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Napoleon - Ein Mythos im Wandel

Title: Napoleon - Ein Mythos im Wandel

Term Paper (Advanced seminar) , 2003 , 21 Pages , Grade: 2,3

Autor:in: Urte Lützen (Author)

History - Miscellaneous
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[...] In dieser Arbeit soll es um den Mythos Napoleons als einer der wichtigsten Personen der französischen oder aktueller, der europäischen Geschichte gehen. Wie hat Napoleon selbst dazu beigetragen, einen Kult um seine Person aufzubauen und wie enstand der legendäre Napoleon nach seinem Tod? Wer sich mit dem Mythos Napoleons beschäftigt, trifft zwangsläufig auf das Problem, mit mindestens zwei Mythen konfrontiert zu sein. Auf der einen Seite der Glanz um seine Persönlichkeit die Napoleon zu Lebzeiten bewußt aufgebaut hat, auf der anderen Seite der Umgang mit Napoleon nach seinem Ableben. 80.000 Bücher sind seit dem Tod Napoleons 1821 über ihn und sein Wirken geschrieben worden. Nicht die faktischen Leistungen im historiographischen Sinne sollen bei der Auseinandersetzung mit Napoleon im Mittel punkt stehen, vielmehr wird diese Arbeit versuchen den Mythos Napoleon im Wandel der Zeit darzustellen. Im ersten Teil soll auf die Anstrengungen eingegangen werden, die Napoleon zu Lebzeiten unternommen hat, um seiner Person eine Mythos ähnliche Popularität zu verleihen und auf diese Weise seine auf Plebiszite basierende Macht auszubauen. Im zweiten Teil wird dann die Mythosbildung nach dem Ableben Napoleons genauer beleuchtet. Während Napoleon kurz nach seiner Verbannung innerhalb der französischen Gesellschaft fast vollständig negiert und er als größenwahnsinniger Korse in die Geschichtsbücher einzugehen drohte, änderte sich dieses Bild bald zu seinen Gunsten. Eine Jugend, die mit den glorreichen Frontberichten der Grande Bulletins aufgewachsen war, verhalf Napoleon zu erneutem Ruhm. Die auftauchenden angeblichen Memoiren, die Las Casas auf Stankt Helena niedergeschrieben hat, knüpfen an die Bestrebungen Napoleons zu Lebzeiten an, als einzigartiger Herrscher in die Französische Geschichte einzugehen, und trugen zu einer zusätzlichen Verherrlichung Napoleons bei und verklärten zusätzlich die Zeit des Empire als Goldenes Zeitalter. Im dritten Teil soll dann auf das Konzept der Lieux de mémoire von Nora eingegangen werden. Welche Rolle kann Napoleon als Diktator in Noras Werk spielen.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

EINLEITUNG

1. ZWISCHEN VERZAUBERUNG UND REPRESSION – DER KONTROLLIERTE AUFBAU EINES MYTHOS ZU LEBZEITEN

1.1 Repression im Öffentlichen Raum

1.2 Verzauberung der Öffentlichkeit

2. NAPOLEON NACH SEINEN TOD: EIN LEBENDIGER MYTHOS

2.1 Die schwarze Legende: Napoleon als der Despot

2.2 Die goldene Legende: Napoleon der Revolutionär

2.3 Le Bonarpartisme: Die Hoffnung der Rückkehr

3. NAPOLEON ALS «LIEUX DE MEMOIRE?»

3.1 Noras Konzept der «Lieux de memoire»

3.2 Napoleon bei Pierre Nora

ZUSAMMENFASSUNG

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht den Mythos Napoleon Bonaparte als zentrales Identitätsmerkmal der europäischen Geschichte. Ziel ist es zu analysieren, wie Napoleon bereits zu Lebzeiten durch gezielte Propaganda und Repression einen Kult um seine Person etablierte und wie dieser Mythos nach seinem Tod in Form der „schwarzen“ und „goldenen“ Legende fortlebte und durch Pierre Noras Konzept der „Lieux de mémoire“ neu kontextualisiert wird.

  • Strategien der Machtkonsolidierung durch Propaganda und Zensur
  • Die Entstehung und Transformation napoleonischer Mythen im gesellschaftlichen Diskurs
  • Soziologische und politische Aspekte des Bonapartismus als Erinnerungsform
  • Die Einordnung Napoleons in das theoretische Konzept der „Lieux de mémoire“

Auszug aus dem Buch

1. Zwischen Verzauberung und Repression – Der kontrollierte Aufbau eines Mythos zu Lebzeiten

Napoleon ist eine der schillerndsten Personen europäischer Geschichte. Als genialer Stratege verschaffte er Frankreich seine größte territoriale Ausweitung. Da er selber stetig mit an der Front war, blieb er Generationen als der Kriegsheld in Erinnerung. Neben seinen außenpolitischen Erfolgen, die unter anderem durch seine grundlegende Heeresreform möglich geworden sind, schaffte es Napoleon innenpolitische Stabilität in einem von der Revolution erschütterten Frankreich herzustellen. Es gelang ihm, zumindest zeitweise, die sich gegenüberstehenden politischen Strömungen beide für seine Politik zu gewinnen, und dadurch eine innere Befriedung Frankreichs zu erreichen. Um seine Macht zu konsolidieren und um den Anforderungen seiner Zeit nachzukommen, baute er einen modernen Verwaltungsstab auf und läutete das sich schon durch die Revolution andeutende Ende des Feudalstaates ein.

Mit dem Code Civil vereinbarte er altes Gewohnheitsrecht sowie kodifiziertes Recht mit dem Revolutionsrecht und schuf so Frankreichs erstes bürgerliches Gesetzbuch. Noch heute ist das französische Erziehungswesen in seiner starken Zentralisierung von den Eingriffen Napoleons geprägt.

