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Arm und reich. Über Peter Singers 'Pflicht zu helfen'

Titel: Arm und reich. Über Peter Singers 'Pflicht zu helfen'

Seminararbeit , 2010 , 13 Seiten , Note: 1,5

Autor:in: Patrik Süess (Autor:in)

Philosophie - Praktische (Ethik, Ästhetik, Kultur, Natur, Recht, ...)
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Singer wartet im Kapitel „Arm und Reich“ seiner Praktischen Ethik mit Fakten auf, die im Grunde jedem bekannt sind, und deren schreckliche Realität und Dringlichkeit kaum bestritten werden dürften: es gibt in der Welt ein drastisches Wohlstandsgefälle, und zwar eines, das die Menschen auf der untersten Stufe der Verteilungsskala in unbeschreiblichem Elend dahinvegetieren lässt – ein Zustand, den Singer (mit dem ehemaligen Chef der Weltbank McNamarra) als „absolute Armut“ bezeichnet. Absolute Armut verhindert ein Leben, das den bescheidensten Ansprüchen von Menschenwürde entsprechen könnte. So ist das Problem der absoluten Armut zuallererst noch kein Problem der Wohlstandsdifferenzen an sich bzw. kein Problem der Verteilungsgerechtigkeit, sondern ein Problem des akuten Notfalls, ein Problem der Ersten Hilfe sozusagen. Es geht um die Rettung von Millionen Menschen vor nichts weniger als dem Hungertod.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Das Problem

2. Singers Lösungsvorschlag

2.1. Singers Antworten auf mögliche Kritikpunkte

2.2. Singers Konklusion

3. Singers Thesen im Lichte der grossen Moraltheorien

3.1. Utilitarismus und Deontologie – mögliche Verbündete?

3.2. Rekonstruktiv vs. Revisionistisch – Tugendethik und Kasuistik

3.2.1. Zur Tugendethik

3.2.2. Zur Kasuistik

3.3. „Pflicht zu helfen“ im Utilitarismus?

4. Ein praktisches Fazit

Zielsetzung und Themen der Arbeit

Die vorliegende Seminararbeit untersucht kritisch die moralphilosophische Argumentation von Peter Singer in seinem Kapitel „Arm und Reich“ und prüft, inwiefern seine Forderung nach einer absoluten Pflicht zur Hilfe gegenüber Menschen in absoluter Armut innerhalb verschiedener moraltheoretischer Rahmenwerke Bestand hat.

  • Analyse von Singers utilitaristischer Begründung der Hilfspflicht
  • Diskussion der Einwände gegen Singers rigoristische Ethik
  • Vergleich mit deontologischen, tugendethischen und kasuistischen Ansätzen
  • Kritische Würdigung der praktischen Umsetzbarkeit und Konsequenzen

Auszug aus dem Buch

2. Singers Lösungsvorschlag

So schwerwiegend das angesprochene Problem, so drastisch und durchgreifend sind auch Singers Lösungsvorschläge und vor allem seine moralischen Forderungen und Schlussfolgerungen. Dabei geht er von einigen wenigen einfachen Prämissen aus. Menschen, die in akuter Not sind, zu helfen, wenn man dazu im Stande ist, ist eine moralische Pflicht. Wir (und damit meint er uns, die wir in Wohlstandsgesellschaften leben) sind im Stande, diesen Menschen zu helfen, denn nicht nur sind unsere Grundbedürfnisse gesichert – wir leben im Überfluss, verfügen also über Güter bzw. Geld, das wir nach eigenem Gutdünken für Dinge ausgeben können, die uns zwar gefallen, die aber für ein menschenwürdiges Leben nicht unentbehrlich sind – „Luxusartikel“2, wie sie Singer nennt. Und daraus – aus unserer grundsätzlichen Fähigkeit zu helfen, d.h. akute Not zu lindern – ergibt sich die moralische Verpflichtung zu helfen.

