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Orientierungssuche postmoderner Pädagogik

Zwischen Bangen und Hoffen

Title: Orientierungssuche postmoderner Pädagogik

Textbook , 2013 , 337 Pages

Autor:in: Professor Dr. phil. Karl-Heinz Ignatz Kerscher (Author)

Pedagogy - The Teacher, Educational Leadership
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Eltern und Erzieher, Lehrer und Sozialpädagogen, Schüler- und Studentenschaft schwanken zwischen Bangen und Hoffen über die Zukunft des Überlebens der Menschheit auf unserem Planeten Erde. Besorgnis erregende Hiobs-Botschaften, Schreckens-Szenarios und Weltuntergangs-Prophetien sind Wermutstropfen im Füllhorn des Konsumrausches der Wohlstandsgesellschaften der fortgeschrittenen Industrie- und Dienstleistungsgesellschaften. Die Welt treibe dem Abgrund zu, heißt es: Ökologische Katastrophen, Gift in der Nahrung, Gewalt, Terror und Krieg allüberall; die Erde ein Armenhaus; Endzeitstimmung durch atomare Verseuchung; Verdummung durch Massenmedien; Ausspähung der Privatsphäre im Internet; Angst vor Überfremdung und Globalisierung als Geißel der ausgebeuteten Menschheit. Was ist dran, an dieser pessimistischen Weltsicht?
Postmoderne Pädagogik könnte innehalten und abwägen. Gibt es außer Kulturkritik und Dystonie denn keine biophile Bilanz und Utopie?
Noch niemals in der Geschichte der Menschheit haben so viele Menschen auf unserer Erde gelebt wie heute. Noch niemals in der Geschichte der Menschheit waren menschliche und andere Ressourcen in solchem Überfluss vorhanden, wie in der Gegenwart. Diese Ressourcen an Kenntnissen, Fertigkeiten und Bildung sind das Rohmaterial, aus dem eine bessere Zukunft für die Menschheit geschaffen werden kann. Noch nie hat es so viele demokratische Staaten voller Friedlichkeit gegeben wie heutzutage. Der Fokus der Massenmedien ist stets auf Gewalttaten und militärische Brennpunkte gerichtet, was den Eindruck vermittelt, als brenne die Welt an zahllosen Schauplätzen. Das Gegenteil ist richtig. Empathie, Vernunft und Selbstbeherrschung lenken die menschliche Evolution wie die besseren Engel unserer Natur zur Zunahme von Menschenrecht und Friedlichkeit.
Die größte Herausforderung für Erziehung, Pädagogik und Bildung ist die Entwicklung der menschlichen Fähigkeiten, die vorhandenen und erst neuerdings nutzbaren Ressourcen in vorteilhafter Weise einzusetzen.
Der Mensch hat das Potential, seine Umwelt, seine Lebensqualität und seine Kultur durch schöpferische Tätigkeit in einem Maße zu beeinflussen, wie es keiner anderen Spezies auf unserem Planeten möglich ist. Postmoderne Erziehung, Pädagogik und Bildung können spezifische Beiträge zur Hebung des moralischen Niveaus der jungen Generation und zur Förderung von Intelligenz, Initiative und Kultiviertheit beisteuern.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

