Das Inhaltsverzeichnis in wissenschaftlichen Arbeiten. Eine Untersuchung


Forschungsarbeit, 2013

22 Seiten


Leseprobe

Inhalt

Zum Inhaltsverzeichnis

Funktionen eines Inhaltsverzeichnisses

Gliederungsmuster

Gliederungsebenen und Kapitelüberschriften

Analyse der Inhaltsverzeichnisse

Ziel der Untersuchung

Korpusbeschreibung

Zur Analyse der angefertigten Inhaltsverzeichnisse

Methodisch-didaktische Schlussfolgerungen

Literatur

Zum Inhaltsverzeichnis

Im Folgenden soll darauf eingegangen werden, wie ein Inhaltsverzeichnis aussieht und welche Regeln beim Erstellen von Inhaltsverzeichnissen zu beachten sind.

An deutschsprachigen Hochschulen sollte laut Kruse, Otto (2010, 85) ein Inhaltsverzeichnis in Seminararbeiten eingebaut werden. Jedoch in nord- und lateinamerikanischen Hochschulen benutzt man kaum Inhaltsverzeichnis in den Abschlussarbeiten. Des Weiteren wurde das Inhaltsverzeichnis im späten Mittelalter gebraucht. Vorher hatten die Bücher und Texte keine Inhaltsverzeichnisse. Bemerkenswert, dass Forschungsartikel kein Inhaltsverzeichnis hat. Jedoch hat er eine Gliederung. An Stelle eines Inhaltsverzeichnisses wird ein Abstract geschrieben.

Funktionen eines Inhaltsverzeichnisses

In Anlehnung an Karmasin, Matthias, Ribing, Rainer (2006, 49) sollte das Inhaltsverzeichnis eine erste Information über die Arbeit liefern. Dem Inhaltsverzeichnis kommt bei der Beurteilung der Arbeit eine wichtige Rolle zu, denn ein Betreuer liest zuerst das Inhaltsverzeichnis.

Laut Kruse, Otto (2007, 169) wird das Inhaltsverzeichnis als ein Pflichtbestandteil in den wissenschaftlichen Arbeiten betrachtet. Es hat die Funktion, über den Inhalt des Textes zu informieren. Das Inhaltsverzeichnis sollte nicht nur den Inhalt wiedergeben, sondern auch den Gang der Argumentation widerspiegeln (vgl. Bünting, K.-D., u.a. 2008, 132). Im Vorfeld sollte mit einem Mind-Map gearbeitet werden, denn Mind-Map spiegelt die Hierarchie der Untergliederung. Wenn ein Thema mehrere Perspektiven und Herangehensweisen hat, bietet es sich an, das Thema in große selbstständige Teile zu gliedern. Jeder Teil enthält wiederum Kapitel und Unterkapitel(vgl. Bünting, K.-D., u.a. 2008, 132).

In diesem Zusammenhang weisen Brun, G., Hirsch Hadorn, G. (2009, 58) darauf hin, dass das Inhaltsverzeichnis einen Einblick in die inhaltliche Struktur des Textes liefern könnte. Laut Drügh, Heinz (Hrgs.), et al. (2012, 20) deutet das Inhaltsverzeichnis auf eine gut durchdachte Reihenfolge der einzelnen Abschnitte hin. Es soll auch davon zeugen, dass die verwendeten Begriffe genauer angeführt werden.

Beinke, Christiane, et al. (2011, 38f) weist darauf hin, dass der Inhalt von Kapiteln im Inhaltsverzeichnis durch Kapitelüberschriften wiedergegeben werden sollte. Darüber hinaus gibt das Inhaltsverzeichnis Aufschluss über die Logik der Auseinandersetzung mit dem Thema. Ferner könnte mit Hilfe des Inhaltsverzeichnisses die Schwerpunktsetzung und Gliederungspunkte der Untergliederungen klar stellen.