Singer bemüht sich zwar zu zeigen, dass diese Ansicht nicht von einer utilitaristischen Theorie der Moral abhängig ist, und doch kommt Singers Exposition des Problems dem Konzept des ethischen Nutzenkalküls besonders entgegen; man kann sich nämlich fragen, in welchem Falle vorhandenes Geld nutzbringender eingesetzt wird: im Kauf eines Luxusartikels (beispielsweise einer HiFi-Stereoanlage, die mein musikalisches Hörerlebnis steigert), oder in der Spende an eine Hilfsorganisation (die unter Umständen Menschen vor dem Verhungern retten kann). Nicht nur für Utilitaristen dürfte die zweite Entscheidung die moralischere sein, für Utilitaristen jedoch, die als moralisch geboten ausschliesslich die Handlung betrachten, die in einer gegebenen Situation den höchsten Nutzen verspricht, kann die Entscheidung für den Kauf einer Stereoanlage (wo ich doch mein Geld nutzbringender einsetzen könnte) nicht nur die weniger moralische sondern durchaus eine unmoralische Entscheidung sein.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Das Problem: Einführung in das drastische Wohlstandsgefälle und die absolute Armut, die den Kern der moralischen Herausforderung darstellt.

2. Singers Lösungsvorschlag: Darlegung von Singers Forderung, überschüssiges Geld zur Linderung von Not zu spenden, und Auseinandersetzung mit zentralen Einwänden gegen diese Position.

3. Singers Thesen im Lichte der grossen Moraltheorien: Untersuchung, ob Singers Thesen durch deontologische, tugendethische oder kasuistische Ansätze gestützt oder relativiert werden können.

4. Ein praktisches Fazit: Kritische Reflexion über die Umsetzbarkeit von Singers Rigorismus sowie die Berücksichtigung ökonomischer und politischer Realitäten bei der Problemlösung.

Schlüsselwörter

Peter Singer, Armut, Hilfspflicht, Utilitarismus, Deontologie, Tugendethik, Kasuistik, Moral, Ethik, Luxusartikel, absolute Armut, Verteilungsgerechtigkeit, Nothilfe, moralische Pflicht, Überforderung

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundlegend?

Die Arbeit analysiert kritisch Peter Singers These, dass Menschen in Wohlstandsgesellschaften moralisch verpflichtet sind, ihr überschüssiges Vermögen zur Linderung absoluter Armut zu spenden.

Welche moraltheoretischen Perspektiven werden neben dem Utilitarismus betrachtet?

Die Arbeit vergleicht Singers utilitaristischen Ansatz mit deontologischen, tugendethischen und kasuistischen Argumentationsmustern.

Was ist die zentrale Forschungsfrage?

Es wird untersucht, ob Singers absolute Pflicht zur Hilfe philosophisch zwingend ist und ob diese Forderung trotz ihrer theoretischen Begründung in der praktischen Anwendung tragfähig bleibt.

Welche Rolle spielt die Differenzierung zwischen Tun und Unterlassen?

Die Arbeit beleuchtet, wie Singer als Utilitarist keinen moralischen Unterschied zwischen aktiver Tötung und unterlassener Hilfeleistung macht, während andere Theorien dies differenzierter betrachten.

Welche Einwände gegen Singers Rigorismus werden behandelt?

Diskutiert werden unter anderem die moralische Relevanz persönlicher Beziehungen, das Recht auf Privateigentum, der Überforderungs-Einwand und die Frage der Regierungspflicht.

Wie lautet das Fazit zur moralischen Begründung der Hilfe?

Der Autor kommt zu dem Schluss, dass Singers Theorie bei der Problemlösung an der Realität scheitert, da sie komplexe politische und ökonomische Faktoren der Armut vernachlässigt.

Warum hält der Autor Singers Ansatz für "unhandhabbar"?

Der Autor argumentiert, dass Singers Moral die Messlatte für unmoralisches Handeln so extrem hoch ansetzt, dass fast jedes natürliche Verhalten als verwerflich erscheint, was die Theorie in der Praxis unbrauchbar macht.

Inwieweit ist das Problem der Armut für den Autor ein politisches?

Der Autor betont, dass Armut primär durch mangelhafte Regierungskunst und politische Strukturen in den betroffenen Ländern entsteht, weshalb einfache Spendenmodelle langfristig sogar kontraproduktiv wirken können.

Ende der Leseprobe aus 13 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Arm und reich. Über Peter Singers 'Pflicht zu helfen'
Hochschule
Universität Zürich  (Philosophisches Seminar)
Veranstaltung
Grundbegriffe und Methoden der Ethik
Note
1,5
Autor
Patrik Süess (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2010
Seiten
13
Katalognummer
V265908
ISBN (eBook)
9783656556251
ISBN (Buch)
9783656556275
Sprache
Deutsch
Schlagworte
über peter singers pflicht
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Patrik Süess (Autor:in), 2010, Arm und reich. Über Peter Singers 'Pflicht zu helfen', München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/265908
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Leseprobe aus  13  Seiten
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