Unter Derivaten oder derivaten Geschäften (lat. derivare = ableiten) versteht man abgeleitete Finanzinstrumente des klassischen Kassageschäftes. Es handelt sich dabei um die weitgefasste Form von Termingeschäften, wobei der Begriff nicht genau abgegrenzt ist. Nach dem IAS 39.9 ist ein Derivat ein Finanzinstrument, dessen Wert und Preis von künftigen Kursen eines anderen Handelsgutes (Basiswert) abhängt, das keine oder nur geringe Anschaffungskostenauszahlungen bedingt und das zu einem späteren Zeitpunkt beglichen wird.1
Ein Beispiel für Finanzinstrumente, auf die diese Charakterisierung zutrifft, sind unter Anderem Futures, Optionen und Swap-Geschäfte.
Derivate gelten in der heutigen Zeit als sehr risikoreiche Spekulationspapiere, die als neue Erfindung der Investmentbanken dazu dienen sollen, die Erträge zu steigern und die Renditen des Investmentgeschäftes zu erhöhen. Besonders Menschen, die im Rahmen von Anlagen viel Vermögen verloren haben, prägen das negative Image der Derivate. Entgegen dieser häufigen Annahmen können Derivate in der Wirtschaft jedoch auch wichtige Funktionen übernehmen. So ist es zum Beispiel möglich, Risiken aus Handelsgeschäften aufzufangen. Die ersten Termingeschäfte entstanden im frühen Agrarhandel, um sich gegen ausfallende Ernten abzusichern.2
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1 Vgl. http://www.iasplus.com/de/standards/standard33, Stand 03.10.2012.
2 Vgl. Rieger, O. (2009) S.21 f.
Inhaltsverzeichnis
- Abkürzungsverzeichnis
- Abbildungsverzeichnis
- Einleitung
- Derivatearten
- Optionen
- Futures
- Forwards
- Das Sicherheitsnetz der Clearingstelle
- Swaps
- Anwendungsbereiche
- Absicherung
- Arbitrage
- Spekulation
- Fazit
- Anhang
- Literaturverzeichnis
Zielsetzung und Themenschwerpunkte
Die Hausarbeit befasst sich mit den Arten und Einsatzmöglichkeiten von Derivaten. Ziel ist es, diese kontrovers diskutierten Finanzinstrumente zu untersuchen und einzuschätzen, wobei ein Schwerpunkt auf den vier Grundpositionen von Derivaten, den Einsatzmöglichkeiten und den sich daraus ergebenden Chancen und Risiken liegt.
- Arten von Derivaten (Optionen, Futures, Forwards, Swaps)
- Einsatzmöglichkeiten von Derivaten (Absicherung, Arbitrage, Spekulation)
- Chancen und Risiken von Derivaten
- Das Sicherheitsnetz der Clearingstelle
- Die Geschichte der Derivate
Zusammenfassung der Kapitel
Die Einleitung führt in die Thematik der Derivate ein und erläutert deren Bedeutung in der heutigen Zeit. Sie beleuchtet die Entstehung der ersten Termingeschäfte und die Entwicklung bis zur Gründung der Chicago Board of Trade (CBOT).
Im Kapitel "Derivatearten" werden die vier Grundpositionen von Derivaten - Optionen, Futures, Forwards und Swaps - im Detail beschrieben. Dabei wird auf die Funktionsweise, die Unterschiede und die Besonderheiten jeder Art eingegangen.
Das Kapitel "Anwendungsbereiche" befasst sich mit den Einsatzmöglichkeiten von Derivaten. Es werden die drei Hauptziele - Absicherung, Arbitrage und Spekulation - erläutert und anhand von Beispielen veranschaulicht.
Schlüsselwörter
Die Schlüsselwörter und Schwerpunktthemen des Textes umfassen Derivate, Optionen, Futures, Forwards, Swaps, Absicherung, Arbitrage, Spekulation, Clearingstelle, Termingeschäfte, Finanzinstrumente, Risikomanagement, Investment, Börse, OTC-Geschäfte, Hedging, Cost of Carry, Spekulationsblasen.
Häufig gestellte Fragen
Was sind Derivate einfach erklärt?
Derivate sind Finanzinstrumente, deren Preis von der Entwicklung eines zugrunde liegenden Basiswertes (z. B. Aktien, Rohstoffe oder Währungen) abgeleitet wird.
Was ist der Unterschied zwischen Futures und Forwards?
Futures sind standardisierte Termingeschäfte, die an einer Börse gehandelt werden, während Forwards individuell vereinbarte Verträge im außerbörslichen Handel (OTC) sind.
Welche Zwecke verfolgt die Spekulation mit Derivaten?
Spekulanten setzen auf künftige Kursveränderungen, um mit geringem Kapitaleinsatz (Hebelwirkung) hohe Renditen zu erzielen, tragen dabei aber auch ein hohes Verlustrisiko.
Wie funktionieren Swaps?
Swaps sind Tauschgeschäfte, bei denen zwei Parteien vereinbaren, Zahlungsströme (z. B. feste gegen variable Zinsen) über einen festgelegten Zeitraum auszutauschen.
Welche Aufgabe hat eine Clearingstelle?
Die Clearingstelle fungiert als Sicherheitsnetz, das die Erfüllung von Börsengeschäften garantiert und das Ausfallrisiko zwischen den Handelspartnern minimiert.
- Quote paper
- Maria Heinsohn (Author), 2012, Arten und Einsatzmöglichkeiten von Derivaten, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/265792