Einleitung

1. Negative und positive Weltsicht

1.1 Grausamkeit oder Menschenrechte

1.2 Krieg oder Frieden

1.3 Unmensch oder Mitmensch

2. Negative und positive Bilanz

2.1 Entfremdung oder Kreativität

2.2 Armut oder Wohlstand

2.3 Ausbeutung oder Lebensqualität

3. Negative und positive Erziehung

3.1 Dressur oder Bildung

3.2 Phallokratie oder Gleichwertigkeit

3.3 Nekrophilie oder Biophilie

4. Negatives und positives Denken

4.1 Egoismus oder Altruismus

4.2 Beliebigkeit oder Selbstverwirklichung

4.3 Pessimismus oder Optimismus

5. Negative und positive Utopien

5.1 Dystopien oder Utopien

5.2 Kulturkritik oder Transhumanismus

5.3 Apokalypse oder Himmelreich auf Erden

Ausblick

Über den Autor

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht das Spannungsfeld zwischen pessimistischen Weltuntergangsszenarien und optimistischen Zukunftsvisionen im Kontext der postmodernen Pädagogik. Sie stellt die zentrale Forschungsfrage, wie Erziehung und Bildung dazu beitragen können, den Menschen zu einer biophilen, kreativen und selbstbestimmten Lebensweise zu befähigen, um in einer zunehmend komplexen Welt als „Homo spaciens“ verantwortungsvoll zu agieren.

  • Analyse der historischen und gegenwärtigen Auswirkungen von Zivilisation, Krieg und Machtstrukturen.
  • Untersuchung von Erziehungskonzepten in Abgrenzung zur autoritären Dressur hin zur freien Entfaltung.
  • Diskussion der Bedeutung von Empathie, Menschenrechten und interkulturellem Lernen.
  • Erörterung der Chancen und Risiken technologischer Entwicklungen wie Nanotechnologie und KI.
  • Entwurf einer humanistischen, postmodernen Pädagogik zur Förderung der biophilen Orientierung.

Auszug aus dem Buch

1.1 Grausamkeit oder Menschenrechte

Als Italien-Tourist begegnet einem die grausame gewalthaltige Geschichte durch die aus Stein errichteten und gut erhaltenen Monumental-Arenen, wie z.B. in Rom, Verona, Neapel und vielen anderen italienischen und mediterranen Orten. Wie bei einem heutigen Fußballspiel säumten Hunderte bis Tausende von sensationshungrigen Zuscheuern die Tribünen der Antiken Arenen, um sich an den Kämpfen der Gladiatoren gegen wilde Tiere, gegen einander und um sich an dem Gemetzel Verfolgter, wie zum Beispiel der Urchristen, zu ergötzen.

HAECKEL (Vgl. 2007) nimmt eine religionskritisch ausgerichtete Perspektive der historischen Epochen ein. In seinem Werk “Die Welträtsel”, das um die Jahrhundertwende 1900 erschien, beschreibt er das Mittelalter keineswegs als Goldenes Zeitalter, sondern als finstere Epoche. Das Mittelalter lehre uns, dass das selbständige Denken und die wissenschaftliche Forschung unter der Gewaltherrschaft des katholischen Papismus durch zwölf finstere Jahrhunderte begraben blieben.

Zusammenfassung der Kapitel

Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die Sorgen von Eltern, Pädagogen und Schülern angesichts globaler Krisen und fragt nach Möglichkeiten der postmodernen Pädagogik, eine biophile Bilanz zu ziehen.

1. Negative und positive Weltsicht: Dieses Kapitel kontrastiert historische Grausamkeit mit der Entwicklung von Menschenrechten und analysiert verschiedene Theorien zur Entstehung menschlicher Kriegsbereitschaft.

2. Negative und positive Bilanz: Es wird die Ambivalenz von Entfremdung versus Kreativität in der Arbeitswelt sowie das Spannungsfeld zwischen Armut und Wohlstand thematisiert.

3. Negative und positive Erziehung: Das Kapitel vergleicht traditionelle Dressuransätze mit modernen Konzepten wie offenem Unterricht, Projektmethode und der "Bewegten Schule".

4. Negatives und positives Denken: Hier wird die philosophische Unterscheidung zwischen Egoismus und Altruismus, Pessimismus und Optimismus sowie die psychologische Kraft des positiven Denkens untersucht.

5. Negative und positive Utopien: Das abschließende Kapitel analysiert dystopische Schreckensbilder im Vergleich zu utopischen Zukunftsentwürfen und den modernen Transhumanismus.

