Aufmerksamkeitsdefizitsyndrom mit Hyperaktivität (ADHS)


Hausarbeit, 2013
22 Seiten, Note: 1,7

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Was ist AD(H)S?

3. Das Erscheinungsbild von AD(H)S & seine Erkennungsmerkmale

4. Ursachen und Einflussfaktoren

5. AD(H)S und mögliche Begleiterscheinungen

6. Umgang und Förderung von Kindern mit ADHS
6.1 Förderung durch Therapien
6.2 Umgang mit AD(H)S-Kindern

7. Literaturverzeichnis

1. Einleitung

„Ob der Philipp heute still

wohl bei Tische sitzen will?“

Also sprach im ernstem Ton

der Papa zu seinem Sohn,

und die Mutter blickte Stumm

auf dem ganzen Tisch herum.

Doch der Philipp hörte nicht,

was zu ihm der Vater spricht.

Er gaukelt und schaukelt,

er trappelt und zappelt

auf dem Stuhle hin und her.

(aus dem „Struwwelpeter“, Hoffmann 1845)

Wer kennt sie nicht, die Geschichte vom „Zappelphilipp“?! Heutzutage weiß man jedoch, dass dieses Phänomen nicht nur eine lehrreiche Kindergeschichte, sondern auch pure Realität ist. Kinder können beim Essen nicht still sitzen, laufen kreischend durch die Wohnung, sind ungeduldig und brauchen ständig Beschäftigung. Es gibt bei jedem Kind Phasen in der Entwicklung, in dem es Auffälligkeiten im Verhalten zeigt, abgelenkt oder unkonzentriert ist und Zurechtweisung benötigt. Bei drei bis sechs Prozent (vgl. Holowenko 1999, S.13) der deutschen Kinder ist das Ausmaß und die Intensität dieser Probleme jedoch viel stärker und über mehrere Jahre zu erkennen. Solche Kinder leiden unter dem Aufmerksamkeitsdefizitsyndrom, kurz ADS, welches in Verbindung mit Hyperaktivität stehen kann (ADHS). Obwohl das Störungsbild schon zu Zeiten von Heinrich Hoffmann bekannt war und AD(H)S somit entgegen aller Vermutungen keine Modeerscheinung ist, stecken hinter dieser Erkrankung immer noch unbeantwortete Fragen. Verkompliziert wird die Situation sowohl durch die Vielfalt der symptomatischen Erscheinungen als auch durch die debattierten Ursachen für die bei dem Krankheitsbild auftretenden Verhaltensweisen, die z.B. bis zu einer falschen Ernährungsweise reichen. Auf Erfahrungswerten und dem derzeitigen Wissen hierüber beruhend gibt es bereits eine Vielzahl von Tipps und Richtlinien, um dem Kind, den Eltern und anderen Bezugspersonen eine umfangreiche Hilfe zu gewährleisten. Denn immer wieder werden von betroffenen Personen, die sehnsüchtig nach Antworten suchen, die gleichen Fragen gestellt : „Was ist eigentlich AD(H)S?“, „Wie sehen die Symptome aus, um diese Krankheit auch wirklich zu erkennen?“, „Wie gehe ich mit diesen Kindern am besten um?“ und „Was kann ich tun um dem Kind zu helfen und es zu unterstützen?“. Da die Tendenz der an AD(H)S erkrankenden Kindern zunimmt, macht es für Bezugspersonen, wie Eltern oder Lehrer, aber auch Psychologen und Ärzte unabdingbar, sich mit der Symptomatik dieses Zustands zu beschäftigen und auseinander zu setzen.

Aus diesem Grund möchte ich in dieser Hausarbeit auf einige wichtige Fragen eingehen und kurz erläutern, dass der Alltag mit einem AD(H)S-Kind trotz dieser anerkannten Krankheit optimal bewältigt werden kann.

2. Was ist AD(H)S?

Die Abkürzung ADHS steht für Aufmerksamkeitsdefizit- Hyperaktivitätssyndrom und es handelt sich hierbei um „eine angeborene, selten erworbene, meist genetische bedingte Störung der Selbstkontrolle“[1]. Im Gegensatz zur Aufmerksamkeitsdefizitstörung (ADS) wird ADHS von einer ständigen motorischen Unruhe begleitet. Kinder mit ADS, ob mit oder ohne Hyperaktivität, können sich kaum ruhig verhalten und haben primär Schwierigkeiten in ihrer Konzentration und Ausdauer bei der Bewältigung von Aufgaben. Die Kinder haben Organisationsschwierigkeiten und machen viele Flüchtigkeitsfehler. Hinzu kommen häufig auch Impulsivität und emotionale Labilität. Problematisch ist jedoch die Diagnose von ADS ohne Hyperaktivität, da die Symptome wie Tagträumen, Arbeitsblockaden, langsames Arbeitstempo und schnelles Ermüden falsch eingeschätzt werden können. Die Kinder werden oftmals im Unterricht als desinteressiert und passiv beschrieben.

