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Waren die türkischen Massaker und Deportationen an den Armeniern ein Völkermord?

Titel: Waren die türkischen Massaker und Deportationen an den Armeniern ein Völkermord?

Seminararbeit , 2013 , 18 Seiten , Note: 1,0

Autor:in: Kai Schweers (Autor:in)

Weltgeschichte - Moderne Geschichte
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Zusammenfassung Leseprobe Details

In dieser Arbeit wird die Frage beantwortet, ob die türkischen Massaker und Deportationen im 20. Jahrhundert ein Völkermord waren.
Aufgrund verschiedener Meinungen einiger EU-Mitgliedstaaten und der Beteiligten wurde diese Frage noch nicht vollständig geklärt. Deshalb habe ich mich mit diesem Thema auseinander gesetzt.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Vorgeschichte

2.1. Das Osmanische Reich im frühen 19. Jahrhundert

2.2. Die wachsende Unzufriedenheit unter den Armeniern im späteren 19. Jahrhundert

2.3. Die Jungtürken

2.4. Massaker an den Armeniern von 1914 bis Anfang 1915

3. Die Massenmorde an den Armeniern 1915/1916

4. Waren die türkischen Massaker und Deportationen an den Armenier ein Völkermord?

5. Literaturverzeichnis

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Facharbeit untersucht die historische Ereignisse der Massaker und Deportationen an den Armeniern im Osmanischen Reich zwischen 1914 und 1916. Ziel ist es, auf Basis der vorliegenden Quellenlage und unter Anwendung wissenschaftlicher Definitionen des Völkermordbegriffs zu eruieren, ob diese systematischen Tötungen und Vertreibungen historisch und rechtlich als Völkermord zu klassifizieren sind.

  • Historische Entwicklung des Osmanischen Reiches und die Rolle der Minderheiten
  • Aufstieg und Wirken der "Jungtürken" als politische Kraft
  • Analyse der Massenmorde und Deportationspraktiken von 1915 bis 1916
  • Wissenschaftliche Definition des Völkermordbegriffs
  • Kritische Auseinandersetzung mit der Leugnungsthematik und historischen Belegen

Auszug aus dem Buch

3. Die Massenmorde an den Armeniern 1915/1916

Die Massenmorde oder auch, von einigen Ländern und vielen Historikern anerkannt, der Völkermord an den Armeniern ist im Gegensatz zu der gut dokumentierten Vorgeschichte schwierig zu beweisen. Warum dieses so schwierig zu beweisen ist, lässt sich ganz einfach beantworten: Es existieren kaum schriftliche Dokumente über diese Vorgänge oder sie sind zumindest nicht zugänglich. Warum es kaum offizielle Dokumente über die Massenmorde an den Armeniern gibt, ist meist Spekulation, das einzige was bekannt darüber ist und womit man dieses Fehlen an Dokumenten erklären kann, ist, dass das Komitee „Einheit und Fortschritt“, welches für die (laut des Komitees) Deportation der Armenier zuständig war, die Befehle meist mündlich erteilte. Doch gänzlich unbewiesen ist dieser Vorgang der jungtürkischen Regierung nicht, da, wenn auch wenige, aber doch amtliche Zeugnisse und viele Augenzeugenberichte vorhanden sind. Unter den Berichten sind auch einige von deutschen Augenzeugen, denn das Osmanische Reich war mit dem Deutschen Reich im Ersten Weltkrieg, und auch schon davor, verbündet und somit waren auch einige deutsche Diplomaten, Krankenschwestern und Offiziere im Osmanischen Reich tätig.

Der Gedenktag der Armenier und somit auch das allgemein benutze Datum als Anfang des „Völkermords“ (nicht von allen Ländern anerkannt) ist der 24. April 1915. In der Nacht vom 24. April wurden nämlich mehr als 2000 Angehörige von der in der osmanischen Hauptstadt Konstantinopel lebenden, armenischen Elite verhaftet. Auch in den armenischen Provinzen wurden Angehörige der armenischen Oberschicht gefangen genommen, gefoltert und auch öffentlich hingerichtet. Die Begründung für diesen Vorgang lautete, dass die Armenier angeblich den Feind, Russland, unterstützt hätten und mit ihm zusammenarbeiten würden. Deshalb gab es auch die öffentlichen Hinrichtungen, damit das restliche armenische Volk abgeschreckt und somit nicht mehr Russland unterstützen würde. Am Tag nach den zahlreichen Verhaftungen beschloss das Komitee „Einheit und Fortschritt“, laut Memoranden des osmanischen Innenministeriums, das Armenienproblem voll und ganz zu beseitigen. Daraufhin befahl Innenminister Talat die komplette armenische Bevölkerung durch die Provinzgouverneure deportieren zu lassen.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Diese Einleitung stellt das kontroverse Thema der Armenier-Ermordung vor, beleuchtet die aktuelle politische Brisanz am Beispiel der deutsch-französisch-türkischen Beziehungen und definiert das Untersuchungsziel der Arbeit.

