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Oral History in Theorie und Praxis. Ein Vergleich

Title: Oral History in Theorie und Praxis. Ein Vergleich

Research Paper (undergraduate) , 2013 , 25 Pages , Grade: 2.4

Autor:in: Haymo Empl (Author)

History of Germany - World War I, Weimar Republic
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Die vorliegende Arbeit geht der Frage nach, inwiefern sich die mündliche Überlieferung von Zeitzeugen des 1. Weltkrieges mit den in Geschichtsbüchern zu findenden Aussagen deckt. Ebenso werden auftretende Diskrepanzen oder Ungereimt-heiten eruiert. Dazu geht die Arbeit exemplarisch auf die „erzählte Geschichte“ von Johann Empl ein und vergleicht überlieferte Fakten. Die Referenzunterlagen wurden von Haymo sen. umfassend zusammengestellt und dokumentiert.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung „Oral History“ / Zielsetzung der Arbeit

2. Ursprung und Entwicklung der „Oral History“

3. Möglichkeiten und Grenzen der „Oral History“

4. Mögliche theoretische Beispiele der „Oral History“

5. Das ‚kollektive’ und das ‚individuelle’ Gedächtnis

6. Besonderheiten eines Erinnerungsinterviews gegenüber herkömmlichen Quellen

7. Oral History in der angewandten Praxis am Beispiel von Hans Empl

Zielsetzung & Themen der Arbeit

Die vorliegende Arbeit untersucht das Potenzial und die Grenzen der Oral History als geschichtswissenschaftliche Methode, indem sie theoretische Konzepte mit der praktischen Aufarbeitung der Lebensgeschichte des Autorengrossvaters Hans Empl vergleicht und kritisch hinterfragt.

  • Grundlagen und historische Entwicklung der Oral History
  • Die theoretische Abgrenzung von individuellem und kollektivem Gedächtnis
  • Methodische Besonderheiten von Erinnerungsinterviews gegenüber schriftlichen Quellen
  • Anwendung der Methode am praktischen Fallbeispiel einer Familienbiografie
  • Kritische Analyse von Gedächtnisverzerrungen und subjektiven Erzählstrukturen

Auszug aus dem Buch

6. Besonderheiten eines Erinnerungsinterviews gegenüber herkömmlichen Quellen

Als herkömmliche historische bzw. geschichtswissenschaftliche Quellen werden gemäss der bereits in der Einleitung genannten Definition von Paul Kirn „alle Texte, Gegenstände oder Tatsachen“ bezeichnet, „aus denen Kenntnis der Vergangenheit gewonnen werden kann“. Aus dieser Definition geht bereits hervor, dass Quellen nicht unbedingt – wie z. B. bei wissenschaftlichen Quellen ansonsten üblich – Texte sein müssen. Historische Quellen können auch Bilder bzw. Abbildungen sein. Bei so genannten abstrakten Quellen ist der Inhalt nicht einfach in Form eines Gegenstandes oder Text- bzw. Bilddokumentes greifbar. Als abstrakte Quelle gilt beispielsweise die Sprache eines Volkes, die dessen Herkunft bzw. Abstammung belegt. Auch Sachquellen oder dingliche Quellen, z. B. Bauwerke, Münzen oder ähnliche Fundstücke können historische Quellen sein, sind jedoch für die Archäologie oder historische Hilfswissenschaften eher interessant als für die Geschichtsschreibung an sich.

Neben der Art der Quelle ist insbesondere bei Textquellen auch eine Unterscheidung hinsichtlich der zeitlichen, personellen und sonstigen Nähe der Quellenschaffenden zum jeweiligen Ereignis geboten. Der persönliche Bezug ist für die Bewertbarkeit der Quelle ebenso von Bedeutung wie die Frage, ob die Quelle direkt zum Zeitpunkt des Ereignisses oder etwa erst viele Jahrzehnte später geschaffen wurde.

Auch das Erinnerungsinterview der „Oral History“ ist selbstverständlich als historische Quelle zu verstehen. Gegenüber den vorher genannten Quellen hat es zumindest eine Besonderheit: es ist immer subjektiv, vom Standpunkt des Quellenschaffenden aus gesehen. Dies bedeutet jedoch im Umkehrschluss nicht, dass alle herkömmlichen historischen Quellen objektiv wären. Während es bei dinglichen und abstrakten Quellen, die ja schlicht und einfach aus Fakten bestehen, keinerlei Zweifel hinsichtlich ihrer Objektivität gibt, ist das bei Textquellen anders. Auch die Verfasser historischer Schriftwerke sind nicht in jedem Falle frei von Subjektivität bzw. politischer Beeinflussung, was als besonders markantes Beispiel die Geschichtsschreibung im geteilten Deutschland zur Zeit des so genannten „Kalten Krieges“ zeigt.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung „Oral History“ / Zielsetzung der Arbeit: Einführung in die Bedeutung mündlicher Quellen für die Geschichtswissenschaft und Erläuterung des Ziels, theoretische Ansätze mit einer Fallstudie zu vergleichen.

