Die rechtliche Lage zum Thema Alkohol und Drogen in Bezug auf die Schule und das Strafrecht


Seminararbeit, 2013

25 Seiten


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Einführung
1.1. Begriff Droge

1.Kinder- und Jugendschutz
1.1.Warum junge Menschen zu Alkohol und Drogen greifen

2.Schule

3.Jugendalkoholismus

4.Drogen

5.Betäubungskriminalität
5.1.Die Abgabe von Drogen durch einen Erwachsenen an einen Minderjährigen

6.Wie die Kinder und Jugendlichen bestraft werden

8.Mitteilungen

9.Zusammenfassung

Einführung

Alkoholkonsum ist ein Teil unserer Alltagskultur. Der Alkoholkonsum gehört in der Welt der Erwachsenen zu den meisten sozialen Gelegenheiten dazu. Alkohol erfüllt bei Erwachsen, sowohl im sozialen Miteinander, als auch in der individuellen Alltagsbewältigung, zahlreiche Rollen. Das Trinken in Gesellschaft erleichtert den sozialen Kontakt, baut die Hemmungen ab, mildert Stresssymptome. Mittlerweile ist auch der Konsum von Cannabis ein verbreitetes Subkulturgut, nicht wie früher, in den 1970er- und 1980er-Jahren, als das Haschischrauchen noch der Ausdruck eines alternativen Lebensstils war. Für die Jugend sind Drogen in der Popkultur stark präsent. Sogar aus Teilen der offiziellen Politik und der Wissenschaft wird den Jugendlichen vermittelt, dass Cannabiskonsum gut und nicht schädlich ist.[1] In dem „Drogen- und Suchtbericht“ von 2006 kommt sogar die damalige Drogenbeauftragte der Bundesregierung zu der Feststellung, dass mit 10,01 Litern pro Jahr in Deutschland der Pro-Kopf-Konsum von reinem Alkohol auf internationaler Ebene als hoch eingestuft wird. Deutschland nimmt Platz 5, nach Luxemburg (12,6 l), Ungarn ( 11,4 l), Tschechien (11,0 l) und Irland (10,8 l) ein, so die Schätzungen der WHO. Ca. 1,6 Millionen Bundesbürger gelten als alkoholabhängig, doch nur etwa 10% unterziehen sich einer Therapie, dagegen weisen ca. 1,7 Millionen einen riskanten Alkoholkonsum auf.[2]

In den alten Bundesländern hat jeder Sechste schon mindestens einmal Erfahrung mit illegalen Drogen gemacht, das sind etwa 10 Millionen Menschen. In den neuen Bundesländern sind es dagegen 1,5 %. Wenn es um Kinder geht, beträgt die Anzahl 30 000, was erschreckend ist, dass es sich dabei um Kinder und Jugendliche ab dem 10. Lebensjahr handelt.[3] Jugendliche testen gerne Grenzen aus, probieren oft Neues, leider gehören zu diesen Jugend-Experimenten auch Alkohol und Drogen. Nicht selten kommen sie durch Mitschüler oder auf dem Schulweg damit in Berührung.

1.1. Begriff Droge

„Droge“- dieser Begriff kommt aus dem etymologischen Niederländischen her- „droog“, übersetzt „trocken“. Ursprünglich wurden damit getrocknete Pflanzen oder Kräuter bezeichnet, die früher in niederländischen Kolonien als Parfüm, Gewürze oder Medizin genutzt wurden. Heutzutage werden darunter primär Stoffe und Zubereitungen verstanden, die zur Erzeugung eines Rauschzustands oder zur Befriedigung einer Sucht verwendet werden. Der Begriffe „Droge“ wird hauptsächlich mit illegalen Substanzen und deren missbräuchlicher Verwendung assoziiert.[4]

1. Kinder- und Jugendschutz

Der Schutz von Kindern und Jugendlichen ist ein legitimes Anliegen des Gesetzgebers und wird in der Praxis durch verschiede Gesetze geregelt. Das Jugendschutzgesetz ist das wichtigste unter ihnen. Darin ist auch einer der Kernpunkte die Regelung der Abgabe von Tabakwaren und Alkohol an Jugendliche. Der Jugendschutz ist nicht nur im Betäubungsmittelstrafrecht verfassungsrechtlich zulässig, sondern er ist sogar wichtig, bedenkt man, dass die Jugendlichen ein höheres Experimentalverhalten aufzeigen. [5]

Schon im ersten Jugendschutzgesetz, von 1951, hatte der Gesetzgeber die im Wesentlichen noch bis heute gültigen Jugendschutzbestimmungen zur Alkoholabgabe geschaffen. Das heutige Jugendschutzgesetz regelt die Abgabe von alkoholischen Getränken an Kinder und Jugendliche, nämlich: Bier und Wein dürfen nicht an Jugendliche unter 16 Jahren (§ 9 JuSchG), Spirituosen nicht an Jugendliche unter 18 Jahren (§ 10 JuSchG) abgegeben werden. Ein besonderes Erzieherprivileg lockert letztgenannte Vorschrift auf, indem Jugendlichen ab 14 Jahren der Verzehr von Bier gestattet werden darf, wenn sie von einem Elternteil begleitet werden

