft und der Wissenschaftsgeschichte zu erörtern, warum das Komitee bald eine positive Bilanz ziehen konnte. Sie möchte aufzeigen, wie ICOHTEC zu einem wichtigen Bestandteil des Spektrums wissenschaftlicher Vereinigungen geworden ist.

Welches Erkenntnisinteresse, welche Problemstellungen und welche methodologische Systematik prägen die Forschungsarbeiten von Technikhistorikern? Warum und in welcher Form konnte die Funktionalität und die Arbeitsweise des Komitees transparenter gestaltet werden? In der Annäherung an diese zentrale Fragestellung stand die Analyse der wissenschaftlichen Entwicklung des Komitees im Fokus. Aufgrund des allgegenwärtigen Kalten Krieges in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts muss jedoch ebenso die Politik zwischen 1968 und 1989 konsequent interpretiert und präsentiert werden.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung – Die Entwicklung der Technikgeschichte als Disziplin der modernen Geschichtswissenschaft

2. Die Anfänge von ICOHTEC – Die Entstehung einer wissenschaftlichen Organisation

2.1 Die Ziele Kranzbergs und die Rolle der Gründungsväter von ICOHTEC

2.2 Verfassung und Struktur des Komitees – Im Zeichen der Einflüsse des Kalten Krieges?

2.3 ICOHTEC und die Technikgeschichte im Spektrum politischer und wissenschaftlicher Disharmonien – Tendenzen in der Forschungsarbeit

2.4 Die Festigung der Technikgeschichte als Sub-Disziplin der Geschichtswissenschaft und die Rolle der Politik am Beispiel der Bundesrepublik Deutschland und der Deutschen Demokratischen Republik

3. ICOHTEC-Symposien als Charakteristikum der Annäherung – Schwerpunkte der Konferenzen zwischen 1968 und 1989

3.1 Im Zeichen der Annäherung zwischen Ost und West

3.1.1 Pont-a-Mousson 1970

3.1.2 Tokio 1974 und Kaluga 1976

3.2 Die Konferenzen von ICOHTEC in den späten 1970er Jahren bis 1984 – Die Expansion des Komitees und die Festigung des technikhistorischen Austausches

3.2.1 Freiberg 1978 und Sofia 1979

3.2.2 Lerbach 1984

3.3 Kontroversen, technikwissenschaftlicher Transfer und neue Forschungsbereiche – Die Ergebnisse der Tagungen bis 1989

3.3.1 Berkeley 1985

3.3.2 Dresden 1986 und Madrid 1988

4. Die Festigung von ICOHTEC als wissenschaftliche Organisation

4.1 Die Beziehungen zwischen ICOHTEC und SHOT

4.2 ICOHTEC als Teil der IUHPS/DHST

5. Schlussteil – ICOHTEC von 1968 bis 1989 und im frühen 21. Jahrhundert – Zusammenfassung und Ausblick

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die wissenschaftliche Entwicklung und politische Einbettung des International Committee for the History of Technology (ICOHTEC) in der Zeit des Kalten Krieges (1968–1989), um aufzuzeigen, wie sich die Technikgeschichte als junge Teildisziplin innerhalb eines ideologisch gespaltenen globalen Forschungskontextes etablieren konnte.

  • Die Entstehungsgeschichte und die Gründungsziele des ICOHTEC
  • Die Rolle der politischen Rahmenbedingungen während des Kalten Krieges für die wissenschaftliche Kooperation
  • Die Analyse repräsentativer internationaler Symposien des ICOHTEC als Orte des wissenschaftlichen Austauschs
  • Die Entwicklung der Technikgeschichte als wissenschaftliche Disziplin in Ost- und Westdeutschland
  • Die strukturelle und institutionelle Festigung des ICOHTEC im Gefüge der IUHPS/DHST

Auszug aus dem Buch

2.1 Die Ziele Kranzbergs und die Rolle der Gründungsväter von ICOHTEC

„Today’s technology makes possible teleconferencing. Hence it would be cheaper to stay at home and have the papers and discussions of the SHOT meeting [Präsentation der Presidential Address am 19. Oktober 1985 im Henry Ford Museum in Dearborn, Michigan/USA] brought to us by telecommunication devices. (…) [But] I also believe that SHOT meetings are so friendly and wonderful because we are united in our pursuit of knowledge. Surely we sometimes disagree in our interpretations of the historical facts; we would be less than human if we did not, and we would not be doing our proper jobs as scholars if we accepted unquestioningly everything our colleagues said. But more important, we are united in our concern to understand the past – and also look at the future.”

Während der SHOT-Conference im Jahre 1985 in Dearborn betonte Melvin Kranzberg die große Bedeutung gemeinsamer Diskussionen als elementaren Bestandteil des wissenschaftlichen Arbeitens, also die Entfaltung neuer Forschungsansätze sowie das Verständnis für die Vergangenheit, die gleichsam nur in enger Interaktion möglich seien. Auf diese Weise verlässt einer der Vorreiter der Technikgeschichte im nordamerikanischen Raum die Sphäre der sozio-politischen und ideologischen Dogmen und Restriktionen seiner Zeit – die Phase des Kalten Krieges. Davon zeugten nicht nur der Erfolg und die Dimension der Rezeption von SHOT – und insbesondere der Einfluss des Journals TC – auf die überaus positive Fortentwicklung und die Rolle der Technikgeschichte als junge, aber gleichwohl unabdingbare Teildisziplin der Geschichtswissenschaft und der Wissenschaftsgeschichte.

