Im Mittelpunkt dieser Ausarbeitung wird der Beiname Ludwigs, dem Sohn Karl des Großen, „der Fromme“ stehen. Daher soll, um auch dem Anspruch der modernen Geschichtswissenschaft gerecht zu werden, das Epitheton Ludwigs einer kritischen Betrachtung unterzogen sowie die verschiedenen Ansätze zur Erklärung des Beinamens aufgezeigt werden. Dass diese Vorgehensweise erforderlich ist, zeigte das o.g. Beispiel Johann des Guten auf, denn auch unter „den Frommen“ gab es durchaus ein paar üble Opportunisten.3 Im Detail soll dies unter folgender Fragestellung geschehen: Ludwig der Fromme oder der fromme Ludwig?
Inhaltsverzeichnis
- Einleitung
- Die Quellen
- Die Cognomina
- Die Tradition der Beinamen
- Die Funktion der Epitheta
- Ansätze zur Erklärung von Ludwigs Beinamen
- Die Kardinaltugenden
- Ludwigs Beiname aus politischer Perspektive
- Der religiöse Ansatz
- Fazit
- Literaturverzeichnis
- Quellen
- Sekundärliteratur
Zielsetzung und Themenschwerpunkte
Die vorliegende Arbeit befasst sich mit dem Beinamen „der Fromme", der dem Sohn Karls des Großen, Ludwig, zugeschrieben wird. Ziel der Arbeit ist es, den Beinamen „der Fromme" kritisch zu betrachten und verschiedene Ansätze zur Erklärung des Beinamens aufzuzeigen. Die Arbeit untersucht, ob Ludwig tatsächlich „der Fromme" war, oder ob der Beiname eher auf andere Eigenschaften des Herrschers hindeutet.
- Tradition und Funktion von Beinamen im Mittelalter
- Die Bedeutung der Kardinaltugenden im Kontext der Herrschertugenden
- Politische Aspekte des Beinamens „der Fromme" im Vergleich zu anderen Herrschern
- Der religiöse Ansatz zur Erklärung des Beinamens
- Kritische Analyse der Quellen und deren Interpretation des Beinamens
Zusammenfassung der Kapitel
Die Einleitung führt in die Thematik der historischen Beinamen ein und stellt die Relevanz der kritischen Betrachtung von Beinamen im Kontext der modernen Geschichtswissenschaft dar. Am Beispiel Johann des Guten wird die Notwendigkeit der kritischen Auseinandersetzung mit Beinamen verdeutlicht.
Das Kapitel „Die Quellen" präsentiert die wichtigsten Quellen für die Untersuchung des Beinamens Ludwigs. Es werden die Lebensberichte von Thegan und Astronomus sowie das Lobgedicht von Nigellus vorgestellt und deren Besonderheiten sowie mögliche kritische Punkte beleuchtet.
Das Kapitel „Die Cognomina" befasst sich mit der Tradition von Beinamen im Mittelalter, insbesondere in der römischen Gesellschaft. Es werden die Funktionen und die verschiedenen Möglichkeiten der Beeinflussung des Inhalts von Beinamen aufgezeigt.
Das Kapitel „Ansätze zur Erklärung von Ludwigs Beinamen" untersucht verschiedene Ansätze zur Erklärung des Beinamens „der Fromme". Es werden die Kardinaltugenden, die politische Perspektive sowie der religiöse Ansatz beleuchtet und deren Argumente für und gegen die Erklärung des Beinamens diskutiert.
Schlüsselwörter
Die Schlüsselwörter und Schwerpunktthemen des Textes umfassen den Beinamen „der Fromme", Ludwig den Frommen, die Kardinaltugenden, die politische Perspektive, den religiösen Ansatz, die Quellenkritik, die Herrschertugenden, die Kirchenreform, die Renovatio imperii Francorum, die Ordinatio imperii, die Bedeutung von Beinamen im Mittelalter und die historische Interpretation von Beinamen.
Häufig gestellte Fragen
Wer war Ludwig der Fromme?
Ludwig der Fromme war der Sohn und Nachfolger Karls des Großen als Kaiser des Fränkischen Reiches (reg. 814–840).
Was bedeutet der Beiname "der Fromme" (Pius)?
Der Beiname bezieht sich traditionell auf seine religiöse Hingabe und seine Unterstützung der Kirchenreform. Die Arbeit untersucht jedoch, ob der Name auch politische oder tugendbezogene Hintergründe hatte.
Welche Ansätze erklären Ludwigs Beinamen?
Die Arbeit diskutiert drei Ansätze: Die Orientierung an den klassischen Kardinaltugenden, eine rein religiöse Motivation sowie eine gezielte politische Strategie zur Herrschaftslegitimation.
Welche Quellen berichten über Ludwig den Frommen?
Wichtige zeitgenössische Quellen sind die Lebensbeschreibungen von Thegan und dem sogenannten "Astronomus" sowie das Lobgedicht von Ermoldus Nigellus.
War Ludwig wirklich fromm oder eher ein Opportunist?
Die Arbeit stellt diese kritische Frage und analysiert, inwieweit das Bild des "frommen" Herrschers ein Konstrukt der damaligen Geschichtsschreibung war, um politische Schwächen oder Härten zu überdecken.
- Arbeit zitieren
- Marcus Schmidt (Autor:in), 2013, Ludwig der Fromme oder der fromme Ludwig? Verschiedene Ansätze zur Erklärung des Beinamens, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/265904