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Ludwig der Fromme oder der fromme Ludwig? Verschiedene Ansätze zur Erklärung des Beinamens

Title: Ludwig der Fromme oder der fromme Ludwig? Verschiedene Ansätze zur Erklärung des Beinamens

Term Paper (Advanced seminar) , 2013 , 17 Pages , Grade: 1,0

Autor:in: Marcus Schmidt (Author)

History of Europe - Middle Ages, Early Modern Age
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Im Mittelpunkt dieser Ausarbeitung wird der Beiname Ludwigs, dem Sohn Karl des Großen, „der Fromme“ stehen. Daher soll, um auch dem Anspruch der modernen Geschichtswissenschaft gerecht zu werden, das Epitheton Ludwigs einer kritischen Betrachtung unterzogen sowie die verschiedenen Ansätze zur Erklärung des Beinamens aufgezeigt werden. Dass diese Vorgehensweise erforderlich ist, zeigte das o.g. Beispiel Johann des Guten auf, denn auch unter „den Frommen“ gab es durchaus ein paar üble Opportunisten.3 Im Detail soll dies unter folgender Fragestellung geschehen: Ludwig der Fromme oder der fromme Ludwig?

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Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Die Quellen

3. Die Cognomina

3.1. Die Tradition der Beinamen

3.2. Die Funktion der Epitheta

4. Ansätze zur Erklärung von Ludwigs Beinamen

4.1. Die Kardinaltugenden

4.2. Ludwigs Beiname aus politischer Perspektive

4.3. Der religiöse Ansatz

5. Fazit

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht das Epitheton „der Fromme“ im Kontext der historischen Herrscherbeinamen, mit dem Ziel, die Angemessenheit dieses Attributs für Ludwig den Frommen durch eine kritische Analyse zeitgenössischer Quellen und moderner geschichtswissenschaftlicher Perspektiven zu hinterfragen.

  • Bedeutung und Funktion historischer Beinamen (Cognomina)
  • Kritische Quellenanalyse von Viten und Lobgedichten
  • Analyse der Kardinaltugenden als Herrscherethos
  • Politische und religiöse Einordnung des Beinamens
  • Differenzierung zwischen Frömmigkeit und politischer Milde

Auszug aus dem Buch

3.2. Die Funktion der Epitheta

Beinamen dienten zunächst einmal dem simplen Bedürfnis der Unterscheidung sowie der besseren Identifizierung der Fürsten. Wenn man sich z.B. die hohe Anzahl der Leitnamen Karl oder Ludwig bei den Karolingern vor Augen führt, wird die erleichternde Funktion von Beinamen durchaus schnell erkenntlich. Des Weiteren vereinfacht ein Epitheton die historische Einordnung sowie das geschichtliche Verständnis. Das folgende Beispiel soll den eben genannten Sachverhalt verdeutlichen: Wenn der Historiker von Friedrich August I. von Sachsen spricht, weiß sicherlich nicht jedermann sogleich, wessen Name da eben vollständig kundgetan wurde. Wenn der Historiker aber den für die Mehrheit der Menschen vertrauteren Namen ausgewählt und somit von August dem Starken gesprochen hätte, wäre eine sofortige korrekte Einordnung dessen sicher ohne Probleme möglich gewesen. Neben den o.g. praktischen Funktionen kamen im Rahmen der Bildungsprozesse für Beinamen neben der besseren Identifizierung ebenso Spottlust, Reverenz oder auch Diffamierung ins Spiel. Die Ursachen für die Bestimmung und Vergabe von Cognomen konnten sehr verschieden und somit sehr individuell sein. So standen unter anderen „körperliche Eigenheiten („der Höckrige“), charakterliche Merkmale („der Kühne“), intellektuelle Fähigkeiten oder Mängel („der Weise“, „der Einfältige“) … auffallende Gepflogenheiten („Jasomirgott“), hervorstechende Taten oder Untaten („der Eroberer“, „Blutaxt“), markante Episoden aus dem Leben des Beinamenträger´s („mit dem Pfeil“, „der Gebissene“) und politische oder wirtschaftliche Konstellationen, denen ein Fürst ausgeliefert ist („ohne Land“, „mit der leeren Tasche“)“ im Mittelpunkt, wenn es um die Vergabe von Beinamen ging.