(§9 Abs. 2 JuSchG). Das seit der Reform 1985 gesetzlich vorgeschriebene Vertriebsverbot alkoholischer Getränke über Automaten gilt seit der Reform 2003 dann nicht mehr, wenn durch eine technische Vorrichtung (z.B. Chipkarte mit persönlichem PIN- Code und Daumenabdruck) oder durch ständige Aufsicht sichergestellt ist, dass Jugendliche alkoholische Getränke dort nicht entnehmen können (§ 9 Abs. 3 JuSchG).[6] Für die Einhaltung des Jugendschutzes sind die Ordnungsbehörden vor Ort formal verantwortlich. Jedoch gesellschaftlich gesehen sind alle Erwachsenen die die Verletzungen des Jugendschutzes stillschweigend dulden, verantwortlich.[7] Alkohol ist unter Kindern und Jugendlichen (Jugendliche- im Sinne des Gesetzes Minderjährige, die das 14. Lebensjahr vollendet haben, aber noch nicht 18 Jahre alt sind) weit verbreitet [8]. Unter Beachtung der jugendlichen Schuldfähigkeit werden sie im Fall krimineller Handlungen strafrechtlich zur Verantwortung gezogen. Die Regierung hat 2003 Erhebungen zum Alkohol- und Tabakkonsum, aufgrund der Programme zur Prävention und Intervention vorbereitet. Dabei handelt es sich vor allem um den „ Aktionsplan Drogen und Sucht“ und ein „Gesetz zur Verbesserung des Schutzes junger Menschen vor Gefahren des Alkohol-Tabakkonsums“. Beunruhigend ist, dass der Konsum von Alkohol und Tabak in den vergangenen Jahren in Deutschland gestiegen ist. Im Rahmen der „Europäischen Schülerstudie zu Alkohol und anderen Drogen (ESPAD) im Jahr 2003 haben 11043 Schüler von der 9. Und 10. Klasse von Haupt-,Real- und Gesamtschulen einer Umfrage teilgenommen.[9] Die Ergebnisse haben gezeigt, dass in den 12 Monaten vor der Erhebung 94% der Jungen und 95% der Mädchen Alkohol getrunken hat. Es wurde wie folgt getrunken: am häufigsten Alkoholpops (63%), dann Bier (56%), Spirituosen (51%) und Wein/Sekt (50%). 38% der Jugendlichen berichteten von Trunkenheitserlebnissen, 59% der Jugendlichen von einem Konsum von 5 oder mehr Gläsern Alkohol in den letzten 30 Tagen.[10]

1.1. Warum junge Menschen zu Alkohol und Drogen greifen

Kinder und Jugendliche schnüffeln, trinken, nehmen Drogen, um aus den Alltagsproblemen und aus ihrem bindungsarmen Leben mit dem Reiz des Rausches vorübergehend auszusteigen. In der Regel tun sie das nie allein, am häufigsten zu zweit oder in Gruppen. Am Anfang ist die Flucht in die Drogenwelt leicht und unersetzbar, sie hilft mit den Problemen umzugehen.[11] Es gibt dabei verschiedene Faktoren. Zuerst kann man den Familienkreis benennen, jedoch gibt es auch Personen, die außerhalb des Familienkreises einen wesentlichen Beitrag leisten und dazu gehören Lehrer, Freunde, Nachbarn, Vorbilder aus den Medien. F. Ivan Nye sah die Familie als Schlüsselfaktor bei der Delinquenzentstehung. Negativ sind vor allem mangelnde elterliche Beaufsichtigung, Zurückweisung der Kinder und fehlende Zuneigung.[12] Besonderer Erwähnung bedarf unserer Gesellschaft. Sie ist dadurch geprägt, infolge zunehmender Mobilität und Anonymität, den jungen Menschen immer weniger Betreuung und Kontrolle zuteilwerden zu lassen. In den neuen Bundesländern ist die staatliche Jugendbetreuung nachdrücklich weniger. Viele Familien können leider nicht so ein artiges Betreuungs- und Überwachungsvakuum dem Kind genügend versichern. Nach Meinung mancher Kriminologen spielt auch die Konsumorientierung unserer Gesellschaft, die auf die jungen Menschen gezielt ist, eine große Rolle. Der Verlust der Überwachung durch die Familie und anderen Erwachsenen, vergrößert den Einfluß von peer groups [13]. Der Strafzweck der Sicherung der Gesellschaft ist wenig diskutiert wenn es um die Verwahrung des Täters geht.[14]

Nachfolgend werden die genannte Persönlichkeitsmerkmale genannt:

- ,, mangelndes Selbstvertrauen/ fehlende Selbstsicherheit;
- Kontaktschwierigkeiten;
- Mangelnde Kooperationsfähigkeit und – bereitschaft;
- Erhöhte Labilisierung bei auftretenden Konflikten, verbunden mit einem geringen Ausmaß an problemadäquaten Entscheidungensfällen;
- Irreale Einschätzung eigener Fähigkeiten/Nicht-Wissen um latente Fähigkeiten und die damit verbundenen Möglichkeiten, Fertigkeiten neu zu erlernen;
- Mangelnde Selbstkritik bzw. die Kritik anderer kann nicht ertragen werden;
- Angst, emotionale Erlebnisinhalte nach außen zu verbalisieren;
- Erleben einer verkrampft tabuisierten Sexualität und daraus resultierenden Folgeschäden;
- Schwierigkeiten bei der Einhaltung von Regeln und Verbindlichkeiten“[15]

2. Schule

Für den Hin- und Rückweg außerhalb des Organisationsfeldes der Schule ist es neben der Aufsichtspflicht die Obhutspflicht der Sorgeverpflichteten. Die Aufsichtspflicht ist durch die Schule während der Teilnahme an allen Schulveranstaltungen geregelt.[16]

Die Rolle der Schule im Leben des Kindes- Primärprävention in der Schule

Die Schule als Bindeglied:

[...]


[1] Settertobulte, Wolfgang: Jugend und Rausch Interdisziplinäre Zugang zu jugendlichen Erfahrungswelten, München 2010, S.74.

[2] Tossmann, Peter, Weber, Norbert,H.: Alkoholprävention in Erziehung und Unterricht, 2. Auflage, Herbolheim 2008, S. 7.

[3] Struck, Peter: Schul- und Erziehungsnot, Ein Ratgeber für Eltern, Lehrer und Bildungspolitiker, 2. Auflage, 1993, S. 111.

[4] Pasedach, Christina: Verantwortungsbereiche wider Volksgesundheit, Schriften zum Strafrecht, Heft 232, 2012, S. 25-26.

[5] Pasedach, Christina: Verantwortungsbereiche wider Volksgesundheit, Schriften zum Strafrecht, Heft 232, 2012, S. 194- 195.

[6] Klein, Michael: Kinder und Suchtgefahren, Köln 2007, S.38.

[7] Tossmann, Peter, Weber, Norbert,H.: Alkoholprävention in Erziehung und Unterricht, 2. Auflage, Herbolheim 2008, S. 7.

[8] Burghard, Waldemar, Hamacher, Hans Werner, Kriminalistik Lexikon, 3. Auflage, S. 159:

[9] Myschker, Norbert: Verhaltensstörungen bei Kindern und Jugendlichen. Erscheinungsformen. Ursachen. Hilfreiche Maßnahmen, 5. Auflage, 2005, S. 547-548.

[10] Drogenbeauftragte der Bundesregierung, 2004, 19-20

[11] Struck, Peter: Schul- und Erziehungsnot, Ein Ratgeber für Eltern, Lehrer und Bildungspolitiker, 2. Auflage, 1993, S. 111.

[12] Seeliger, Martina: Entwicklung der Kinderdelinquenz und Folgerungen im Hinblick auf eine Änderung der Strafmündigkeitsgrenze, 1. Auflage, 2003, S. 152.

[13] Peergroup (häufig auch: Peer-group) geht als Fachbegriff aus der Soziologie, Pädagogik und Sozialpädagogik zurück auf Charles H. Cooley (1864–1929), der das Konzept der Primärgruppen entwickelte. Peer-Gruppen bezeichnen in der heutigen Fachliteratur Bezugsgruppen, welche sich aus Menschen ähnlichen Alters zusammensetzen und deren Mitglieder ein freundschaftliches Verhältnis verbindet. Nach: http://de.wikipedia.org/wiki/Peergroup

[14] Streng, Franz: Jugendstrafrecht, 3. Auflage 2012, S. 5 u. 218.

[15] Myschker, Norbert: Verhaltensstörungen bei Kindern und Jugendlichen. Erscheinungsformen. Ursachen. Hilfreiche Maßnahmen, 5. Auflage, 2005, S. 548-549.

[16] Scheffen, Ercia, Pardey, Frank: Schadenersatz bei Unfällen mit Minderjährigen, 2. Auflage, S.383.

Ende der Leseprobe aus 25 Seiten

Details

Titel
Die rechtliche Lage zum Thema Alkohol und Drogen in Bezug auf die Schule und das Strafrecht
Autor
Jahr
2013
Seiten
25
Katalognummer
V265986
ISBN (eBook)
9783656557807
ISBN (Buch)
9783656557791
Dateigröße
601 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
lage, thema, alkohol, drogen, bezug, schule, strafrecht
Arbeit zitieren
Ravan Hasanov (Autor), 2013, Die rechtliche Lage zum Thema Alkohol und Drogen in Bezug auf die Schule und das Strafrecht, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/265986

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