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Guéhenno und das Ende der Demokratie

Ist Demokratie jenseits des Nationalstaats überhaupt möglich?

Título: Guéhenno und das Ende der Demokratie

Trabajo Escrito , 2011 , 23 Páginas , Calificación: 2,0

Autor:in: Benedikt Kellerer (Autor)

Política - Filosofía política e historia de las ideas
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„Demokratie ist ein umfassendes Ziel, ein immanenter Anspruch auf Rechte der Bürger und Menschen, und von Anfang an ist sie gefährdet“. Die Anfänge der Demokratie reichen mehr als zweitausend Jahre zurück. Nach einer langen Epoche zumeist antidemokratischer Herrschaftsformen breiteten sich Ende des 16. Jahrhunderts immer mehr demokratische Gedanken in Europa aus. Obwohl sich die Demokratie in Frankreich vorerst nicht durchsetzen konnte, schritt die Demokratisierung Europas weiter voran. In Deutschland wurde 1849 in der Paulskirche in Frankfurt die erste demokratische Verfassung ausgerufen, deren Umsetzung jedoch scheiterte.
Nach Ende des Ersten Weltkrieges trat auch in Deutschland zum ersten Mal eine demokratische Verfassung in Kraft, die sich jedoch als nicht standhaft gegenüber der nationalsozialistischen Diktatur erwies. Nicht nur in Deutschland sondern weltweit war die Zahl der demokratischen Staaten in dieser Zeit rückläufig. Dies änderte sich nach dem Zweiten Weltkrieg als auch in Deutschland das Grundgesetz eingeführt wurde. Seit diesem Zeitpunkt steigt die Zahl der demokratisch regierten Staaten stetig. Mit dem Zusammenbruch der Sowjetunion 1990 setzte sich die Demokratie als Herrschaftsform auch in den meisten Staaten des Ostblocks durch. Heute zählt die Organisation Freedom House weltweit 116 Wahldemokratien, von denen sie jedoch nur 93 als komplett freie Staaten betrachtet.
„Das Bewusstsein, eine genau definierte, geographisch abgegrenzte Gemeinschaft zu bilden, die sich auf Dauer behauptet, hat sehr dazu beigetragen, dass die demokratische Antwort sich immer mehr durchsetzte“. Doch ist eine nationalstaatliche Demokratie überhaupt noch zeitgemäß? Ist Demokratie jenseits des Nationalstaats überhaupt möglich? Schließlich wurden die demokratischen Gedanken in einer Zeit geboren, in der sich die Staaten deutlich voneinander abgrenzten und unterschieden. Schreitet mit der weltweiten Vernetzung der Menschen und der zunehmenden Probleme, die nicht mehr nur auf nationalstaatlicher Ebene behandelt wer-den können, nicht auch die Erosion der Demokratie im herkömmlichen Sinne weiter voran? Diesen Fragen und der Zukunftsvision von Jean-Marie Guéhenno, für den das Ende der De-mokratie bereits gekommen ist, wird in dieser Arbeit auf den Grund gegangen. Dafür ist je-doch zuerst notwendig, den traditionellen Begriff der Demokratie und des Nationalstaats kurz zu erläutern.

Extracto


Inhaltsverzeichnis

1. Die Anfänge der Demokratie

2. Demokratie und Nationalstaat

3. Das Ende der Demokratie

3.1. Das Ende der Nationen

3.2. Das Ende der Politik

3.3. Das imperiale Zeitalter

4. Demokratie im Zeichen der Denationalisierung

5. Fazit

Zielsetzung & Themen

Diese Arbeit untersucht die kritische Zukunftsvision von Jean-Marie Guéhenno, der den Fortbestand der Demokratie im Zeitalter der zunehmenden globalen Vernetzung und Denationalisierung infrage stellt. Dabei wird analysiert, ob der traditionelle Nationalstaat als demokratischer Rahmen ausgedient hat und welche Herausforderungen sich für eine demokratische Ordnung jenseits territorialer Grenzen ergeben.

  • Historische Entwicklung und Grundlagen der Demokratie
  • Die Erosion von Nationalstaatlichkeit und politischem Gemeinwesen
  • Der Wandel von Macht und Politik im "imperialen Zeitalter"
  • Demokratiedefizite in Mehrebenensystemen am Beispiel der EU
  • Möglichkeiten einer transnationalen Demokratisierung

Auszug aus dem Buch

3.1. Das Ende der Nationen

Weltweit finden sich laut Guéhenno nur noch wenige Staaten, in denen sich die Nation überzeugend durch das Staatsgebiet definieren lässt. Heute besteht die Idee der Nation vielmehr im Bündnis mit Kräften, die ihre eigene Macht übersteigen, wie etwa Religion, Rasse oder Ideologie. Neue Formen der wirtschaftlichen Modernität untergraben die territoriale Basis der politischen Modernität. Da der Anteil der Landwirtschaft und der Industrie am Wirtschaftsleben immer geringer wird, besitzen Begriffe wie Territorium oder räumliche Nähe für die Bürger immer weniger Bedeutung. Durch den technischen Fortschritt, wie schnellere Kommunikations- und Transportwege, und die stetige Ausweitung des Dienstleistungssektors, wird der Raumbegriff zunehmend revolutioniert. Dieser technische Fortschritt ermöglicht den Menschen eine deutlich größere Mobilität. Der Wohnort ist nicht mehr zwingenderweise auch der Ort, an dem sie ihrer Arbeit nachgehen. Vielmehr gehen die Menschen dorthin, wo der immer weniger fassbare Reichtum entsteht. Die Welt selbst wird abstrakter und immaterieller. Die funktionale Logik umgeht die Logik der räumlichen Nähe und lässt diese immer weiter in Vergessenheit geraten.