2. Vorgeschichte: Das Kapitel analysiert die soziopolitische Struktur des Osmanischen Reiches, das Erstarken des Nationalbewusstseins unter den Armeniern, den Aufstieg der Jungtürken und die ersten Massaker-Ereignisse ab 1914.

3. Die Massenmorde an den Armeniern 1915/1916: Hier werden die systematische Deportation und die Massenmorde ab April 1915 detailliert beschrieben, wobei die Schwierigkeit der Beweisführung durch fehlende Dokumente und die Bedeutung von Augenzeugenberichten hervorgehoben wird.

4. Waren die türkischen Massaker und Deportationen an den Armenier ein Völkermord?: In diesem Kapitel erfolgt die theoretische Einordnung der Ereignisse anhand gängiger Völkermorddefinitionen unter Berücksichtigung der Frage nach der Absicht des türkischen Staates.

5. Literaturverzeichnis: Zusammenstellung der verwendeten Fachliteratur, Zeitschriftenartikel und Internetquellen zur wissenschaftlichen Fundierung der Arbeit.

Schlüsselwörter

Armenien, Völkermord, Osmanisches Reich, Deportation, Jungtürken, Genozid, Massaker, Erster Weltkrieg, Talat Bey, Komitee Einheit und Fortschritt, Armenier-Verfolgung, Menschenrechte, Minderheitenpolitik, Historische Aufarbeitung, Augenzeugenberichte.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Facharbeit grundsätzlich?

Die Arbeit beschäftigt sich mit den systematischen Verfolgungen, Deportationen und Ermordungen der armenischen Minderheit im Osmanischen Reich während des Ersten Weltkrieges.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die zentralen Schwerpunkte liegen auf der historischen Vorgeschichte der Konflikte, der Rolle der jungtürkischen Regierung und der anschließenden rechtlichen sowie historischen Bewertung als Völkermord.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, auf Grundlage historischer Fakten und offizieller Definitionen zu klären, ob die Ereignisse von 1915/1916 als Völkermord einzustufen sind.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Der Autor nutzt eine historisch-analytische Methode, indem er Augenzeugenberichte, historische Ereignisse und offizielle Begriffsdefinitionen miteinander verknüpft und kritisch bewertet.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die politische Vorgeschichte, die Schilderung der Massenmorde und die abschließende juristische Einordnung der Geschehnisse.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit ist durch Begriffe wie Genozid, Osmanisches Reich, Armenien, Deportation und die Debatte um die Absicht der Täterschaft charakterisiert.

Warum ist die Beweisführung bezüglich der "Absicht" so schwierig?

Da das Komitee "Einheit und Fortschritt" Befehle primär mündlich erteilte, fehlen oft direkte schriftliche Dokumente, die eine vorsätzliche Auslöschung belegen, was von der türkischen Regierung zur Leugnung genutzt wird.

Welche Bedeutung kommt den deutschen Augenzeugenberichten zu?

Deutsche Zeugen, darunter Diplomaten und Offiziere, liefern als Außenstehende glaubwürdige Berichte, da sie keine direkte strategische Veranlassung hatten, ihren türkischen Verbündeten durch Lügen zu schaden.

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Details

Titel
Waren die türkischen Massaker und Deportationen an den Armeniern ein Völkermord?
Note
1,0
Autor
Kai Schweers (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2013
Seiten
18
Katalognummer
V265642
ISBN (eBook)
9783656552529
ISBN (Buch)
9783656552888
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Völkermord Armenier Armenocide Genozid türkische Massaker 1914 1915 Türkei Armenien Türken Massaker Deportationen
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Kai Schweers (Autor:in), 2013, Waren die türkischen Massaker und Deportationen an den Armeniern ein Völkermord?, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/265642
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Leseprobe aus  18  Seiten
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