Das Idealbild Kranzbergs von einem wissenschaftlichen wie auch freundschaftlichen Austausch – einer Art von Brückenkopf zwischen Forschern des liberal-demokratischen Westens und dem sozialistisch-materialistischen Osten – hatte das Jahr 1968 gebracht.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung – Die Entwicklung der Technikgeschichte als Disziplin der modernen Geschichtswissenschaft: Das Kapitel führt in die Fragestellung ein, warum das ICOHTEC in der politisch unsicheren Phase des Kalten Krieges gegründet wurde und welche Bedeutung dies für die Etablierung der Technikgeschichte hatte.

2. Die Anfänge von ICOHTEC – Die Entstehung einer wissenschaftlichen Organisation: Hier werden die Gründungsziele durch Akteure wie Kranzberg, Daumas und Olszewski analysiert sowie die strukturellen und verfassungsrechtlichen Rahmenbedingungen des Komitees vor dem Hintergrund des Kalten Krieges beleuchtet.

3. ICOHTEC-Symposien als Charakteristikum der Annäherung – Schwerpunkte der Konferenzen zwischen 1968 und 1989: Dieses Kapitel wertet internationale Konferenzen aus, um die wissenschaftliche Entwicklung, die Rolle der Politik und die Herausforderungen bei der Umsetzung internationaler Kooperation zu verdeutlichen.

4. Die Festigung von ICOHTEC als wissenschaftliche Organisation: Der Fokus liegt auf der institutionellen Einbindung des ICOHTEC in internationale Strukturen wie die IUHPS/DHST sowie auf der Beziehung zur Society for the History of Technology (SHOT).

5. Schlussteil – ICOHTEC von 1968 bis 1989 und im frühen 21. Jahrhundert – Zusammenfassung und Ausblick: Das Kapitel fasst die wissenschaftliche Entwicklung des Komitees zusammen und diskutiert zukünftige Herausforderungen, insbesondere im Hinblick auf die Nachwuchsförderung und globale Expansion.

Schlüsselwörter

Technikgeschichte, ICOHTEC, Kalter Krieg, Wissenschaftsgeschichte, Internationaler Technologietransfer, Melvin Kranzberg, SHOT, Geschichtswissenschaft, Wissenschaftliche Organisation, Ost-West-Kooperation, Technikfolgenabschätzung, Historische Methodologie, Technikhistorische Forschung, Institutionelle Etablierung, Industrialisierung.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundlegend?

Die Arbeit analysiert die wissenschaftliche Entwicklung und das politische Wirken des International Committee for the History of Technology (ICOHTEC) zwischen 1968 und 1989 innerhalb der bipolaren Welt des Kalten Krieges.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Zentrale Themen sind die Etablierung der Technikgeschichte als akademische Disziplin, die Bedeutung internationaler wissenschaftlicher Kooperationen trotz ideologischer Grenzen sowie die institutionelle Ausgestaltung des ICOHTEC.

Welches primäre Ziel verfolgt die Arbeit?

Ziel ist es zu belegen, dass das ICOHTEC als wissenschaftliche Plattform trotz politischer Barrieren eine nachhaltige Brücke zwischen Historikern aus liberal-demokratischen und sozialistisch-materialistischen Systemen schlug und die Anerkennung der Technikgeschichte förderte.

Welche wissenschaftliche Methode kommt zur Anwendung?

Es handelt sich um eine geschichtswissenschaftliche Analyse, die auf einer umfassenden Quellenarbeit (Archivmaterial, Tagungsberichte, Statuten und Zeitzeugenbefragungen) basiert.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil befasst sich mit der Entstehung des ICOHTEC, der Bedeutung einzelner Symposien als Orte des Austauschs, der Rolle Deutschlands in der technikhistorischen Forschung und der strukturellen Einbindung in globale Verbände wie die UNESCO/IUHPS.

Welche Schlagworte charakterisieren das Werk?

Wichtige Begriffe sind unter anderem Wissenschaftspolitik, Ideologietransfer, Technikhistorie, Kalter Krieg und internationale Forschungsnetzwerke.

Wie wirkten sich die ideologischen Gegensätze auf die Symposien aus?

Die ideologischen Differenzen führten zu bürokratischen Barrieren, Reisebeschränkungen und einer unterschiedlichen methodischen Herangehensweise, zwangen die Organisation jedoch gleichzeitig zur Entwicklung pragmatischer Strukturen zur Sicherung des Austauschs.

Welche Bedeutung hatte das ICOHTEC für junge Technikhistoriker?

Das ICOHTEC diente als ein Forum, in dem auch junge Forscher Anschluss an internationale Diskussionen finden konnten, wenngleich der Generationenwechsel und eine stärkere Öffnung für individuelle Mitglieder erst ab 1993 forciert wurden.

Ende der Leseprobe aus 163 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Das International Committee for the History of Technology (ICOHTEC). Wissenschaftliche Entwicklung und Politik 1968 bis 1989
Hochschule
Helmut-Schmidt-Universität - Universität der Bundeswehr Hamburg  (Neuere Sozial- und Wirtschaftsgeschichte unter besonderer Berücksichtigung der Technikgeschichte)
Note
1,3
Autor
Holger Skorupa (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2010
Seiten
163
Katalognummer
V265362
ISBN (eBook)
9783668602755
Sprache
Deutsch
Schlagworte
ICOHTEC Organisationsgeschichte Kranzberg SHOT Kalter Krieg Hans-Joachim Braun Alexandre Hérlea
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Holger Skorupa (Autor:in), 2010, Das International Committee for the History of Technology (ICOHTEC). Wissenschaftliche Entwicklung und Politik 1968 bis 1989, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/265362
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