Der Vater von heute – Der Wandel hin zu „neuen Vätern“

Die Erwartungen und Rahmenbedingungen eines neuen Vaterschaftskonzepts


Hausarbeit, 2013
10 Seiten, Note: 2,3

Leseprobe

Inhalt

1. Einleitung

2. Der Vater von heute
2.1 Ansätze zur Definition der Vaterrolle
2.2 Die Erwartungen an die heutige Vätergeneration

3. Der Übergang zur Vaterschaft
3.1 Sozioökonomische Faktoren
3.2 Arbeitsteilung

4. Neue Väter

5. Schluss

6. Literaturverzeichnis

1. Einleitung

Die typische Vaterrolle beschreibt den Mann als Ernährer und Versorger. Frauen bleiben zu Hause und kümmern sich um Haushalt und Familie. Männer sind vollzeitigerwerbstätig und bringen, auf gut deutsch gesagt, das Geld nach Hause. Doch ist dieses Vaterbild heute noch aktuell? Gelten weiterhin die traditionellen Geschlechterrollen? Ist Kindererziehung und Hausarbeit immer noch nur Frauensache?

Seit der Emanzipation der Frauen fand in unserer Gesellschaft ein Wertewandel statt. Nicht nur Frauen sind für Hausarbeit und Kindererziehung verantwortlich, sondern auch Männer können in diesen Bereichen die Pflicht übernehmen. Ausgelöst durch den Wertewandel sind nun neue Konzepte von Vaterschaft nötig. Da stellt sich die Frage, ob eine Partnerschaft auf egalitären Verhältnissen aufgebaut und gelebt werden kann. Gibt es neue Formen von Vaterschaft? Wie sehen diese aus?

Diese Fragen sind der Ausgangspunkt der folgenden Abhandlung. In ihr geht es um den Vater von heute bzw. „neue Väter“. Dabei werden als erstes verschiedene Ansätze zur Definition der Vaterrolle vorgestellt. Hier liegt der Fokus vor allem auf den Theorien ab den 1950er Jahren. Darauf werden ein paar Modelle von Vaterschaft folgen, die veranschaulichen sollen, auf welche vielfältigen Weisen Vaterschaft konzipiert werden kann. Im Verlauf wird deutlich, dass es zu einem Wandel des Vaterbildes gekommen ist. Dieser zieht mehrere Erweiterungen des Konzepts von Vaterschaft nach sich, die in diesem Abschnitt erläutert werden. Im nächsten Punkt wird es um die Erwartungen gehen, welche an die heutige Vätergeneration herangetragen werden. Im Einzelnen werden gesellschaftliche, partnerschaftliche und kindbezogene Vorstellungen aufgezeigt. Der darauffolgende Abschnitt wird sich mit dem Übergang zu Vaterschaft beschäftigen. Wichtige Kriterien, die den Übergang zur Vaterschaft beeinflussen können, sind sozioökonomische Faktoren. Der Schwerpunkt wird hierbei auf das Alter, die Wohnsituation, Bildung und Finanzen gelegt. Auch von großer Bedeutung beim Übergang zur Vaterschat ist die Arbeitsteilung. Im Bezug auf Hausarbeit und Kinderbetreuung wird hier dargelegt, welche Auswirkungen Geschlechterrollen auf innerhäusliche Tätigkeiten haben. Der letzte Inhaltspunkt beschäftigt sich dann mit den neuen Vätern. Herbei geht es um die Charakteristika dieser und welche Maßnahmen zur Erleichterung eines väterlichen Engagements getroffen werden können. Denn nicht alle Väter sind traditionell orientiert. Ganz im Gegenteil möchten viele Väter an dem Leben ihrer Kinder beteiligt sein.

2. Der Vater von heute

2.1 Ansätze zur Definition der Vaterrolle

Seit den 1950er Jahren besitzt die Vaterrolle eine instrumentelle Funktion des Ernährers in der Familie. Dies wandelte sich Mitte der 1970er Jahren, in denen verschiedene theoretische Positionen vorherrschen. Unter anderem wendet der Partner mit dem höheren Einkommen mehr Zeit für die berufliche Arbeit auf. Daraus folgt eine Maximierung des Haushaltsnettoeinkommens. Zum anderen konnte einerseits ein direkter Zusammenhang zwischen außerfamiliären Belastungen von Frauen und Männern und andererseits der Wahrnehmung von Aufgaben in der Familie festgestellt werden. Im Gegensatz dazu sagt der austausch- bzw. ressourcenorientierte Standpunkt aus, je mehr Ressourcen ein Partner hat, desto geringer leistet er seinen Beitrag im Haushalt. Aus rollentheoretischer Sicht wiederum beschreibt die geschlechtsspezifische Rollendefinition die Aufteilung häuslicher Arbeiten in der Familie. Im familienzyklischen Ansatz ändern sich die Anforderungen und Beziehungsmuster mit der Entwicklung der Familie. Dadurch variiert auch das Engagement von Müttern und Vätern in Haushalt und Kinderbetreuung.

