Verfahren zur Ermittlung der Marktrisikoprämie


Hausarbeit, 2004
24 Seiten, Note: 1,7

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Abkürzungsverzeichnis

Symbolverzeichnis

1. Einleitung

2. Bedeutung der Marktrisikoprämie

3. Verfahren zur Ermittlung der Marktrisikoprämie
3.1 Ex-post Ermittlung der Marktrisikoprämie
3.1.1 Arithmetische Berechnung
3.1.2 Geometrische Berechnung
3.2 Ex-ante Ermittlung der Marktrisikoprämie
3.2.1 Dividend-Growth-Modell
3.2.2 Residual-Income-Modell

4. Kritische Betrachtung der Ermittlungsverfahren
4.1 Ex-post Verfahren
4.2 Ex-ante Verfahren

5. Ermittlung der Marktrisikoprämie in Deutschland

6. Zusammenfassung

Anhang

Literaturverzeichnis

Abkürzungsverzeichnis

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

1. Einleitung

Die folgende wissenschaftliche Arbeit befasst sich mit dem Thema ´Verfahren zur Ermittlung der Marktrisikoprämie´. Eine Vielzahl von aktuellen Aufsätzen und literarischen Quellen, die sich mit verschiedenen Ermittlungsverfahren und der Marktrisikoprämie im Allgemeinen befassen, verdeutlicht, welch wichtige Rolle diese Thematik zur Zeit in der Finanzwelt spielt. So veröffentlichte das im Bereich der Unternehmensbewertung tätige Consultingunternehmen McKinsey kürzlich einen umfassenden Aufsatz zu diesem Thema.[1]

In den literarischen Quellen werden jedoch sehr gegensätzliche Meinungen vertreten und verschiedene Verfahren zur Bestimmung der Marktrisikoprämie präferiert. Die bisher angewandten Prozeduren werden stark kritisiert und viele Finanzexperten empfehlen neu entwickelte Methoden.

Ziel dieser Arbeit ist es, die verschiedenen Verfahren vorzustellen und die große Anzahl von Quellen und konträren Meinungen zusammenzufassen. Darüber hinaus soll aufgrund der Ergebnisse das am besten für die Ermittlung der Marktrisikoprämie geeignete Verfahren identifiziert werden.

Die Arbeit gliedert sich folgendermaßen: In Kapitel 2 wird zunächst die Bedeutung und Wichtigkeit der Marktrisikoprämie im Allgemeinen für die Bereiche des Finanzwesens beschrieben. Anschließend werden in Kapitel 3 die verschiedenen Modelle beziehungsweise Methoden zur Ermittlung der Marktrisikoprämie vorgestellt. In Kapitel 4 wird anhand der 30 im deutschen Aktienindex (DAX) gelisteten Unternehmen die derzeit in Deutschland bestehende Marktrisikoprämie mit Hilfe einer der dargestellten Methoden berechnet. In Kapitel 5 werden die verschiedenen Verfahren detailliert betrachtet und sowohl die positiven als auch die negativen Aspekte erörtert und diskutiert. Kapitel 6 schließt die Arbeit ab und greift die Ergebnisse und Erkenntnisse nochmals auf, um die einzelnen Methoden zu vergleichen und das Verfahren, das die Marktrisikoprämie am genauesten bestimmt, zu empfehlen.

2. Bedeutung der Marktrisikoprämie

Nachfolgend wird die Bedeutung der Marktrisikoprämie für die Finanzwelt kurz erläutert. Bei den Ausführungen wird auf eine detailliertere Beschreibung der einzelnen Aspekte verzichtet, da diese hinreichend in der Finanzliteratur (beispielsweise `Principles of Corporate Finance´ von Brealy/Myers) erklärt und diskutiert werden.

