Die Wandlung von Sportevents zu Erlebniswelten ist ein Phänomen, welches erst in den letzten Jahren zu beobachten ist. Da diese Entwicklung erst vor kurzer Zeit begonnen hat, ist die Anzahl an empirischen Studien zu diesem Thema sehr gering. Aus diesem Grund wird Wissen aus anderen, stärker erforschten wissenschaftlichen Gebieten herangezogen. Die vorliegende Arbeit befasst sich mit der Inszenierung von Sportevents. Als Forschungsmethode wurde die Literaturrecherche gewählt. Vier Hauptthemen wird besonderes Augenmerk geschenkt, wobei zwischen jeweils zwei Themen eine Ursachen-/Wirkungsforschung betrieben wurde. Einerseits werden Schnittpunkte zwischen der Medieninszenierung und der Inszenierung von Sportevents vor Ort diskutiert und andererseits wird der Frage nachgegangen, ob psychosoziale Mechanismen Einfluss auf die Entwicklung von Sportveranstaltungen zu Erlebniswelten haben. Schlussendlich konnten sehr wohl Gemeinsamkeiten zwischen der Inszenierung vor Ort und der Inszenierung in den Medien gefunden werden, wenn auch nur im Ansatz. Schließlich geht aus dieser Arbeit hervor, dass gemeinsame Inszenierungselemente der Medien und der Sportveranstaltungen weiter erforscht werden müssen.
Inhaltsverzeichnis
1. EINLEITUNG
1.1 PROBLEMSTELLUNG
1.2 ZIELSETZUNG UND AUFBAU DER ARBEIT
2. SPORTEVENTS ALS ERLEBNISWELTEN
2.1 DEFINITION VON SPORTEVENT
2.2 KATEGORISIERUNG VON SPORTEVENTS
2.3 MERKMALE VON ERLEBNISWELTEN IM SPORT
2.3.1 Kontrastweltcharakter
2.3.2 Attraktionen rund um das Event
2.3.3 Erlebnisqualität
2.3.4 Einzigartigkeit
2.3.5 Erlebnisketten im Rahmen des Events
2.5 SPORTVERANSTALTUNGEN AUF DEM WEG ZU ERLEBNISWELTEN
3. PSYCHOSOZIALE WIRKMECHANISMEN
3.1 BEDÜRFNISTHEORIE NACH MASLOW IN BEZUG AUF SPORTEVENTS
3.2 UNTERSCHIEDLICHE ERLEBNISTHEORIEN
3.3 DIE ROLLE DES ZUSCHAUERS
4. INSZENIERUNGSELEMENTE IN DEN MEDIEN
4.1 DEFINITION VON INSZENIERUNG
4.2 ZENTRALE ELEMENTE DER INSZENIERUNG IM FERNSEHEN
5. INSZENIERUNGSELEMENTE VOR ORT
5.1 INVOLVEMENT DER ZUSCHAUER GEGENÜBER DEM EVENT
5.2 AKTIVIERUNG DER ZUSCHAUER ALS GRUNDBEDINGUNG FÜR EFFEKTIVES SPONSORING
5.3 ZIELE DER INSZENIERUNG VON SPORTVERANSTALTUNGEN
6. CONCLUSIO
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Bachelorarbeit untersucht die zunehmende Transformation von Sportveranstaltungen in multisensorische Erlebniswelten. Das primäre Ziel der Arbeit ist es, die Zusammenhänge zwischen psychosozialen Wirkmechanismen und der publikumswirksamen Inszenierung von Sportevents zu analysieren sowie Parallelen zwischen der Medieninszenierung und der Inszenierung vor Ort aufzuzeigen, um die zukünftige Entwicklung dieses Bereichs zu prognostizieren.
- Wandlung von Sportveranstaltungen zu kommerziellen Erlebniswelten
- Anwendung der Bedürfnistheorie nach Maslow auf den Sportkonsum
- Vergleichende Analyse der Inszenierung in Massenmedien und vor Ort
- Bedeutung des Zuschauers und dessen Involvement für den Veranstaltungserfolg
- Herausforderungen im Spagat zwischen "echten Fans" und neuen Zielgruppen
Auszug aus dem Buch
5.3 Ziele der Inszenierung von Sportveranstaltungen
Die Inszenierung direkt am Ort des Geschehens gestaltet sich etwas schwieriger im Vergleich zur Inszenierung in den Medien. Denn durch das Weglassen von Informationen, kann die Wahrheit in den Medien verzerrt werden. Außerdem können für die Inszenierung wichtige Details dramatisiert werden. Dieser Spielraum ist vor Ort leider nicht gegeben.
Das Ziel der Inszenierung vor Ort ist es, die Aktivierung der Zuschauer zu steigern und künstliche Höhepunkte zu erzeugen. Dies geschieht in der Praxis vor allem durch Spielunterbrechungen kombiniert mit Stadiondurchsagen.