Inhaltsverzeichnis zeigt laut Kruse, Otto (2010, 85), ob die Struktur der Arbeit richtig sei und kristallisiert den roten Faden in der Arbeit heraus.

Das Inhaltsverzeichnis gibt Aufschluss darüber, ob die Arbeit vollständig, verständlich, übersichtlich und nachvollziehbar ist[1].

Gliederungsmuster

Laut Franck, Norbert und Stary, Joachim (2009, 139) sollte man durch das Inhaltsverzeichnis den Aufbau einer Arbeit erkennen. In diesem Sinne gibt es folgende Möglichkeiten zur Gliederung im Inhaltsverzeichnis:

1. Chronologis
2. Nach zentralen Merkmalen (Geschichte, Ziele, Aufbau
3. Nach Funktionen (Erziehung, Bildung, Weiterbildun
4. Nach Theorien und Konzepten (normative Pädagogik…)

Bei Frank, Andrea, u.a. (2007, 50) findet sich die Auffassung, dass die Mind-Map als Strukturierungstechnik geeignet sei. Sie hilft Wissenselemente zu strukturieren und zu ordnen. Dadurch werden Zusammenhänge und Aspekte zwischen Elementen des Themas klar gestellt. Außerdem sollte die Arbeitsgliederung mit dem Inhalt der Arbeit korrespondieren, denn es geht dabei darum, die Darstellung des Themas für den Leser nachvollziehbar zu machen (vgl. ebd.).

Besonders erwähnenswert in diesem Zusammenhang seien die Ausführungen von Kruse, Otto (2007, 155). Er unterscheidet folgende Gliederungen:

Chronologische Gliederung: Betrachtung des Materials nach einer zeitlicher Abfolge.

Vom Algemeinen zum Besonderen: Dies bietet sich an, wenn man Aspekte eingehender untersuchen will.

Diskursive Gliederunkstrukturen: Man orientiert sich hierbei an den Äußerungen oder Argumenten in einer Debatte.

Reihung als Gliederung: Hier geht es um Aufzählungen von Eigenschaften, Auswirkungen, Aspekten, gleichwertigen Gesichtpunkten oder Sachverhalten.

Hierarchische Gliederung: Hauptaspekt, Unteraspekt

Standardgliederungen: IMRAD-Schema: Thema, Stand der Forschung, Fragestellung, Hypothesen, Methoden, Ergebnisse, Diskussion, Zusammenfassung

Didaktische Gliederung: Hier steht der Leser am Vordergrund. Die Gliederung sollte verständlich und nachvollziehbar für den Leser sein. man orientiert sich an dem Leser.

Anekdotische Gliederung: Dabei folgt man einer narrativen Struktur.

Für die Gliederung des Hauptteils schlägt Esselborn-Krumbiegel, Helga (2008, 115) folgende Modelle vor:

Alpha-nummerische Bezeichnung: hierbei werden Kapitel mit Buchstaben versehen. Jedoch werden die Unterpunkte mit arabischen Ziffern versehen.

Nummerische Bezeichnung: Hier kann man zwei Varianten gebrauchen. Erstens können die Kapitel mit römischen Ziffern versehen. Zweitens können nur arabische Ziffern gebraucht werden.

Die chronologische Gliederung: Ergebnisse und Themen, die eine zeitliche Entwicklung aufweisen, werden chronologisch gegliedert.

Die systematische Gliederung: Wenn die Unterpunkte gleichermaßen gewichtet werden, wird hier systematisch gegliedert, d.h. wenn diese Unterpunkte oder Gesichtspunkte gleich wichtig sind.

Die deduktive und die induktive Gliederung: Ausgangspunkt einer deduktiven Gliederung sind Hypothesen. Diese sollten durch Belege bewiesen werden.

Anders verhält es sich bei induktiver Gliederung. Zuerst wird das Material analysiert und interpretiert. Daraus werden Thesen herausgearbeitet.