Die Marktrisikoprämie gehört mit zu dem wichtigsten und vielfach angewendeten Element verschiedener Finanzmodelle. So ist die Marktrisikoprämie die Schlüsselvariable der meisten Risiko- und Gewinnmodelle.[2] Im Allgemeinen wird eine Risikoprämie als Differenz zwischen der Rendite zweier Finanzanlagen definiert.[3] Bei der Marktrisikoprämie handelt es sich um die Differenz zwischen der erwarteten Marktrendite und der Rendite einer risikolosen Anlage, die zum Teil auch als risikoloser Zins bezeichnet wird. Insofern belohnt der Markt die Kapitalanlage in risikobehaftete Positionen mit einer bestimmten Prämie, das heißt im Fall einer positiven Marktrisikoprämie mit einer höheren Rendite als der risikolose Zins. Ein negativer Aspekt der Marktrisikoprämie ist, dass diese nicht direkt am Markt beobachtet werden kann und so mittels spezieller Verfahren bestimmt werden muss.[4]

Die Marktrisikoprämie wird, wie oben erwähnt, für viele Finanzmodelle benötigt, so dass für die meisten Teilnehmer des Finanzbereichs die Bestimmung beziehungsweise Schätzung der Marktrisikoprämie von großer Bedeutung ist. Das gilt insbesondere für Unternehmen, Analysten und Investoren:

Unternehmen verfolgen in der Regel unter anderem das Ziel den Eigenkapitalwert des Unternehmens zu maximieren. Infolgedessen richten sie ihre Aktivitäten nach dem Nettogegenwartswert aus, das heißt es werden nur Projekte mit positivem Gegenwartswert durchgeführt. Das gilt insbesondere für Ersatzinvestitionen, Kapazitätserweiterungsprojekte, Investitionen in neue Produkte beziehungsweise Märkte. Hierbei werden die Nettogegenwartswerte durch Diskontieren der erwarteten zukünftigen Cash Flows berechnet. Die erwarteten Cash Flows werden meist mit dem durchschnittlichen Kapitalkostensatz (weigted average costs of capital) bewertet. Um die Kapitalkosten des Unternehmens bestimmen zu können, muss die Marktrisikoprämie bekannt sein.[5]

Auch im Rahmen der Unternehmensbewertung stellen die Kapitalkosten und somit die Marktrisikoprämie wesentliche Größen dar. Die Unternehmen werden beispielsweise nach dem sogenannten ´Economic Value Added´-Konzept anhand der jeweiligen Kapitalkosten bewertet. Gerade im vergangenen Jahrzehnt – in Zeiten des Börsenbooms – gewann die Bewertung beziehungsweise Analyse von Unternehmen mehr und mehr an Bedeutung, so dass der Bedarf an guten Verfahren zur Schätzung der Marktrisikoprämie stetig angestiegen ist.[6]

Wie bereits erwähnt ist die Marktrisikoprämie ebenso für Investoren und private Anleger von großer Wichtigkeit. Entsprechend der Kapitalmarkttheorie ist für den Preis einer Anlage das Risiko und die Rendite unter der Berücksichtigung einer risikolosen Anlage ausschlaggebend. Der Anleger kann ein im Sinne der Theorie effizientes (Markt-)Portfolio bilden, wenn er die risikolosen mit den risikobehafteten Anlagepositionen mischt. Die erwartete Rendite des Anlegers wird dabei abhängig von dem Risiko beziehungsweise der Marktrisikoprämie bestimmt. Unabhängig von den Überlegungen der Kapitalmarkttheorie erscheint es logisch, dass sowohl der private Anleger als auch der Investor durch die Investition in nicht risikolose Anlageformen eine gewisse Risikoprämie erzielen will. Das heißt, er erwartet in Anbetracht eines höheren Risikos eine höhere Risikoprämie.[7]

Das von den meisten Investoren verwendete Modell zur Berechnung der erwarteten Rendite eines Portfolios ist das sogenannte Capital Asset Pricing Modell (CAPM). Das CAPM wird darüber hinaus von den meisten Unternehmen und Analysten zur Bestimmung der Kapitalkosten verwendet und wird wie folgt definiert:[8]

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

wobei rf dem risikolosen Zins, E(rm) der erwarteten Rendite des Marktes und re dem Eigenkapitalkostensatz entspricht. β steht für das titelspezifische Risiko und [E(rm)-rf] beschreibt die Marktrisikoprämie.

3. Verfahren zur Ermittlung der Marktrisikoprämie

Inzwischen existiert eine Vielzahl von verschiedenen Methoden und Anwendungen zur Ermittlung der Marktrisikoprämie. In Literatur und Praxis kann man grundsätzlich zwei Verfahren unterscheiden, die ex-post und die ex-ante Ermittlung. Die einzelnen Grundmodelle werden im Folgenden vorgestellt.