In der Migration sieht Guéhenno einen bedeutenden Faktor für Politik und Wirtschaft. Der Wert eines Landes bemisst sich in Zukunft vor allem danach, welche Menschen sich dort niederlassen. Es entsteht ein Wettbewerb zwischen den Ländern, bei dem die Menschen zur wichtigsten Ressource werden. Dieser Wettbewerb wird eine tiefgreifende Wirkung auf die politische Ordnung besitzen. Guéhenno zeigt dies am Beispiel des Steuersystems. In modernen Demokratien besitzt die Steuer stets eine territoriale Grundlage. Eben diese Logik wird jedoch im imperialen Zeitalter hinterfragt. Durch die neue Mobilität der Menschen wird es für den Staat ungleich schwerer, die Steuerpflicht durchzusetzen. Das Kapital selbst ist rar und mobil. Zudem findet der Produktionsprozess von Gütern nicht mehr nur in einem einzigen Land statt, sodass sich die Lokalisierung des Mehrwerts immer schwieriger gestaltet.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Die Anfänge der Demokratie: Das Kapitel skizziert die historische Entwicklung demokratischer Herrschaftsformen von der Antike bis zum post-sowjetischen Demokratisierungsschub.

2. Demokratie und Nationalstaat: Hier werden die traditionellen konstitutiven Merkmale des Nationalstaats und sein enges Verhältnis zur demokratischen Partizipation und Souveränität erläutert.

3. Das Ende der Demokratie: Der Autor analysiert Guéhennos These vom Ende des institutionellen Zeitalters, in dem Nationen, Politik und die klassische räumliche Ordnung der Souveränität erodieren.

3.1. Das Ende der Nationen: Dieses Unterkapitel beschreibt, wie Mobilität und technische Vernetzung die territoriale Basis der Nation untergraben und Menschen zu einer globalen Ressource machen.

3.2. Das Ende der Politik: Der Fokus liegt hier auf dem Wandel der politischen Entscheidungsfindung, die durch Lobbyismus und Partikularinteressen den Blick für das Gemeinwohl verliert.

3.3. Das imperiale Zeitalter: Es wird die Entstehung eines zentrums- und grenzlosen "Imperiums" beschrieben, in dem Macht diffuser wird und durch Einfluss statt durch Herrschaft definiert wird.

4. Demokratie im Zeichen der Denationalisierung: Dieses Kapitel diskutiert die Herausforderungen für die Demokratie in einem globalisierten Mehrebenensystem, insbesondere durch den Verlust staatlicher Autonomie.

5. Fazit: Die Arbeit schließt mit einer kritischen Reflexion, die Guéhennos Untergangsszenarien abmildert und Perspektiven für eine transnationale demokratische Gestaltung aufzeigt.

Schlüsselwörter

Demokratie, Nationalstaat, Souveränität, Guéhenno, Denationalisierung, Globalisierung, Politik, Imperiales Zeitalter, Machtdiffusion, Mehrebenensystem, Partizipation, Interessensgruppen, Europäische Union, Politische Ordnung, Transnationale Netzwerke

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert die Thesen von Jean-Marie Guéhenno bezüglich einer Erosion der Demokratie und des Nationalstaats im Zuge der Globalisierung.

Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?

Zentrale Themen sind die Abnahme territorialer Souveränität, der Wandel von der Nation hin zum imperialen Zeitalter sowie die Krise des klassischen Politikverständnisses.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Ziel ist es zu hinterfragen, ob die Demokratie in ihrer bisherigen nationalstaatlichen Form überlebt oder ob sie sich jenseits dieser Grenzen neu definieren muss.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um eine politikwissenschaftliche Literatur- und Theorieanalyse, die Guéhennos Thesen mit Konzepten der Denationalisierung und modernen Staatlichkeit konfrontiert.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Begriffsbestimmung von Demokratie und Nation sowie eine detaillierte Erörterung der Erosion dieser Konzepte in einer zunehmend komplexen Welt.

Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?

Besonders prägend sind die Begriffe "Denationalisierung", "imperiales Zeitalter", "Machtdiffusion" und "transnationale Netzwerke".

Inwiefern beeinflusst das Internet oder der technische Fortschritt die Demokratie laut dem Text?

Technischer Fortschritt fördert die Mobilität und löst die räumliche Bindung von Menschen und Wirtschaft, was die traditionelle territoriale Definitionsmacht des Staates schwächt.

Wie verändert sich laut dem Autor die Rolle des Lobbyismus?

Lobbyisten agieren als "Informationsmakler", die durch gezielte Informationsvorteile die staatliche Entscheidungsfindung untergraben und Politik zunehmend in partikulare Einzelinteressen zersplittern.

Was bedeutet "Denationalisierung" in diesem Kontext genau?

Der Begriff beschreibt die Ausweitung gesellschaftlicher Interaktionen über nationale Grenzen hinaus, wodurch die Bindung zwischen dem Nationalstaat und seiner Gesellschaft gelockert wird.

Final del extracto de 23 páginas  - subir

Detalles

Título
Guéhenno und das Ende der Demokratie
Subtítulo
Ist Demokratie jenseits des Nationalstaats überhaupt möglich?
Universidad
University of Würzburg
Calificación
2,0
Autor
Benedikt Kellerer (Autor)
Año de publicación
2011
Páginas
23
No. de catálogo
V266002
ISBN (Ebook)
9783656557845
ISBN (Libro)
9783656557838
Idioma
Alemán
Etiqueta
Politische Theorie Demokratie Demokratietheorie Postdemokratie Guehenno Nationalstaat Politik Globalisierung
Seguridad del producto
GRIN Publishing Ltd.
Citar trabajo
Benedikt Kellerer (Autor), 2011, Guéhenno und das Ende der Demokratie, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/266002
Leer eBook
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