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Homosexualität im professionellen Männerfußball

Ein kultureller Wandel?

Titel: Homosexualität im professionellen Männerfußball

Bachelorarbeit , 2013 , 50 Seiten , Note: 1,0

Autor:in: Lukas Niggel (Autor:in)

Sport - Sportsoziologie
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Zusammenfassung Leseprobe Details

„Homosexualität ist abnormal, Ich werde niemals Homosexuelle in mein Team berufen“ So drastisch äußerte sich Otto Barić, ehemaliger Teamchef der kroatischen Fußballnationalmannschaft, inwieweit homosexuelle Spieler in der Fußballwelt willkommen sind. Auch wenn er als Hardliner diesbezüglich angesehen werden kann, so spricht er einen Sachverhalt an, der dazu führt, dass es derzeit keinen aktiven Fußballer in der Regional- oder Bundesliga gibt, der sich zu seiner Homosexualität bekennt. Es liegt somit die Grundannahme nahe, dass der Fußball eine Welt ist, die der Homosexualität feindselig gegenüber eingestellt ist, sonst würden schwule Spieler, die es zweifellos gibt, ihre sexuelle Orientierung wahrscheinlich nicht verstecken.
In anderen Teilen der Gesellschaft gibt es bereits viele Berühmtheiten, die sich geoutet haben, ohne dass diese fürchten müssten, ihr Ruf bzw. ihre Karriere könne dadurch zu Schaden kommen. Einschlägige Beispiel dafür sind der Berliner Bürgermeister Klaus Wowereit, der Komiker Hape Kerkeling oder der Musiker Elton John. Auch in anderen Sportarten ist es kein Tabu mehr seine homosexuelle Identität preiszugeben. Das beste Beispiel hierfür ist der walisische Rugby Nationalspieler Gareth Thomas, der nach seinem Outing 2009 erfolgreich weiterspielen konnte. Doch die weltweit beliebteste Sportart Fußball scheint hier als Gesellschaftsbereich noch weniger offen zu sein, und traditionelle Geschlechterrollen aufrechtzuerhalten. Doch warum hält der Fußball beharrlich an überkommenen Werten und Normen fest und weigert sich gesellschaftliche Wandlungsprozesse anzuerkennen? Möglicherweise ist das Fußballstadion der letzte Ort an dem „echte Männlichkeit“,was auch immer hinter diesem Begriff stecken mag, gelebt wird.
Einen neuen Diskurs eröffnete 2013 das Outing des amerikanischen Fußballprofis Robbie Rogers, der somit derzeit der einzige aktive Spieler ist, der sich in einer westlichen Majorleague zu seiner Homosexualität bekennt. Diese Arbeit soll weniger zu einer Genderdebatte beitragen oder eine Ideologie zu dieser Thematik vertreten. Vielmehr wird hier der Fußball als „Arena der heteronormativen Männlichkeit“ mit aktuellen gesellschaftlichen Analysen um das Feld Fußball verglichen, die darüber Aufschluss geben, ob sich hier, besonders durch das Outing des Fußballspielers Rogers, ein Kulturwandel vollziehen könnte.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Männerdomäne Fußball

2.1. Heteronormativität und Maskulinität

2.2. Körperlichkeit im Männerbund

3. Homophobie und Diskriminierung

4. Der Fall Fashanu

5. Angst und Geheimhaltung

6. Öffnung gegenüber Schwulen?

7. Der schwule Fußballprofi Robbie Rogers

7.1. Zur Person

7.2. Mediendiskursanalyse

7.2.1. Coming-Out und Rücktritt

7.2.2. Comeback

8. Ein Kulturwandel?

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die gesellschaftlichen Rahmenbedingungen und die Situation von homosexuellen Profifußballern im Männerfußball, um zu analysieren, ob ein kultureller Wandel hin zu mehr Akzeptanz stattfindet.

  • Heteronormative Männlichkeitsbilder im Fußball
  • Mechanismen der Homophobie und Ausgrenzung
  • Die historische Bedeutung des Falls Justin Fashanu
  • Analyse des Medienechos zum Outing von Robbie Rogers
  • Ansätze eines kulturellen Wandels im Profisport

Auszug aus dem Buch

2.1. Heteronormativität und Maskulinität

Fußball ist ein Sport, der in seinen Anfängen im 19. Jahrhundert gerade in England eine Art Sammelbecken für Männer war, denen ihre Verantwortung als vorindustrielle Handwerker, durch die aufkommenden Fabrikmaschinen genommen wurde. Der sinkende Bedarf männlicher Körperlichkeit in der Arbeitswelt suchte in der symbolischen Relevanz von Kraft und Stärke in den Arenen des Fußball seine Kompensation. Die körperliche Beanspruchung im Fußball war eine geeignete Möglichkeit, den exklusiven Männlichkeitstypus zu erhalten. Im Fußball spielte es immer eine wichtige Rolle Härte, Geschwindigkeit, Tapferkeit, Schmerztoleranz und schnelles zielorientiertes Handeln gepaart mit Bewegungsperfektion unter Beweis zustellen. Statt der, durch die industrielle Revolution, stark abnehmenden Nachfrage nach handwerklichen Fertigkeiten der Männer wurde die Ausübung, Demonstration und Anerkennung sportlicher Fähigkeiten besonders im Fußball immer wichtiger (vgl. Cashmore 2011, S. 4).

