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Die Grundideen der Verfassungsökonomik

Titel: Die Grundideen der Verfassungsökonomik

Seminararbeit , 2013 , 18 Seiten , Note: 1,7

Autor:in: Leon Freytag (Autor:in)

VWL - Makroökonomie, allgemein
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Diese Arbeit beschäftigt sich mit den wichtigsten Grundideen der Verfassungsökonomik. Die Verfassung kann hierbei wie die Spielregeln gesehen werden, nach denen sich der Verlauf des Spiels, also des Wirtschaftsprozesses, richtet. Ich werde darlegen, wie die Verfassungsökonomik die Wünschenswertbarkeit von Regeln definiert. Auf welche Weise können die wünschenswertesten Regeln gefunden werden und von wem sollten sie beschlossen werden. Dabei ist besonders wichtig, dass die Verfassungsökonomik nicht auf potentielle Endergebnisse dieser Regeln schielt, sondern daran interessiert ist, wie sich die Regeln auf die Wirtschaftsprozesse auswirken. Buchanan, der bedeutendste Vertreter der Verfassungsökonomik, überträgt die Ideen systematisch auch auf die Politikebene.
Die Verfassungsökonomik steht einerseits der Wohlfahrtsökonomik als Kontrast gegenüber. Andererseits wird diese Arbeit sie mit der ihr von einigen Grundideen ähnlicheren Ordnungstheorie vergleichen, doch auch hier Unterschiede darstellen.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung: Die Verfassungsökonomik und die Spielregeln

2. Die wichtigsten Ideen und Kriterien der Verfassungsökonomik

2.1 Das Konsenskriterium: Normative und angewandte Verfassungsökonomik

2.2 Wahl-Individualismus der Verfassungsökonomik vs Nutzen-Individualismus der Wohlfahrtsökonomik

2.3 Verfassungsökonomik und das Paradigma der „gains from trade“

2.4 Konsumentensouveränität auf dem Markt

2.5 Bürgersouveränität in der Politik

3. Probleme der Regelaufstellung

3.1 Das Interessen-Problem

3.2 Das Theorien-Problem

3.3 Lernen aus Erfahrungen

4. Vergleich mit der Ordnungstheorie

4.1 Affinitäten

4.2 Unterschiede

5. Abschließender Gedanke: Finden wir die perfekte Regelordnung?

Zielsetzung & Themen

Diese Hausarbeit analysiert die theoretischen Grundlagen der Verfassungsökonomik, indem sie deren Verständnis von Regeln als Spielregeln wirtschaftlicher Prozesse untersucht und dabei das Konzept der freiwilligen Zustimmung der Betroffenen in den Mittelpunkt stellt.

  • Grundkonzepte der Verfassungsökonomik und das Gefangenen-Dilemma
  • Kontrast zwischen Wahl-Individualismus und Nutzen-Individualismus
  • Die Rolle des Konsenskriteriums bei der Legitimation von Regelwerken
  • Vergleich der Verfassungsökonomik mit der ordnungstheoretischen Perspektive
  • Die Bedeutung von Lernen aus Erfahrungen und konstitutionellem Wettbewerb

Auszug aus dem Buch

3.2 Das Theorien-Problem

Die Theorien der Betroffenen, die zweite Ebene, nach denen sie ihre Präferenzen setzen, beziehen sich auf ihre generellen Vorstellungen. Jemand mag sich z.B. auf Interessen-ebene gegen einen neuen Windpark in seiner unmittelbaren Umgebung aussprechen, gleichzeitig aber auf Theorie-ebene die Umsetzung alternativer Energien befürworten. Die Theorieebene scheint erst weniger Probleme zu bereiten, da sie gewöhnlich von vielen Beteiligten geteilt werden. Anders als beim Interessen-Problem ist hier nicht der Konsens das Problem, sondern vielmehr eine Unsicherheit und ein Unwissen, was denn wirklich förderlich für alle Betroffenen ist. Auf der Theorie-ebene herrscht also ebenfalls eine Art „Schleier der Unwissenheit“, nur im Gegensatz zur Interessen-ebene verursacht er das Problem, anstatt es zu beheben.

Nach Vanberg und Buchanan kann das Unsicherheitsproblem auf der Theorie-ebene, analog zum „Schleier der Unsicherheit“ auf der Interessen-ebene, durch Diskurs gelindert werden. Die Betroffenen sollten sich mit den Themen beschäftigen, auseinandersetzen und über sie diskutieren, um Wissen über die potentielle Auswirkung von alternativen Regeln zu erlangen.

