Globalisierung (Unterrichtsversuch 10. Klasse mit kompletter didaktischer Analyse)


Unterrichtsentwurf, 2013

21 Seiten, Note: 2,0


Leseprobe

1. Eigener Unterrichtsversuch

1.1. Klärung und Zielsetzung

1.1.1. Sachanalyse

Nach der Definition der OECD-Staaten ist unter Globalisierung ein Prozess zu verstehen, „durch den Märkte und Produktion in verschiedenen Ländern immer mehr voneinander abhängig werden – [Aufgrund] der Dynamik des Handels mit Gütern und Dienstleistungen und durch die Bewegung von Kapital und Technologie.“[1] Die Globalisierung ist also ein Prozess, bei dem weltweite Beziehungen in zahlreichen Dimensionen intensiviert werden. Dabei entsteht eine globale Verflechtung in Bereichen wie Wirtschaft, Politik, Kultur und Umwelt, Gesellschaft.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 1[2]

Der Vorgang der weltweiten Verflechtung begegnet jedem einzelnen Menschen Tag für Tag in den verschiedenen Bereichen des Lebens. Der Handel präsentiert der deutschen Bevölkerung Produkte aus beinahe allen Ländern der Welt. Das liegt zum Einen daran, dass der Wunsch nach Erzeugnissen aus den unterschiedlichsten Regionen der Welt in den letzten Jahren stark angestiegen ist. Konsumenten hierzulande wünschen sich ganzjährig frisches Obst und Gemüse und eine reichhaltige Angebotspalette. Zum Anderen werden Produktionsstandorte ganz gezielt ins Ausland ausgelagert, um durch günstigere Kosten die Wettbewerbsfähigkeit von Unternehmen zu sichern. Die globale Arbeitsteilung ist z.B. im Bereich der Textilindustrie zu erkennen.

Ausgefeilte Technologien in Form von modernen Kommunikationstechniken ermöglichen einen Austausch in Echtzeit quer über den Globus und somit den Aufbau und die Organisation von differenzierten, ineinandergreifenden Arbeitsabläufen- barrierefrei und ohne Grenzen. Vorangehend vollzog sich ein rapide ansteigender Fortschritt in den letzten Jahrzehnten. Die Weiterentwicklung im Bereich Technik befähigt Unternehmen menschliche Arbeitskraft durch den Einsatz von leistungsstärken Maschinen zu ersetzen und in großen Stückzahlen Produkte und Waren zu produzieren und global zu kooperieren.

Die Globalisierung führt zu einem Wachstum des Welthandels und zu direkten Investitionen im Ausland. Die globale Vernetzung von Wirtschaft und Kapital wirkt sich unterschiedlich auf die Menschen in der Welt aus. Benachteiligt sind die Entwicklungsländer, die oft geprägt von politischer Instabilität, schlechter Infrastruktur und mangelhafter Rechtssicherheit sind. Dies führt zu einer globalen, ungerechten Verteilung des Wohlstandes. Die Gewinnmaximierung der Unternehmen steht in der Regel im Vordergrund. Dadurch wird sehr wenig Rücksicht auf die lokale Bevölkerung genommen. Die Arbeitsbedingungen für Arbeitnehmer in Schwellenländern sind häufig schlecht.

Weiterhin anzuführen ist, dass aus weltökonomischer Sicht heute sinnlos Waren und Zubehörteile rundum den Globus hin- und hergeschoben werden - zum Schaden der Umwelt. Milliarden Tonnen von Feinstaub und Kohlendioxyd gelangen dabei in die Luft. Der aufgeblähte Warentransport ist auch mitverantwortlich für den Klimawandel.

In Industrieländern hat die Globalisierung einige Produktionsbereiche nahezu ausgerottet. Beispielhaft sind hierfür die Textil-, Haushaltsgeräte- und Computerindustrie aufzuführen. Gut ausgebildete Facharbeiter in Industrieländern sind dadurch in die Arbeitslosigkeit gefallen und mussten gezwungenermaßen umschulen.

Die Globalisierung wird häufig von den Menschen als bedrohlich und unkontrollierbar empfunden, da Ursachen und Folgeprobleme hoch komplexe Zusammenhänge darstellen, welche häufig nicht mehr eigenständig nachvollzogen und rekonstruiert werden können.

1.1.2. Lebensbedeutsame Aspekte

16-jährige Jugendliche sind in dem Bewusstsein einer globalen, vernetzten Welt aufgewachsen. Kommunikation über Internet, Urlaubsreisen mit dem Flugzeug, Konsum von Billigprodukte aus aller Welt gestalten die Lebenswelt der heutigen Jugend mit. Jeder Schüler kauft tagtäglich im Supermarkt oder in differenzierten Läden Produkte und Kleidungsstücke, die es ohne Globalisierung nicht zu kaufen gäbe. Die Unterrichtseinheit soll zum Einen helfen, den abstrakten Begriff Globalisierung für die Schülerinnen und Schüler greifbar zu machen, zum Anderen soll sie ihnen auch die Schattenseiten der Globalisierung aufzeigen und bewusst machen. Denn mit dem Kauf eines, beispielsweise, Billig-H&M-Tshirts oder einem Artikel der Kik-Kette werden auch sie zu Akteuren auf dem globalen Spielfeld und sind an der globalen, ungerechten Verteilung von Wohlstand in gewisser Weise durch ihre Leichtfertigkeit automatisch beteiligt. Globalisierung wird in dieser Unterrichtsthematik nicht nur aus wirtschaftlicher Perspektive betrachtet, sondern legt zusätzlich ein Augenmerk auf den zwischenmenschlichen Aspekt. Die Zielsetzung der vorliegenden Unterrichtseinheit besteht zusätzlich darin, eine differenzierte Sicht auf die Chancen und Risiken der Globalisierung zu erhalten.

