Die Seminararbeit führt in Richard Sennetts Werk "Handwerk" ein und erläutert Sennetts Begriff von "Handwerk" und "handwerklichem Arbeiten". Anschließend wird der Handwerksberiff im Kontext der Studienfächer Germanistik und Geschichte analysiert. Abschließend setzt sich die Arbeit mit vier zentralen Rezensionen kritisch mit Sennetts Werk auseinander.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Hauptteil
2.1 Richard Sennetts Handwerk
2.2 Der Begriff des handwerklichen Arbeitens und des Handwerkers
2.3 Handwerkliches Arbeiten in der Germanistik und der Geschichtswissenschaft
3. Kritische Anmerkungen
4. Literaturverzeichnis
Zielsetzung und thematische Schwerpunkte
Diese Hausarbeit untersucht Richard Sennetts soziologisches Werk „Handwerk“ mit dem Ziel, sein Verständnis von handwerklichem Arbeiten zu analysieren, auf geisteswissenschaftliche Disziplinen zu übertragen und kritisch zu reflektieren.
- Grundlagen des Handwerksbegriffs nach Sennett
- Die historische und philosophische Bedeutung von handwerklichem Können
- Vergleich zwischen traditionellem Handwerk und modernen Arbeitsformen (z.B. Linux-Programmierung)
- Handwerkliche Orientierung in der Germanistik und Geschichtswissenschaft
- Kritische Auseinandersetzung mit Sennetts Thesen aus zeitgenössischer Sicht
Auszug aus dem Buch
2.2 Der Begriff des handwerklichen Arbeitens und des Handwerkers
Zentral für das Verständnis von Sennetts Werk ist die Tatsache, dass er Handwerk so definiert, dass die Arbeit, von der in diesem Zusammenhang die Rede ist, nicht auf handwerkliche Tätigkeiten und Fertigkeiten von manueller Art, wie sie beispielsweise ein Schreiner braucht, eingeengt wird, sondern sich über sämtliche gesellschaftlichen Bereiche und beruflichen Zweige wie zum Beispiel Informatik, Kunst, Medizin, Pädagogik, Labortätigkeiten, das Individuum als Staatsbürger et cetera erstreckt. Charakteristisch für den Handwerker ist demnach die Hingabe, die jener für sein Tun aufbringt:
Sie alle sind „Handwerker“, weil sie ihrer Arbeit mit Hingabe nachgehen und sie um ihrer selbst willen gut machen wollen. Sie üben eine praktische Tätigkeit aus, doch ihre Arbeit ist nicht nur Mittel zum Zweck. […] Es ist sicher möglich, ohne Hingabe durchs Leben zu kommen. Der Handwerker steht für die besondere menschliche Möglichkeit ‚engagierten‘ Tuns.
Sennett zeigt im ersten Kapitel die Entstehung der Begriffe Handwerker und handwerkliche Fertigkeiten in der Antike auf: Homer besingt in der Hymne auf Hephaistos die Handwerker als jene Menschen […], die Kopf und Hand miteinander verbanden und preist den Handwerker, denn als Schöpfer der Zivilisation war der Handwerker nicht nur Techniker, vielmehr setzte er diese Werkzeuge zum Nutzen der Gemeinschaft ein, denn er beendete auf diese Weise das Nomadendasein der Menschen als Jäger und Sammler oder als entwurzelte Krieger.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Einleitung führt in Richard Sennetts Werk ein und erläutert die Zielsetzung der Hausarbeit, den Begriff des handwerklichen Könnens zu explorieren.
2. Hauptteil: Der Hauptteil analysiert Sennetts Handwerksbegriff, vergleicht traditionelle Handwerkertugenden mit modernen Strukturen wie der Open-Source-Gemeinschaft und beleuchtet die Relevanz handwerklicher Arbeitsweisen in geisteswissenschaftlichen Studien.
3. Kritische Anmerkungen: In diesem Kapitel werden Rezensionen zu Sennetts Werk diskutiert und kritisch hinterfragt, ob Sennetts Thesen der gesellschaftlichen Realität und den Bedürfnissen von Arbeitern unter schwierigen Bedingungen gerecht werden.
4. Literaturverzeichnis: Das Verzeichnis listet die verwendete Primär- und Sekundärliteratur auf.
Schlüsselwörter
Richard Sennett, Handwerk, handwerkliches Arbeiten, handwerkliche Orientierung, Fertigkeiten, materielle Kultur, Animal laborans, Homo faber, Qualität, Hingabe, Arbeitsteilung, Geist der Zusammenarbeit, Geisteswissenschaften, Arbeitsmoral, berufliches Ethos
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit dem soziologischen Werk „Handwerk“ von Richard Sennett und untersucht dessen zentrale Thesen zur Bedeutung von handwerklicher Arbeit für den modernen Menschen.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Zentrale Themen sind die Definition des Handwerks, die Verbindung von Kopf- und Handarbeit, die Bedeutung von Fertigkeiten und die Rolle der Hingabe in Arbeitsprozessen.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das Ziel ist es, Sennetts Begriff des Handwerks darzulegen, auf die Geisteswissenschaften zu übertragen und einer kritischen Würdigung hinsichtlich ihrer praktischen Anwendbarkeit zu unterziehen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer theoretischen Literaturanalyse und einer kritischen Auseinandersetzung mit Sennetts Text sowie zeitgenössischen Rezensionen.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Einführung in Sennetts Werk, die Analyse der handwerklichen Orientierung in modernen Berufsfeldern und die Untersuchung der Übertragbarkeit auf das Studium der Germanistik und Geschichte.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Handwerkliche Orientierung, Fertigkeiten, Hingabe, Zusammenarbeit, Kopf- und Handarbeit, Wissensanker.
Wie unterscheidet Sennett zwischen dem Kathedralenmodell und dem Basarmodell?
Das Kathedralenmodell beschreibt die Arbeit in einer hermetisch abgeschirmten, geschlossenen Gruppe, während das Basarmodell auf Kommunikation, Offenheit und freiwilligem, gemeinschaftlichem Experimentieren basiert.
Welche Kritik üben die besprochenen Autoren an Sennetts Werk?
Die Kritik fokussiert sich darauf, dass Sennett soziale Realitäten und Unterschiede ausblendet, die Beispiele bunt durcheinanderwürfelt und für die Probleme demoralisierter Arbeiter in prekären Beschäftigungsverhältnissen keine konkreten Lösungsansätze bietet.
- Arbeit zitieren
- Verena Caroline Wernet (Autor:in), 2010, Zu Richard Sennetts "Handwerk". Der Handwerksbegriff bei Sennett und im Kontext der Studienfächer Germanistik und Geschichte, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/265823