Des Weiteren gibt es verschiedene Modelle zur Erklärung der Vaterrolle, welche nun kurz vorgestellt werden sollen. 1987 entwickelte Lamb das Modell „Typologie väterlichen Engagements“, in dem zwischen drei Dimensionen unterschieden wird. Die sogenannten Dimensionen sind Interaktion bzw. Engagement, Verfügbarkeit und Verantwortlichkeit. In dem Konzept „Modell von Elternschaft“ von Belsky, entwickelt 1984, wird Vaterschaft durch die Charakteristiken des Vaters, Merkmale des Kindes und kontextuelle Faktoren definiert.

Zudem wurde herausgefunden, dass Väter mit einem starken Selbstwertgefühl und Empathie sensitiver mit ihren Kindern umgehen können. Jedoch besteht ein stärkeres Engagement des Vaters eher bei Söhnen als bei Töchtern. Und Väter beschäftigen sich häufiger mit älteren als mit jüngeren Kindern.

Allerdings wurde das Konzept der Vaterschaft im Laufe der Jahre hin erweitert. Dabei liegt der Fokus seit Mitte der 1950er Jahren nun auch auf indirekte Effekte väterlicher Partizipation sowie auf mittel- und langfristige Auswirkungen der Vaterrolle auf die Entwicklung des Kindes. Zuvor wurden nur direkte und kurzfristige Wirkungen betrachtet. Infolge dessen werden psychologische und ethische Aspekte von Vaterschaft stark betont wie auch kontextuelle Rahmenbedingungen berücksichtigt. Aus diesen Überlegungen heraus entstand ein Konzept der Generativität.

In diesem heißt es, dass „Vaterschaft ein komplexer, lang andauernder und entwicklungsbezogener Prozess [ist], welcher über die Generationen hinweg tradierte Aspekte der Entwicklung von Männern sowie der Entwicklung des Kindes und dessen Wohlergehen integriert“ (Fthenakis, Wassilios; 1999; S. 32). Dahingehend bedeutet generative Vaterschaft ein Verhalten, welches die Bedürfnisse von Kindern erfüllt, indem der Vater nach einer sich weiter entwickelnden Beziehung zum Kind strebt. Dies wären mögliche und wünschenswerte Komponenten väterlichen Verhaltens. Daher umfasst Vaterarbeit sowohl bezahlte Tätigkeiten als auch unbezahlte häusliche Arbeit. In einem siebendimensionalen Vaterschaftskonzept werden ethische Arbeit, Verwalterarbeit, entwicklungsbezogene Arbeit, Beziehungsarbeit, Erholungsarbeit, spirituelle Arbeit und Ratgeberarbeit als die Formen der Vaterarbeit dargestellt. Ein weiterer Definitionsansatz wären die vier grundlegenden Komponenten väterlichen Engagements, wobei der Vater eine Betreuungsfunktion, sozio-emotionale Funktion, instruktive Funktion und exekutive Funktion übernimmt. Im Hinblick auf die elterlichen Ressourcen wurde ein Pentagramm der Elternschaft erstellt, welches drei Ebenen enthält, das Humankapital, Finanzkapital und Sozialkapital. Hier steht die kindliche Entwicklung im Zusammenhang mit der Qualität des verfügbaren elterlichen Kapitals (vgl. Fthenakis, 1999)

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Ende der Leseprobe aus 10 Seiten

Details

Titel
Der Vater von heute – Der Wandel hin zu „neuen Vätern“
Untertitel
Die Erwartungen und Rahmenbedingungen eines neuen Vaterschaftskonzepts
Hochschule
Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg  (Soziologie)
Veranstaltung
Erwerbstätigkeit und Familie
Note
2,3
Autor
Jahr
2013
Seiten
10
Katalognummer
V266028
ISBN (eBook)
9783656557982
ISBN (Buch)
9783656557937
Dateigröße
449 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Vater, Vaterschaft, Vaterschaftskonzept, Vaterrolle, Vätergeneration, Vater von heute, neue Väter, Sozioökonomische Faktoren, Arbeitsteilung, Geschlechterrolle, Wertewandel, Vaterbild, Übergang zur Vaterschaft
Arbeit zitieren
Sarah Christ (Autor), 2013, Der Vater von heute – Der Wandel hin zu „neuen Vätern“, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/266028

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