Schlüsselwörter

Postmoderne Pädagogik, Menschenrechte, Biophilie, Entfremdung, Friedenserziehung, Globalisierung, Transhumanismus, Nachhaltigkeit, Humankapital, Gewaltprävention, Projektmethode, Selbstverwirklichung, Ethik, Ökologie, Zukunftsbewusstsein

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Publikation grundsätzlich?

Das Buch analysiert die gegenwärtige Situation der Menschheit zwischen pessimistischen Ängsten und der Hoffnung auf eine lebenswerte Zukunft unter dem Aspekt der notwendigen erzieherischen Neuausrichtung.

Welche Themenfelder stehen im Zentrum der Arbeit?

Zentrale Themen sind die menschliche Gewalttätigkeit, historische und aktuelle Entwicklungen in der Pädagogik, ethische Fragestellungen, ökologische Herausforderungen und die Rolle von Technik in einer globalisierten Welt.

Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?

Das Ziel ist die Begründung einer "Postmodernen Pädagogik", die durch die Stärkung biophiler Eigenkräfte und ethischer Bildung den Menschen für eine verantwortungsvolle Gestaltung der Zukunft befähigen soll.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Der Autor stützt sich auf eine interdisziplinäre Analyse, die Erkenntnisse aus Geschichte, Psychologie, Anthropologie, Soziologie und pädagogischen Fachdisziplinen zusammenführt.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in fünf thematische Komplexe, die negative und positive Aspekte von Weltsicht, Bilanz, Erziehung, Denken sowie utopischen Visionen gegenüberstellen.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren das Werk?

Wichtige Begriffe sind unter anderem Postmoderne Pädagogik, Biophilie, Menschenrechte, Entfremdung und die Idee des "Homo spaciens".

Wie bewertet der Autor die Rolle des technischen Fortschritts?

Der Autor sieht Technik ambivalent: Sie birgt zerstörerische Gefahren (z.B. Atomkraft), bietet aber auch enorme Chancen (z.B. Nanotechnologie, medizinische Regeneration), sofern sie durch eine moralische Erziehung zur Verantwortung geleitet wird.

Welche Bedeutung hat das "Homo spaciens"-Konzept für die Pädagogik?

Das Konzept beschreibt den Menschen, der sich durch Wissen und Technik von seiner erdbundenen Existenz emanzipiert; die Pädagogik muss hierzu die Kompetenzen für eine "Space Education" und ein kosmisches Bewusstsein entwickeln.

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Details

Title
Orientierungssuche postmoderner Pädagogik
Subtitle
Zwischen Bangen und Hoffen
Author
Professor Dr. phil. Karl-Heinz Ignatz Kerscher (Author)
Publication Year
2013
Pages
337
Catalog Number
V265880
ISBN (eBook)
9783656557708
ISBN (Book)
9783656557692
Language
German
Tags
Orientierungssuche Postmoderner Pädagogik Negative und positive Weltsicht Grausamkeit oder Menschenrechte Krieg oder Frieden Unmensch oder Mitmensch Entfremdung oder Kreativität Armut oder Wohlstand Ausbeutung oder Lebensqualität Negative und positive Erziehung Dressur oder Bildung Phallokratie oder Gleichwertigkeit Nekrophilie oder Biophilie Egoismus oder Altruismus Negatives und positives Denken Beliebigkeit oder Selbstverwirklichung Pessimismus oder Optimismus Negative und positive Utopien Dystopien oder Utopien Kulturkritik und Transhumanismus Apokalypse oder Himmelreich auf Erden Weltbewusstsein Kosmopolitisches Bewusstsein Vom Homo sapiens zum Homo spaciens Homo galacticus Space Education Pädagogik im Zeitalter der Raumfahrt
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Professor Dr. phil. Karl-Heinz Ignatz Kerscher (Author), 2013, Orientierungssuche postmoderner Pädagogik, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/265880
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