Gegenstand dieser Untersuchung ist das von Stephan Dressler und Christoph Zink erarbeitete Pschyrembel Wörterbuch Sexualität. Die vorliegende Arbeit versteht sich dabei weniger als Analyse des Gesamtkommunikats „Fachwörterbuch“; vielmehr liegt ihr Schwerpunkt auf der Analyse des systematischen Zusammenhangs zwischen einzelnen Wörterbuchartikeln innerhalb eines Begriffsfeldes. Dazu folgt auf die obligatorische Analyse des Wörterbuchs auf makro-, mikro- und mediostruktureller Ebene eine systematische Aufstellung eines vollständigen Begriffssystems.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
1.1 Zu dieser Arbeit
1.2 Zur Geschichte der Sexualwissenschaft und den sich daraus ergebenden Anforderungen an ihre Lexikografie
2. Das Wörterbuch – Inhalt und Aufbau
2.1 Beschreibung des Wörterbuchs: Klassifizierung und Adressaten
2.2 Wörterbuchdesign
2.3 Umtexte
3. Das Wörterverzeichnis – Inhalt und Aufbau
3.1 Umfang und Zugriff
3.2 Anordnung der Lemmata
4. Die Wörterbuchartikel – Inhalt und Aufbau
4.1 Darstellung der Lemmata
4.2 Darstellung des übrigen Texts
4.3 Gliederung der Artikel
5. Das Begriffssystem „sexuelle Orientierung“
5.1 Das Wörterbuch als System: Bedeutung der Mediostruktur
5.2 Arten von Verweisen
5.3 Bestimmung des zu untersuchenden Begriffsfeldes
5.4 Wiedergabe der Einträge zu Oberbegriff und ausgewählten Unterbegriffen
5.5 Darstellung des Begriffssystems (Listenform mit Notation)
5.6 Auswertung des Begriffssystems
6. Kritik
7. Literatur
Zielsetzung & Themen der Arbeit
Die vorliegende Arbeit analysiert das "Pschyrembel Wörterbuch Sexualität" im Hinblick auf seine strukturelle Darstellung eines spezifischen Begriffsfeldes. Dabei liegt der Fokus nicht auf der Analyse des Gesamtkommunikats, sondern auf der systematischen Untersuchung der Zusammenhänge zwischen einzelnen Wörterbuchartikeln innerhalb eines Begriffssystems sowie deren makro- und mediostruktureller Einbettung.
- Lexikografische Analyse sexualwissenschaftlicher Fachbegriffe
- Untersuchung der strukturellen Organisation eines Fachwörterbuchs
- Kritische Bewertung von Verweissystemen und Begriffsfeldern
- Systematische Darstellung komplexer Zusammenhänge in Wörterbuchartikeln
- Einfluss der Sexualwissenschaft auf Anforderungen an die Lexikografie
Auszug aus dem Buch
4.3 Gliederung der Artikel
Die Artikel sind mehrfach gegliedert. Die Gliederung erfolgt dabei zuerst nach wissenschaftlichen Fachgebieten, denn viele Lemmata treten in den verschiedenen für die Sexuologie bedeutenden wissenschaftlichen Disziplinen als Homonyme auf. In diesem Fall werden die verschiedenen Begriffsbestimmungen durch in Klammern stehende Abkürzungen der jeweiligen Wissenschaft entsprechend markiert. Die verschiedenen Begriffsbestimmungen sind dabei teils alphabetisch nach Disziplinen, teils nach subjektiver Relevanz (für die Sexuologie) geordnet; in einigen Fällen erscheint die Reihenfolge recht arbiträr. Beispiel (→ 5.4.3 Bisexualität, Zeile 1-11)
„Bilsexualität f: (biol.) von Ch. Darwin eingeführte Bezeichnung für [...]. (physiolog.) gelegentlich verwendet für [...]. (psychoanalyt.) [...]. (sexol.) auch Ambisexualität; Bezeichnung für [...]“
In jedem Fall umfasst der erste Absatz die Definition des Begriffs. Beispiel (→ 5.4.5 Pädophilie, Zeile 1-7):
„Pädophilie f: Bezeichnung für ein als Paraphilie* eingeordnetes abweichendes Sexualverhalten* eingeordnetes abweichendes Sexualverhalten*, bei dem sexuelle Erregung u. Befriedigung überwiegend od. ausschließlich durch sexuelle Handlungen mit Kindern unter 14 Jahren erreicht werden; wissenschaftlich ist der Begriff nur anwendbar auf mindestens 16-Jährige, die Kontakt mit mindestens 5 Jahre jüngeren Personen suchen; i. e. S. richtet sich die Pädophilie (anders als Neoterophilie* und Ephebophilie*) ausdrücklich auf vorpubertäre Kinder.“
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Einführung in das Analyseobjekt des Pschyrembel Wörterbuchs Sexualität und Skizzierung der geschichtlichen Entwicklung der Sexualwissenschaft sowie deren Anforderungen an die Lexikografie.