Nachdem ich nun knapp die Tradition der Beinamen skizzierte sowie die Funktionen und die unterschiedlichen Möglichkeiten der Beeinflussung des Inhalts der Beinamen aufzählte, möchte ich mich nun auf den Cognomen Ludwigs, den Frommen, konzentrieren. Daher müssen in Bezug auf den Beinamen Ludwigs folgende Fragen gestellt werden: Wie ist Ludwig denn wirklich gewesen? War er Ludwig der Fromme oder der fromme Ludwig? Wie bekam Ludwig seinen Beinamen? Was waren die Auslöser, ihm das Attribut „der Fromme“ anzuhängen?

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Einführung in die Thematik der historischen Beinamen unter Heranziehung literarischer und historischer Beispiele sowie Darlegung der Fragestellung.

2. Die Quellen: Vorstellung und kritische Einordnung der primären Quellen wie Viten von Thegan und Astronomus sowie des Lobgedichts von Nigellus.

3. Die Cognomina: Historischer Überblick über die Tradition der Beinamen und deren Funktion bei karolingischen Herrschern.

4. Ansätze zur Erklärung von Ludwigs Beinamen: Untersuchung der Beinamenbildung durch die Kardinaltugenden, politische Sichtweisen und religiöse Deutungsmuster.

5. Fazit: Zusammenfassende Bewertung der Ergebnisse, die Ludwig eher als „den Milden“ oder „den Gütigen“ denn als „den Frommen“ charakterisieren.

Schlüsselwörter

Ludwig der Fromme, Karolinger, Beinamen, Cognomina, Epitheta, Thegan, Astronomus, Ermoldus Nigellus, Kardinaltugenden, Pietas, Historiographie, Quellenanalyse, Herrschertugend, Mittelalter, Geschichtswissenschaft

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert kritisch den historischen Beinamen „Ludwig der Fromme“ und hinterfragt, ob dieses Attribut eine treffende Beschreibung seiner Person und Herrschaft darstellt.

Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?

Die zentralen Themen sind die historische Onomastik, die Analyse karolingischer Herrscherbiographien sowie die Untersuchung von Herrschertugenden im Mittelalter.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage der Arbeit?

Ziel ist es zu klären, ob man historisch korrekt von „Ludwig dem Frommen“ sprechen kann oder ob der Beiname eine spätere Zuschreibung ist, die den Charakter des Herrschers verkürzt darstellt.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es wird eine quellenkritische Methode angewandt, bei der zeitgenössische Viten und Lobgedichte mit moderner historischer Forschung verglichen und interpretiert werden.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Tradition der Namensgebung, die Funktion von Beinamen, die Analyse der Kardinaltugenden, die politische Perspektive sowie den religiösen Deutungsansatz.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit ist durch Begriffe wie Karolinger, Pietas, Cognomina, Quellenkritik und mittelalterliche Herrscherideologie charakterisiert.

Warum spielt die Quelle „Thegan“ eine besondere Rolle?

Thegan liefert eine zeitgenössische Sicht, muss aber aufgrund seiner tendenziösen Lobreden auf den Kaiser und Schmähungen gegen dessen Gegner vom Historiker kritisch hinterfragt werden.

Wie unterscheidet sich die moderne Bewertung der „Frömmigkeit“ von der Forschung des 19. Jahrhunderts?

Während die ältere Forschung Ludwigs Frömmigkeit oft als politische Schwäche interpretierte, sieht die neuere Forschung darin den Motor seiner Aktivitäten und eine bewusste Ausübung herrscherlicher Ethik.

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Details

Title
Ludwig der Fromme oder der fromme Ludwig? Verschiedene Ansätze zur Erklärung des Beinamens
College
http://www.uni-jena.de/
Grade
1,0
Author
Marcus Schmidt (Author)
Publication Year
2013
Pages
17
Catalog Number
V265904
ISBN (eBook)
9783656556480
ISBN (Book)
9783656556725
Language
German
Tags
ludwig fromme
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Marcus Schmidt (Author), 2013, Ludwig der Fromme oder der fromme Ludwig? Verschiedene Ansätze zur Erklärung des Beinamens, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/265904
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