3.1 Ex-post Ermittlung der Marktrisikoprämie

Aufgrund der Tatsache, dass erwartete Renditen nicht messbar sind, werden realisierte Renditen oftmals als Schätzwert für zukünftig erwartete Renditen verwendet. Dementsprechend wird die Marktrisikoprämie ex-post anhand der realisierten Renditen des Marktes und des risikolosen Zinssatzes über einen gewissen Zeitraum ermittelt. Die ex-post Ermittlung basiert auf der Annahme, dass Arbitragemöglichkeiten im Mittel Null und unvorhersehbar sind, so dass realisierte Renditen einer Periode eine erwartungsgetreue Schätzung für die für diese Periode erwarteten Renditen darstellen.[9]

Die Marktrisikoprämie [E(rm)-rf] aus Gleichung (1) wird deshalb aus realisierten Renditen risikobehafteter Anlagen und aus dem risikolosen Zins innerhalb der Periode bestimmt. Robert Ibbotson beispielsweise ermittelte die Marktrisikoprämie des US-Marktes über einen Zeitraum von 1926 bis 1994 mit Renditen des Indizes S&P 500 und von ´Treasury bills´. ´Treasury bills´ gelten als nahezu risikolos. Ibbotson errechnete die Rendite des Marktes rm und die Rendite von ´Treasury bills´ mit Hilfe deren Mittelwerte. Die Ermittlung der Marktrisikoprämie läuft dabei in der Regel analog zur Vorgehensweise von Ibbotson ab. Die Renditen risikoloser und risikobehafteter Anlagen werden über einen langen Zeitraum beobachtet und die Mittelwerte der Renditen zur Schätzung der erwarteten Marktrisikoprämie [E(rm)-rf] verwendet.[10]

Allein in der Ermittlung der Mittelwerte unterscheiden sich die einzelnen ex-post Verfahren. In diesem Zusammenhang kann man die arithmetische und geometrische Bestimmung der Mittelwerte nennen. Die arithmetische wie auch die geometrische Berechnung der Mittelwerte wird im Folgenden beschrieben.

3.1.1 Arithmetische Berechnung

Die arithmetische Berechnung ist ein sehr einfaches Verfahren die historische Performance des Marktes beziehungsweise der risikolosen Anlageform zu messen. Im Rahmen der arithmetischen Vorgehensweise – um beim oben beschriebenen Beispiel von Ibbotson zu bleiben – werden lediglich die beobachteten Renditen der einzelnen 69 Jahre addiert und durch 69 dividiert. Die Definition für den arithmetischen Mittelwert lautet wie folgt:[11]

[...]


[1] Vgl. Copeland/Koller/Murrin 2000

[2] Vgl. z.B. Vaihekoski 2004, S. 2

[3] Vgl. McCulloch 2002, S. 3

[4] Vgl. Claus/Thomas 2001, S. 1629

[5] Vgl. Jacobs/Zgraggen 1996, S. 3

[6] Vgl. Harris/Marston 1999, S. 4

[7] Vgl. Steiner/Bruns 2002, S. 22-27

[8] Vgl. Lamdin 2002, S. 55

[9] Vgl. McCulloch 2002, S. 3

[10] Vgl. Brealy/Myers 1996, S. 144-148

[11] Vgl. McCulloch 2002, S. 5

Ende der Leseprobe aus 24 Seiten

Details

Titel
Verfahren zur Ermittlung der Marktrisikoprämie
Hochschule
Universität Augsburg  (Lehrstuhl für Betriebswirtschaftslehre mit dem Schwerpunkt Fianz- und Bankwesen)
Note
1,7
Autor
Jahr
2004
Seiten
24
Katalognummer
V26614
ISBN (eBook)
9783638288965
ISBN (Buch)
9783640865178
Dateigröße
608 KB
Sprache
Deutsch
Anmerkungen
Neben den verschiedenen Verfahren zur Ermittlung der Marktrisikoprämie wird zudem die Marktrisikoprämie in Deutschland am Beispiel des DAX berechnet.
Schlagworte
Verfahren, Ermittlung, Marktrisikoprämie
Arbeit zitieren
Steffen Vogel (Autor), 2004, Verfahren zur Ermittlung der Marktrisikoprämie, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/26614

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