Zur Demonstration dynamischer Komplexität in Lieferketten führten wir am 28.09.2013 eines der bekanntesten Logistikplanspiele durch. Das vom ‚Massachusetts Institute of Technology‘ entwickelte ‚Bierspiel‘, beschreibt die logistischen Abläufe der Bier-Branche. Wie in Darstellung 1 ersichtlich ist, werden vier Gruppen gebildet, die zusammen eine vierstufige Supply-Chain simulieren. Bestehend aus den Ebenen Einzelhändler, Groß-händler, Importeur und Brauerei wird eine realitätsnahe Logistikstruktur dargestellt. In jeder Spielrunde müssen die Gruppen den Auftrag ihres direkten Kunden erfüllen, Ware annehmen und buchen, Material disponieren und schlussendlich eine Bestellung an den eigenen Lieferanten versenden. Ziel des Spiels ist es sowohl Fehlmengen als auch hohe Lagerbestände in jeder Ebene der Lieferkette zu vermeiden und somit die Gesamtkosten niedrig zu halten. Diese summieren sich aus den Bestands- und Fehlmengenkosten, wobei für jede Einheit im Lager 0,5 Geldeinheiten und für jede nicht lieferbare Einheit 1,0 Geldeinheiten verrechnet werden. Die Kommunikation zw. den einzelnen Ebenen erfolgt ausschließlich über die getätigten Bestellungen am Ende jeder Runde. Über die vorgege-bene Nachfrage des Endkunden ist nur der Einzelhändler informiert.
Inhaltsverzeichnis
- Einleitung
- Begriffsdefinition ,Supply Chain Management'
- Der Bullwhip-Effekt
- Analyse
- Ursachen
- Schwankende Nachfrage
- Sammelbestellungen
- Preisschwankungen
- Kontingentverteilung
- Gegenmaßnahmen
- Nachfrageglättung
- Vermeidung von Sammelbestellungen
- Vermeidung von Kontingentverteilungen
- Konstantes Preisniveau
- Schlussfolgerung
- Literaturverzeichnis
Zielsetzung und Themenschwerpunkte
Die Seminararbeit befasst sich mit dem Bullwhip-Effekt im Supply Chain Management. Sie analysiert das Phänomen anhand des Bierspiels, einem bekannten Logistikplanspiel, und untersucht die Ursachen und Gegenmaßnahmen des Bullwhip-Effekts. Ziel der Arbeit ist es, ein tieferes Verständnis für die Entstehung und die Auswirkungen des Bullwhip-Effekts zu vermitteln sowie praktikable Lösungsansätze aufzuzeigen.
- Analyse des Bullwhip-Effekts im Bierspiel
- Erörterung der Ursachen des Bullwhip-Effekts
- Vorstellung von Gegenmaßnahmen zur Reduzierung des Bullwhip-Effekts
- Bedeutung des Informationsflusses in der Supply Chain
- Schlussfolgerungen und Handlungsempfehlungen
Zusammenfassung der Kapitel
Die Einleitung führt in das Thema der Seminararbeit ein und stellt das Bierspiel als Demonstrationsmodell für den Bullwhip-Effekt vor. Im zweiten Kapitel wird der Begriff Supply Chain Management definiert und die unterschiedlichen Ansätze zur Beschreibung des Begriffs erläutert. Das dritte Kapitel widmet sich dem Bullwhip-Effekt. Zunächst wird das Phänomen anhand des Bierspiels analysiert und die Ursachen für die entstehenden Bestellschwankungen aufgezeigt. Im Anschluss werden verschiedene Gegenmaßnahmen zur Reduzierung des Bullwhip-Effekts vorgestellt, darunter die Nachfrageglättung, die Vermeidung von Sammelbestellungen und die Abschaffung von Kontingentverteilungen. Die Schlussfolgerung fasst die wichtigsten Erkenntnisse der Seminararbeit zusammen und betont die Bedeutung des Informationsflusses für die Stabilität der Supply Chain.
Schlüsselwörter
Die Schlüsselwörter und Schwerpunktthemen des Textes umfassen den Bullwhip-Effekt, Supply Chain Management, Logistikplanspiel, Bierspiel, Bestellschwankungen, Nachfrageglättung, Sammelbestellungen, Kontingentverteilung, Informationsfluss, Kosteneinsparungspotenzial, Supply Chain Stabilität.
Häufig gestellte Fragen
Was ist der Bullwhip-Effekt?
Der Bullwhip-Effekt (Peitschenknalleffekt) beschreibt das Phänomen, dass sich kleine Schwankungen der Endkundennachfrage entlang der Lieferkette zu immer größeren Schwankungen aufschaukeln.
Was ist das „Bierspiel“ des MIT?
Es ist ein Logistikplanspiel, das die vier Stufen einer Supply Chain (Einzelhändler, Großhändler, Importeur, Brauerei) simuliert, um die Dynamik und Komplexität von Lieferketten aufzuzeigen.
Was sind die Hauptursachen für den Bullwhip-Effekt?
Zu den Ursachen zählen mangelnder Informationsfluss, Sammelbestellungen, Preisschwankungen durch Rabattaktionen und die Kontingentverteilung bei Engpässen.
Wie kann man den Bullwhip-Effekt reduzieren?
Gegenmaßnahmen sind eine verbesserte Kommunikation (Information Sharing), Nachfrageglättung, kleinere Bestelllose und ein konstantes Preisniveau (Everyday Low Price).
Welche Kosten entstehen durch den Bullwhip-Effekt?
Er führt zu unnötig hohen Lagerbeständen auf einigen Stufen und gleichzeitig zu Fehlmengen (Out-of-Stock) auf anderen, was die Gesamtkosten der Lieferkette massiv erhöht.
Warum ist der Informationsfluss in der Supply Chain so wichtig?
Nur wenn alle Stufen der Kette über die tatsächliche Endkundennachfrage informiert sind, können Überreaktionen bei der Bestellung vermieden werden.
- Citar trabajo
- Martin Lutz (Autor), 2013, Der Bullwhip-Effekt im SCM Game und in der Supply-Chain, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/265876