In meiner Hausarbeit auf der Basis des von mir gehaltenen Referates zum Thema „Die Rolle des Schauplatzes und der verwendeten Symbole für die Filmsprache im Stummfilm“ beginne ich mit einer kurzen Einführung über den russischen Stummfilm in seinem Beginn und seiner Entwicklung. Weiter gehe ich genauer auf die beiden Hauptpunkte meines Themas, Schauplatz und Symbole, ein. Dabei werde ich sie definieren und ein paar allgemeine Beispiele geben. Im Anschluss an diesen theoretischen Teil werde ich die zwei Filmsequenzen behandeln, die ich auch in meinem Referat gezeigt und mit den Teilnehmern besprochen habe. Anhand der im Ersten Teil aufgeführten Beispiele betrachte ich bzw. betrachteten wir speziell den Ausschnitt aus Eisensteins Panzerkreuzer Potemkin.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Film in Russland
3. Theoretischer Teil
3.1 Schauplatz
3.2 Symbol
4. Praktischer Teil
4.1 Filmsequenzen
4.2 Kulešov-Effekt
4.3 Treppenszene aus Panzerkreuzer Potemkin
5. Resümee
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht die Bedeutung von Schauplätzen und Symbolen als essenzielle Gestaltungsmittel der Filmsprache im frühen russischen Stummfilm und analysiert deren Funktion als Ersatz für die fehlende verbale Kommunikation.
- Entwicklung und Anfänge des russischen Films
- Definition und Bedeutung des filmischen Schauplatzes
- Symbolik und deren Einsatzmöglichkeiten im Stummfilm
- Die Montagetechnik als Mittel zur Bedeutungserzeugung
- Fallstudie: Analyse des Kulešov-Effekts
- Fallstudie: Symbolik in der Treppenszene aus Panzerkreuzer Potemkin
Auszug aus dem Buch
4.3 Treppenszene aus Panzerkreuzer Potemkin
Eines der berühmtesten Werke des russischen Regisseurs Sergej Eisenstein (1898-1948) gehört dessen 1925 geschaffenes Werk Panzerkreuzer Potemkin (Originaltitel Броненосец Потёмкин). Aus diesem habe ich die Szene auf der Hafentreppe gewählt. Auch wenn der gesamte Film wie eine griechische Tragödie aus fünf Akten besteht, ist der bekannteste und immer wieder zitierte der vierte Akt. Hierin solidarisieren sich die Bürger Odessas mit den revoltierenden Matrosen des Panzerkreuzers und werden von zaristischen Soldaten die 192 Stufen der Treppe hinuntergetrieben und dabei beschossen. Der Ausschnitt dauert 6 Minuten 47 und spiegelt nicht nur das ganze Können Eisensteins wieder, von der Montage, Aufbau der Handlung bis hin zu den verschiedenen Kameraeinstellungen, sondern enthält auch zwei meine Arbeit betreffende Aspekte: Ort und Verwendung von Symbolen.
Als Ort wählte Eisenstein die große Hafentreppe von Odessa. Diese 142m lange Treppe wirkt durch ihre sich nach oben hin verjüngende, perspektivische Bauweise auf der gesamten Länge gleich breit. Wie bereits im Abschnitt „Symbol“ erläutert, steht die Treppe nicht nur als zweckmäßiges Bauwerk. Zudem bietet sie hier noch die Möglichkeit eines übersichtlichen Schauplatzes, abgesehen von dem symbolischen Hinabtreiben des Volkes durch die Soldaten.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Vorstellung des Themas und der Zielsetzung der Arbeit, inklusive einer kurzen Einführung in die zwei zentralen Untersuchungsschwerpunkte Schauplatz und Symbolik.
2. Film in Russland: Historischer Abriss über die Entstehung und Entwicklung des russischen Films sowie die Einflüsse politischer und technischer Gegebenheiten auf die Produktion.
3. Theoretischer Teil: Definition der Begriffe Schauplatz und Symbol im Kontext des frühen Stummfilms und Erläuterung ihrer Funktion als filmisches Gestaltungsmittel.
4. Praktischer Teil: Analyse ausgewählter Filmsequenzen, die den Kulešov-Effekt und die symbolträchtige Treppenszene in Panzerkreuzer Potemkin illustrieren.
5. Resümee: Zusammenfassende Betrachtung der Erkenntnisse über die Bedeutung von Schauplätzen und Symbolen als wesentliche Bestandteile der Stummfilmsprache.
Schlüsselwörter
Stummfilm, Russischer Film, Filmsprache, Schauplatz, Symbol, Montage, Kulešov-Effekt, Sergej Eisenstein, Panzerkreuzer Potemkin, Treppenszene, Propaganda, Ideologie, Bildsprache, Filmgeschichte, Stummfilmästhetik
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der Filmsprache im frühen russischen Stummfilm, wobei der Fokus auf den Gestaltungsmitteln Schauplatz und Symbol liegt.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Themen sind die Entwicklung des russischen Kinos, die theoretische Verankerung von Raum und Symbolik im Film sowie deren praktische Anwendung in bahnbrechenden Werken der Epoche.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das Ziel ist es, herauszuarbeiten, wie Schauplätze und Symbole im Stummfilm genutzt wurden, um das Fehlen der Sprache auszugleichen und Emotionen zu vermitteln.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit verbindet eine historische Kontextualisierung mit einer filmtheoretischen Analyse und exemplifiziert die Thesen anhand praktischer Filmsequenzen.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in einen theoretischen Bereich zur Definition von Ort und Symbol sowie einen praktischen Bereich, in dem der Kulešov-Effekt und Eisensteins Panzerkreuzer Potemkin analysiert werden.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind Stummfilm, Montage, Kulešov-Effekt, Symbolik und Eisenstein.
Warum spielt die Treppe in der Analyse von Panzerkreuzer Potemkin eine so große Rolle?
Die Treppe fungiert in der Szene sowohl als zentraler Schauplatz der Handlung als auch als Symbol für den brutalen Übergang und die Schutzlosigkeit der Bevölkerung gegenüber der Gewalt.
Welche Funktion hat die Montagetechnik im untersuchten Kontext?
Die Montage wird genutzt, um disparate Bilder zu verknüpfen und dadurch symbolische Bedeutungen zu erzeugen, die weit über das konkret Dargestellte hinausgehen.
- Arbeit zitieren
- Hannes Blank (Autor:in), 2012, Filmsprache im Stummfilm. Die Rolle des Schauplatzes und der verwendeten Symbole, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/265973