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Andreas Gryphius' "Cardenio und Celinde" – ein frühes bürgerliches Trauerspiel?

Title: Andreas Gryphius' "Cardenio und Celinde" – ein frühes bürgerliches Trauerspiel?

Essay , 2012 , 4 Pages , Grade: 1, 7

Autor:in: Verena Caroline Wernet (Author)

German Studies - Modern German Literature
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Der Essay geht der Frage nach, inwieweit Andreas Gryphius' Trauerspiel "Cardenio und Celinde" als ein frühes bürgerliches Trauerspiel gelten kann. Zunächst wird erarbeitet, welche Merkmale ein bürgerliches Trauerspiel auszeichen. Anschließend wird überprüft, inwieweit sich die entsprechenden Merkmale in "Cardenio und Celinde" wiederfinden.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Definition des bürgerlichen Trauerspiels

2. Formale Betrachtung und Gattungseinordnung

3. Analyse von Personenverzeichnis und Sprache

4. Zentrale Motive und inhaltliche Verortung

5. Fazit zur gattungsgeschichtlichen Einordnung

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht, inwieweit das Trauerspiel Cardenio und Celinde von Andreas Gryphius als ein Vorläufer des bürgerlichen Trauerspiels klassifiziert werden kann, indem sie formale und inhaltliche Merkmale des Werkes mit den gattungsspezifischen Anforderungen des 18. Jahrhunderts kontrastiert.

  • Charakterisierung des bürgerlichen Trauerspiels nach Andrea Heinz
  • Untersuchung der formalen Gestaltung (Alexandriner, Versdrama) bei Gryphius
  • Analyse der sozialen Herkunft der Figuren und der Ständeklausel
  • Gegenüberstellung barocker Bildlichkeit und okkulter Elemente mit dem Zeitalter der Aufklärung
  • Evaluation der familiären Konfliktstruktur und der Propagierung moralischer Vorstellungen

Auszug aus dem Buch

Die formale Betrachtung von Gryphius‘ Cardenio und Celinde

Die formale Betrachtung von Gryphius‘ Cardenio und Celinde zeigt, dass das Drama in den Redepassagen durch den Alexandriner (jambischer Sechsheber) rhythmisiert wird. Zudem sind die Redepassagen als Verse gestaltet, die durch Paarreime verknüpft sind. Ausgenommen von diesem Schema sind die Reyenpassagen am Ende der Abhandlungen, da in diesen Passagen Reimschema und Metrum zuweilen variiert werden. Folglich handelt es sich bei dem Drama um ein Versdrama, weshalb es sich formal nicht in die Nähe des bürgerlichen Trauerspiels rücken lässt. Obwohl das Drama fünf Abhandlungen aufweist, ist der „klassische“ geschlossene Kausalzusammenhang zwar vorhanden, aber nicht so detailliert durchkomponiert wie in Dramen, in denen jeder Akt sich in Aufzüge untergliedern lässt, sodass sich das Fünf-Akte-Schema mit Exposition, Schürzung des dramatischen Knotens, Peripetie, Retardierendes Moment und Katastrophe nicht ganz eindeutig ergibt. Die klaren Zäsuren, die man aus späteren Dramen kennt, finden sich bei Gryphius nicht.

Auffallend ist, dass Gryphius nach der Vorrede an den Leser und vor dem Einsetzen des Dramas eine kurze Inhaltsangabe des Dramas einfügt. Diese Passage erinnert in ihrem knappen Stil an die epischen Einleitungen, mit denen Brecht um den Verfremdungseffekt zu erzielen in einigen seiner Dramen - beispielsweise in Mutter Courage und ihre Kinder – die einzelnen Bilder einleitet. Eine derartige Einleitung und Vorwegnahme des Handlungsverlaufs ist jedoch kein Merkmal des bürgerlichen Trauerspiels.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Definition des bürgerlichen Trauerspiels: Dieses Kapitel etabliert die theoretische Grundlage, indem es die Merkmale der Gattung wie Prosadramen, bürgerliches Personal und den Fokus auf familiäre Konflikte nach Andrea Heinz definiert.

2. Formale Betrachtung und Gattungseinordnung: Hier wird analysiert, wie die metrische Gestaltung in Versform und das Fehlen eines klassischen Fünf-Akte-Schemas das Werk von der Gattung des bürgerlichen Trauerspiels abheben.

