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Zum Erleben der Haftsituation von Kindern und Partnern Inhaftierter im Erwachsenenvollzug

Titel: Zum Erleben der Haftsituation von Kindern und Partnern Inhaftierter im Erwachsenenvollzug

Masterarbeit , 2013 , 95 Seiten , Note: 3

Autor:in: Andrea Meyer (Autor:in)

Soziale Arbeit / Sozialarbeit
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Die Gruppe der Angehörigen und Kinder Inhaftierter wird, sowohl in der wissenschaftlichen Forschung, als auch im Strafvollzug als nicht ernst zu nehmende Zielgruppe, kaum zur Kenntnis genommen (Heberling, 2012, S.8).
Die Betroffenen haben jedoch mit weitreichenden Konsequenzen durch die Inhaftierung eines Familienmitglieds zu kämpfen.
Es sind etwa eine halbe Million Menschen in Deutschland, die als Angehörige Inhaftierter mit den familienfeindlichen Folgen einer Inhaftierung leben müssen, den höchsten Preis zahlen die Kinder (IfS, 1/2012, S.12).
In der vorliegenden Arbeit soll unter Darstellung einiger Ergebnisse aus der "Coping-Sudie" (Children of Prisoners, Interventions and Mitigations to Strengthen Mental Health)die Zielgruppe der Angehörigen und Kinder Inhaftierter mehr in den Fokus von Wissenschaft, Gesellschaft und Politik gelenkt werden.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Zum Strafvollzug

2.1 Ziele und Aufgaben des Strafvollzuges

2.2 Regelungen des StVollzG zum Empfang von Besuchern und der Kommunikation mit der Außenwelt

2.3 Besonderheiten des Frauenvollzuges

3. Zur Lebenssituation inhaftierter Frauen und Männer

3.1 Inhaftierte Frauen

3.2 Inhaftierte Männer

4. Zum Erleben der Haftsituation von PartnerInnen Inhaftierter

4.1 Partnerinnen inhaftierter Männer

4.1.1 Forschungsstand im deutschen Sprachraum

4.1.2 Forschungsstand im anglo-amerikanischen Sprachraum

4.2 Auswirkungen durch Abwesenheit des Partners

4.2.1 Psychische Belastungen

4.2.2 Auswirkungen auf die Partnerschaft

4.3 Partner inhaftierter Frauen

5. Zum Erleben der Haftsituation von Kindern inhaftierter Eltern

5.1 Zur Eltern-Kind-Beziehung

5.2 Rechte der Kinder

5.3 Zur „Coping Studie“ (Children of Prisoners, Interventions and Mitigations to Strengthen Mental Health)

5.3.1 Ergebnisse aus der Studie anhand qualitativer Interviews mit Kindern Inhaftierter

5.3.1.1 Resilienzfaktoren

5.3.1.2 Bewältigungsstrategien

5.3.1.3 Stigmatisierungsprozesse

5.3.1.4 Psychische und physische Gesundheit

5.3.2 Hilfsangebote der Justizvollzugsanstalten und Gemeinden

5.3.3 Handlungsempfehlungen

5.4 Zur Bedeutung der Auswirkungen durch Trennung vom inhaftierten Elternteil

6. Mutter und Kind Einrichtungen im Strafvollzug

6.1 Zur Lebenssituation von Müttern und Kindern im Mutter und Kind Strafvollzug

6.1.1 Vollzugsgestaltung in Mutter und Kind Einrichtungen

6.1.2 Entwicklung der Kinder im Strafvollzug

6.2 Behandlungsbedürfnisse inhaftierter Mütter

7. Aktuelle Hilfsangebote für Kinder und Angehörige Inhaftierter

7.1 Ambulante Hilfen für Kinder und Angehörige Inhaftierter am Beispiel der Anlaufstelle „Freiräume“ in Bielefeld und „Kid-Mobil“ in Berlin

7.2 Unterstützungsangebote für Kinder und Angehörige im Gefängnis am Beispiel der JVA Bützow

7.3 Das Familienhaus „Engelsborg“ in Dänemark

8. Ableitungen für die Praxis

9. Fazit

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit verfolgt das Ziel, die weitreichenden Auswirkungen einer Inhaftierung auf Partner und Kinder von Strafgefangenen zu beleuchten, da diese Personengruppe in Forschung und Strafvollzug oft vernachlässigt wird. Die zentrale Forschungsfrage untersucht, wie die Trennungssituation erlebt wird, welche psychischen und ökonomischen Belastungen entstehen und welche Hilfsangebote notwendig sind, um das Kindeswohl und die Stabilität der Familienbeziehungen während und nach der Haft zu sichern.