Dies kann als ein relevanter Grund verstanden werden, warum ein Archetyp der Männlichkeit von Beginn der Fußballtradition an so stark aufgegriffen wird. Aggressivität kann hier nicht nur ausgelebt werden, sondern bekommt zudem eine positive Konnotation. Der Kampf im Sport weckt Assoziationen zum Männer dominierten Feld des Krieges. Heroisierung durch Überlegenheit, welche durch den kraftvollen Körper als Medium erreicht wird, schafft ein traditionelles Männerbild, dass sich kaum stärker von einem traditionellen Frauenbild unterscheiden könnte. Der Fußball bietet hier eine unvergleichliche Möglichkeit, stereotype männliche Geschlechtsidentität als eindimensionale Sozialstruktur zu reproduzieren. Denn jene Geschlechtsidentität wird einerseits von den Spielern demonstriert und andererseits massenhaft von den Zuschauern als gefeierter Idealtypus rezipiert. Mit der Verkörperung eines traditionellen Männlichkeitsbildes geht die Abgrenzung zum Weiblichen einher.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Diese Einleitung führt in die Tabuisierung von Homosexualität im professionellen Männerfußball ein und formuliert die Forschungsfrage bezüglich eines möglichen kulturellen Wandels.

2. Männerdomäne Fußball: Dieses Kapitel erläutert, wie historische Männlichkeitsbilder und heteronormative Strukturen den Fußball als exklusiven Männerbund konstituiert haben.

3. Homophobie und Diskriminierung: Hier werden die Ursachen von Homophobie im Stadionkontext sowie die verschiedenen Ausprägungen von verbaler und struktureller Diskriminierung analysiert.

4. Der Fall Fashanu: Das Kapitel betrachtet die Lebensgeschichte des ersten schwulen Profifußballers Justin Fashanu als abschreckendes Beispiel für die Folgen eines Outings in den 90er Jahren.

5. Angst und Geheimhaltung: Es wird der immense soziale und psychische Druck beleuchtet, dem schwule Profifußballer ausgesetzt sind, was sie zur Verleugnung ihrer Identität zwingt.

6. Öffnung gegenüber Schwulen?: Dieses Kapitel untersucht aktuelle Studien und Tendenzen, die auf eine beginnende Akzeptanz von homosexuellen Athleten im Sport hindeuten.

7. Der schwule Fußballprofi Robbie Rogers: Anhand des Fallbeispiels Robbie Rogers wird die mediale Resonanz auf sein Outing, den Rücktritt und das spätere Comeback diskursanalytisch untersucht.

8. Ein Kulturwandel?: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und diskutiert, ob durch neue Vorbilder wie Rogers ein nachhaltiger Wandel der heteronormativen Fußballkultur möglich ist.

Schlüsselwörter

Homosexualität, Männerfußball, Heteronormativität, Maskulinität, Diskriminierung, Homophobie, Coming-Out, Robbie Rogers, Justin Fashanu, Fußballkultur, Genderdebatte, Inklusion, Profisport, Männlichkeitsbild, Diskursanalyse.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Bachelorarbeit analysiert die gesellschaftliche Position von homosexuellen Spielern im professionellen Männerfußball und untersucht, ob und wie sich der Sport gegenüber einer sexuellen Liberalisierung öffnet.

Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?

Zu den Schwerpunkten zählen heteronormative Männlichkeitskonstrukte im Fußball, die psychologischen Belastungen durch Geheimhaltung, Diskriminierungsformen und die mediale Darstellung schwuler Fußballprofis.

Was ist die primäre Forschungsfrage?

Das primäre Ziel ist die Beantwortung der Frage, ob sich im professionellen Männerfußball ein kultureller Wandel vollziehen könnte, insbesondere unter dem Einfluss prominenter Outings wie dem von Robbie Rogers.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit stützt sich auf eine Kombination aus soziologischen Theorien (insbesondere zur Heteronormativität und Männlichkeit) und einer Mediendiskursanalyse nach Siegfried Jäger.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in theoretische Grundlagen über das "Männerbündische" im Fußball, eine Auseinandersetzung mit historischer Ausgrenzung am Beispiel Fashanus sowie eine detaillierte Diskursanalyse von Berichten zu Robbie Rogers.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Homosexualität, Männerfußball, Heteronormativität, Diskriminierung, Coming-Out, Robbie Rogers, Inklusion und Maskulinität sind die zentralen Begriffe.

Inwieweit spielt der Fall Robbie Rogers eine Rolle für die These eines Kulturwandels?

Robbie Rogers dient als wichtiges Fallbeispiel, da sein Coming-Out und das anschließende Comeback in der Presse überwiegend positiv aufgenommen wurden, was im Kontrast zu früheren Diskursen steht.

Wie unterscheidet sich die Situation von Spielern heute im Vergleich zum Fall Justin Fashanu?

Während Fashanu in den 90er Jahren massiver Feindseligkeit ausgesetzt war, zeigen moderne Studien und das Medienecho zu Rogers einen langsamen Prozess hin zu einer inklusiveren Maskulinität.

Ende der Leseprobe aus 50 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Homosexualität im professionellen Männerfußball
Untertitel
Ein kultureller Wandel?
Hochschule
Universität Bremen
Veranstaltung
Sportwissenschaft, Kulturwissenschaft, Soziologie, Gender Studies
Note
1,0
Autor
Lukas Niggel (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2013
Seiten
50
Katalognummer
V266035
ISBN (eBook)
9783656568520
ISBN (Buch)
9783656568476
Sprache
Deutsch
Schlagworte
homosexualität männerfußball wandel
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Lukas Niggel (Autor:in), 2013, Homosexualität im professionellen Männerfußball, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/266035
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Leseprobe aus  50  Seiten
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