Vanberg und Buchanan sind sich jedoch bewusst, dass der Diskurs das Problem der Unwissenheit auf der Theorie-ebene nicht komplett beheben kann. Sie führen daher zwei Einschränkungen des Diskurses auf: Die rationale Ignoranz („rational ignorance“) und die Grenzen der Vernunft („limits of reason“). Bei der rationalen Ignoranz ist das Problem nicht, dass bestimmtes Wissen vielleicht gar nicht greifbar für die Betroffenen ist, sondern dass sie sich aus Rationalität dazu entscheiden, sich das Wissen über die Auswirkung bestimmter Regeln nicht anzueignen. Das geschieht, wenn die Kosten des „gut-durchdachte-Entscheidungen-treffen“ (z.B. Zeit- und Geldaufwand, viele Informationen zu verarbeiten) den Nutzen, diese Entscheidungen treffen zu können, übersteigen. Das geschieht zum Beispiel in großen Gesellschaften, wo die einzelne Stimme keine großen Einflusswert hat.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Verfassungsökonomik und die Spielregeln: Einführung in die Grundideen der Verfassungsökonomik unter Rückgriff auf spieltheoretische Modelle wie das Gefangenen-Dilemma.

2. Die wichtigsten Ideen und Kriterien der Verfassungsökonomik: Erläuterung zentraler Konzepte wie dem Konsenskriterium, dem Wahl-Individualismus und der Souveränität von Bürgern und Konsumenten.

3. Probleme der Regelaufstellung: Diskussion der Herausforderungen bei der kollektiven Entscheidungsfindung durch das Interessen-Problem und das Theorien-Problem sowie der Bedeutung des Lernens aus Erfahrungen.

4. Vergleich mit der Ordnungstheorie: Analyse der Gemeinsamkeiten und fundamentalen Unterschiede zwischen der Verfassungsökonomik und der ordnungstheoretischen Schule.

5. Abschließender Gedanke: Finden wir die perfekte Regelordnung?: Reflexion darüber, dass es keine perfekte Verfassung gibt, sondern Verfassungsökonomik als kontinuierlicher, kreativer Prozess zu verstehen ist.

Schlüsselwörter

Verfassungsökonomik, Konsenskriterium, Wahl-Individualismus, Spielregeln, Gefangenen-Dilemma, Konsumentensouveränität, Bürgersouveränität, Ordnungstheorie, Ordoliberalismus, Institutionenökonomik, Meta-Konstitution, rationale Ignoranz, konstitutioneller Wettbewerb, Vertragstheorie

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?

Die Arbeit untersucht die theoretischen Grundideen der Verfassungsökonomik und ihre Anwendung als Wissenschaft, die Regeln für gesellschaftliche und ökonomische Prozesse definiert.

Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?

Zentrale Themen sind die Legitimität von Regeln durch Konsens, die Abgrenzung zur Wohlfahrtsökonomik sowie der Vergleich mit der ordnungstheoretischen Schule.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, darzulegen, wie die Verfassungsökonomik Wünschenswertbarkeit von Regeln definiert und welche Rolle die freiwillige Zustimmung der Individuen dabei spielt.

Welche methodische Herangehensweise wählt der Autor?

Es handelt sich um eine theoriegeschichtliche Analyse, die insbesondere auf den Arbeiten von James Buchanan und Viktor Vanberg aufbaut.

Welche Inhalte werden im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Im Hauptteil werden methodische Kriterien wie der Wahl-Individualismus, Probleme bei der Regelaufstellung (Interessen- und Theorien-Problem) und die Bedeutung von Diskurs diskutiert.

Durch welche Schlüsselbegriffe ist die Arbeit charakterisiert?

Wichtige Begriffe sind unter anderem das Konsenskriterium, der kontraktualistische Ansatz und der Begriff des "kreativen Prozesses" bei der Regelbildung.

Wie unterscheidet sich die Verfassungsökonomik von der Wohlfahrtsökonomik hinsichtlich des Effizienzkriteriums?

Während die Wohlfahrtsökonomik Effizienz anhand von Ergebnissen misst (Nutzen-Individualismus), betrachtet die Verfassungsökonomik Effizienz als Prozesskriterium, basierend auf der Freiwilligkeit der Regelwahl (Wahl-Individualismus).

Warum spielt das Konzept der "Meta-Konstitution" eine wichtige Rolle für den Wettbewerb der Konstitutionen?

Die Meta-Konstitution soll günstige Bedingungen für einen Wettbewerb der Konstitutionengemeinschaften schaffen, um Betroffenen den Wechsel zu ermöglichen und die Wahrscheinlichkeit für Protektionismus zu senken.

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Details

Titel
Die Grundideen der Verfassungsökonomik
Hochschule
Zeppelin University Friedrichshafen
Veranstaltung
Sociology, Politics & Economics
Note
1,7
Autor
Leon Freytag (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2013
Seiten
18
Katalognummer
V266005
ISBN (eBook)
9783656558316
ISBN (Buch)
9783656558323
Sprache
Deutsch
Schlagworte
grundideen verfassungsökonomik
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Leon Freytag (Autor:in), 2013, Die Grundideen der Verfassungsökonomik, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/266005
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Leseprobe aus  18  Seiten
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