  • Psychische Belastungen von Partnern und Kindern durch die Abwesenheit des Inhaftierten.
  • Die Situation von Müttern und Kindern im Mutter-Kind-Strafvollzug.
  • Analyse von Bewältigungsstrategien von Kindern inhaftierter Eltern.
  • Evaluation von aktuellen Hilfsangeboten und Ansätzen für familienverträglichen Strafvollzug.

Auszug aus dem Buch

4.1.1 Forschungsstand im deutschen Sprachraum

Im deutschsprachigen Raum gibt es weniger wissenschaftliche Studien als im anglo-amerikanischen Sprachraum. Es folgt eine zusammenfassende Darstellung, mit zum Teil veralteten Ergebnissen, die die geringe Verfügbarkeit von aktuellen Forschungsergebnissen deutlich machen.

So stellten Ortner und Wetter (1975) nur wenig aufgearbeitete Interviewprotokolle mit Frauen von Inhaftierten dar. Mit ihren Veröffentlichungen wollten sie „sowohl die Überholtheit und Unzulänglichkeit der Familie, als auch die Überholtheit und Unzulänglichkeit der Strafjustiz“ (Ortner & Werner, 1975, S.10) darstellen (Kern, 2012, S.7), und sahen ihre Arbeit als erste thesenhafte Interpretation, die als Anregung für die Praxis dienen sollte.

Die bislang umfangreichste Studie im Auftrag des Bundesministeriums für Jugend, Familie, Frauen und Gesundheit ist von Busch, Fülbier und Meyer (1987), mit dem Titel: „Zur Situation der Frauen von Inhaftierten. Analyse und Hilfeplanung. Die Interviews mit 366 Inhaftierten und 136 Partnerinnen wurden auf Grundlage von Fragebögen mit halboffenen und standardisierten Fragen geführt. Innerhalb von vier Jahren wurde Daten erhoben, so dass folgende Rangliste von Problemlagen der Frauen ermittelt wurde:

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Beschreibt die Vernachlässigung der Zielgruppe in der Forschung und stellt die Motivation sowie die Zielsetzung der Arbeit dar.

2. Zum Strafvollzug: Erläutert die gesetzlichen Grundlagen und Ziele des Strafvollzuges sowie die Besonderheiten im Frauenvollzug.

3. Zur Lebenssituation inhaftierter Frauen und Männer: Untersucht die unterschiedlichen Bedingungen und Belastungen von weiblichen und männlichen Inhaftierten im Alltag.

4. Zum Erleben der Haftsituation von PartnerInnen Inhaftierter: Analysiert die psychosozialen Folgen der Inhaftierung für die Partner und thematisiert den Forschungsstand.

5. Zum Erleben der Haftsituation von Kindern inhaftierter Eltern: Behandelt die traumatischen Auswirkungen der elterlichen Inhaftierung auf Kinder und stellt Erkenntnisse aus der „Coping-Studie“ vor.

6. Mutter und Kind Einrichtungen im Strafvollzug: Diskutiert die Unterbringung von Müttern mit Kindern in spezialisierten Einrichtungen und die damit verbundenen Vor- und Nachteile für die kindliche Entwicklung.

7. Aktuelle Hilfsangebote für Kinder und Angehörige Inhaftierter: Stellt praxisnahe Projekte wie „Freiräume“, „Kid-Mobil“ und das dänische Familienhaus „Engelsborg“ vor.

8. Ableitungen für die Praxis: Formuliert Empfehlungen für eine familienorientierte Gestaltung des Strafvollzugs zur besseren Unterstützung der betroffenen Angehörigen.