2. Das Wörterbuch – Inhalt und Aufbau: Klassifizierung des Wörterbuchtyps, Beschreibung des äußeren Designs sowie der paratextuellen Elemente des Werkes.
3. Das Wörterverzeichnis – Inhalt und Aufbau: Erläuterung der quantitativen Merkmale, des Zugriffsmodells und der alphabetischen Anordnung der Lemmata.
4. Die Wörterbuchartikel – Inhalt und Aufbau: Detaillierte Betrachtung der formalen Darstellung der Lemmata sowie der strukturellen Gliederung der einzelnen Artikel.
5. Das Begriffssystem „sexuelle Orientierung“: Zentrale Analyse der Mediostruktur, der Verweissysteme und der systematischen Darstellung des spezifischen Begriffsfeldes samt Auswertung.
6. Kritik: Reflexion über festgestellte Mängel, insbesondere inhaltliche Fehler und Unstimmigkeiten in der grafischen oder strukturellen Darstellung innerhalb des Wörterbuchs.
7. Literatur: Verzeichnis der in der Arbeit zitierten Quellen und verwendeten Fachliteratur.
Schlüsselwörter
Fachlexikografie, Sexualwissenschaft, Pschyrembel Wörterbuch Sexualität, Begriffssystem, Mediostruktur, Lemmata, Sexuologie, Paraphilie, Wörterbuchanalyse, Begriffsfeld, Sexualverhalten, Homonyme, Verweissystem, Fachsprache, Definition
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der Analyse der lexikografischen Darstellung eines spezifischen Begriffsfeldes innerhalb des Pschyrembel Wörterbuchs Sexualität.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Themen sind die fachlexikografische Aufbereitung sexualwissenschaftlicher Begriffe, die Analyse von Artikelstrukturen und die Bewertung der systemischen Vernetzung von Begriffen durch Verweise.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie das Wörterbuch das komplexe Begriffssystem der „sexuellen Orientierung“ strukturell und inhaltlich abbildet und wo methodische oder inhaltliche Schwachstellen in der Darstellung liegen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Der Autor führt eine lexikografische Analyse durch, die auf der Untersuchung von Makro- und Mediostrukturen basiert sowie die systematische Wiedergabe und Notation der Einträge im Kontext der Fachlexikografie bewertet.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die formale Beschreibung des Wörterbuchs, die Untersuchung der Artikelstruktur sowie eine tiefgehende Analyse des Begriffsfeldes „sexuelle Orientierung“ inklusive einer Notation in Listenform.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Fachlexikografie, Sexualwissenschaft, Mediostruktur, Begriffsfeld, Paraphilie und Wörterbuchanalyse sind zentrale Begriffe, die den Kern der Untersuchung beschreiben.
Warum spielt die Unterscheidung zwischen Fachsprache und Alltagssprache bei der Kritik eine Rolle?
Die Kritik verdeutlicht, dass unpräzise Begriffsverwendungen aus der Psychiatrie im Wörterbuch zu Fehlinterpretationen bei Laien führen können, was die Relevanz einer korrekten fachlexikografischen Aufbereitung unterstreicht.
Wie geht die Arbeit mit dem Problem der fehlenden Benennungen um?
Der Autor identifiziert „Benennungslücken“ innerhalb des Systems und diskutiert die Notwendigkeit, diese durch definitorische Merkmalsbeschreibungen zu überbrücken, anstatt sie unkommentiert zu lassen.
- Arbeit zitieren
- Thomas Langnickel-Stiegler (Autor:in), 2005, Fachlexikographie Sexualwissenschaft, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/266006