2. Ursprung und Entwicklung der „Oral History“: Darstellung der historischen Wurzeln der Methode von der Antike bis hin zur Etablierung als modernes Forschungsfeld in den USA ab den 1940er Jahren.

3. Möglichkeiten und Grenzen der „Oral History“: Analyse der Stärken bei der Erfassung unterrepräsentierter Bevölkerungsschichten sowie Diskussion der Problematik subjektiver Zeitzeugenerzählungen.

4. Mögliche theoretische Beispiele der „Oral History“: Vorstellung verschiedener Anwendungsfelder, wie der Erforschung traumatischer Erlebnisse oder der Analyse von Jugend- und Subkulturen.

5. Das ‚kollektive’ und das ‚individuelle’ Gedächtnis: Erläuterung der psychologischen und sozialen Grundlagen von Erinnerung sowie der Unterscheidung zwischen persönlichem Erleben und gesellschaftlich geprägtem Gedächtnis.

6. Besonderheiten eines Erinnerungsinterviews gegenüber herkömmlichen Quellen: Vergleich zwischen mündlichen Zeitzeugenberichten und klassischen schriftlichen Dokumenten hinsichtlich ihrer Subjektivität und Verlässlichkeit.

7. Oral History in der angewandten Praxis am Beispiel von Hans Empl: Praktische Anwendung der Methode durch die Digitalisierung und Analyse von Tondokumenten und deren Abgleich mit schriftlichen Belegen.

Schlüsselwörter

Oral History, Geschichtswissenschaft, Zeitzeugen, Gedächtnis, Erinnerungskultur, Individuelles Gedächtnis, Kollektives Gedächtnis, Subjektivität, Quellenkritik, Biografie, Erfahrungsgeschichte, Tondokumente, Lebenslauf, Mündliche Überlieferung, Forschungsmethode.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der vorliegenden Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit beschäftigt sich mit der Methode der Oral History, ihrer theoretischen Einordnung in die Geschichtswissenschaft und ihrer praktischen Anwendung anhand eines persönlichen Fallbeispiels.

Was sind die zentralen Themenfelder der Publikation?

Zentral sind die methodischen Grundlagen der mündlichen Geschichtsschreibung, der Prozess des Erinnerns sowie der kritische Vergleich zwischen mündlichen Erzählungen und nachweisbaren historischen Fakten.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie mündliche Überlieferungen als wertvolle, wenn auch subjektive Ergänzung zur Geschichtsschreibung dienen können, und dabei Diskrepanzen zwischen persönlicher Erinnerung und dokumentierten Fakten zu erörtern.

Welche wissenschaftliche Methode verwendet der Autor?

Der Autor stützt sich auf eine theoretische Literaturanalyse sowie auf eine empirische Praxisarbeit, bei der er Tonbandaufnahmen seines Grossvaters digitalisiert und mit schriftlichen Familiendokumenten abgleicht.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil befasst sich mit der Entwicklung der Oral History, den psychologischen Aspekten des Gedächtnisses, der methodischen Abgrenzung zu herkömmlichen Quellen und der konkreten Auswertung von Lebenszeugnissen.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit am besten?

Die Arbeit wird massgeblich durch Begriffe wie Oral History, Zeitzeugenschaft, Gedächtnis, Quellenkritik und Biografie definiert.

Wie unterscheidet sich das individuelle vom kollektiven Gedächtnis laut Text?

Das individuelle Gedächtnis basiert auf der persönlichen Lebensgeschichte und Erfahrung, während das kollektive Gedächtnis einen identitätsstiftenden Rahmen bietet, der durch gesellschaftliche Rituale und eine gemeinsame Erzählkultur geprägt wird.

Welche Rolle spielt die „Steuerbarkeit“ in einem Erinnerungsinterview?

Der Interviewer kann durch gezielte Fragetechniken den Fokus des Gesprächs steuern, um spezifische Informationen zu gewinnen, was jedoch auch die Gefahr einer einseitigen Lenkung durch den Fragesteller birgt.

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Details

Title
Oral History in Theorie und Praxis. Ein Vergleich
College
University of Hagen  (Kultur- und Sozialwissenschaften)
Grade
2.4
Author
Haymo Empl (Author)
Publication Year
2013
Pages
25
Catalog Number
V265684
ISBN (eBook)
9783656554257
ISBN (Book)
9783656554394
Language
German
Tags
oral history theorie praxis vergleich
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Haymo Empl (Author), 2013, Oral History in Theorie und Praxis. Ein Vergleich, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/265684
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