3.1.3 Lehrplanbezug und Lernziele

3.1.3.1 Stellung der Stunde im Lehrplan und in der Unterrichtssequenz

Im Lehrplan der Jahrgangsstufe 10 im Fach Arbeit-Wirtschaft-Technik ist unter dem Punkt 10.5 Wirtschaft ohne Grenzen? Der Unterpunkt 10.5.2 Arbeit, Wirtschaft, Technik in europäischer und weltweiter Vernetzung zu finden. Hier geht es zum Einen um die Innovation als Motor der Wirtschaft: Die Schüler sollen sich dem technischen Fortschritt bewusst werden und sich mit neuen Produkten auseinandersetzen. Desweiteren sollen sie sich mit Chancen und Risiken der Globalisierung der Märkte und der Internationalisierung des Handels auseinandersetzen. Wenn sie sich die wirtschaftliche Entwicklung Deutschland und Europas genauer anschauen, sollen ihnen multinationale wirtschaftliche Verflechtungen bewusst werden.

Desweiteren ist im Lehrplan der 10. Klasse M-Zug im Fach Geschichte/ Sozialkunde/ Erdkunde unter dem Punkt 10.4 Technik der Unterpunkt 10.4.3 Technik und Verantwortung die Behandlung des Themenbereichs Technik und Wirtschaft niedergeschrieben. Dieser Lehrplaninhalt wird fächerübergreifend durch die Auseinandersetzung mit der Globalisierung und deren Folgen realisiert.

3.1.3.2 Lernziele

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

3.2. Anthropologische und soziokulturelle Voraussetzungen bei den Schülern

Die Unterrichtsstunde wurde für eine zehnte Klasse Mittlere Reife-Zug einer Mittelschule konzipiert. Die Klasse setzt sich aus 24 Schülern, zehn Jungen und 14 Mädchen zusammen. Sie besteht außerdem hauptsächlich aus Jugendlichen ohne einen Migrationshintergrund. Nur ein sehr geringer Teil sind Jugendliche mit einem im Ausland geborenen Elternteil oder der zweiten Generation. Die Klasse hatte ich bis zum eigenen Unterrichtsversuch am 30.01.2013 elf Mal durch Hospitation sowie bereits einer eigenen geplanten Unterrichtsstunde im Blick. Generell ist zu sagen, dass es sich hierbei um eine außergewöhnlich liebe, freundliche und vor allem ruhige Klasse handelt. Die Motivation ist bei den Schülern und Schülerinnen relativ hoch. Dies lässt sich beispielsweise daran erkennen, dass sich bei einem stummen Impuls nach nicht mal einer Minute bereits sehr viele Schüler/innen melden und zu Wort kommen möchten.

Die Lehrkraft geht mit ihrer Klasse sehr freundlich und humorvoll um. Sie schafft es mit einer lockeren, aber dennoch bestimmten Art die Schüler/innen für sich zu gewinnen und ihr Interesse zu wecken. Durch ihr schauspielerisches Talent schafft sie es, dass die Klasse ihr ihre vollste Aufmerksamkeit schenkt. Wenn es ihr doch einmal zu laut ist, sagt sie dies in bestimmendem Ton und die Klasse ist sofort wieder leise. Es arbeiten im Unterricht in der Regel bis auf ein paar wenige Ausnahmen alle Schüler/innen mit.

Die Klasse ist in ihrer Konstellation bis auf fünf Ausnahmen seit der neunten Klasse so zusammen. Am Anfang des Schuljahres kamen vier neue Schülerinnen hinzu, sowie der Neuzugang Patrick, der sich durchaus positiv in die Gruppe einfügte. Die anderen neuen Schülerinnen beeinträchtigen jedoch in gewisser Weise das positive Lernklima durch gelegentliche Unterrichtsstörungen sowie mangelnde Mitarbeit.

3.3. Plan der Durchführung

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

[...]


[1] http://www.globalisierung-infos.de/definition.html

[2] http://online-dissertation.de/images/globalisierung/glob_dimensionen.gif

Ende der Leseprobe aus 21 Seiten

Details

Titel
Globalisierung (Unterrichtsversuch 10. Klasse mit kompletter didaktischer Analyse)
Hochschule
Otto-Friedrich-Universität Bamberg
Note
2,0
Autor
Jahr
2013
Seiten
21
Katalognummer
V265713
ISBN (eBook)
9783656590064
ISBN (Buch)
9783656590057
Dateigröße
701 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Globalisierung, Schere zwischen Arm und Reich
Arbeit zitieren
Sabrina Wehrl (Autor), 2013, Globalisierung (Unterrichtsversuch 10. Klasse mit kompletter didaktischer Analyse), München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/265713

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