Das Auftreten und die Ausprägung der unterschiedlichen Symptome sind individuell sehr unterschiedlich. Aus diesem Grund gibt es auch verschiedene Behandlungsmöglichkeiten, die sich nach dem Alter und dem Schweregrad der Symptome des Patienten richten. Die Therapie ist häufig individuell auf den Betroffenen und sein soziales Umfeld zugeschnitten, wobei meistens verschiedene Ansätze kombiniert werden, auf die in Kapitel 6 genauer eingegangen werden soll.

AD(H)S gehört international zu den „häufigsten Verhaltens- und Lernstörungen im Kindesalter“[2]. Hinsichtlich ihrer Begabung unterscheiden sich AD(H)S-Kinder kaum vom anderen, können allerdings wegen möglicherweise auftretenden Begleiterscheinungen (siehe Kapitel 5) ihr Leistungspotential nicht wirklich abrufen und bleiben aus diesem Grund in ihrer schulischen Entwicklung oft hinter ihren intellektuellen Möglichkeiten zurück. Durch Studien wurde belegt, dass Jungen etwa dreimal häufiger von AD(H)S-Symptomen betroffen sind als Mädchen. Ein belastbarer Grund hierfür wurde bisher aber noch nicht gefunden.

3. Das Erscheinungsbild von AD(H)S & seine Erkennungsmerkmale

Das bei AD(H)S-Kindern auftretende Krankheitsbild setzt sich zusammen aus einem „Bündel von Verhaltenssymptomen, die unterschiedlich ausgeprägt sein können.“[3] Für eine Diagnose dieser Krankheit sollten Verhaltensauffälligkeiten in drei Kernbereichen vorhanden sein, die sogenannten primären Symptome (siehe Abbildung 1).

Zum einen leiden AD(H)S-Kinder immer unter Aufmerksamkeits-und Konzentrationsschwächen. Dies bedeutet, dass sie sehr leicht ablenkbar sind und eine Aufgabe nicht länger bearbeiten können. Dies hat eine vorzeitige Beendigung, vor allem bei geistigen Anstrengungen die fremdbestimmt sind, zur Folge, obwohl der Aufgabe anfangs eventuell noch ein hohes Interesse entgegengebracht wurde.[4]

Ein weiteres typisches Symptom ist eine durch Schwierigkeiten beim Kontrollieren von Gedanken oder Gefühlen hervorgerufene Impulsivität der Betroffenen, die sich z.B. in einem spontanen Wutausbruch äußern kann. Kinder mit AD(H)S „folgen ihren ersten Ideen und Handlungsimpulsen und bedenken überhaupt nicht deren Folgen“.[5] Das führt bei AD(H)S-Kindern neben plötzlichem, unüberlegtem Handeln auch zu der mangelnden Fähigkeit, die Befriedigung ihrer eigenen Bedürfnisse aufzuschieben. Dazu wird durch die Impulsivität die Gefahr von Unfällen erhöht und bedingt ein Verhalten, wie es eher bei jüngeren Kindern der Fall ist.

Des Weiteren zählt Hyperaktivität, also eine motorische Unruhe, zu den typischen Erkennungszeichen von ADHS. Hyperaktivität beschreibt eine „desorganisierte, mangelhaft regulierte und überschießende motorische Aktivität“ oder auch eine „exzessive Ruhelosigkeit, die besonders in Situationen auftritt, die relative Ruhe verlangen“[6]. Diese Verhaltensauffälligkeit zeigt sich vor allem in Situationen, die eine hohe eigene Verhaltenskontrolle voraussetzen.

[...]


[1] Imhof/Urzinger/ Skrodzki 2007, S.11

[2] Farnkopf 2009, S. 12

[3] Farnkopf 2009, S. 14

[4] Petermann 2008, S. 257

[5] Döpfner /lehmkuhl/Schürmann 2006, S.14

[6] Petermann 2008, S. 258

Ende der Leseprobe aus 22 Seiten

Details

Titel
Aufmerksamkeitsdefizitsyndrom mit Hyperaktivität (ADHS)
Hochschule
Universität Koblenz-Landau
Note
1,7
Autor
Jahr
2013
Seiten
22
Katalognummer
V265800
ISBN (eBook)
9783656554196
ISBN (Buch)
9783656554301
Dateigröße
1247 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
ADHS, Hyperaktivität, Ursachen, Förderung
Arbeit zitieren
Antonia Bruhn (Autor), 2013, Aufmerksamkeitsdefizitsyndrom mit Hyperaktivität (ADHS), München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/265800

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