Als konkretes Beispiel aus der Praxis wird der Beachvolleyball Grand-Slam 2013 in Klagenfurt herangezogen. Dort findet ständig eine Kommunikation zwischen dem Stadionsprecher und dem Publikum statt. Der Stadionsprecher stellt dem Publikum Fragen und dieses beantwortet jene im Chor.
Seitens der Zuschauer entsteht eine Beziehung zum Geschehen. Der Stadionsprecher befragt die Menge: „ Ist euch heiß? Wollt ihr Wasser?“. Als Antwort ist ein lautes: „Ja!“ zu vernehmen, woraufhin die Eskimo-Beachgirls die Wasserschläuche der Feuerwehr einschalteten und für Abkühlung sorgten.
Immer wieder wird dieselbe kurze Tonfolgen abgespielt, auf die das Publikum mit unterschiedlichen Lauten oder nonverbalen Raktionen reagiert. Diese Vorgehnsweise führt dazu, dass die Zuseher ein Zugehörigkeitsgefühl entwickeln. Bereits binnen kurzer Zeit wissen die Zuseher, welche Reaktion von ihnen gefordert wird.
Zusammenfassung der Kapitel
1. EINLEITUNG: Definiert die Problemstellung der zunehmenden Kommerzialisierung und Eventisierung im Sport und leitet die Forschungsfrage ab.
2. SPORTEVENTS ALS ERLEBNISWELTEN: Definiert Sportevents und arbeitet deren zentrale Merkmale sowie die Wandlung zu Urban Entertainment Centers heraus.
3. PSYCHOSOZIALE WIRKMECHANISMEN: Analysiert menschliche Bedürfnisse mittels Maslows Theorie und untersucht verschiedene Erlebnistheorien im Sportkontext.
4. INSZENIERUNGSELEMENTE IN DEN MEDIEN: Beleuchtet die theoretischen Grundlagen der Inszenierung und deren praktische Umsetzung bei der medialen Übertragung.
5. INSZENIERUNGSELEMENTE VOR ORT: Untersucht die Bedeutung von Zuschauerinvolvement und Aktivierung als Basis für erfolgreiches Marketing und Sponsoring.
6. CONCLUSIO: Fasst die Ergebnisse zusammen und diskutiert das Spannungsfeld zwischen ökonomischen Interessen und der Fan-Kultur.
Schlüsselwörter
Inszenierung, Eventisierung, Involvement, Erlebniswelten, Sportmarketing, Sponsoring, Bedürfnispyramide, Zuschauerbindung, Sportevents, Massenkommunikation, Emotionen, Erlebniskonsum, Emotionalisierung, Zielgruppen, Sportmanagement
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit beschäftigt sich mit der Transformation von klassischen Sportveranstaltungen hin zu komplexen Erlebniswelten und der Rolle der Inszenierung dabei.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Zu den zentralen Themen gehören Sportmarketing, die psychologischen Wirkmechanismen hinter dem Sportbesuch sowie der Vergleich zwischen Medieninszenierung und der Inszenierung vor Ort.
Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?
Ziel ist es, die Zusammenhänge zwischen psychosozialen Faktoren und der Eventisierung von Sportveranstaltungen zu erforschen und Gemeinsamkeiten in der Inszenierung aufzuzeigen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer fundierten Literaturrecherche und einer Ursachen-/Wirkungsanalyse der untersuchten Einflussfaktoren.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Bereiche Definition von Sportevents, psychologische Erklärungsmodelle, mediale Inszenierungstechniken sowie die praktische Inszenierung direkt am Veranstaltungsort.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind insbesondere Inszenierung, Eventisierung, Involvement und Erlebniswelten.
Wie wirkt sich die Inszenierung konkret auf den Zuschauer aus?
Die Inszenierung zielt darauf ab, den Zuschauer emotional zu aktivieren, die Aufmerksamkeit zu steuern und durch ein Gemeinschaftsgefühl eine engere Bindung an das Event zu schaffen.
Welcher Spagat muss von Sportfunktionären bewältigt werden?
Die Verantwortlichen stehen vor der Herausforderung, einerseits die Bedürfnisse von "echten" traditionellen Fans zu wahren und andererseits neue, zahlungskräftigere Zielgruppen durch moderne Event-Attraktionen zu binden.
Warum ist das "Involvement" für Veranstalter so entscheidend?
Ein hohes Involvement des Zuschauers korreliert mit einer stärkeren emotionalen Aktivierung, was die Wahrscheinlichkeit für impulsive Kaufentscheidungen und eine positivere Wahrnehmung von Sponsoring erhöht.
- Citar trabajo
- David Veselinovic (Autor), 2013, Publikumswirksame Inszenierung von Sportevents, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/266081