Zusammenfassung der Kapitel

EINLEITUNG: Hinführung zur Fragestellung über die Konstruktion des Napoleon-Mythos und die methodische Einbettung in den theoretischen Rahmen von Pierre Nora.

1. ZWISCHEN VERZAUBERUNG UND REPRESSION – DER KONTROLLIERTE AUFBAU EINES MYTHOS ZU LEBZEITEN: Analyse der Doppelstrategie Napoleons, die Repression durch Zensur mit der bewussten Inszenierung seiner Person durch Propaganda kombinierte.

1.1 Repression im Öffentlichen Raum: Untersuchung der staatlichen Überwachung, der Zensur von Presse und Theater sowie der Kontrolle des kulturellen Lebens zur Lenkung des öffentlichen Diskurses.

1.2 Verzauberung der Öffentlichkeit: Darstellung der aktiven Mythenbildung durch mediale Instrumentalisierung, Festkultur, Architektur und die systematische Nutzung der Presse zur Identitätsstiftung.

2. NAPOLEON NACH SEINEN TOD: EIN LEBENDIGER MYTHOS: Beleuchtung des Nachwirkens der Figur Napoleons nach 1821 und der Dynamik zwischen herrschender Dämonisierung und gesellschaftlicher Heroisierung.

2.1 Die schwarze Legende: Napoleon als der Despot: Analyse der diskreditierenden Darstellung Napoleons durch Zeitgenossen und Allianz-Staaten, die ihn primär als Tyrannen und Usurpator wahrnahmen.

2.2 Die goldene Legende: Napoleon der Revolutionär: Beschreibung des Prozesses, wie Napoleon durch Memoiren und nostalgische Rückblicke zum „Vater des Volkes“ und Verteidiger revolutionärer Ideale stilisiert wurde.

2.3 Le Bonarpartisme: Die Hoffnung der Rückkehr: Untersuchung des Bonapartismus als politischer Ausdruck, der sich zwischen autoritärem Regierungsmodell und sozialer Sehnsucht bewegt.

3. NAPOLEON ALS «LIEUX DE MEMOIRE?»: Theoretische Anwendung des Gedächtniskonzepts von Pierre Nora auf die historische Figur Napoleons.

3.1 Noras Konzept der «Lieux de memoire»: Erläuterung der Bedeutung von „Gedächtnisorten“ für die nationale Identität in einem sich verändernden historischen Kontext.

3.2 Napoleon bei Pierre Nora: Diskussion darüber, warum und wie Napoleon innerhalb von Noras Werk als Repräsentant des nationalen Gedächtnisses fungiert.

ZUSAMMENFASSUNG: Fazit über die Rolle Napoleons als Propagandist und die Bedeutung seiner Rezeption für das französische kollektive Gedächtnis.

Schlüsselwörter

Napoleon, Mythos, Lieux de mémoire, Propaganda, Repression, Bonapartismus, Französische Revolution, Goldene Legende, Schwarze Legende, Pierre Nora, Kollektives Gedächtnis, Zensur, Staatsinszenierung, Identität, Erinnerungskultur.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht die Konstruktion und den Wandel des Napoleon-Mythos, von seiner aktiven Gestaltung durch Napoleon zu Lebzeiten bis hin zu seiner Verankerung im französischen kollektiven Gedächtnis.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die zentralen Felder sind Propaganda, Zensur, Mythenbildung (schwarze und goldene Legende), der Bonapartismus als politische Strömung und die moderne geschichtswissenschaftliche Theorie der „Gedächtnisorte“.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Das Ziel ist es, den „Mythos Napoleon“ als ein dynamisches Konstrukt darzustellen, das sich durch die Wechselwirkung von staatlicher Inszenierung und gesellschaftlicher Erinnerung ständig wandelt.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um eine diskursanalytische Untersuchung, die historische Quellen mit dem kulturwissenschaftlichen Konzept von Pierre Nora verknüpft, um das Nachleben Napoleons zu dekonstruieren.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil analysiert die Methoden der Machtstabilisierung unter Napoleon, die bipolare Entwicklung des Mythos nach seinem Exil und die reflektierte Betrachtung Napoleons innerhalb des Werkes „Lieux de mémoire“.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit lässt sich am besten durch Begriffe wie „Napoleon“, „Mythosbildung“, „Propaganda“, „Lieux de mémoire“ und „Erinnerungskultur“ beschreiben.

Warum spielt die Unterscheidung zwischen „schwarzer“ und „goldener“ Legende eine so große Rolle?

Diese Unterscheidung verdeutlicht die Ambivalenz der öffentlichen Wahrnehmung: Während er als Despot dämonisiert wurde, stilisierte ihn eine nostalgische Nachwelt als revolutionären Helden und Vaterfigur.

Welche Bedeutung hat das Jahr 1840 für das Thema der Arbeit?

Das Jahr 1840 markiert mit der Überführung der Überreste Napoleons nach Paris einen Kulminationspunkt, an dem die Julimonarchie versuchte, den Napoleon-Mythos politisch zu instrumentalisieren, was jedoch primär den Bonapartismus stärkte.

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Details

Title
Napoleon - Ein Mythos im Wandel
College
European University Viadrina Frankfurt (Oder)  (Geschichte)
Course
Les Lieux de memoire
Grade
2,3
Author
Urte Lützen (Author)
Publication Year
2003
Pages
21
Catalog Number
V26588
ISBN (eBook)
9783638288774
Language
German
Tags
Napoleon Mythos Wandel Lieux
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Urte Lützen (Author), 2003, Napoleon - Ein Mythos im Wandel, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/26588
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