Eine induktive Gliederung eignet sich, wenn ein Material untersucht werden soll, das vorher nicht ausreichend analysiert wurde.

Die Ursache-Wirkungs-Gliederung: Hier geht es darum, kausale Zusammenhänge zu erforschen. Ausgangspunkt sei hier eine Ursache. Dann werden Folgen und Wirkungen dieser Ursache vorgeführt.

Man kann auch von einem Phänomen ausgehen. Dieses Phänomen gilt als Folge. Anschließend werden die Ursachen von diesem Phänomen vorgestellt. Hier spricht man von Folgen-Ursachen-Gliederung

Die Relationsgliederung: Hier geht es darum, Texte, Ergebnisse oder Quellen miteinander zu vergleichen. Für diesen Zweck gibt es zwei Modelle: die Blockgliederung und die alternierende Gliederung.

Blockgliederung: die verschiedenen Objekte werden separat untersucht. Dann werden die Ergebnisse der beiden Objekte miteinander verglichen.

Alternierende Gliederung: Wenn die beiden Objekte ähnlich sind. Zuerst werden die beiden Objekte auf einen Aspekt hin verglichen. Danach werden im Hinblick auf einen anderen Aspekt verglichen. An jedem Vergleich schließt sich eine Zusammenfassung der Ergebnisse an. Von diesen Zusammenfassungen wird eine Folgerung abgeleitet.

Empirische (naturwissenschaftliche) Gliederungen:

Die Einleitung enthält Forschungsstand und Problemstellung. Der Hauptteil enthält drei Kapitel: Untersuchungsdesign: (Material und Methoden); Ergebnisse, Diskussion.

Der Schlussteil enthält eine Zusammenfassung der Ergebnisse. Anschließend kommen das Literaturverzeichnis und der Anhang.

Es gibt Gliederungsmuster von Inhaltsverzeichnissen (vgl. Beinke, Christiane, et al. 2011, 39)

- Vom Allgemeinen zum Speziellen
- Vom Speziellen zum Allgemeinen
- chronologisch

Es könnte auch Varianten miteinander kombiniert werden

Bei empirischen Arbeiten gibt es nach Bünting, K.-D., u.a. (2008, 131) folgende Gliederung: Einleitung, Grundlagen, Versuchsbeschreibung, Ergebnisse, Diskussion, Schluss.

Laut Frank, Andrea, u.a. (2007, 139) wird die Gliederung und Strukturieren des Hauptteils von der Fragestellung und der Art der Bearbeitung dieser Fragestellung bestimmt. Dabei wird an folgenden Fragen orientiert:

Was wird in der Arbeit untersucht (Gegenstand/ Material)

Mit welchem Ziel wird das getan (Fragestellung/ Hypothese)

Welche Methoden, Theorien, Literatur werden gebraucht.

[...]


[1] Hinweise zum Anfertigen wissenschaftlicher Arbeiten .Ausgabe: Mai, 2004.

Technische Universität Chemnitz. Fakultät für Maschinenbau Institut für Allgemeinen Maschinenbau und Kunststofftechni . http://www.tu-chemnitz.de/mb/studium/HinweiseFuerWissenschaftlicheArbeiten.pdf. Zugriff: 11.10.2013

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Details

Titel
Das Inhaltsverzeichnis in wissenschaftlichen Arbeiten. Eine Untersuchung
Hochschule
University of Oran  (Fremdsprachen)
Autor
Jahr
2013
Seiten
22
Katalognummer
V266140
ISBN (eBook)
9783656559399
ISBN (Buch)
9783656559375
Dateigröße
560 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
inhaltsverzeichnis, arbeiten, eine, untersuchung
Arbeit zitieren
Mag. Mohamed Chaabani (Autor), 2013, Das Inhaltsverzeichnis in wissenschaftlichen Arbeiten. Eine Untersuchung, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/266140

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