9. Fazit: Resümiert die wesentlichen Erkenntnisse und plädiert für einen humaneren, stärker vernetzten Strafvollzug, der das Kindeswohl stärker berücksichtigt.

Schlüsselwörter

Inhaftierung, Strafvollzug, Angehörige, Kinder inhaftierter Eltern, Psychische Belastungen, Resozialisierung, Mutter-Kind-Einrichtungen, Coping-Studie, Familienbeziehungen, Kindeswohl, Stigmatisierung, Sozialarbeit, Bindungstheorie, Unterstützungsangebote, Familienberatung.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Masterarbeit grundlegend?

Die Arbeit untersucht das Erleben der Haftsituation aus der Perspektive der Angehörigen, insbesondere der Partner und Kinder inhaftierter Personen, und beleuchtet deren oft vernachlässigte Bedürfnisse.

Welche zentralen Themenfelder stehen im Fokus?

Im Mittelpunkt stehen die psychischen und sozialen Folgen der Inhaftierung für Familien, die Untersuchung des Mutter-Kind-Strafvollzugs sowie die Analyse von Bewältigungsmechanismen bei Kindern.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Das Ziel ist es, aufzuzeigen, dass Angehörige „mitbestrafte Dritte“ sind und dass ein familienorientierter Strafvollzug essenziell für die erfolgreiche Resozialisierung der Inhaftierten ist.

Welche wissenschaftliche Methode verwendet die Arbeit?

Es handelt sich um eine theoretische Arbeit, die auf einer umfassenden Literaturanalyse und der Auswertung bestehender Studien, insbesondere der EU-geförderten „Coping-Studie“, basiert.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Analyse der rechtlichen Rahmenbedingungen, das Erleben der Inhaftierung durch Partner und Kinder, sowie die Vorstellung von Mutter-Kind-Einrichtungen und ambulanten Hilfsprojekten.

Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?

Wesentliche Begriffe sind Kindeswohl, Stigmatisierungsprozesse, Resilienz, Bindungstheorie und die Notwendigkeit von familienorientierten Unterstützungsangeboten im Justizvollzug.

Wie unterscheidet sich die Haftsituation von Frauen und Männern laut dieser Arbeit?

Frauen in Haft sind häufiger Mütter und alleinerziehend, was die Mutter-Kind-Beziehung zur kritischen Problematik macht; Männer kämpfen hingegen oft stärker mit Rollenverlust und Versorgungsängsten.

Welche Bedeutung kommt der „Coping-Studie“ für die Argumentation zu?

Die Studie liefert qualitative Daten aus Kindersicht, die belegen, dass Inhaftierung massive psychische Belastungen verursacht, aber auch positive Bewältigungsstrategien wie soziale Unterstützung durch Freunde existieren.

Welche spezifische Rolle spielt das Kindeswohl bei der Unterbringung?

Das Kindeswohl sollte laut Autorin die obligatorische Basis für alle Entscheidungen sein, weshalb Mutter-Kind-Einrichtungen und alternative Haftformen als wichtige, wenn auch noch zu seltene Optionen gelten.

Welche Handlungsempfehlungen werden für die Praxis gegeben?

Gefordert werden unter anderem geschultes Personal, kindgerechte Besuchsräume, eine stärkere Vernetzung von Jugend- und Justizhilfe sowie eine landesweite Etablierung von Familienbeauftragten in Haftanstalten.

Ende der Leseprobe aus 95 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Zum Erleben der Haftsituation von Kindern und Partnern Inhaftierter im Erwachsenenvollzug
Hochschule
Ostfalia Hochschule für angewandte Wissenschaften Fachhochschule Braunschweig/Wolfenbüttel  (Sozialwesen)
Note
3
Autor
Andrea Meyer (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2013
Seiten
95
Katalognummer
V265417
ISBN (eBook)
9783656551416
ISBN (Buch)
9783656551522
Sprache
Deutsch
Schlagworte
erleben haftsituation kindern partnern inhaftierter erwachsenenvollzug
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Andrea Meyer (Autor:in), 2013, Zum Erleben der Haftsituation von Kindern und Partnern Inhaftierter im Erwachsenenvollzug, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/265417
Blick ins Buch
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Leseprobe aus  95  Seiten
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