3. Analyse von Personenverzeichnis und Sprache: Der Abschnitt untersucht, ob die Ständeklausel durchbrochen wird und inwieweit die Sprache sowie der Einsatz transzendenter Elemente mit den aufklärerischen Tendenzen des bürgerlichen Trauerspiels korrespondieren.

4. Zentrale Motive und inhaltliche Verortung: Dieser Teil betrachtet das Memento-mori-Motiv sowie die Darstellung von Liebesauffassungen und stellt fest, dass diese Elemente eher dem Barock als dem bürgerlichen Trauerspiel zuzuordnen sind.

5. Fazit zur gattungsgeschichtlichen Einordnung: Das Kapitel schließt mit der Feststellung, dass trotz einiger Vorläufer-Elemente die Einordnung als bürgerliches Trauerspiel aufgrund signifikanter Unterschiede nur bedingt möglich ist.

Schlüsselwörter

Andreas Gryphius, Cardenio und Celinde, bürgerliches Trauerspiel, Barockdrama, Ständeklausel, Alexandriner, Versdrama, Gattungstheorie, Memento mori, Aufklärung, Dramaturgie, Literaturwissenschaft, Personenverzeichnis, Familienszenen, Literaturgeschichte

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht die gattungstheoretische Einordnung des barocken Trauerspiels Cardenio und Celinde von Andreas Gryphius im Hinblick auf seine Funktion als Vorläufer des bürgerlichen Trauerspiels.

Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?

Zentrale Themen sind die Abgrenzung der formalen Gestaltung (Versdrama vs. Prosa), die Ständeklausel, die inhaltliche Fokussierung auf den privaten Raum und die moralphilosophische Ausrichtung des Werkes.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Ziel ist es, die These zu prüfen, ob Gryphius' Werk als frühes bürgerliches Trauerspiel gelten kann, und dabei sowohl Übereinstimmungen als auch deutliche Abweichungen herauszuarbeiten.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es wird eine vergleichende literaturwissenschaftliche Analyse angewandt, die das Primärwerk mit gattungstheoretischen Definitionen (insbesondere nach Andrea Heinz) in Beziehung setzt.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil analysiert die formale Struktur, das Personenverzeichnis, die sprachliche Gestaltung, den Einsatz barocker Motive und die Art der Konfliktdarstellung.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind unter anderem Andreas Gryphius, bürgerliches Trauerspiel, Barock, Ständeklausel, Alexandriner und Memento mori.

Warum wird das Werk formal nicht als bürgerliches Trauerspiel eingeordnet?

Das Drama ist als Versdrama mit Alexandrinern gestaltet, während das bürgerliche Trauerspiel klassischerweise als Prosadrama konzipiert ist.

Welche Rolle spielen okkulte Elemente im Drama?

Das Vorkommen von Geistern und Zauberinnen steht im Widerspruch zum aufklärerischen Geist, der das bürgerliche Trauerspiel prägt, und verortet das Stück eher in der barocken Tradition.

Inwiefern ist die Ständeklausel im Werk relevant?

Die Arbeit zeigt auf, dass die Ständeklausel durchbrochen ist, da die Akteure nicht aus dem Hochadel stammen, was als wesentliches Merkmal für die Nähe zum bürgerlichen Trauerspiel gewertet wird.

Was schließt die Autorin in Bezug auf das "Memento mori"-Motiv?

Sie schließt, dass das explizite Ende mit der Mahnung an die Endlichkeit ein typisch barockes Element darstellt, das nicht mit den Zielen eines bürgerlichen Trauerspiels übereinstimmt.

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Details

Title
Andreas Gryphius' "Cardenio und Celinde" – ein frühes bürgerliches Trauerspiel?
College
University of Freiburg  (Deutsches Seminar)
Course
Hauptseminar: Barockdrama
Grade
1, 7
Author
Verena Caroline Wernet (Author)
Publication Year
2012
Pages
4
Catalog Number
V265824
ISBN (eBook)
9783656554943
ISBN (Book)
9783656555100
Language
German
Tags
andreas gryphius trauerspiel cardenio celinde
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Verena Caroline Wernet (Author), 2012, Andreas Gryphius' "Cardenio und Celinde" – ein frühes bürgerliches Trauerspiel?, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/265824
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